28 Days Later

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Was sich in 28 Tagen alles ändern kann

5  10.04.2003

Pro:
interessant und spannend inszeniert, schauspielerische Leistung, der wiedererwachte "Zombiefilm", die Kameraperspektive

Kontra:
einige langatmige Szenen

Empfehlenswert: Ja 

marcel_mkay

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:143

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 100 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vor rund 2 Wochen war ich einer der wenigen glücklichen, die an einem Special im Kino unserer Nähe teilnehmen durften. Eine Vorabhorrornacht ganz im Stile der Fanatasy Filmfeste, die ja erst im Sommer wieder durch die Kinos wandern. "Die Nacht der 1000 Schreie", so hieß dieser Abend und uns erwarteten 3 Previews hintereinander aus dem Genre Thriller und Horror. Ein Film, den ich euch nun vorstelle, war Danny Boyles (The Beach, Trainspotting) neustes Werk "28 Days Later", der als eine Art Zombiefilm vor Beginn gepriesen wurde. Die Vorfreude auf was mich erwarten könnte war riesig, da man solch einen Film ja lange Zeit nicht mehr im Kino sehen konnte (abgesehen von Resident Evil). Erfreut war ich schon ein bisschen, dass der FIlm eine Freigabe ab 18 Jahren hatte, so habe ich mich vorher schon auch einige "blutigere" Szenen einstellen können, jedoch wie das Ergebnis nun aussah und ob ich vom Film nach dem Schauen immernoch angetan war, das erfahrt ihr im folgenden Bericht, also viel Spaß beim Lesen ...


Story
-----

Der Film beginnt in einem recht düsteren Forschungslabor irgendwo in England. Eine Gruppe von Umweltschützern bricht dort ein, um die ablaufenden Tierversuche an Affen zu stoppen und sie zu befreien. Was die Aktivisten jedoch nicht wissen, dass den Chimpansen eine aggressive Droge gespritzt wurde, die sich so auf das Verhalten der Tiere auswirkt. Der Forscher greift zu spät ein, da hat eine Frau auch schon den Käfig geöffnet und wird daraufhin von einem dieser Affen angegriffen. Man könnte meinen, der Affe hätte sie umgebracht, doch hat er sie nur infiziert und eine Art Virus übertragen, der sich unter Menschen sogar durch einen kleinen Bluttropfen übertragen lässt. Die Frau wird zu einer Art Bestie (Zombie), greift die anderen Leute an und infiziert diese auch. Fade Out...

der Film beginnt mit der Schrift "28 Days Later" (28 Tage später)

Wir befinden uns noch immer in England, genauer gesagt in London: Jim ( Cillian Murphy ) wacht aus dem Koma auf und findet das gesamte Hospital leer vor. Verwundert begibt er sich zum Ausgang wo er es etwas verwüstet vorfindet, sich aber noch nichts denkt. Auch auf den Straßen ist alles menschenleer. Nur Jim bewegt sich auf den Straßen, mit seiner Tüte in der Hand, wo er lediglich etwas zu trinken drin hat. Laut ruft er nach Lebenszeichen jeglicher Art umher, doch hoffnungslos, er bekommt keine Antwort und zu gern möchte "man" nun wissen, was dort passiert ist.
Darauf betritt Jim eine Kirche, wo er endlich auf irgendwelche (scheinbar) lebenden Menschen trifft. Als er bemerkt, dass diese sehr blaß wirken und ihn nur zu gern ans Fell wollen, kann er noch gerade so flüchten ...

Während der Flucht trifft Jum dann doch noch auf Gleichgesinnte, die ihm freundlicher entgegen treten. U.a. die junge Frau Selina ( Naomie Harris ) mit ihrer angsteinflößenden Machete und kurze Zeit später Frank ( Brendan Gleeson ) und seine Tochter Hannah ( Megan Burns ). Nun erfährt Jim was vorgefallen ist.
Vor 28 Tagen ist ein Virus ausgebrochen, der kurzerhand die gesamte Menschheit dezimiert hat und viele davon zu Zombies werden hat lassen, die nach Menschenfleisch trachten. Es gibt nur noch wenige Überlebende, und Jim ist einer dieser.

Durch einen Funkspruch erfahren sie, dass in Manchester noch einige Soldaten leben, die scheinbar ein Gegenmittel gegen diesen Virus gefunden haben. Die Vier entschließen sich dazu, dort hinzufahren, obwohl sie damit rechnen müssen, unterwegs von einigen Gefahren heimgesucht zu werden. Unterwegs treffen sie auf einige hartgesottene Zombies, schaffen es aber letzten Endes doch, den Gefahren zu entkommen und endlich sich "in Sicherheit zu glauben"...

Doch für wie lange, der Terror scheint zwar vorüber, doch gibt es eine Stange anderer Gefahren, die man ebenfalls nicht unterschätzen sollte ...

28 Days Later erscheint bei uns erst Anfang Juni im Kino, als müsst ihr euch noch etwas gedulden, wert ist er aber auf jeden Fall!


