11. Westparklauf - 10km (München)

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11. Westparklauf - 10km (München)

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Offizieller Veranstalter vom Westparklauf in München ist der ESV Sportfreunde München-Neuaubing E.V.





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Tief im Westen ...
Erfahrungsbericht von XXXX_XXXXXXXXXX über 11. Westparklauf - 10km (München)
15.03.2010


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Schöne Strecke, überschaubares Teilnehmerfeld
Kontra: Keine Duschen, keine Umkleidekabinen

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Alle Jahre wieder:
Zum 10-Kilometer-Rennen im Münchner Westpark verbindet mich ein ganz besonderes Verhältnis. Hier, tief im Münchner Westen, im weitläufigen Areal des Westparks, hatte ich vor fünf Jahren mein Debüt eines offiziellen Laufwettkampfes. Damals, im März 2005, war ich noch sehr aufgeregt. Würde ich die 10 Kilometer überhaupt schaffen und wenn ja, in welcher Zeit? Hoffentlich in unter 1 Stunde. Letztlich waren es dann für meine Wettkampfpremiere anständige 51:40 Minuten, auf einer damals tief verschneiten Strecke im Westpark.


Seit 2005 bin ich jeden März beim Westparklauf am Start. Die 10 Kilometer passen immer perfekt in meine Vorbereitung auf den anstehenden Frühjahrs-Marathon. In den letzten Jahren war das immer der Hamburg-Marathon Ende April; in diesem Jahr werde ich zum ersten Mal den Marathon in Zürich (11. April) laufen. Normalerweise besteht die Marathonvorbereitung aus unzähligen langen Dauerläufen und auch 1-2 Halbmarathon-Rennen. Aber 4 Wochen vor Zürich ist so ein 10-Kilometer-Rennen eine willkommene Abwechslung im lange Läufe Einerlei und eine gute Gelegenheit etwas für die Tempohärte zu tun.


Schnee & Kälte haben Tradition:
Da der Westparklauf immer am ersten oder zweiten Wochenende im März stattfindet, ist es traditionell noch recht kalt und meistens haben wir auch noch richtig viel Schnee. In diesem Jahr waren es zwar nicht die Schneemassen wie vor fünf Jahren, aber am Tag vor dem Rennen, am Samstag, den 6. März 2010 hat es hier in München noch einmal so richtig kräftig geschneit.
Da war ich dann am Sonntagmorgen, als ich gegen 9 Uhr im Westpark ankam, doch angenehm überrascht zu sehen, dass die Veranstalter die gesamte Strecke einwandfrei geräumt und laufbar gemacht haben.


Der Westpark wurde vor fast 30 Jahren für die Internationale Gartenausstellung 1983 angelegt. Ziemlich genau in der Mitte der wunderschönen Parkanlage befindet sich die Rudi-Sedlmayer-Halle. Ein riesiger Sportkomplex, der im Rahmen der Olympischen Spiele 1972 den Handballern und Volleyballern zur Verfügung stand. Direkt neben der Sporthalle befindet sich ein kleines Vereinsheim, das die Veranstalter des Westparklaufes alljährlich für ihre Teilnehmer anmieten. Irgendwas muss da aber im letzten Jahr schief gelaufen sein, denn als ich dort ankam, waren die Türen verschlossen und ein Zettel wies mich darauf hin, dass die Startnummernausgabe im Vereinsheim „Zum Freistoss“ auf der anderen Seite der Rudi-Sedlmayer-Halle stattfindet. Ich also rüber auf die andere Seite und dort gab es dann die nächste Überraschung bei der Startnummernausgabe: Keine Umkleidekabinen und keine Duschen. Na toll. Dafür aber wieder ein Zettel: Umkleidekabinen und Duschen gibt es hier keine, man kann sich aber in einem kleinen Zelt direkt im Start- Zielbereich umziehen. Meine Fresse!


Vor dem Start:
Nachdem ich meine Startnummer und den Zeitnahme-Chip abgeholt hatte, bin ich zunächst in besagtes Umkleidezelt und habe mir dort meine Laufklamotten angezogen. Das Zelt war nicht sonderlich groß. An den Seiten standen Bänke und überall schon etliche Sporttaschen. Ich ließ meine Tasche auch dort zurück und machte mich auf zur Streckenbesichtigung und zum Warmlaufen.
Ich war schon etwas spät dran. Meine Uhr zeigte bereits 9:30 Uhr; es waren als nur noch rund 15 Minuten bis zum Startschuss, der um 9:45 Uhr erfolgen sollte. Neben lockerem Einlaufen machte ich auch noch ein paar kurze Sprints, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Die Strecke war sehr gut hergestellt worden. Die Wege waren zwar alle komplett schneebedeckt, aber gestreut und glatt gewalzt. Die Sonne schien und die Temperatur war mit etwa Null Grad erträglich. Lediglich ein scharfer Ostwind sollte uns Läufern noch zu schaffen machen.


