Rückkehr aus chinesischer Gefangenschaft
22.05.2009
Pro:
Spannend, actionreich, interessante Thematik
Kontra:
Nichts für schwache Nerven, einige Schwächen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Kultstatus:
Action:
Spannung
Spaß
Dialoge:
mehr
 Cuchulainn1981
Über sich:
Habe gerade Veröffentlichungs-Unlust ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 141 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Viele von euch wissen ja, dass ich die Serie "24" sehr mag. Und natürlich durfte ich mir die sechste Staffel dann natürlich nicht entgehen lassen. Für alle, die diese Serie noch gar nicht kennen, will ich hier schon ganz kurz erklären, um was es geht. Der Titel erscheint ja nicht besonders einfallsreich, doch dahinter verbirgt sich eine ganze Menge, ein ganzes Konzept. Denn jede Staffel von "24" erzählt 24 Stunden aus dem Leben von Jack Bauer. Jede Staffel hat 24 Folgen, jede Folge dauert ungefähr eine Stunde. Es sind leider nur 45 Minuten, und darunter leidet die Echtzeit ein wenig. Aber dazu später. 24 Stunden werden erzählt. Kann die Geschichte interessant sein? Ich will jetzt ganz grob die Vorgeschichte vorstellen und dann die Handlung der sechsten Staffel. Der Vollständigkeit halber hier die Links zu meinen Berichten über die ersten fünf Staffeln. http://www.ciao.de/24_Twenty_Four_1_Staffel__Test_2927613 http://www.ciao.de/24_Twenty_Four_2_Staffel__Test_2919483 http://www.ciao.de/24_Twenty_Four_3_Staffel__Test_3056540 http://www.ciao.de/24_Twenty_Four_4_Staffel__Test_3108352 http://www.ciao.de/24_Twenty_Four_5_Staffel__Test_8396867Vorgeschichte (stark komprimiert): ---------------------------------- Als Mitarbeiter eines (fiktiven) Anti-Terror-Geheimdienstes, der CTU (Counter Terrorist Unit), hat Jack Bauer einiges zu tun. Zusammen mit seinen Freunden hat er den Senator und zukünftigen Präsidenten David Palmer vor einem Mordanschlag gerettet, hat einen Anschlag mit einer Atombombe auf Los Angeles und einen dritten Weltkrieg verhindert, die Verbreitung eines tödlichen Virus, das als Waffe eingesetzt wurde, eingedämmt und weitere terroristische Aktivitäten gestoppt. Leider musste er dabei ins chinesische Konsulat eindringen, um einen chinesischen Atomwissenschaftler zu entführen. Dieser hat beim Bau einer Atomrakete mitgeholfen, die als Waffe gegen die USA eingesetzt wird. Dabei wird der Konsul von seinen eigenen Leuten aus Versehen erschossen. Als die Chinesen herausfinden, dass Jack den Angriff geleitet hat, wollen sie seiner habhaft werden. Doch Jack täuscht mit seinen Freunden Tony, Michelle, Chloe und David Palmer seinen Tod vor und taucht unter.Die Ermordung seiner Freunde ruft Jack wieder auf den Plan. Erneut bekämpft er eine Terroristenorganisation, dieses Mal Russen. Und er muss sogar Charles Logan, den amtierenden amerikanischen Präsidenten bekämpfen, da dieser ebenfalls in der Sache drin steckt. Doch es gibt noch Hintermänner, denen Jack ein Dorn im Auge ist. Sie benachrichten die Chinesen, dass Jack noch am Leben ist, und so verschwindet unser Held für seine Freunde spurlos und wird auf einen chinesischen Frachter verschleppt mit Kurs auf China, um auf Ewig in einem chinesischen Gefängnis zu verschwinden. Handlung der sechsten Staffel: ------------------------------ Die Vereinigten Staaten werden seit Wochen von verheerenden Terroranschlägen gebeutelt, bei denen bereits Tausende ums Leben kamen. Polizei, Geheimdienste, Militär sind ratlos. Sie kennen zwar den Namen des Anführers der Terroristen, ... Assad, doch sie können seiner nicht habhaft werden. Erst ein gewisser Al Fayed bringt Hoffnung. Fayed kennt den Aufenthaltsort Assads und ist bereit, dieses Wissen gegen Geld und einen anderen Preis einzutauschen: Er möchte Jack Bauer, um ihn langsam und genüsslich töten zu können. Wayne Palmer, der Bruder des toten David Palmer, ist nun Präsident. Es gelingt ihm, Jack von den Chinesen zurückzubekommen, nur um ihn dann an Fayed auszuliefern.Tatsächlich
