Über sich:Das Leben ist ... trotz aller Widrigkeiten ... das Beste, was Dir passieren konnte...
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Die Welt dahinter
Wie sicher können wir uns eigentlich sein, dass unsere Existenz eine reale Grundlage hat? Das wir wirklich das sind, was wir zu sein scheinen?
Könnte es nicht eben so sein, das wir nur flüchtige Gedanken eines anderen sind, die sich selbständig gemacht haben. Die quasi ein Eigenleben entwickelt haben, ohne das der ursprüngliche Initiator das überhaupt weiß?
Oder das wir in einer Simulation leben, die von Computernetzwerken erstellt wird und, ständig mit neuen Informationen gefüttert, immer weiter geführt wird? Ein perpetuum mobile der Nichtexistenz.
Aber auch, wenn wir wirklich existieren, mag es durchaus sein, das sich die Realität ganz anders gestaltet als wir uns das vorstellen. Was wäre zum Beispiel, wenn wir bloß einen Mikrokosmos darstellen würden, der sich innerhalb eines Staubkorns auf dem Kopf eines Riesen befände? Alles wäre nach wie vor für uns real, aber doch in einem ganz anderen Maßstab denkbar. Den wir dann wohl noch sehr lange nicht begreifen würden.
Fest steht allein: Wir fühlen unsere Existenz und leben sie. Und sollten sie auch leben, denn möglicherweise ist sie die einzige, die wir je haben werden...
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Douglas Hall und Hannon Fuller sind zwei Computerspezialisten, die Großes geschaffen haben: Innerhalb der letzten 6 Jahre ist es ihnen gelungen, in einem Computernetzwerk eine künstliche Welt zu schaffen. Das, an und für sich, ist ja noch nichts Besonderes. Aber diese Welt ist erfahrbar, erlebbar. Real nachfühlbar.
Hannon Fuller, der Kopf und Erfinder dieses Projekts, hat es ausprobiert: Er hat sich in seine, von ihm selbst erschaffene, Welt downgeloadet. Hat seinen Geist in das virtuelle Netz geschickt, um sie am eigenen Körper zu erfahren. Da die Risiken dieses Erlebens noch nicht bekannt sind, hat er diesen Part selber übernommen.
Das System ist ausgeklügelt: In der von ihm erschaffenen Welt hat er erneut das Los Angeles entworfen, so wie es im Jahre 1937 wirklich existierte. Und in diesem Los Angeles, komplett mit den damals existierenden Autos, Polizisten, Huren, Etablissements, Geschäften gibt es viele Personen. Auch Personen, die extra dazu geschaffen sind, Behälter für ihren "User" zu sein. Das Netzwerk ist so ausgelegt, dass auch die virtuellen Persönlichkeiten ein eigenes Leben haben, mit eigenen Gedanken und Empfindungen. Dringt nun einer von außen in diese Welt, sprich in das Netzwerk ein, so wird der Gehirninhalt des "Users" mit dem seines "Behälters" getauscht. Was in der Welt des Netzwerkes sogar zu Blackouts der Personen führt, die den User transportieren.
Der User marschiert also mit seinem eigenen Bewusstsein durch das Los Angeles von 1937, während sein Körper, gefüllt von den Gedanken des Netzwerks in einer Art Stasis liegt.
Bei einem seiner Besuche im Netzwerk übergibt Hannon Fuller nun einer der dortigen Personen einen Brief. Mit der Maßgabe, diesen einem Mann namens Douglas Hall auszuhändigen, sobald er danach fragt.
Zurück in seiner eigenen Realität ruft Fuller aus einer Kneipe heraus Hall an, um ihm (auf seinem Anrufbeantworter) mitzuteilen, dass er eine wichtige Entdeckung gemacht habe. Kurz darauf ist Fuller tot. Ermordet. Und alles deutet nach einiger Zeit darauf hin, das Hall derjenige ist, der als Mörder am wahrscheinlichsten ist. Obwohl der sich an nichts erinnern kann. Selbst an die Nachricht auf seinem Anrufbeantworter nicht. Aber sie ist da, wie er feststellen muß. Was also hat Fuller herausgefunden? Nicht nur, dass Hall nun des Mordes verdächtigt wird: zusätzlich taucht auch noch eine angebliche Tochter Fullers auf, über die er aber nie zuvor gesprochen hat.
Um Klarheit zu bekommen, bleibt Hall somit nur eines: er muß sich ins System einloggen und nach Hinweisen suchen, was wirklich geschehen ist.
