Nie vergessen!!!
20.10.2007
Pro:
Realität, Wissen aus erster Hand
Kontra:
Das es die Realität war !
Empfehlenswert:
Ja
 t.schlumpf
Über sich:
Ich will das alte Ciao zurück, hier ist es ja schon ein Abenteuer die Bewertungen gegenzulesen - und...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 282 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
EINLEITUNG *********************************** Heute möchte ich euch einen Film vorstellen, der mir persönlich sehr unter die Haut geht. Bis jetzt ist es mir noch niemals gelungen diese Dokumentation an einem Stück zu sehen, ich brauche die Unterbrechung von zum Teil einem Tag bis ich mir ihn weiter ansehen kann.
Wie einige von euch wissen bin ich Feuerwehrmann mit Leib und Seele und eine Freundin dachte sie tut mir etwas Gutes wenn sie mir den Film " 11.SEPTEMBER - 9/11" schenkt. Der vor mir liegende Film ist die Gedenk - Version DVD der Filmemacher Jules und Gedeon Naudet. FILM - DATEN *****************************
Originaltitel: 9/11 Deutscher Titel: 11. September - Die letzten Stunden im World Trade Center Produktionsjahr/ Erscheinungsjahr: 2001/ 2002 Produktionsland: USA; Frankreich Originalsprache; englisch Regie: James Hanlon, Rob Klug, Gédéon Naudet, Jules Naudet Drehbuch: Tom Forman, Greg Kandra Musik: Richard Fiocca, Michael S. Patterson Produktion: David Friend u.a Kamera: James Hanlon, Gédéon Naudet, Jules Naudet Schnitt: Richard Barber u.a. FSK: ab 12 Jahre DVD - DATEN ***************************
Spieldauer: 120 Minuten Sprachen: Englisch Französisch Deutsch Italienisch Spanisch Untertitelspuren: Englisch für Hörgeschädigte Holländisch Tonformat: Dolby digital Bildformat: 1,85:1 Zusatzmaterial: 50 Minuten Interviews mit den Überlebenden und den Filmemachern Ein Abdruck der kompletten Bild - Zeitung - Ausgabe vom 12. September 2001 DARSTELLER ****************
Ja fange ich an wo höre ich auf?! Ich glaube ich beginne erst einmal damit die Filmemacher Jules und Gedeon Naudet vorzustellen. Jules Clément Naudet und Thomas Gédéon Naudet sind zwei französische Filmemacher. Die beiden Brüder wurden in Paris geboren und zogen 1989 von Frankreich nach den USA, wo sie ein Filmstudium an der Tisch School of the Arts der New York University (NYU) begannen. Nach ihrem Abschluss 1995 drehten sie gemeinsam mehrere preisgekrönte Filme in welchen immer der " gewöhnliche Mensch" im Mittelpunkt stand. Die auf Video gedrehte Spielfilmdokumentation brachte den Brüdern unter anderem im Sommer 2000 den Preis für den besten Dokumentarfilm auf dem New York International Independent Film & Video Festival ein. Weltweite Bekanntheit erlangte das Brüderpaar durch ihr Filmmaterial, das während der Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York entstand. Die Drehgenehmigung hatten sie durch ihre Freundschaft zum Schauspieler und Ladder-1-Feuerwehrmann James Hanlon erhalten, zugleich war es die erste Dokumentation über die New Yorker Feuerwehr seit 27 Jahren.
Weitere Filme der Brüder Naudet sind: * 1999: Hope, Gloves and Redemption * 2002: 11. September - Die letzten Stunden im World Trade Center (9/11) * 2006: Der 11. September - Fünf Jahre danach
Die restlichen Darsteller - das waren jene unfreiwilligen " wirklichen Menschen " am World Trade Center, die Büroangestellten, die Anwohner die Feuerwehrleute. Freiwillige Darsteller sind nur zu Beginn des Film zu sehen, die Feuerwehrmänner um den Feuerwehr-Rekruten Tony Benetatos, als seine Kameraden der Manhattaner Wache Ladder 1, 100 Duane Street. DIE DOKUMENTATION ******************************************
Jules und Gedeon Naudet arbeitem im Sommer 2001 an einer Reportage über die Ausbildung bei der New Yorker Berufsfeuerwehr. Die einzelnen Schritte der Ausbildung eines Feuerwehrmanns wurden vorgestellt und ihre Dokumentation wählten sie den Feuerwehr-Rekruten Tony Benetatos aus, dessen Weg vom "Jungen zum Mann" sie in einer filmischen Langzeitstudie begleiten wollten. Benetatos wurde der Manhattaner Wache Ladder 1, 100 Duane Street zugeteilt und in den folgenden drei Monate, begleiten die Filmemacher ihn und nehmen am Leben der dort stationierten Feuerwehrmänner und auch kleinen Einsätzen teil. Sie begleiten den jungen Mann bei seinem ersten Einsatz - einem harmlosen Autobrand und lernen so nebenher die Marotten und die Glaubenseinstellung, den Aberglauben der New Yorker Feuerwehrmänner kennen.