Meine Meinung
-------------

Story:

Ich konnte mich mit Boyles Werk "The Beach" anfreunden. Ich muss zugeben er hat mir gefallen und auch Trainspotting war ich ehrlich gesagt nicht abgeneigt. ich halte Boyle für einen kompetenten Regiesseur und habe große Erwartungen in ihn und somit auch in sein Werk "28 Days Later" gesteckt. In Sachen Story wurde ich nicht enttäuscht, und auch die anderen Menschen im Kino nicht, denn der Film hat positiv durchgeschlagen. Erst könnte man sicher meinen, dass ein "Zombiefilm" (so bezeichne ich dieses Werk) keine gute Handlung haben könne, doch der Film legt weniger Wert auf Splatter, als auf eine anspruchsvolle Story. Eindrucksvoll zeigt der Film, wie die Menschheit dem Ende Nahe steht und erzählt die Geschichte eines Menschen, der fast ausschließlich allein überlebt hat und nun in jeglicher Sicht alles machen könnte, was er wollte. Die Story baut sich langsam auf und durch diesen erst langsam fortschreitenden Verlauf wird der Zuschauer auf Spannung gehalten, weil er neugierig ist, wie es nun genau dazu kam. Man hat zwar zu Beginn gesehen, was der Auslöser war, aber nicht mehr darüber erfahren können. In den ersten 10 Minuten hat jeder sicherlich ein Deja Vu, weil er die Situation so ähnlich schon einmal miterlebt hat, und zwar am Ende von "Resident Evil", wo Milla Jovovich im Krankenhaus aufwacht und alles völlig verwüstet und leer vorfindet. Hier setzt "28 Days Later" aber erst an und zeigt uns nun, wie die Geschichte weitergehen könnte... Dabei ist der Virus eigentlich mehr der Mittel zum Zweck, da meines Erachtes etwas anderes mehr im Vordergrund steht. Ich möchte nicht so viel verraten, aber wenn die die gruppe in der Mitte des Filmes ins Exil des Militärtrupps geraten beginnt eigentlich erst der Hauptteil. Darauf gehe ich nun aber nicht weiterein, weil ich nichts vorweg verraten möchte ...
Das Werk ist spannend und abwechslungsreich inszeniert, so muss man sich nicht nur auf einen billigen Zombiesplatterstreifen einstellen, wo 2 Stunden lang nur Körperteile umherfliegen, sondern kann sogar ein nachdenkliches Werk erwarten, mit Sinn und Hintergedanke, denn es gibt 2 Oppositionen, die eine Gruppe sagt, es sei ein Drama, und die andere bezeichnet ihn als Horror/SciFi. Ich persönlich tendiere eher zwar zum Horror, aber der Film weist auf jeden Fall einige Dramaaspekte auf!
Was nun dabei herauskam, ist eine rund 115 minütige Vision, wie das Ende der Menschheit aussehen könnte und welche Probleme für einzelne Überlebende auftreten können... Aufgefrischt wird der Film dann noch mit einigen kleinen witzigen Szenen, die etwas humor in den Verlauf bringen, dazu gehören nicht nur die blutigeren Szenen, sondern auch der Witz von Frank ( Brendan Gleeson ), wenn er über die Zombies herzieht. Aber auch allein der Gedanke, man kann nun alles machen, was man will, wird humorvill in Szene gesetzt. Beispielsweise erinner ich mich da an die Szene, in der die Gruppe in den Supermarkt geht und erstmal nach herzenslust einkauft...

Schauspieler:

Ich muss zugeben, dass ich vom Schauspielerstab nicht eine Person vorher gekannt habe. Eindrucksvoll hat aber JEDER seine Rolle gut gespielt und überzeugt in jeder Hinsicht. Man kann es einfach nicht anders beschreiben.
Die Hauptrolle übernimmt sicherlich Jim gespielt von Cillian Murphy, aus dessen Sicht der Film abläuft. Besonders gefallen hat mir sein verwirrender Part am Anfang, den ich ihn durch sein schauspielerisches Können aber auch sofort abgekauft habe. Seine Mimik und sein Aussehen sind wirklich sehr überzeugend. Wie er da mit seiner Tüte durch die Straßen läuft, man könnte meinen, er wäre ein Obdadchloser, der kurz vorm Tode stände. Als nächstes stand für mich Frank gespielt von Brendan Gleeson im Vordergrund, der zwar einen nicht so bedeutenden Part wie man jemand anders hat, aber trotzdem exzellent spielt. Naomie Harris macht ihre Sache zwar recht gut, gehört aber nicht zu meinen Favoriten, da sie den ganzen Film lang nur agressiv wirkt, u.a. durch ihr ständiges Auftreten mit der blutigen Machete in der Hand. Man könnte meinen, dass es ihr nicht wirklich gelingt, mal Gefühle oder Ähnliches herüber zu bringen.

