Britanniens Untergang Nr. 1001 (DVD)
03.02.2004 (29.12.2005)
Pro:
zunächst rätselhaft, actionreiches Finale, positives Happyend, digitale Tricks
Kontra:
meist langweilig, klischeehaft, null Bonusmaterial
Empfehlenswert:
Nein
 mima17
Über sich:
Mein jüngster Bericht: "Drohende Schatten. RdZ1" (CD). +++ Die "Königin der Träume&qu...
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Es ist das Ende der Welt. Oder nur das Ende von England? Nach einer Epidemie mit horrormäßigen Zügen ist es jedoch schwierig, überhaupt noch ein Plätzchen zu finden, wo man normal leben kann. Und auch dieser Ort bietet nur trügerische Sicherheit... Filminfos °°°°°°°°°°°°
O-Titel: 28 days later (GB/USA/NL 2002), DVD: 2003 FSK: ab 16 Länge: 120 Minuten Regisseur: Danny Boyle Drehbuch: Alex Garland ("The Beach") Musik: John Murphy Darsteller: Cilian Murphy, Naomie Harris, Christopher Eccleston, Megan Burns, Brendan Glees u.a. Handlung °°°°°°°°°°°°
Jim war Fahrradkurier und gerade auf einer Tour in Londons Zentrum, als er von einem Auto angefahren wurde und in ein Koma fiel. Der Glückliche! Denn am gleichen Tag ließen militante Tierversuchsgegner mehrere Schimpansen aus einem geheimen Regierungslabor frei, die mit etwas infiziert waren, dass der einzige Laborassi, den sie treffen, lediglich als "Wut" bezeichnet. Die Chimps haben dagegen Antikörper entwickelt, doch die Menschen sind ihm wehrlos ausgeliefert. Sobald der erste Chimp zugebissen hat, verwandelt sich der Gebissene binnen 20 Sekunden ebenfalls in einen Wütenden und sucht nach Beute, die er beißen kann. Auch der Speichel ist ein Überträger, nicht nur Blut.
28 Tage später. Jim (Cilian Murphy) erwacht in einem verlassenen Hospital, in einer verlassenen Metropole. In einer Kirche stößt er auf Infizierte, wird aber von bewaffneten Helfern gerettet: Selena und Mark. Selena, eine junge Farbige (Naomie Harris), ist äußerst konsequent in der Anwendung aller Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen. Das bekommt auch Mark zu spüren, als er in Jims Elternhaus von einem Infizierten gebissen wird: Mit ihrer Machete kann sie ein wahres Blutbad anrichten.
Jim und Selena sehen Licht in einem Hochhaus, das verbarrikadiert ist. Auf der Flucht vor den Infizierten nimmt Frank sie auf, der hoch oben mit seiner 15-jährigen Tochter Hannah (Megan Burns) wohnt. Da aber alle Versorgungssysteme ausgefallen sind und auch kein Regen mehr fällt (und das in England!), drohen Frank & Co. zu verdursten. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Frank hat vor tagen eine Funkmeldung aus der Region Manchester aufgefangen: Es gibt Überlebende, Soldaten, die sich noch wehren. Mit ihrem alten schwarzen Taxi fahren sie hinaus aufs Land. Jim tötet seinen ersten Menschen, um sein Leben zu verteidigen, einen Jungen. Am Checkpoint vor Manchester infiziert sich Frank aus purem Zufall. Wenige Sekunden später, bevor er auf seine Freunde losgehen kann, wird er erschossen: Die Soldaten sind da.
Eigentlich sollten sich Jim und die beiden Frauen nun in Sicherheit fühlen. Doch schon bald müssen sie erkennen, dass die Überlebenden ihre eigenen Spielchen spielen. Sie sind vom Regen in die Traufe geraten... Mein Eindruck °°°°°°°°°°°°
Die zweite Szene beginnt wie in jedem zweiten klassischen britischen Katastrophenfilm: Ein Mann erwacht in einer total veränderten Welt und hat keinen blassen Schimmer, wie es dazu gekommen ist. So beginnt auch beispielsweise der Roman und Film "Der Tag der Triffids" aus den sechziger Jahren, geschrieben von Science Fiction-Autor John Wyndham. Wieder einmal ist der Mensch zurückgefallen in die Steinzeit, sobald die Annehmlichkeiten und kleinen Hilfen der Zivilisation weggefallen sind. Und nun zeigt sich, woraus die Menschen gemacht sind, welche Werte sie achten oder vielmehr missachten. Und wie sich herausstellt, könnten Selena, Jim und Hannah genauso gut auf einer einsamen Insel gestrandet sein, die von Männern regiert wird, die sich wütender Kannibalen erwehren müssen. Der Belagerungszustand ist permanent und fordert in psychologischer Hinsicht seine Opfer: Männer wollen Frauen. Ist doch bio-logisch, oder?!