Kurz vor dem Startschuss waren alle Teilnehmer vor der Startlinie versammelt. Es kamen etwa 400 Teilnehmer, von denen ca. knapp 100 den 5-Kilometer-Lauf absolvieren und die restlichen die komplette Distanz über die 10 Kilometer.
Noch ein paar einführende Worte des Veranstalters, denen in der Regel ohnehin keiner mehr Aufmerksamkeit schenkt und schon ging es los.


Kilometer 1 und 2:
Der Westparklauf wird über zwei identische Runde zu je fünf Kilometer gelaufen. Dabei geht es auf den ersten etwa 600 Metern nach dem Start flach in westlicher Richtung. Auf den ersten 100 bis 200 Metern gibt es unter den knapp 400 Läufern immer noch ein heftiges Gerangel und Geschupse. Wenige Meter vor mir drängelt sich ein Läufer ziemlich rücksichtslos zwischen zwei vor ihm laufende Männer und bringt einen davon fast zu Fall. Der wiederum schimpft dem Drängler lautstark einige böse Worte hinterher, die ich hier aber auf Rücksicht der Schamgefühle einiger lieber nicht widergebe.


Ich fühle mich persönlich heute sehr fit und komme auch gut in das Rennen rein. Hatte mir vorgenommen etwa einen Schnitt von 4:35 Minuten pro Kilometer zu laufen, was auf eine Zielzeit von knapp unter 46 Minuten hinauslaufen würde. Angesichts der schneebedeckten Strecke und der Marathonvorbereitung eine für mich realistische Zeit.
Nach rund 600 Metern beginnt die Strecke anzusteigen. Zunächst leicht, aber dann Meter für Meter immer stärker bis man nach etwa 200 Metern Anstieg den höchsten Punkt der Strecke erreicht hat. Wir befinden uns nun auf der Brücke, die den Ost- vom Westteil des Westparks trennt und direkt über den Mittleren Ring, einer der Hauptverkehrsadern in München führt. Danach geht es auf weiteren 250 Metern schön bergab. Ein Blick auf meine Uhr zeigt mir, dass ich den ersten Kilometer in 4:40 Minuten gelaufen. Das passt soweit.


Zu Beginn des zweiten Kilometers und nach der ersten langen Steigung hat sich das Teilnehmerfeld doch schon ganz nett in die Länge gezogen. Bei etwa Kilometer 1,5 kommt der nächste Anstieg, allerdings nicht so steil und lang wie der erste. Wir haben nun auch den westlichsten Punkt des Laufes erreicht und laufen in einer großen Linkskurve am Ende von Kilometer 2 wieder in östlicher Richtung.


Kilometer 2 bis 5:
Direkt nach Kilometer 2 geht es wieder steiler bergab und anschließend wieder in Richtung der Brücke über den Mittleren Ring. Da wir nun in östlicher Richtung laufen, müssen wir auch gegen den kräftigen und kalten Ostwind ankämpfen. Bei Gegenwind verliert man schnell mal locker 10-15 Sekunden pro Kilometer, egal wie sehr du dich auch anstrengst. Nach 3 Kilometern ist der steile Anstieg die Brücke hinauf erneut geschafft und wieder geht es bergab und nach weiteren 500 Metern rechts um den See im Westpark vorbei. Links vom See kann man schon den Start- Zielbereich erkennen; bis dahin und bis zur Hälfte der Strecke ist es aber noch gut einen Kilometer.


Ich laufe mittlerweilen in einer sechs Läufer umfassenden Gruppe. Wir geben uns gegenseitig Windschatten, lediglich der erste in unserer Reihe hat das Pech, voll im Wind laufen zu müssen. Aber wir wechseln uns regelmäßig ab, so dass sich jeder einmal etwas erholen kann.
Nach etwa 4,5 Kilometern kommt nach einmal ein kurzer giftiger Anstieg und direkt danach ein steilabfallendes Stück, das durch seine S-Kurvenform auf dem glatten Untergrund nicht leicht zu laufen ist. Ausgangs des Abhangs laufen wir wieder in westlicher Richtung, den Wind nun im Rücken, direkt auf den Zielbereich zu.
Als ich die Hälfte der Strecke nach 5 Kilometern passiere, zeigt meine Stoppuhr exakt 23:00 Minuten an. Ich liege also immer noch im Soll und fühle mich auch noch ziemlich frisch.