Regie/Kamera:

Danny Boyle habe ich soweit ja schon genug gelobt, doch möchte ich hier noch mal auf seine Kameraperspektive eingehen, die er im Film durchgehend verwendet. Es ist kein Qualitätsfehler, sondern gewollt, dass der Film aus einer etwas verschwommenen Sicht gezeigt wird und man alles etwas trist und verschwommen erkennt. Damit wollte Boyle die Atomsphäre und die Wirkung auf den Zuschauer verstärken. Das geht voll kommen auf, weil der Film so wirklich eine ganz andere Intention verkörpert... Hinterher fragt man sich dann: "Wie hätte der Film auf mich gewirkt, wenn er scharf und farbenfroh gewesen wäre, häte er die gleichen Intentionen gehabt?" - Ich glaube jedenfalls nicht. Besser hätte man "28 Days later" wirklich nicht in Szene setzen. Was man höchstens noch hätte etwas kürzen können, wäre der ein oder andere Dialog zu Beginn gewesen, als sich die Charaktere kennengelernt haben.

Brutalität/Spannung:

Nun für einige der etwas interessantere Teil; " 28 days Later" geht zwar für einige als Drama durch, zeigt zum Teil aber doch recht blutige Bilder, die schon in Richtung Splatter gehen. Beispielsweise hat Selina ihren Spaß daran mit ihrer Machete ( die viel Ähnlichkeit mit der von Jason Vorhees hat) einige Zombies aufzuschlitzen, oder man benutzt das ein oder andere Instrument wie Frank zum Beispiel einen riesigen Hammer dafür. Ein letztes Beispiel wäre noch die Szene, in der sich Jim sich und seine Haut vor einem infiziertem Kind rettet, und zwar mit dem Baseballschläger; auf "coole" Weise! Einige Bilder sind schon recht hart, und somit nicht wirklich für das leichte Gemüt zu empfehlen. Wenn der Film bei uns anläuft, wird er ungeschnitten mit Sicherheit kein FSK 16 bekommen. Ich möchte euch aber auch nur raten, ihn euch ungeschnitten anzuschauen, und nicht auf die blutigen Szenen zu verzichten, weil so ein Werk ein Gesamtwerk darstellt und alles irgendwie dazugehört und nicht fehlen sollte. Außerdem entgeht euch was fürs Auge!
Die Spannung ist an einigen Stellen wirklich sehr sehr hoch und ich persönlich habe mich sogar mal erschreckt. Gerade die Szenen in der Nacht sorgen für einiges an Hochspannung, wenn die Zombies wieder ihr Unwesen treiben. Sie sehen weniger übel massaktriert wie in Resident Evil aus, trotzdem wirken sie beängstigender, durch ihr Auftreten und wie sie sich fortbewegen. Wirklich sehr angsteinflößend ...


Filmdaten
---------

USA 2003

Filmlänge: 115 Minuten

FSK: mit Sicherheit ab 18 Jahren

Regie: Danny Boyle

Cast: Cillian Murphy, Brendan Gleeson, Naomie Harris

Release_Deutschland: 05.06.2003

URL: www.28dayslater.de


Fazit
-----

28 days Later ist ein beeindruckendes Werk, dass in jeder Hinsicht überzeugt. Es wird dem Zuschauer eine Endzeitvision geboten, die angsteinflößend ist und traurig zu gleich. Denn im Endeffekt kann uns dieses Schicksal wirklich schnell treffen und wir, die Menschen, sind selbst Schuld daran. Auf etwas brutale Weise schildert uns dies Danny Boyle, dass vom Optischen her, wie ein mittelmäßiges B-Movie aussieht. Aber es steckt auf jeden Fall mehr dahinter. Man kann das Werk auch zum Teil in die Kategorie Trash einordnen, weil die Art schon etwas davon hat. Gerade in Gegenwart der untoten Menschen wirkt der Film schwachsinnig lustig und durch die Bildqualität (als hätte jemand den Film ausm Kino mit ner Kamera aufgenommen) könnte man das wirklich meinen. Ich kann jedem, der Zombiefilme gerne schaut auf jeden Fall empfehlen. Es wird ihm einiges geboten, andere die sich in einen fiktiven Film denken wollen und ihn mit Sinn genießen wollen, sind hier aber auch richtig. Ich würde sagen, er bietet von jedem etwas und nicht zu letzt sollten Kinogänger mit dem schwächeren Gemüt eher einen Bogen um den Film machen ...
Richtlinie: In gewisser Hinsicht Filme wie Braindead


habt Geduld

bis Bald euer Marcel_MKaY

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
zivi291282

zivi291282

24.10.2005 18:56

Hallo, vorab erstmal toller Bericht! Kann mich in fast allen Punkten nur anschließen, finde jedoch nicht dass der Film an manchen Stellen langatmig wirkt...Zusammengefasst auf alle Fälle sehenswert und besser als der ähnliche Film "Dawn Of The Dead".

RxBandit

RxBandit

01.12.2003 22:39

guter bericht, den fuilm will ich auch noch sehen

derklaaHann

derklaaHann

20.08.2003 14:19

Hab von dem Film schon viel gehört und werde mir ihn nach deinem Bericht wohl demnächst mal ansehen! Gruß, *Hann*

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