Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Geringeres Thromboserisiko, sichere Verhütung |
| Kontra: |
Fordert äußerste Genauigkeit |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Die „28 mini“ fällt innerhalb der Antibabypillen in die Untersparte „Minipille“. Da die Bezeichnung „28 mini“ lediglich der Markenname ist, spreche ich im Verlauf von der „Minipille“, da die dargelegten Punkte selbstverständlich auf Marken von anderen Herstellern auch zutreffen.
Minipille – was ist das?
Es hält sich die gängige Meinung, eine Minipille sei das Gleiche wie eine normale Pille, nur eben in geringerer Dosis. Dem ist nur bedingt so. Einige Feinheiten muss man durchaus beachten, um diesen Weg der Verhütung zu verstehen. Im Gespräch unter Freundinnen / Kolleginnen hat mich besonders irritiert, dass sogar „Minipillen-Einnehmerinnen“ offensichtlich gar nicht wissen, was sie da zu sich nehmen bzw. auf was man verstärkt achten muss.
Um die Unterschiede zu verstehen, möchte ich zunächst mal – nur grob, da es dafür genug eigene Kategorien gibt – die Wirkungsweise „normaler“ Pillen erläutern:
Wurde im Falle einer Schwangerschaft eine Eizelle befruchtet und hat sich in der Gebärmutter eingenistet, schüttet der Körper Botenstoffe aus (Östrogene und Gestagene), die dem Körper signalisieren: „Stopp! Dat Mädel is schwanger, bitte bis auf weiteres keine weiteren Eisprünge durchführen!“ Eben diesen Effekt ahmt die gewöhnliche Pille nach, so dass ein Eisprung verhindert wird. Weiterhin baut sich die Gebärmutterschleimhaut nicht so weit auf und der Schleim am Gebärmutterhals verdickt sich. Auf den Sinn der letzteren Aktionen werde ich später eingehen, da sie auch bei der Minipille auftreten. Bei der Einnahme eines herkömmlichen Präparates wird einige Tage eine Pillenpause eingelegt, um eine Menstruationsblutung zu erwirken, die bei durchgehender Einnahme nicht erfolgen könnte. So ist man sehr flexibel und kann seine Periode auch eigenmächtig verschieben, wenn’s gerade mal ungünstig ist.
Voruntersuchung
Als bei mir das Thema „Pille“ im Raum stand, bin ich zum Glück von meiner Frauenärztin bestens beraten worden. Neben einer körperlichen Untersuchung, die feststellt, ob die inneren Organe in Ordnung sind, werden auch durch Befragung die Lebensumstände der Frau festgestellt, um das geeignete Präparat für sie zu finden. Bei mir kam man sehr schnell darauf, dass ich durch erbliche Vorbelastung ein hohes Thromboserisiko trage (was sich durch den darauf folgenden Blutgerinnungstest bestätigt hat) und dadurch Kombipräparate, die Östrogene enthalten, nicht ratsam sind. Weitere Gruppen, die u.U. ein Problem mit Östrogenen haben, sind Raucherinnen, Frauen über 35 und stillende Mütter. Für all diese Fälle wäre eine Minipille eine gute Alternative. Der Östrogenanteil ist in den letzten Jahrzehnten auch in herkömmlichen Pillen immer weiter gesunken (die ersten Präparate waren noch wirkliche Hämmer!), da dessen gesundheitsschädigende Wirkung bei Dauereinnahme immer weiter erforscht wurde, nur fehlt er bei diesen eben nicht komplett.
Wie wirkt die Minipille?
Durch das Fehlen des Östrogens hat die Minipille nichts mit dem Zyklus zu tun. Das Ei reift weiter heran und es kommt zum Eisprung. Das ist auch der Grund, warum die Minipille durchgehend genommen wird, also bitte keine Pause einlegen! Dies ist für mich mit der wichtigste Unterschied, der bei der Einnahme beachtet werden muss. Eine Blutung kommt dann ganz normal wie bei einer Frau, die keine Pille nimmt. Sie kann nur etwas schwächer ausfallen, da die Gebärmutterschleimhaut nicht so dick aufgebauscht ist und somit nicht so viel abgeht. Da ich an sich einen sehr unregelmäßigen Zyklus habe, muss ich nebenher noch ein Medikament dafür nehmen, das jedoch ebenfalls keine Östrogene enthält und auch nichts mit Empfängnisverhütung zu tun hat, sondern nur therapeutisch eingesetzt wird, da die Minipille diese Zyklusregelung nicht bewirken kann.
