Über sich:Wenn ich nicht gerade meine Radio-Hörer von 98.6 Charivari in Nürnberg in den Tag begleite, sitze ic...
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14 TAGE LEBENSLÄNGLICH (Start: 3.4.1997) Deutschland 1996 DARSTELLER: Kai Wiesinger, Michael Mendl, Katharina Meinecke, Axel Pape, Silvia Leifheit, Axel Milberg KAMERA: Martin Peglau DREHBUCH: Holger Carsten Schmidt REGIE: Roland Suso Richter LÄNGE: 100 min.
INHALT: Der junge aufstrebende Anwalt von Seidlitz (Kai Wiesinger) will auf eine ungewöhnliche Weise Publicity für seine Kanzlei erhaschen, die er mit Partner Häring (Axel Pape) betreibt: Anstatt seine seit zwei Jahren angehäuften Strafzettel für Falschparken zu bezahlen, begibt er sich lieber für 14 Tage ins Gefängnis. Dort fühlt er sich eher als Gast denn als Gefangener und führt sich dementsprechend auf wie in einem Hotel. Am Tag seiner Entlassung wird bei einer Zellendurchsuchung jedoch Kokain bei ihm gefunden, das ihm jemand untergejubelt hat. Veurteilt zu zwei Jahren Haft, bekommt der Yuppie nun die ganze Härte des Knastalltags zu spüren. Er wird fast von einem Mithäftling (Axel Milberg) vergewaltigt, und auch der heimliche Chef unter den Häftlingen, Czernetzky (Michael Mendl), scheint ihm feindlich gesonnen. Doch findet von Seidlitz durch dessen Hilfe wieder aus dem Knast und auch die Person, die für seinen verlängerten Gefängnisaufenthalt verantwortlich ist...
KRITIK: Zweiffellos hat der Zuschauererfolg der ewig gleichen unrealistischen deutschen Beziehungskomödien den Weg geebnet für andere Genre-Verfilmungen. So haben das Drama JENSEITS DER STILLE oder auch das tarantinoeske KNOCKIN' ON HEAVEN'S DOOR die Tür einen Spalt weit geöffnet zu mehr Themenvielfalt im deutschen Film. Mit 14 TAGE LEBENSLÄNGLICH kommt nun also ein Versuch, der amerikanischen Tradition der Gefängnisfilme ein deutsches Pendant entgegenzusetzen. Leider blieb es bei einem Versuch, denn das Ergebnis ist eher mäßig. Die Ansätze für einen guten Film sind allemal vorhanden. Da haben wir ein unschuldiges Opfer, schwere Jungs aus dem Knast, Vergewaltigung und andere Gewalttätigkeiten. Auch zeigen die Darsteller durchaus ansprechende Leistungen. Kai Wiesinger ("Stadtgespräch", "Kleine Haie", "Frauen sind was Wunderbares") gelingt eine glaubhafte Wandlung vom Komödien-Pausback zu einem Charakterdarsteller. Mendls Darstellung des Gauners Czernetzky ist zurückhaltend und doch eindringlich. Das große Manko dieses Films liegt darin, daß sich Regisseur Roland Suso Richter anscheinend nicht entscheiden konnte, welche Art von Gefängnisfilm er nun drehen wollte. Sollte es eine psychologische Studie werden über die Läuterung eines arroganten Kotzbrockens zu einem guten Menschen? Die Frage, was mit einer Person geschieht, der jegliche Lebensgrundlage in Form von Statussymbolen entzogen wird, hätte in diesem Zusammenhang eine spannende Angelegenheit werden können. Doch diesem Thema wird nur im ersten Drittel des Films nachgegangen. Hat es vielleicht ein Ausbruchs-Film im Sinne von FLUCHT AUS ALCATRAZ oder DIE VERURTEILTEN werden sollen? Dieses Moment ist vorherrschend im zweiten Drittel des Films. Doch mit der gelungenen Flucht ist es nicht getan. Es mußte auch noch eine durchschnittliche Krimi-Story mit einer versteckten Millionenbeute hinzukommen. All diese Handlungsstränge liegen im Laufe des Films so ziellos in der Luft, daß es den Machern sichtlich schwer fiel, zu einem halbwegs logischen Schluß zu finden.
04.10.2000 23:00
Die Art, wie du deine Meinung aufgebaut hast,gefällt mir.