Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Story, Humor, Darsteller, Regie |
| Kontra: |
leider sehr kurz : - ) |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Endlich hab ich es auch mal wieder ins Kino geschafft und konnte zwischen klebrigen Böden und ausgeleiherten Sitzen mir den neuesten Film mit Michael Caine und Jude Law anschauen. Natürlich erwartet man bei so einer Besetzung etwas Hochkarätiges und ich war schon sehr gespannt. Ob ich aber enttäuscht wurde, klärt hoffentlich dieser Bericht.
Inhalt:
Andrew Wyke ist ein erfolgreicher Krimiautor, dessen Bücher weltweit verkauft und übersetzt werden. Naja fast weltweit, die Italiener wollen sein Buch nicht wirklich. Dennoch ist er quietsch vergnügt und vor Allem stink sauer!?!? Denn seine Frau versucht ihm gerade Hörner aufzusetzen, die er seiner Meinung nach ja gar nicht verdient hat. Vor allem was soll das mit dem viel jüngeren und vor allem armen Mann. Der ist doch nur ein erfolgloser Schauspieler der außer seiner charmanten Art nichts hat. Das kann doch nicht wirklich sein. Also wird der liebe Milo Tindle in sein Anwesen eingeladen und mal sehen ob man nicht ein wenig Schabernack mit ihm treiben kann.
Match 1:
So beginnt alles wie es eben so beginnt. Mit einem Glas Whiskey und einem Gespräch, bei dem der Autor sogar recht schnell eingesteht, dass er recht froh darüber ist, dass er seine Frau nun bald los ist. Das Dumme ist nur, er glaubt nicht daran, dass der Schauspieler sie verhalten kann und sie früher oder später doch wieder auf der Matte steht. Das will er einfach nicht mehr! So schlägt er dem etwas naiven Mr. Tindle vor, die Juwelen seine Frau zu stehlen um so zumindest eine Million zu haben, die er dann mit der Frau teilen kann.
Mr. Tindle scheint aber gar nicht so auf Geld scharf zu sein, denn er ist Felsenfest davon überzeugt, dass Frau Wyke ihn ja einfach nur liebt und man mehr nicht braucht. Daher wird als Gegenleistung für den Einbruch noch etwas anderes abgemacht. Wenn also Mr. Tindle mit Mr. Wykes Hilfe ihn selbst bestiehlt, willigt dieser auch noch in die Scheidung ein.
Der Deal steht und Milo beginnt doch ein wenig zittrig mit Hilfe einer Leiter das Dach zu erklimmen um durch ein Oberlicht einzusteigen. Doch wo ist die versprochene Strickleiter die man aus der Decke lassen kann? Klemmt die wirklich? Ist die Sicherung kaputt? Keine Ahnung aber da oben ist es hoch und vor allem unangenehm. Daher beginnt man sich doch recht intensiv darüber zu streiten was nun zu tun sei. Zum Glück fällt dem Autor ja noch ein das es einen Notschalter gibt und der wohl groteskeste Einbruch der Geschichte nimmt weiterhin seinen Lauf!
Mmh, das alles ist sehr verdächtig und immer wieder diese Andeutungen von Mr. Wyke, der seine Frau ja anscheinend doch vermisst?! Was ist hier nur los? Und plötzlich kippt alles und Mr. Tindle ist das Rache-Opfer eines cleveren Autors, der es nicht verkraften kann das seine Frau einen Anderen liebt. Kurzum, Mr. Tindle schaut schon bald in den Lauf einer Pistole, die dann auch noch abgedrückt wird.
Match 2:
3 Tage später fühlt sich der Autor richtig ausgelassen und befreit. Doch was ist das? Ein Polizist besucht ihn? Was will er? Wieso stellt er so gezielt Fragen über Mr. Tindle? Woher weiß er alles?