Was zunächst wie ein absolut rational denkender Kommandant (Chr. Ecclestone) auf dieser letzten Bastion der Nicht-Infizierten aussieht, entpuppt sich Jim gegenüber als ebenso ein Un-Mensch, wie es die Infizierten - allerdings ohne deren Schuld - sind. Und dieser moralische Defekt wiegt wesentlich schwerer, denn der Kommandant verfügt über Willensfreiheit zu wählen, die Infizierten hingegen nicht mehr. Er führt quasi das Verbrechen der Tiersuchsgegner fort, indem er alle Regeln der Wahlfreiheit missachtet: Er zwingt anderen Menschen, diesmal Frauen, seinen Willen auf: ein Diktator - zwar nur in einer kleinen Welt, doch das genügt vollauf, um eine Rebellion und Katastrophe maximalen Ausmaßes heraufzubeschwören. Leider weiß dieser Plot nur wenig Originalität für sich zu verbuchen, wie ich eingangs bereits sagte. In "Tag der Triffids", "The Stand" und natürlich dem Schluss von "Resident Evil" müssen sich die Überlebenden aus dem toten Kadaver der Metropole London (oder Paris oder New York City) flüchten, in der Hoffnung, dort noch Nahrung und unverseuchte Menschen finden zu können. Doch auch das flache Land, der Inbegriff der gesunden äußeren Natur, erweist sich als Lug und Trug: Es ist des Menschen innere Natur, die den Ausschlag gibt, nicht die äußere. Wer's nicht glaubt, der lese noch einmal den "Robinson".
Und an diesem Punkt trifft sich der Film mit Danny Boyles Streifen "The Beach": Eine insulare Gemeinschaft von Außenseitern - Möchtegern-Aussteigern - scheitert an menschlichen Unzulänglichkeiten, beispielsweise dem Machtanspruch Einzelner oder etwas so Simplem wie Eifersucht. Speed
Infizierte und "Gesunde" leben in der gleichen Welt, aber mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Die "Wütenden" bewegen sich mindestens doppelt so schnell wie die Gesunden. Digitale Tricktechnik erlaubt es nun, beide "Spezies" von menschen im gleichen Bild sich mit utnerschiedlicher Geschwindigkeit bewegen zu lassen. Dabei erscheint es, als ob bei den Aufnahmen der Infizierten mindestens jeder zweite Bild-Frame (ein Film läuft in Europa mit 25 Frames pro Sekunde, in USA mit 24) ausgelassen wurde: Der Effekt ist der ruckartiger Fortbewegung, was ich sehr passend und angemessen finde. Die Veränderung und Entfremdung der Infizierten kommt umso deutlicher zum Ausdruck. Apropos Speed: manche Szenen erschienen mir so langweilig und belanglos, dass ich einfach "vorgespult" habe - wozu habe ich denn eine Fernbedienung?
Möglicherweise entgingen mir dadurch kostbare Minuten brillantester Musik, aber was ich ansonsten zu hören bekam, unterschied sich nicht sonderlich von, was Radiohead oder Coldplay oder andere angesagte Britenbands produzieren würden, wenn sie einen Film untermalen dürften. Unterm Strich °°°°°°°°°°°°°
Der Film war aufgrund seiner Klischees nicht sonderlich spannend oder unterhaltsam. Da war ein Untergangsszenario wie "The Hole" ja noch einfallsreicher. Dass überhaupt keine bekannten Darsteller (außer Chr. Ecclestone) mitspielen, erhöhte nicht gerade mein Interesse an der Story. Lediglich der positive Schluss konnte mich mit diesem Streifen versöhnen. Michael Matzer (c) 2005ff
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26.09.2009 00:54
Der film läuft gerade mal wieder auf RTL2. Ich finde das ist ein moderner Klassiker wo alles stimmt: Simple Story solide inszeniert unterstützt von einem fast genialen Soundtrack. ich fand den gar nicht so belanglos. die mischung aus drama und schocker fasziniert
07.01.2006 15:08
Auf den DVD Extras, erfährt man, dass der zweite FIlmteil ein alternativer Teil ist. Das vorher geplante Ende ist nicht so actionreich und harmoniert daher mit der Atmosphäre des ersten Filmabschnitts. Kein Militär, dafür umso mehr Psycho- horror und zwischenmenschliche Beziehungen der Hauptcharaktere. Ich teile die positive Meinung zu dem zweiten Filmabschnitt nicht. Wäre der Film so zu Ende gedreht worden, wie geplant, wäre er gelungener ausgefallen. Der Bericht ist sehr gut................ Lg sunnyblack
15.02.2004 16:04
Hört sich echt nicht nach einem Film an, den ich mir gern mal anschauen würde...