Was die Minipille jedoch mit der „normalen“ Pille gemeinsam hat, ist einerseits die Verdickung des Schleimes am Gebärmutterhals, der dadurch undurchlässig wird, so dass eindringende Samenzellen keine Chance haben, ins Landesinnere vorzudringen. Sollte es einigen doch gelingen, so sorgt eine Verlangsamung der Härchen im Eileiter dafür, dass ein eventuell befruchtetes Ei nur schwer in Richtung Gebärmutter befördert werden kann. Sollte es sich dennoch um ein ganz hart gesottenes handeln, wird es in der Gebärmutter auf nur mäßige Anschwellung der Gebärmutterschleimhaut treffen, so dass es sich nicht einnisten kann. So kann man also zusammenfassend sagen, dass die Minipille hauptsächlich als Blocker der natürlichen Vorgänge im Körper wirkt.
Worauf muss man bei der Einnahme achten?
Die allererste Einnahme der Minipille erfolgt am ersten Tag der Regelblutung. Ab dann wird jeden Tag eine Pille genommen, bis das Kärtchen aufgebraucht ist. Im Anschluss wird SOFORT das neue Kärtchen mit dem entsprechenden Tag begonnen, man setzt also zu keinem Zeitpunkt die Einnahme aus. Nach 14tägiger regelmäßiger Einnahme ist der Empfängnisschutz aufgebaut und man kann ungehindert „loslegen“. Innerhalb dieser 14-Tagesfrist ist der Empfängnisschutz noch nicht wirksam, so dass nebenher anderweitig verhütet werden muss, bis man 14 Tage lang die Pille regelmäßig genommen hat.
Die Einnahme der Minipille muss peinlichst genau eingehalten werden. Der Gestagenanteil ist nicht so hoch wie in herkömmlichen Präparaten (daher wohl der Name), so dass die Wirkungsdauer verkürzt wird, nämlich auf 24 Stunden plus 3. Man sollte sich eine feste Uhrzeit aussuchen und diese auf keinen Fall um mehr als drei Stunden überschreiten. Der Sicherheit halber habe ich für mich persönlich definiert, möglichst diese drei Stunden nie auszureizen. Dies ist für mich kein Problem, denn durch moderne Hilfsmittelchen (Erinnerungen am PC auf der Arbeit und fürs Wochenende ein Piepston seitens meines Handys) werde ich eigentlich permanent daran erinnert, wobei sich mein Rhythmus irgendwie auch schon von selbst darauf eingestellt hat und ich theoretisch ohne Erinnerung auskommen müsste – aber man riskiert eben nichts. Sollte doch mal etwas durch die Lappen gehen, muss nebenher mit Kondomen verhütet werden, bis ich die Pille wieder 14 Tage hintereinander regelmäßig eingenommen habe. Wenn man auf diesem Gebiet sehr diszipliniert ist, funktioniert dies einwandfrei, aber zugegeben, das ist nichts für jederfrau. Spätestens bei Reisen in eine andere Zeitzone hat man noch das zusätzliche Problem, bereits Wochen voraus seinen Rhythmus umstellen zu müssen, z.B. indem man die Pille jeden Tag eine Halbestunde später nimmt. So kann man - über Wochen gesehen - seine Einnahme auf Stunden nach hinten schieben. Bei früherer Einnahme passiert gar nichts, dies ist ungefährlich.
Solch ein Aussetzer bei der Einnahme kann auch ohne eigene Schuld (sprich: Vergessen) passieren, z.B. bei Durchfall oder Erbrechen, weil dann zu befürchten ist, dass die Pille vor Entfaltung ihrer Wirkung den Körper bereits wieder verlässt. Wenn man innerhalb dieser drei Toleranzstunden erbricht, kann man problemlos eine Pille nachnehmen. Passiert dies danach, greift Plan B und die Kondome kommen wieder 14 Tage lang zum Einsatz.
Auch empfiehlt sich, mit dem Arzt die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten abzuklären, um sicherzustellen, dass durch diese nicht die Wirkung der Pille herabgesetzt wird. Besonders gilt dies für Antibiotika, da diese doch recht stark in den Körper eingreifen. Sollte ich einmal Antibiotika nehmen müssen, lege ich freiwillig eine „14-Tage-Sperrphase“ ein, in der wir parallel Kondome benutzen. Dies klingt jetzt alles sehr umständlich, aber mal ehrlich, wie oft nimmt man schon Antibiotika...
Es versteht sich von selbst, dass die Minipille nicht gegen Geschlechtskrankheiten schützt. Doch der vorgehende Abschnitt gilt natürlich auch für herkömmliche Kombipräparate.