Bilder von 24 Twenty-Four 6. Staffel
wird Jack zurückgegeben. Als gebrochener Mann, gezeichnet von den Narben der chinesischen Folter kommt er in Los Angeles an und wird von seinen Freunden empfangen. Sie freuen sich, ihn wieder zu sehen, doch müssen sie ihn sofort wieder an Fayed übergeben, seinen Henker. Jack ergibt sich in sein Schicksal, denn nun hat sein Tod einen Sinn: Er beendet die Anschläge. In China wäre sein Tod sinnlos gewesen; deswegen hat er sich gewehrt.Fayed nimmt Jack in Empfang und gibt den Aufenthaltsort Assads preis. Die CTU entsendet sofort Flugzeuge, um Assad zu töten. Doch bevor Fayed mit der Folter beginnt, teilt er seinen Triumpf mit Jack. Assad ist nicht der Urheber der Anschläge, im Gegenteil. Assad möchte einen Friedensplan vorlegen und damit den Terror beenden. Fayed jedoch möchte so viele zivile Opfer wie möglich und bereitet wirklich verheerende Anschläge vor. Die CTU ist drauf und dran, den einzigen Mann zu töten, der dem Terror ein Ende machen kann. Damit wird Jacks Tod wieder einmal sinnlos und so kämpft er um sein Leben und kann entkommen. Ihm gelingt es, Assad zu retten und die CTU zu überzeugen, dass der ehemalige Terrorist jetzt ein Verbündeter ist - der einzige Verbündete.Doch Curtis, ein Freund Jacks, stellt ein Problem dar. Assad hat vor vielen Jahren Curtis' Kollegen und Freunde grausam getötet und Curtis will nun Rache. Ihm ist gleichgültig, dass Assad die einzige Hoffnung darstellt - er denkt in seinem Kummer nur an Rache. Als er Assad bedroht, sieht Jack sich gezwungen, Curtis zu töten. In diesem Moment erkennt Jack, dass er sich geändert hat. Er kann nicht mehr weitermachen und quittiert den Dienst. Aber dann geschieht das Unfassbare. In Valencia, einem Stadtteil von Los Angeles explodiert eine Atombombe. Fayed hat noch weitere Sprengsätze in seiner Hand. Als Jack den Atompilz über der Stadt sieht, wissend, dass gerade 12000 Menschen ihr Leben gelassen haben, sieht er ein, dass er weitermachen, dass er Fayed aufhalten muss. Und dabei sticht er in eine Verschwörung, ein wahres Wespennest, in der nicht nur der ehemalige Präsident Logan und der russische Konsul stecken, sondern auch Jacks eigener Vater und Bruder. Der Kampf gegen die Terroristen wird zu einem Kampf gegen seine eigene Familie und letztendlich auch gegen sich selbst und die letzten beiden Jahren im chinesischen Gefängnis.Konzept der Serie: ------------------ Ganz kurz möchte ich wieder einmal das Konzept von "24" erklären. Kurz habe ich es in der Einleitung ja schon getan, aber jetzt noch ein wenig ausführlicher. Jede Staffel dieser Serie besteht aus 24 Folgen und erzählt 24 Stunden, jede Folge dauert eine Stunde und erzählt eine Stunde, wobei immer ungefähr 15 Minuten wegen der Werbung verloren gehen. Effektiv dauert eine Folge also nur 45 Minuten. Von diesen fehlenden 15 Minuten einmal abgesehen, läuft die Serie jedoch in Echtzeit ab. Das heißt, fünf Minuten für Jack Bauer dauern genauso lange wie fünf Minuten für uns. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die Spannungserzeugung. Wenn in zehn Minuten die nächste Geisel erschossen werden soll oder eine Bombe explodieren wird, die Jack und seine Freunde entschärfen müssen, können wir genau mitverfolgen, wie lange sie noch Zeit haben.Dann gibt es da noch diese Uhr, die ab und zu erscheint. Eine Digitaluhr, die mit ihrem Klicken zeigt, dass die Zeit unaufhaltbar weiter läuft. Meistens wird dann der Bildschirm in mehrere Teile geteilt, so dass wir einige Sekunden lang einen Blick auf die aktuellen Krisenherde haben. In einem Teil läuft die Handlung dann weiter. Und selbstverständlich wird ein Handlungsstrang immer dann unterbrochen, wenn es am spannendsten ist. Ungewöhnlich finde ich auch, wie tief die Charakterisierung der Hauptfiguren in "24" geht. Man könnte vermuten, dass es sich zum größten Teil um Krachbumm und Action handelt. Das spielt natürlich eine große Rolle, aber dennoch haben wir meistens fantastische Schauspieler in ganz tollen Rollen. Diese Serie zeigt, dass Action und Charakterrollen sich nicht widersprechen müssen.Die sechste Staffel: -------------------- Dann will ich mal die sechste Staffel bewerten. Lohnen sich diese 24 Stunden? Die Staffel beginnt ziemlich übel: ein von Terroranschlägen gebeuteltes Amerika, Menschen, die Angst davor haben ihre Häuser zu verlassen, Hass auf Muslime und ein gebrochener Jack. Widmen wir uns als erstes der Hauptfigur. So haben wir Jack noch nie gesehen. Gekennzeichnet von den Narben der Folter kehrt er nach Hause zurück. Mehrmals möchte er seinen Job quittieren, denn er kann nicht mehr so weitermachen und leben wie früher. Was er in China erlebt hat, hat ihn grundlegend verändert. Jack ist schwach geworden; ihm fehlt die Kraft, die wir aus den ersten fünf Staffeln von ihm kennen. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass er mehrmals den Dienst quittieren möchte.Aber nicht nur Jacks Zustand und die Anschläge sind besorgniserregend, sondern es passiert noch mehr in den Vereinigten Staaten. Der Stabschef des Präsidenten möchte gerne Internierungslager für Muslime einrichten. Auch Angst vor Anschlägen soll eine ganze Bevölkerungsschicht des Landes eingesperrt werden - und die meisten Opfer dieser Politik werden natürlich Unschuldige sein, die niemals auch nur daran gedacht haben, eine Bombe zu zünden und Menschen zu töten. Der Zuschauer erlebt ein Land, dessen Bürger so dermaßen in Angst leben, dass sie selbst Recht von Unrecht nicht mehr unterscheiden können. Der Präsident ist glücklicherweise dagegen, aber Pläne zu seiner Absetzung sind bereits in Arbeit. Das ist ein Handlungsstrang, den ich oben nicht erwähnt habe. Damit wird ein Thema aufgegriffen, das bereits mehrmals in der Serie vorkam. Welche Präventiv-Maßnahmen gegen Terroranschläge dürfen ergriffen werden? Darf man eine ganze Bevölkerungsschicht bestrafen für etwas, das nur ganz wenige tun? Gerade in Zeiten von islamistischen Terroristen hört man oft von einer generellen Angst vor Moslems. Ich selbst lebe mit vielen in meinem Wohnheim zusammen und habe mich noch nie bedroht gefühlt. Die Produzenten von "24" sagen in dieser Staffel ganz klar: Angst rechtfertigt keine Ungerechtigkeiten, man darf keinen Generalverdacht aussprechen! Das ist ein ganz großes Thema der sechsten Staffel und eine Botschaft, die ich gerade in der heutigen Zeit mit ihren neuen Bedrohungen wichtig finde.Die Handlung und die Charaktere sind gewohnt solide. Auch Jack bin ich schon ein wenig eingegangen. Sonst treffen wir auch weitere Bekannte aus den anderen Staffeln: Chloe, Curtis, Buchanan, usw. Aber natürlich betreten wie in jeder Staffel auch in dieser wieder neue Personen die Bühne. Und auch wie immer sind sie nicht irgendwelche 0815-Charaktere von der Stange, sondern richtig gute Charaktere, die den Zuschauer wirklich mitreißen können. Leider ist es auch typisch für diese Serie, dass die beliebten Personen nicht unsterblich sind. Deswegen schließt niemanden zu sehr ins Herz. Es könnte unangenehm werden. Die Geschichte, die hier in 24 Folgen aufgebaut wird, ist spannend, packend und aufregend erzählt. Leider kann sie meiner Meinung nach nicht ganz mit den Vorgänger-Staffeln mithalten. