10.000 BC (DVD) es gibt bessere Filme von Roland Emerich
07.06.2009
Pro:
Nicht wirklich schlecht, aber es gibt besseres
Kontra:
zumindest in der ersten Hälfte nichts wirklich gut
Empfehlenswert:
Ja
 Crying-Freeman
Über sich:
Mitglied seit:29.05.2009
Erfahrungsberichte:80
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 46 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Film 10.000 BC von Roland Emmerich reizte mich schon als er im Kino angekündigt wurde und ich mir das Geld fürs Kino sparte und auch keine Zeit zum Kinogehen hatte. Irgendwann kommen alle auf DVD und dann war es soweit. Aldi hatte den Film im Angebot für 7,99€. Die Filme von Roland Emmerich sind mir schon seit Joey und Moon 44 geläufig und bisher stand sein Name immer für gute Unterhaltung. Gelesen hatte ich von dem Film schon negatives und positives natürlich auch allzu viel, aber einen Versuch war es wert, daher nahm ich ihn mit nach Hause.
Der Film taucht dann auch ohne großen Vorspann direkt ins Geschehen ein. Ein Stamm ....ähh.....mhhhh.....wahrscheinlich soll es sich wohl um Frühmenschen handeln, die jedoch schon über eine voll entwickelte Sprache und primitive Werkzeuge verfügen, bestreitet seinen Nahrungsbedarf mittels Mammut-Jagd. Die knuffigen Fellfanten kommen jedoch in den letzten Jahren immer seltener vorbei, weswegen die dorfansässige Schamanin, hier nur "alte Mutter" genannt, sich in düsteren Prophezeiungen ergeht. Diese scheinen sich zu erfüllen, als ein Mädchen in den Bergen gefunden wird, das auffällig blaue Augen hat. Das Mädchen wird in den Stamm aufgenommen und schnell finden sich ein paar pubertierende Bubis, die ein Auge (oder zwei) auf sie werfen.
Der Vater eines dieser Bubis ist der Meistermammutjäger, symbolisiert durch einen weißen Speer, den er mit sich herumtragen darf. Dieser macht sich nun auf den Weg, um nach einem besseren Platz für sein Volk zu suchen. Damit nicht der ganze Stamm hinterherlatscht, gibt er den Speer einem Freund, und steht zukünftig als Feigling da, der sein Volk im Stich ließ. Sehr zum Ärger seines Sohnes, genannt D'Leh, der sich die nächsten 20 Jahre mit dem Gehänsel der Gleichaltrigen herumschlagen muss. Wie nicht anders zu erwarten, wird auch das blauäugige Mädchen, Evolet, erwachsen und nicht eben hässlicher. Das geht dann soweit, dass Evolet sozusagen als Preis bei einer Mammutjagd ausgeschrieben wird. Wer dass Mammut tötet, bekommt nicht nur den weißen Speer, sondern auch Evolet.
Größter Rivale des schwer verliebten D'Leh ist der Sohn des bisherigen Trägers des Speeres, nämlich Ka'rem. Es kommt, wie es kommen muss, und D'Leh gewinnt natürlich die Preise, allerdings nicht, ohne dass ihm der Zufall zur Hilfe kommt. Just in dem Moment, als D'Leh sich ob der Schande des zweifelhaften Sieges grämt, stürmt eine Horde berittener Bösemänner das Dorf und verschleppt einen großen Teil der Bewohner, unter ihnen auch Evolet. Schnell hat sich ein Rettungsteam, bestehend aus D'Leh, seinem Rvialen Ka'rem, dessen Vater Tic'Tic und dem jungen Jägeranwärter Baku, zusammengefunden und macht sich auf die Verfolgung der Bösewichter.
Die abenteuerliche Reise führt sie von den verscheiten Bergen ihrer Heimat, durch fast undurchdringlichen Dschungel, welcher von allerlei Getier, unter anderem nicht sehr freundlicher Urlaufvögel bewohnt wird. Als unsere Gruppe die Entführer hier einholt, werden bei einem Befreiungsversuch auch noch Baku und Ka'rem gefangen, während Tic'Tic durch einen Vogel schwer verletzt wird. D'Leh schleift den Verletzten, immer noch auf der Verfolgung der Reiter durch den Dschungel und schließlich durch die sich anschließende Steppe. Hier gerät er in eine Falle, die er sich mit einer Katze teilt. Allerdings keiner Hauskatze, sondern einem ca. 2*4m großen Säbelzahntiger. D'Leh befreit das Tier und dieses erweist sich als dankbar genug, ihn nicht gleich zu verspeisen. Als er dann mit dem inzwischen gesundeten Tic'Tic erneut die Verfolgung aufnimmt, geraten die beiden in ein frisch geplündertes Dorf. Die schwarzen Einwohner des Dorfes sind, verständlicher Weise, gerade nicht gut auf Fremde zu sprechen. Doch da ertönt ein lautes Fauchen und unser Säbelzahntiger betritt die Bühne. Dankbar, wie so ein Tier nun mal ist, stellt er sich zwischen die Einwohner und unsere Helden, wofür D'Leh ihm ein paar nette Worte spendet. Wie durch ein Zufall spricht einer der Schwarzen D'Leh's Sprache und noch zufälliger warten die Dorfbewohner auf einen Mann, der mit dem Speerzahn spricht. Da das alles passt, und der Schwarze die Sprache auch noch von D'Leh's Vater gelernt hat, welcher hier vor langem vorbeikam, machen sich alle zusammen auf, um die bösen Männer in ihre Stadt zu verfolgen und all die geknechteten Menschen zu befreien....