Dann kam der 11. September 2001! Jules begleitete einen Löschzug bei einem telefonisch gemeldeten Gasalarm an einer Straßenkreuzung in der Nähe des World Trade Centers und filmte die Feuerwehrleute bei ihrer Routine-Arbeit, als plötzlich lauter Flugzeuglärm zu hören war. Er schwenkte die Kamera in Richtung des World Trade Centers und filmte um 8:46 Uhr, wie das erste Passagierflugzeug, eine Boeing 767, von rechts ins Bild kommend mittig und sehr hoch in die Nordfassade des Nordturms des World Trade Centers einschlug. Jules begleitete dann die Feuerwehrmänner zum World Trade Center und filmte die Reaktion der Feuerwehr-Einheit - insbesondere die ihres Einsatzführers: Die ersten Rückmeldungen an die Leitstelle während der Anfahrt zum World Trade Center, die Ankunft in der Lobby des Nordturms, den unvollkommenen Versuch, eine Kommandozentrale vor Ort einzurichten, die technischen Probleme mit den Fahrstühlen und dem Funkverkehr. Immer mehr Einheiten folgten der ersten Alarmierung zum Nordturm. Man sieht Feuerwehrleute, die sich als erste Löschtrupps auf den Weg nach oben machten - viele von ihnen haben den Tag nicht überlebt.
Sein auf der Wache gebliebener Bruder Gédéon der sich zur Zeit des ersten Einschlags auf der Feuerwache befand, machte sich zu Fuß mit seiner Kamera auf den Weg zur Einsatzstelle. Zufälligerweise filmte er dabei, wie sich das zweite Flugzeug seitlich in den Südturm des World Trade Centers. Er dokumentierten durch Außenaufnahmen den zweiten Einschlag, dieses Mal in den Südturm, das Zusammenbrechen der Gebäude von außen und die Panik auf den Straßen. Die Aufnahmen von Jules Naudet, der sich immer noch in der Lobby des Nordturms aufhielt, dokumentieren das Dilemma der Einsatzkräfte: Sie verstanden anfangs nicht die Bedeutung der neben ihnen herabstürzenden Trümmer. Er zeichnete die Reaktion der Einsatzkräfte auf, als der benachbarte Südturm einstürzte. Dem ohrenbetäubenden Lärm des Einsturzes folgten die Dunkelheit und große Mengen weißlichen Feinst-Staubes.
Jules filmte die Bemühungen, den leblosen Körper des Feuerwehrpfarrers, Kaplan Mychal Judge, zu bergen. Als die Sicht etwas besser wurde, bemühte man sich, den Gebäudekomplex zu verlassen, was sich angesichts der mangelnden Sicht, der fehlenden Orientierung und der Gefahr, nach wie vor von herabfallenden Menschen oder Trümmern getroffen zu werden, als schwierig erwies. Es gelang ihnen schließlich, das Gebäude zu verlassen, das kurz darauf einstürzte. Ein zweites Mal war Naudet von Dunkelheit und Staub umgeben. Nach und nach trafen die Feuerwehrleute wieder auf ihrer Wache ein. Man freute sich, umarmte sich, weinte. Es stellte sich heraus, dass alle Mitglieder der Einheit das Unglück überlebt hatten. Einzig jener Feuerwehrschüler, der eigentlich Gegenstand der Dokumentation sein sollte, blieb kurze Zeit verschollen. Doch plötzlich tauchte auch er wohlbehalten auf. Er war mit einem pensionierten Feuerwehroffizier an der Brandstelle gewesen.
Auch die Zeit nach den Anschlägen, die Zeit der Aufräumarbeiten verfolgten die Naudet-Brüder mit ihrer Kamera. Die Bemühungen der Feuerwehrleute, Überlebende in den Trümmern des World Trade Centers zu finden. Immer häufiger konnten schließlich nur noch Tote geborgen werden - darunter 343 Feuerwehrleute. EMPFEHLUNG ************************************
So und nun zu meinem Fazit. Also persönlich sage ich der Film ist eine sehr harte Dokumentation, die richtig unter die Haut geht. Warum er bereits ab 12 Jahren freigegeben ist kann ich nicht verstehen und auch überhaupt nicht nachvollziehen. Es ist kein Hollywood - Schinken, wo Tote nachher wieder freudestrahlend in die Kamera schauen und winken. Es ist Realität, man sieht den Schmerz und auch den Tod der Menschen, die Hilflosigkeit und das Nichtverstehen, des ganzen Geschehens. Also bei aller Liebe, nicht für Kinder geeignet!!!!!!!!! Die Kameraführung und auch die Interviews sind prägend und man kann die Gefühle der jeweiligen Feuerwehrangehörigen richtig gehend spüren. Es ist ein Film der beleibenden Eindruck hinterlassen wird, er wird unter die Haut gehen und auch einen Eindruck hinterlassen, was Menschen alles zu tun bereit sind um zu helfen und auch zu überleben. Wie bereits anfangs erwähnt, konnte ich den Film nie an einem Stück sehen, ob das durch meine persönliche Betroffenheit ist mag dahin gestellt sein, jedoch rate ich auch jedem sich bei dem Film eine Pause zu gönnen und das grausame Geschehen immer Stück für Stück zu verarbeiten.
