Das... ist... SPARTAAAAAAAAAAA! *kick*
02.08.2007
Pro:
Beeindruckende Bildqualität .
Kontra:
Klischeehafte Bösewichte .
Empfehlenswert:
Ja
 Arminator
Über sich:
Wurde '74 geboren. Bin jetzt endlich wieder "e Pälzer". Ansonsten geht es mir gut.
Manchm...
Mitglied seit:25.04.2000
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Vertrauende:9
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem ich auf diversen Comic Seiten Parodien zu dieser (offensichtlich?) Bekannten Filmstelle gesehen habe, bei der ein Persischer Botschafter nach diesen 3 Worten in einen Bodenlosen Schacht gekickt wird, habe ich beschlossen, nachdem ich zufällig leihweise an die englische HD Variante des Films kam, die HD Ära in meinem Wohnzimmer mit diesem Film einzuläuten. Ja HD ist ein arg überstrapazierter Hype. Aber ja, 300 auf HD hat auch seine Kinnladen-Runterfall-Momente (vor allem für HD-Einsteiger wie mich).
So fängt es bereits bei dem Warner Bros. Logo am Anfang an. Während ich bei DVDs das glänzend glatte Metall des WB Schildes gewohnt bin, fliegt hier nun ein zerfurchtes, mit abblätterndem Goldlack versehenes Logo hinein. Ein Detailgrad, den ich bisher nur von der 3D Grafik der Xbox kannte. Bevor ich aber weiter von der Bildqualität schwärme, kurz zur Geschichte. "300" erzählt den Kampf des Spartanerkönigs Leonidas gegen die Perser bei der ersten Schlacht bei den Thermopylen.
Der Film basiert auf einem Comicbuch, was wiederum die Geschichte von Herodot etwas frei interpretiert. König Leonidas wird von einem Persischen gesandten aufgefordert, Sparta kampflos von den Persern annektieren zu lassen. Der stolze König schlägt das Angebot aus, indem er den Botschafter kurzerhand in einen riesigen Brunnen kickt.
Bevor er jedoch gegen die Perser in den Krieg ziehen kann, muss das Orakel befragt werden. Das Orakel ist jedoch von den Persern bestochen worden, und versagt Leonidas die Möglichkeit (legal) einen Krieg gegen die Perser zu führen. So unternimmt Leonidas kurzerhand einen kleinen "Spaziergang" zum Thermopylenpass und nimmt sich 300 "Bodyguards" mit.
Zunächst gelingt es ihm aufgrund der strategisch günstigen Engstelle die ersten Angriffe der Perser unbeschadet zu überstehen. Xerxes, als Anführer der Perser, der sich als König aller Könige und unsterblicher Gott sieht, bietet Leonidas nochmals an, sich zu ergeben, was der Spartaner natürlich wieder ausschlägt.
Lieber will er als freier Spartaner sterben, als König Spartas unter Xerxes Führung zu sein. Leonidas wird allerdings von Ephialtes, ein körperbehinderter Spartaner verraten. Am Anfang des Films wurde schon geschildert, dass nur starke und gesunde Spartaner-Babys überleben dürfen. Kranke oder mißgebildete Kinder würden getötet, damit Sparta eben nur kräftige gesunde Soldaten hätte. Die Bitte Ephialtes als Spartaner mitkämpfen zu können, um seinen Vater zu rächen, schlägt Leonidas aus, um die Verteidigung seiner Soldaten nicht zu schwächen (Ephialtes konnte das riesige Spartanerschild aufgrund seiner Behinderung nicht hoch genug halten).
Ephialtes verrät Xerxes einen Weg um die Thermopylen und sorgt so dafür, dass Leonidas mit seinen 300 Männern eingekesselt wird. Als kurz vor dem Angriff der Perser Leonidas von dem Verrat erfährt, schickt er den verwundeten Dilios zurück nach Sparta. Er soll von der Schlacht erzählen, damit ganz Griechenland von seiner tapferen Schlacht erfahren würde, auch wenn er nun dem Untergang geweiht war.