Immer wieder wird so der Autor bei kleinen Lügen ertappt und wie eine Maus von einer allwissenden Katze gejagt, die ihm immer mehr zusetzt und immer verlegener macht. Es bleibt einfach nichts anderes mehr übrig, als die Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit, dass Mr. Tindle doch nicht Tod ist, sondern nur durch eine vorgespielte Erschießung gedemütigt wurde, bis dieser sich in die Hosen machte und in Ohnmacht fiel. Dummerweise glaubt der Polizist ihm aber kein Wort und findet obendrein noch Indizien wie Blut und Eingeweide im Haus. Panisch und schon um seine Freiheit bangend versucht Mr. Wyke alles zu erklären, aber er spürt, wie ihm die Wahrheit immer mehr aus den Händen gleitet und bricht innerlich zusammen.
Unentschieden! Denn nun offenbart sich der Polizist als der verkleidete Mr. Tindle, der so seine Rache auslebte und die Demut zurück zu Mr. Wyke brachte. Es wird nun also Zeit für das dritte und finale Match, dass nun klären soll, wer der wahre Mastermind ist.
Stab:
Regie: Kenneth Branagh
(the Magic Flute, As you like it, Hamlet, Viel Lärm um Nichts, Mary Shelly's Frankenstein)
Andrew Wyke: Michael Caine
(Prestige, Verliebt in eine Hexe, Batman Begins, Austin Powers 3, Miss Undercover, Peking Express, Jack the Ripper, die Hand, Sleuth (das Original))
Milo Tindle: Jude Law
(Liebe braucht keine Ferien, Aviator, Unterwegs nach Cold Mountain, Duell - Enemy at the Gates, die Weisheit der Krokodile, Sky Captain and the world of tomorrow)
Man on TV: Harold Pinter
(der Schneider von Panama, der codierte Mann, die Frucht des Tropenbaums, der Diener)
Anmerkung für Filmfans: Harold Pinter ist auch gleichzeitig einer der beiden Drehbuchautoren.
Technische Daten:
Herstellungsland: USA (2007)
Original Titel: Sleuth
Laufzeit: ca. 86 Min
Altersfreigabe: FSK 12
Bildformat: 2,35:1
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital)
Kritik:
*Story*
Wow, das ja mal was! Ich hab schon seit langem keine so durchdachte und zugleich so einfache Story mehr gesehen und bin von diesem Kinovergnügen total überzeugt. Nicht nur das alles schlüssig ist, sondern voller netter Pointen die den Krimiinhalt wundervoll grotesk machen und vor allem unglaublich humorvoll.
*Regie*
Der wohl einzige Regisseur, der jemals perfekte Shakespeare Verfilmungen gemacht hat, hat hier wieder einmal bewiesen, dass wenn er etwas in Angriff nimmt, man nur von Perfektion reden kann. Es ist kaum zu glauben wie kreativ er dieses Remake gestaltet hat und wie sensibel er den feinen, eigentlich englischen, Humor getroffen hat, um diese 2 Schauspieler ca. 90 Minuten zusammen interagieren zu lassen. Kaum Kulisse, als die, die dieses Anwesen eh zu bieten hat und kaum andere Schauspieler sind wundervoll umgesetzt und durch eine präzise Darbietung zu einem Tiefgang gelangt, den die meisten Regisseure heute schon gar nicht mehr kennen. Das nenn ich mal die Schauspieler ausloten und aus sich herausgehen lassen, um sie durch agieren und vor allem reagieren wunderbar auf einander abzustimmen. Meiner Meinung nach eine Prima Leistung, die so schnell nicht wieder erreicht wird.
*Kamera*
Sehr modern ist dieses Remake gestaltet, dass sehr oft durch künstliches Licht einen sterilen Eindruck erweckt, denn heutige Kameramänner nur mit viel Mühe einfangen können. Doch hier war das gar kein Problem und wir haben in perfekter Auflösung verschiedene kreative Lösungen die einzelnen Szenen umzusetzen. Beachtlich ist hierbei auch die Agilität der Kamera, die ihren normalen Horizont oftmals zu Gunsten beweglicher Filmerei aufgibt und so wiederrum den Schauspielern Kraft und Dynamik verleiht.