Nach dem Einloggen ist er völlig erschüttert darüber, wie real die Simulation geworden ist. Er empfindet die dortigen Wesen als durchaus echt und "am Leben". Als zu allem Überfluß auch noch einer der dortigen "Menschen" herausbekommt, das seine Welt nur Lug und Trug und von anderen erschaffen ist, beschließt Hall, das System abzuschalten. Aber ganz so einfach ist das nicht... *****************************==================
Unter der Mithilfe von Roland Emmerich (unter anderem Filme wie "Stargate", "Independance Day" und "The day after tomorrow") und Michael Ballhaus (einem der begabtesten Kameramänner, die es je gab. Bekannt wurde er bereits durch seine vielen Filme, die er mit Rainer Werner Fassbinder gedreht hat. Werke der letzten 10 Jahre (Auszug): Outbreak, Air Force One, Wild Wild West, Gangs of New York, Was das Herz begehrt) als Produzenten drehte hier Regisseur Josef Rusnak (weitere Filme von ihm sind mir nicht bekannt) einen weiteren Film in der Tradition des Klassikers "Welt am Draht". Wiederum geschaffen von eben jenem Rainer Werner Fassbinder im Jahre 1973.
Grundthema: Eine künstlich geschaffene Welt, die lediglich in der Matrix der Computernetzwerke existiert, überlappt sich plötzlich mit der Realität. Ein Thema, welches durch die Filmreihe "Matrix" in den letzten Jahren sehr bekannt wurde.
Auch in diesem Film verweben sich mehrere Realitäten und die Hauptakteure wissen oftmals nicht, was sie gerade fühlen oder für wahr halten sollen. Der Film kommt meist ohne größere Actionsequenzen aus und lebt viel eher davon, daß die Handlungsstränge des öfteren Wendungen erfahren, die der Zuschauer so und in dem Moment nicht erwartet hat. Sicher hat man (sofern man sich für das Thema interessiert) das eine oder andere schon mal gesehen, aber hier ist die Komposition der Einzelthemen doch irgendwie wieder neu und durchaus faszinierend.
Die Geschichte ist gut durchdacht und es wollen mir nahezu keine Logikfehler einfallen, was bei einem so komplexen Film fast außergewöhnlich ist. Einzig der Umstand, daß die angebliche Tochter Fullers in einem Hochsicherheitsgebäude einfach so in den Privaträumen ihres Vaters herumlaufen kann, ohne daß es zuvor jemandem aufgefallen ist, paßt da nicht so recht ins Bild.
Der Film hat gewisse Längen, bleibt aber durchaus spannend. Und auch die Auflösung bzw. das Ende haben ihren Reiz. Über den Realismus derselben kann man sich natürlich streiten.
Insgesamt ein interessanter Film, der durchaus auch den Kopf ein wenig beschäftigt. Die Handlungen sind logisch aufeinander aufgebaut, es gibt immer wieder Überraschungen und die Atmosphäre des Films bleibt über die gesamte Laufzeit erhalten.
Die Vorlage für sowohl diesen Film als auch dem "Original" "Welt am Draht" lieferte der Roman Simulacron 3 aus dem Jahre 1964 von Daniel F. Galouye. *****************************==================
Regie: Josef Rusnak
Bekannte Produzenten: Roland Emmerich Michael Ballhaus
DARSTELLER der Hauptcharaktere:
Hannon Fuller: Armin-Müller Stahl
Douglas Hall: Craig Bierko
Jane Fuller: Gretchen Mol
Jason Whitney: Vincent D´Onofrio
Detective Larry McBain: Dennis Haysbert
Erscheinungsjahr: 1999
Laufzeit: 97 Minuten Bild: 16:9 Ton: Dolby Digital *****************************==================
F A Z I T
Für Fans des Actionkinos ist dieser Film eindeutig nicht geeignet, denn er lebt von seiner verschachtelten Geschichte und ihren Wendungen, die den Zuschauer des öfteren in die Irre zu führen vermögen. Der Film hat eine etwas düstere Atmosphäre, die der Handlung aber durchaus angemessen ist. Wer will, kann durchaus philosophische Aspekte in dem Werk erkennen. Wer nicht, genießt einfach einen gut gemachten Science-Fiction Film oder einen guten Krimi.
Ein interessanter Film mit Köpfchen, den Cineasten, die kein Problem mit solchen Themen haben, durchaus mal gesehen haben sollten.
05.11.2007 23:35
Guter Bericht von dir, aber nicht wirklich ein Film für mich ;o))
04.05.2006 23:07
Ich habe den Film irgendwann gesehen und in guter Erinnerung. Sehr guter Bericht. LG Kai Rabe
20.04.2006 11:43
Super Bericht. Den Film würde ich jetzt gerne sehen. LG - Gaby