Ein paar Erschwernisse später, deren Einzelheiten ich hier aus Spannungsgründen mal für mich behalte, erreicht man eine Stadt an einem Fluss, in der gerade ein paar Pyramiden gebaut werden. Damit lösen sich ein paar Rätsel, die Entführten werden nämlich als Arbeitssklaven missbraucht, und auch das Ausbleiben der Mammuts wird verständlich, denn auch diese müssen hier arbeiten. Kann D'Leh es schaffen, die bösen Männer zu besiegen und seine geliebte Evolet wieder gewinnen? Sehet selbst, wenn ich auch neugierig gemacht habe.
Ihr könnt euch dann auf eine DVD freuen, deren Ton wahlweise in deutsch, englisch, italienisch oder spanisch, jeweils in DD 5.1 voll überzeigen kann. Auch das anamorphe 16:9 Bild ist sehr gut und gestochen scharf. Die Laufzeit der ab 12 freigegebenen Scheibe beträgt abendfüllende 104 min. Neben einer Menge Untertitel bietet die DVD aber leider keine Extras, abgesehen von ein paar Trailern. Ob ich den Film empfehlen kann? Bedingt. Wer einfach nur Lust auf fantasievolles, gut gemachtes und in keinster Weise anspruchsvolles Hollywood Popcorn Kino, mit kindgerechtem Gewaltanteil, hat, der kann bedenkenlos zugreifen, besonders wenn er Emmerichs wahrscheinlich bekanntesten Film Stargate (immerhin gab es dazu mehrer TV-Serien) mochte. Denn auch 10.000BC bietet wieder einen Plot, in denen die Pyramiden und ihre, hier nur angedeutet, außerirdischen Erbauer eine Rolle spielen. Irgendwie muss der Mann ein Faible für Erich von Däniken haben.
Allerdings bietet der Film auch ungewohnte Schattenseiten. Die digitalen Effekte, normalerweise eine Domäne von Emmerich und für gewöhnlich in seinen Filmen auch sehr schön anzusehen, wirken in der ersten Hälfte des Films nicht wirklich überzeugend. So kommt es immer wieder vor, dass durch Beleuchtungsfehler (falscher Schattenwurf, oder zu helle Beleuchtung des Vordergrundes) gut sichtbar ist, dass der Vordergrund nur ins Bild hineinkopiert wurde. Auch die Urtiere, allen voran die Mammuts und der Säbelzahntiger sehen nicht wirklich überzeugend aus. Auch bei Einstellungswechseln gibt es öfters mal arge Beleuchtungsfehler. Das alles hat meiner Meinung nach die Atmosphäre in der ersten Hälfte arg ramponiert. Die Vögel im Dschungel sind dabei noch am besten gelungen. Allerdings sind diese Szenen schon wieder so heftig, dass Emmerich, wohl um den Szenen ihre Härte zu nehmen, auf einmal dauernd kleine Witzmomente einbaut, die völlig deplaziert wirken, und vorher und nachher auch nicht mehr vorkommen. Ab der zweiten Hälfte bewegt er sich dann wieder auf bekanntem Terrain. In der Wüste blitzen seine alten Qualitäten wieder auf. Die Effekte sehen auf einmal überzeugend aus. Die Herrscher der Pyramiden sind schön mystisch und geheimnisvoll und es gibt mal wieder die Emmerich typische epische Dramatik. Sogar zum Verdrücken der einen oder anderen Träne findet sich Gelegenheit.
Die schauspielerischen Leistungen bleiben den ganzen Film lang durchwachsen. Die Evolet Darstellerin Camilla Belle sieht zwar nett aus, dass war es aber eigentlich auch schon, der D'Leh, Steven Strait ist halt so ein Sixpack belasteter Schönling und nur die Finsterlinge sehen, zwar stereotyp, aber trotzdem ordentlich finster aus. Mein Fazit:
Ein Film, um mal richtig abzuschalten. Hirn aus, Augen auf und DVD rein. Aber selbst als Popcornkino kann ich keine Bestnoten vergeben. Zu viele solcher Filme sind in letzter Zeit heraus gekommen, darunter auch echte Schmuckstücke, wie 300 oder Apocalypto. Auch wenn 10.000BC um längen besser ist als Pathfinder, gibt es nur 3 von 5 Sternen. Fazit: Roland Emmerich zu Liebe kann man einen Blick riskieren
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08.06.2009 16:47
Ja, davon habe ich auch noch schlechtere Sachen gehört. Gut berichtet
07.06.2009 19:17
Nette Miez.
07.06.2009 17:29
gut gemacht