Kilometer 5 bis 7:
Angetrieben durch den Rückenwind und dem Gefühl heute gut drauf zu sein nehme ich die lange Steigung kurz vor Kilometer 6 relativ mühelos. Beim anschließenden Bergablaufen kommt mir dann schon der aktuell führende Läufer entgegen. Respekt, der hat jetzt schon fast 1,5 Kilometer Vorsprung. Alle Achtung.
Eingangs der nächsten Steigung am westlichen Ende der Strecke merke ich aber doch langsam aber sicher aufkommende Müdigkeit. Ich spüre, dass ich in den letzten Wochen den Trainingsschwerpunkt mehr auf die langen Ausdauerläufe als auf Tempo und Sprints gelegt habe. Nach der Kilometer 7 Markierung und dem erneuten Beginn des Laufens gegen den Ostwind entschließe ich mich, etwas Tempo rauszunehmen und mich ans Ende einer 4er Gruppe im Windschatten einzureihen.

Lieber heute nicht völlig verausgaben und womöglich 4 Wochen vor dem Marathon in Zürich noch eine Verletzung riskieren. Mit 4:40 Minuten pro Kilometer laufe ich immer noch ziemlich flott, aber eben nicht mehr voll auf Anschlag.


Die letzten drei Kilometer:
Durch das Laufen im Windschatten, die klare und kühle sonnige Luft kann ich das Rennen nun richtig genießen. Noch einmal geht es über die Brücke, dann bergab und anschließend rechts um den See herum.
Am letzten Anstieg und der folgenden S-Kurve, die durch die vielen Läufer nun ziemlich glatt geworden ist, löst sich unsere kleine Gruppe endgültig auf. Die restlichen 500 Meter bis zum Ziel macht nun jeder sein eigenes Ding. Auf der verbleibenden flachen und kurvigen Strecke erreiche ich dann doch noch mal fast 4:20 Minuten pro Kilometer und überquere die Ziellinie nach exakt 46:30 Minuten. Mit dieser Zeit kann ich gut leben. Die erste Runde bin ich bewusst schnell angegangen, um mir dann auf der zweiten Runde etwas Ruhe zu gönnen. In Anbetracht der hügeligen und schneebedeckten Strecke eine insgesamt runde Leistung für mich, ohne an die persönliche Grenze gehen zu müssen.
In zwei Wochen werde ich dann noch einen Halbmarathon in München-Forstenried bestreiten und bin dann hoffentlich bestens für Zürich vorbereitet.


Fazit:
Auch meine mittlerweilen sechste Teilnahme am Münchner Westparklauf kann ich mit einem insgesamt positiven Fazit abschließen. Sportlich lief das Rennen, wie ich mir das in etwa vorgestellt habe. Die Strecke selbst war für die widrigen und winterlichen Gegebenheiten in einem sehr guten Zustand. Ein großes Lob an dieser Stelle für die vielen freiwilligen Helfer, die bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Wege freigeräumt haben. Einen fetten Minuspunkt gibt es aber dafür, dass uns Läufern in diesem Jahr weder Umkleidekabinen noch Duschen zur Verfügung standen. Das ist eigentlich ein absolutes no go!
Dennoch möchte ich den Westparklauf allen laufbegeisterten Sportlern aus München und Umgebung empfehlen. Nach dem Rennen gibt es heißen Tee umsonst und für jeweils 1 EUR selbstgemachten köstlichen Kuchen und Gebäck.
Keep on running!


Etwas Statistik (10 Kilometer):
  • 283 Finisher (70 Frauen, 213 Männer)
  • Sieger: Manuel Wyss (Tri-Team Hallein) in 35:13 Minuten
  • Schnellste Frau: Bernadette Pichlmaier (LAG Mittlere Isar) in 36:41 Minuten
  • Langsamster Teilnehmer: im Ziel nach 1:14:55 Std.
  • 35 Teilnehmer blieben unter 40 Minuten; 43 haben mehr als 1 Stunde benötigt

Wissenswertes zum Westparklauf:
  • Startgebühr 10-Kilometer-Lauf: 11 EUR (+3 EUR Nachmeldegebühr)
  • Zeitnahme-Chip ist kostenlos und muss nach dem Rennen zurückgegeben werden
  • Ergebnisse und Urkunden spätestens 48 Stunden nach der Veranstaltung online verfügbar
       

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