Bevor ich dazu komme dem Film eine Kaufempfehlung auszusprechen oder nicht, möchte ich euch erst meine persönlichen Erfahrungen über den Tag und die Zeit danach beschreiben ( ich weiß das gehört nicht in einen Erfahrungsbericht, aber ich denke das macht meine Entscheidung deutlicher). Ich hatte am 11. September gerade Feierabend gemacht und wie das so ist, wenn man einen 24 Stunden - Dienst hinter sich hat, gleich ins Bett gehen und schlafen ist nicht. Also Fernsehen an und rumlümmeln. Dann sind die ersten Bilder des Attentates in den Nachrichten gelaufen - mein erster Gedanke dabei war nur " Wer kann denn auf die Idee kommen einen so perversen Film am frühen Morgen zu zeigen?" Ich habe zwar die Uhrzeit oben links gesehen und auch das Kommentar des Nachrichtensprechers vernommen, aber irgendwie konnte oder wollte ich es nicht realisieren, dass kein Film ist.
Dann kam der Anruf von der Wache, wir hatten uns alle einzufinden - und keiner fehlte an dem Morgen. Wir saßen alle gemeinsam vor den Fernsehern und verfolgten wortlos das Geschehen. Es war ein richtiger Schock für uns, wie auch für anderen auch der diese Bilder je gesehen hat. Doch bei uns kamen dann auch die Gedanken über unseren Beruf auf, klar wir wissen was wir tun, aber mit so etwas hat nie jemand gerechnet. Und was uns am meisten getroffen hat, unter den verstorbenen Feuerwehrmännern waren auch Jungs aus unserem Freundeskreis. In den Tagen und Wochen danach mussten sehr viele Kollegen ihre Einstellung zum Beruf überdenken und auch mit ihren Familien reden. Denn bis zu dem Zeitpunkt dachte man ja nur - ok man kann bei einem Brandeinsatz oder Verkehrsunfall verletzt und im schlimmsten Fall getötet werde, aber das geschieht ja selten. Und um ehrlich zu sein, sagt jeder " Mich trifft das nicht, wir kennen unsere Arbeit und sichern uns ab. " Aber dann kommen solche Bilder und man wird sich klar, dass es nicht am eigenen Können allein hängt ob man wieder heil nach Hause geht.
So und nun das leidige Thema Kaufempfehlung. Ich bin persönlich gegen jegliche Art des Katastrophen - Tourismus, gegen das Stehenbleiben und Gaffen an Unfallstellen und das Ergötzen an Schicksalen und deshalb habe ich ein Problem hier eine Kaufempfehlung auszusprechen. Jedoch muss ich sagen, dass der Film eine Dokumentation über ein Ereignis ist, dass die Welt verändert hat und damit schon zur Weltgeschichte gehört die jeder kennen sollte. Für jeden der die Wahrheit über das Geschehen vor Ort und die Tage danach aus den Augen der Feuerwehr oder ähnlich sehen will, für den kann ich die Kaufempfehlung nur aussprechen, denn mehr Realität und Wahrheit geht nicht. Und da für mich nun mal die Ehrlichkeit, Wahrheit und Realität mehr überwiegt spreche ich die Kaufempfehlung aus.
Ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr gelangweilt. Falls euch noch was einfällt, oder ich irgendwo daneben gekloppt habe, meldet euch und zieht mir die Ohren lang. Gruß Schlumpf
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14.04.2010 18:10
Zur FSK-Freigabe: Nun ja, der Film zeigt sicherlich keine Bilder, die "jugendgefährdend" im Sinne des Gesetzes sind, und der grässlichste Film spielt sich, wie es bei erschreckenden Filmen oft der Fall ist, ohnehin im Kopf des Betrachters ab. Ich denke, ich persönlich würde die "Kinder-Aussage" etwas differenzieren: Unbeaufsichtigt und ohne Anwesenheit eines Erwachsenen sollten Kinder sich diese Dokumentation m. E. nicht ansehen. Allerdings gilt das in meinen Augen auch z. B. für einen Film wie den von der FSK für Zuschauer ab 6 Jahren freigegebenen Zeichentrickfilm "Watership Down". Es grüßt: der Spassprediger.
20.12.2009 19:45
Hat mich auch total bewegt dieser Film. Ich höre immer noch den Aufprall der Leute, die aus den Fenstern sprangen!
14.11.2009 17:09
und ich dachte immer du wärste Frau, dabei bist du ein Feuerwehrmann!!!! :-)))))))))) - LG Gisela