Nebenwirkungen
Unter den Nebenwirkungen sind Reaktionen aufgeführt, die ich persönlich noch nicht festgestellt habe, so z.B. Appetitsteigerung, Schwindel, Übelkeit, Zwischenblutungen (also unregelmäßige Zyklen). Außerdem erhöht sich in seltenen Fällen das Risiko einer Bauchhöhlenschwangerschaft. Doch nur um dies zu relativieren: Dieses Risiko ist statistisch geringer als das Thromboserisiko, das ich bei der Einnahme einer herkömmlichen Pille hätte.
Sicherheit
Wie Ihr seht, nehme ich die Einnahmevorschriften für diese Art von Pille sehr ernst und bin sogar strenger mit mir als der Hersteller es empfiehlt. Bei korrekter Einnahme liegt die Sicherheit bei 0,5 bis 3 auf dem Pearl Index (d.h. von 100 Frauen werden trotz Einnahme der Minipille 0,5 bis 3 pro Jahr schwanger) im Gegensatz zu 0,2 bis 2 bei der herkömmlichen Pille. Dieses „bis“ stammt aus unterschiedlichen Statistiken; ich habe schon Statistiken gesehen, die einen gewissen Satz an Anwendungsfehlern mit einrechnen, da wird der Index natürlich höher als bei solchen, die diese von vorn herein ausschließen. Nur als Vergleich: Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr liegt der Pearl Index bei 85, beim „Aufpassen“ immerhin noch bei 35. Damit teilt sich die Minipille die Skala mit der Spirale, dem Kondom und der Temperaturmethode und wird eigentlich nur von der „richtigen“ Pille übertroffen. Die kleineren Abstriche bei der Sicherheit sind darauf zurückzuführen, dass die Minipille nicht auf die Eireifung einwirkt.
Kosten
Leider Gottes ist die 28 Mini in den letzten Jahren (u.a. dank Euro) im Preis angestiegen. Zahlte ich anfangs noch 37,- DM liegt sie jetzt bei 23,- Euro bei meiner Apotheke. Durch den Wegfall der Preisbindung in den Apotheken lohnt sich ein Vergleich, den ich demnächst anzutreten gedenke. Vielleicht gibt es sie ja irgendwo etwas günstiger.
Die 28 mini wird von Jenapharm hergestellt. Eine Packung enthält 3 x 28 Pillen, d.h. für drei Monate.
FAZIT: Ich nehme die 28 mini nun seit mehreren Jahren und hatte nie Probleme mit ihr. Gleichzeitig bin ich froh, dass es sich um ein östrogenfreies Präparat handelt, um mein Thromboserisiko, das ich ohnehin habe, nicht weiter zu erhöhen. Sicherlich ist jedes Hormonpräparat ein Eingriff in den Körper, doch andere Methoden kommen für mich nicht in Frage. Kondome finde ich nervig, allein der Gedanke an eine Spirale hinterlässt bei mir ein sehr mulmiges Gefühl (außerdem ist dies auch ein Eingriff in den Körper) und die Temperaturmethode oder diverse Computer zur Errechnung der fruchtbaren Tage kann ich aufgrund des unregelmäßigen Zyklusses nicht nutzen. Alle anderen Methoden (z.B. chemische Mittelchen und Zäpfchen) sind mir zu unsicher und bestechen natürlich auch nicht gerade durch Romantik beim Liebesakt. Verhütung ist ein Thema, wo es nicht nur eine gute Methode gibt, sondern sie ist stark personenabhängig. Daher möchte ich hier die Minipille nicht als DIE Methode anpreisen, sondern sie lediglich vorstellen und etwaige Missverständnisse aus dem Weg räumen.
Dieser Bericht ist zwar ellenlang geworden, doch liegt mir das Thema sehr am Herzen, nachdem ich – wie eingangs erwähnt – mehrfach feststellen musste, dass sogar gestandene Frauen mit dem Begriff „Minipille“ nicht viel anfangen konnten und gerade hierbei die korrekte Anwendung sehr, sehr wichtig ist. Also lieber ein paar Worte mehr darüber verlieren. Wie auch immer Ihr verhütet wünsche ich Euch, dass jede ihre optimale Methode findet oder, falls Kinderwunsch besteht, sich dieser bald erfüllt!
Danke fürs Lesen ;-)
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hilfreich
26.10.2000
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Bewertung für 28 mini (Antibabypillen) von
Sexy-Gaby
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hilfreich
17.12.2000
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Bewertung für 28 mini (Antibabypillen) von
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hilfreich
11.08.2000
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