Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Grundidee an sich, ein bis zwei intensive Momente, Spannung beim "Spiel" selbst |
| Kontra: |
zu langamtig, zu vorhersehbar, hätte als Kurzfilm eher überzeugen können |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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So bestechlich der Pappschuber rund um die Original-DVD
“13 Tzameti“
ausschauen mag, umso skeptischer war ich bereits bei erster Handhaltung bezüglich des kleinen Wörtchens „Frankreich“. Meiner bisherigen Erfahrung nach empfinde ich persönlich die Werke jenes Landes oft als „nicht ganz mein Tee“, wundere mich hier und dort über obskure Entwicklungen oder gar dem Umstand, dass in einem recht ansehnlichen Familiendrama urplötzlich begonnen wird, einzelne Handlungsfragmente immer wieder singend vorzutragen (vgl. hierzu
„8 Frauen“). Ähnlich wie in dem altbacken wirkenden
„Calvaire“ fand ich es inmitten
„13 Tzameti“ ebenfalls nahezu erstaunlich, dass trotz des schwarz-weißen Aufnahmestil wenig später mit Euro-Scheinen hantiert wird. Generell wirkt die unbunte Farbgebung irgendwie deplatziert, eben weil gar nicht erst versucht wird, den Eindruck von „lang lang ist's her“ zu erwecken. Die gewählte Filmmusik gestaltet sich unterschwellig gruselig und hätte gleichermaßen von Sir Alfred Hitchcock gewählt werden können.
Dementgegen klang die wesentliche story ganz und gar nicht uninteressant; während jedoch auch hier der Fehler gemacht wurde, den DVD-Rückentext derartig zu formulieren, dass man jene Szenerie nicht als vermeintlichen Höhepunkt, sondern eher als breitflächige Handlung begreift.
Somit hockte ich persönlich in einer Mischung aus Ungeduld und tendenzieller Genervtheit vor den ersten 8 der 11 Kapitel (!), während sich selbst die letzten unglaublich in die Länge zu ziehen scheinen.
Regisseur Géla Babluani nimmt sich unglaublich viel Zeit, bis er den Hauptakteur Sébastien (George Babluani) zu Potte kommen lässt. Bis dato beobachtet der Zuschauer Sébastien dabei, wie dieser im Zuge seiner Dachdeckerarbeit den Hausbesitzer Jean-François Godon (Philippe Passon), der immer wieder von „guten Geldgeschäften“ redet, belauscht und mehr oder minder zufällig in den Besitz dessen ominöser Fahrkarte gelangt. Der junge Dachdecker bemerkt dabei nicht, das die überaus auffälligen Beobachter, die sogar die Briefe stehlen, über kurz oder lang einen Blick auf ihn geworfen haben und sodann die Verfolgung aufnehmen.
Natürlich soll (!) es einerseits spannend sein, was sich hinter dieser Art Schnitzeljagd verbirgt ~ Sébastien folgt einem Hinweis nach dem anderen, bis er schlussendlich in einem abgelegenen Haus steht und endlich weiß, welches Spiel dortig gespielt wird: ausgestattet mit der Startnummer 13 erhält er einen Revolver und (anfänglich) lediglich eine Kugel ~ aufgereiht im Kreis schießt ein jeder Teilnehmer auf den Vordermann; in die nächste Runde gelangt konsequenterweise der, der überlebt hat.
Und Ende.
Nein, nicht wirklich Ende ~ aber nach dieser elementaren Offenbarung passiert im Grunde fast noch weniger als in der ersten Stunde des insgesamt knapp 90minütigen Filmes. Sonderlich spannend ist das Ganze hierbei ganz und gar nicht, während darüber hinaus lediglich Spieler Nr. 6 sowie der Organisator (Serge Chambon) eine authentische Ausstrahlung nebst einem Charaktergesicht ihr eigen nennen können. Beinahe lediglich von diesen beiden Personen geht die beklemmende Atmosphäre aus, die der „Rest“ des Filmes so schmerzlich, respektive einschläfernd, vermissen lässt.
Wenn die einzige Überraschung die ist, wie überaus langatmig ein Film sein kann.... dann, Freunde der Nacht, ist der Film schlicht und ergreifend nicht gut. Ganz und gar nicht gut.
Überdies tummeln sich – ironisch betrachtet – bahnbrechende Dialoge, die in der Belehrung
“Man wird nur einmal geboren, und man stirbt nur einmal“
gipfeln.
~ Von der Thematik her hat „13 Tzameti“ durchaus seinen Reiz inne ~ die Wetten auf Leben und Tod wussten schon in diversen anderen Veröffentlichungen zu bestechen, in ihren schockierenden, anklagenden Bann zu ziehen und den Zuschauer mit einem Gefühl der beschämten Fassungslosigkeit, dass er eben selbst ebenfalls es ist, der solcherlei sehen mag, zurückließ.