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass die Luft ein wenig draußen ist. Ich will damit nicht sagen, dass die Handlung schlecht wäre - sie ist immer noch besser als die vieler anderer Serien. Aber es ist eben meiner Meinung nach nicht die beste, die "24" jemals anzubieten hatte. Wobei ich auch Freunde habe, die ganz anderer Meinung sind; das muss ich fairerweise hinzufügen. Es ist einfach Geschmackssache. Aber für Fans der Serie ist die sechste Staffel sowieso ein Muss und wer einsteigen möchte, muss sich erst die ersten fünf ansehen.Ich empfehle unter allen Umständen, mit der ersten Staffel einzusteigen. Denn die Staffeln bauen aufeinander auf; die Personen entwickeln sich weiter - oder sterben - und es gibt Bezüge auf die Vorgänger. So wird zum Beispiel die Identität eines Mannes erklärt, der in der fünften Staffel als graue Eminenz im Hintergrund steht und der nur selten auftaucht, aber der eine wichtige Rolle in der Gesamtverschwörung zu spielen scheint. Wenigstens die fünfte Staffel sollte man auf jeden Fall kennen, denn sie hängt mit der sechsten zusammen. Natürlich ist auch diese Staffel Gift für schwache Nerven. An den foltertechnischen Höhepunkt, den die vierte Staffel erreicht hat, kommt die sechste nicht mehr heran, aber unangenehme Szenen gibt es. Und nicht immer bekommen es "die Bösen" ab. Wieder einmal ist die Staffel sehr actionreich; wer auf friedliche Verhandlungen und einem Wir-geben-uns-alle-die-Hände-Schluss steht, ist hiermit falsch bedient. Man muss bedenken, dass unsere Helden es mit Terroristen zu tun haben, und die CTU schlägt nur mit ähnlichen Mitteln zurück.Insgesamt wirkt auch diese Staffel wieder sehr realistisch. Wir bekommen keine selbstlosen Superhelden, sondern richtige Menschen serviert, die auch Fehler machen, teilweise mit richtig schweren Konsequenzen. Es kommt in der Serie nicht selten vor, dass Schlimmeres hätte verhindert werden können, wenn nicht zu einem Zeitpunkt ein Fehler gemacht worden wäre - wie in der Realität auch. Es gibt keine gigantischen technischen Spielereien, die den Hauptpersonen die Arbeit abnehmen. Natürlich greift die CTU viel auf Technik zurück, aber die "Drecksarbeit" müssen noch Menschen tun. Und die Technik erscheint auch meistens realistisch. Eine Sache hat mich noch etwas gestört: Die Geschichte nimmt Ausmaße an, die mir nicht mehr so gut gefallen. Damit meine ich, dass ich so umfassende Verschwörungen nicht mag. In dieser Verschwörung spielen eine ganze Menge korrupter und machtbesessener Mächte mit und manchmal ist mir das ein bisschen zu viel geworden.Fazit: ------ In diesem Abschnitt möchte ich die Frage von oben beantworten: Lohnen sich diese 24 Stunden? Wie gesagt, ist die sechste Staffel nicht die beste. Sie hat meiner Meinung nach einige Mängel, wie die für meinen Geschmack etwas überspannte Verschwörung, und sie etwas an Tempo verloren. Deshalb kann ich persönlich sie nur als durchschnittlich einstufen. Insgesamt jedoch ist sie definitiv sehenswert, sie ist spannend und gehört zu den wenigen Actionserien, die auch zum Nachdenken anregen - gerade die sechste Staffel bietet mit der oben beschriebenen Thematik durchaus einiges an Potential, um sich einige Gedanken zu machen. Wie immer haben wir es in dieser Staffel nicht mit sinnlosem Rumgeballer und Stirb-du-Hund zu tun, sondern trotz aller Action stecken hier wirklich Verstand und Anspruch drin - mehr als man auf den ersten Blick vielleicht erwarten könnte. Aber seit gewarnt: Man braucht ein ziemlich dickes Fell, um "24" durchzuhalten. Es ist keine leichte Serie. Das wars dann erst einmal von mir. Ich bedanke mich fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren und wünsche viel Spaß bei der Jagd auf Terroristen.
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26.12.2011 14:27
Ich kann mich damit nicht anfreunden..
07.08.2009 13:37
Juhu, ein 24-Fan! Ich halte die 6. Staffel auch für eine der schwächeren und hatte damals auch ein wenig befürchtet, dass die "Luft raus" sei. Doch mit der 7. Staffel wurde ich wieder beruhigt (sofern das bei 24 überhaupt möglich ist ;) ) Das Nonplusultra ist m.E. die 5. Staffel mit der der genialen Rolle des Präsidenten...Wahnsinn! Schöne Grüße, maph
05.08.2009 20:45
Aöso ich richte mich da nach deiner Empfehlung und werde meinem Männe dann die ersten Staffeln anraten ;-) LG Loewie