*Schauspieler*
Genial, was Michael Caine hier abliefert und obendrein noch ein wenig neues Repertoire, dass der Schauspieler hier auffährt. Oder viel besser gesagt, mal wieder etwas klassisch angehauchtes Acting. Nicht nur eben den heute vielmals gelobten humoristisch angehauchten Engländer, der in Austin Powers oder Batman brilliert, sondern auch der böse, abgebrühte, kühle Denker, wie es zu Zeiten der Filme wie Jack the Ripper war. Daher bin ich absolut überzeugt von dem Schauspieler, der nicht nur den genialen Autor verkörpert sondern auch den bittersüßen Schurken, der mit seiner Art Humor dem Geliebten der Frau Einhalt gebietet.
Jude Law ist einfach allzu oft verkannt und leider zu oft in Rollen wie "Liebe braucht keine Ferien", aber man muss ihn einfach machen lassen um seinen wahren Tiefgang zu erleben. So war es ja auch schon in "Duell - Enemy at the Gates" und "Sky Captain and the World of Tomorrow". Und genau so ist es auch hier in diesem Film, wo er nicht nur der Geliebte einer verheirateten Frau ist, sondern auch gleich der raffinierte Ermittler der seinen eigenen Tod aufklärt. Prima ist da auch, wie er zu Anfangs des Filmes noch den weinerlichen Naivling spielt und danach knallhart und überzeugend den Mann spielt, der dem unglaublichen "Mindchess" des Autors gewachsen ist.
Anmerkung:
Wer mal sehen will, wie gewitzt Michael Caine die Rolle spielt, der kann sich das Original "Sleuth" von 1972 ansehen und sehen, wie damals Michael Caine noch in die Rolle des Milo Tindle schlüpfte. Einfach ein herrlicher Wandel wo so zu sehen ist, wie eine Schauspieler die beiden Fronten in dieser genialen Story erlebte und nun perfektionieren konnte.
*Soundtrack*
Der Film ist eher ruhig und still, mit der Gewichtung auf den Dialogen beider Schauspieler, daher ist da kaum Platz für Musik. Aber ab und an hört man doch eine schwere melancholische Klaviersinfonie oder ein paar kurze melodische Unterbrechungen die viel mehr den Schauspielern als Gedankenpause dienen als das sie den Film erweitern sollen. Daher kann man leider auch nicht von einem großen Soundtrack sprechen, aber dafür von einem gelungen Zusammenspiel von Stille und Melodie.
*Tricktechnik*
Nun ja, eigentlich ist dieser Punkt es hier gar nicht Wert erwähnt zu werden, da es das eigentlich hier nicht gibt. Es gibt nur eine kleine Szene in der Jude Law seine sehr gelungene Maskerade auflöst und sich selbst demaskiert. Diese Maske samt seiner Latex- und Gummiteile ist sehr gelungen und daher ebenfalls ein sehr teurer Punkt in dem Film gewesen, der dann doch durchaus erwähnt werden sollte.
Fazit:
Dieses Remake ist einfach super! 5 Sterne und eine absolute Empfehlung sind da eine Selbstverständlichkeit. Zwar wird der Film für viele sehr langweilig sein, die Action oder Thriller wollen, aber für alle die intelligente Machtspiele und raffinierte Winkelzüge in Sprache und Gestik lieben, werden voll auf ihre Kosten kommen. Würde sogar soweit gehen und behaupten, dass dies ein guter Film für einen gediegenen Whiskey Abend ist, der mit sensiblem Humor beginnen soll. Ebenso find ich in diesem Film erstaunlich, dass nur 2 Schauspieler gebraucht werden um 90 Minuten unterhaltsam zu füllen und so meiner Meinung nach der Schauspielkunst wieder viel Gutes getan wurde!
Freue mich schon sehr auf die DVD Veröffentlichung und vielleicht hier auch andere Meinungen zu lesen, da ich verstehen kann wenn man da anderer Meinung ist.
| weitere Erfahrungsberichte |
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
16.03.2009
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Der Sinn des Seins
Bewertung für 1 Mord für 2 von
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
11.05.2008
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