Nach dem Ansehen von
„13 Tzameti“ hingegen ist die einzige Fassungslosigkeit jene, dass das Dargebotene Bohei das FSK18 Siegel kassierte. Ein verzweifelter Versuch, den willigen Guckern mitzuteilen, dass es sich hierbei um etwas anspruchsvolles handelt?
Zugegeben, zwischen den Zeilen passiert in der Tat mehr als die Bebilderung vis-a-vis umzusetzen vermag ~ was in jenem speziellen Fall aber auch nicht sonderlich schwer ist.
Hätte ich persönlich den schleppenden Anfang, der quasi dazu dienen soll, die Handlungsweise der Hauptfigur verständlich und jenen selbst sympathisch zu machen, bei einem stimmigen Fortgang durchaus verzeihen können; hätte der ältere Babluani Bruder, in dessen nächtlichen Gedanken die Filmidee entstand, nicht noch dahingehend einen oben draufgesetzt, den Film nach der obendrein absolut vorhersehbaren Gewinnerszene erneut in die Länge zu ziehen.
Die fast schon trotzig drapierte Erklärung, wer nun eigentlich stetig die Post raubte, wirkt förmlich zwanghaft um das Wesentliche herumgeschustert; überdies begann mir der vermeintliche Held der Stund mit seiner plötzlichen Schlurfi-Typ-Darstellung vehement auf den Keks zu gehen.
Von dem ultimativen Ausgang des sog. „Terrorkinos“ fühlte ich mich abschließend ähnlich veralbert wie bereits in einer der ersten Filmbilder, in denen der ursprüngliche Spieler Jean-François an der Patschehand gehalten im Kreis geführt werden muss, um nicht einem augenblicklichen Tod zu erliegen. Was auch immer er gehabt haben mag, der arme Mann.
Summa summarum
weist die Grundidee durchaus Potential auf; dass sich Géla Babluani durchaus die ein oder anderen tiefschürfenden Gedanken machte, kann der interessierte DVD-Bonusmaterialgucker inmitten des vorhandenen Interviews erfahren.
Warum er nun unbedingt seinen Bruder für die Hauptrolle gewinnen wollte, mag etwas mit der Familienehre zu tun haben ~ obschon George Babluani seine Sache gut macht, halte ich ihn doch für förmlich austauschbar.
Trotzdessen das Werk nicht wirklich absolut schlecht ist, eine gewisse Tiefgründigkeit und Nachwirkung nicht von der Hand zu weisen ist, ich darüber hinaus nichteinmal das Bedürfnis verspürte, mittendrin zu stoppen und mich etwas anderem zu widmen, kann ich mich kaum mit dem Gesehenen anfreunden. Und will es vor allem nicht noch einmal gucken müssen.
Interessanteste Szene in meinen Augen jene, in denen ein Spieler, der unter (übergewichtsbedingten?) Schmerzen leidet, ein Stuhl gegönnt, wird während die anderen stehen müssen. Die hierin enthaltene Antithese der Menschlichkeit gibt „13 Tzameti“ jene unterschwellige gedankenanstupsende Raffinesse, die ich tragischerweise sonstig beinahe ausnahmslos vermissen durfte und nicht zuletzt inmitten des Filmes „Live!“ eindeutig ausgereifter vorfand.
Die Moral von der „13 Tzameti“-Geschicht: du sollst nicht stehlen und dich nicht als jemand anderes ausgeben; das, was du davon hast, wird dir anfänglich nicht gefallen und schlussendlich wieder genommen.
Ich glaube zwar nicht ernsthaft, dass der Macher dem Zuschauer genau das sagen wollte ~ doch jedwede andere Botschaft geht fatalerweise in einem überbordenden Tal der Langatmigkeit unter. Wer dennoch Interesse hegt, dem sei der Tipp gegeben, die DVD erst ab Kapitel 8 zu starten; allen anderen bei Sichtung ein fröhliches: „Finger weg und weiter gehen.“
Nichtsdestoweniger 2 Sterne, deren ausformulierte Begründung mir gerade verloren gegangen ist.
| weitere Erfahrungsberichte |
Russian roulette
Bewertung für 13 Tzameti von
atrachte
Pro: siehe Bericht,
Kontra: siehe Bericht,
...Inmitten eines engen Raumes, der etwas von einer Theater-Bühne hat, stehen 13 Männeraufgereiht in einem Kreis. Jeder der Männer hat einen, mit je einer Kugel geladenen Revolver in der Hand. Ein Kommando befiehlt das drehen der Trommel, dann das anlegen de ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
11.09.2010
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