In Sparta versucht die Königin derweil den Senat zu überzeugen Truppen in den Krieg gegen die Perser zu senden, um Leonidas zu helfen. Als ein Mitglied des Senats als Verräter entlarvt wird, und die Niederlage und der Tod des Königs bekannt werden, ziehen die Spartaner nun mit einer riesigen Armee los, die "nur" 3:1 den Persern unterlegen ist, was für die Spartaner offensichtlich ein ausreichend faires Verhältnis ist. Die Bildqualität ist ein hervorragendes Beispiel, wie HD auszusehen hat. Gerade weil in dem Film kaum ein Bild nicht digital angetastet wurde, ist der Detailreichtum und die Gewaltigkeit der Bilder beeindruckend. In Nahaufnahmen sieht man jedes einzelne Barthaar und nicht mehr so eine verschwommen schattige Masse ums Kinn. Der "Tanz" des Orakels in dem Rauch zusammen mit dem wallenden Gewand ist atemberaubend.
Die riesigen Aufmärsche der Armeen machen mich schon heiß darauf, irgendwann einmal die Herr Der Ringe Trilogie in HD ansehen zu wollen. Der Klang ist trotz Stereo Downmix auf eine normale Stereoanlage immer noch rummsig genug. Könnte ich den Film länger behalten, hätte ich auch mal mein DTT3500 testweise anschließen können um das Spektakel in 5.1 Surround hören zu können.
Da ich wie gesagt das Laufwerk und die HD-DVD nur leihweise hatte, hatte ich keine Möglichkeit Menüs oder Untertitel und Sprachversionen zu testen. Das kommt dann mal nach, wenn ich mir den Kram demnächst selber kaufe. Was die Action im Film angeht: es geht brutal zu in der Antike. Speere werden in Körper gebohrt, Beine werden von Schwertern abgetrennt, Köpfe rollen und immer spritzen enorme Mengen Blut. Dazu noch die Mauer, die aus Steinen und anfänglich von Persischen Spähern bestand, und später ganze Berge von Leichen auf die Gegner gestemmt werden.
Es gibt außerdem noch Kampfnashörner, Elefanten und jede Menge Kampfgetümmel. Wer bei solch einem Gemetzel geschichtliche Akkuratheit oder eine anspruchsvolle History Doku erwartet, wird enttäuscht werden. "300" ist Popcornkino in Reinkultur.
Die Brutalen Kampfszenen werden eigentlich nur noch getoppt von den Markigen Sprüchen des Spartakönigs. Wie gelassen er im Angesicht des "Super-Königs" Xerxes das Maul aufreißt verdient schon einen "Last Boyscout"-Award. Es ist keine Komödie, aber gerade in Zusammenhang mit den im Netz kursierenden Parodien sind einige Szenen extrem unterhaltsam. Was die Romantik angeht: Nun ja, man sieht hauptsächlich fast nackte Spartaner mit Waschbrettbäuchen, und hin und wieder gutaussehende Frauen. Damit hat es sich auch schon. Wer also seine Freundin überzeugen will den Film zu sehen, kann sie nicht mit Schnulzszenen a la "Schlaflos in Seattle" oder ähnliches locken. Und ob Digital nachbearbeitete Sixpacks so attraktiv sind, ist auch fraglich.
Dafür ist der Spannungsfaktor um so höher. Dadurch, dass die Kamerafahrten im Kampfgetümmel dicht am Geschehen sind, und die Bösewichte übelst intrigieren, ist die Spannung bis zum Schluß gegeben. Allerdings, wenn man den Film einmal gesehen hat, ists auch schon 'rum mit der Spannung. Alles in Allem ist 300 ein klasse Film, der wie für die High Definition Ära geschaffen ist. Dank der digitalen Nachbearbeitung strahlen die Zähne der Darsteller weiß, glänzt der Schweiß besonders, und sehen die Landschaften bedrohlich aus. Kritisch wäre eventuell vorzuhalten, dass alle Darsteller mit köperlichen Behinderungen oder Entstellungen alles Bösewichte sind. Die Spartaner Armee als stahlharte Muskelpakete, die kranke Kleinkinder dem Tod übergibt um reine, makellose Spartanische Soldaten zu haben lässt einen gerade als Deutschen etwas bitter schlucken, gerade weil diese Spartaner in dem Film so patriotisch glorifiziert werden.
Wer aber bei einer Comic(!)-Verfilmung so tiefgründige Assoziationen sucht, sollte vom Kinonachbarn einfach solange mit Popcorn beworfen werden, bis er sich in sein Zimmer zum History Channel zurückzieht.
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11.08.2007 00:16
Hey. spitzen Bericht, liebe Grüße )
02.08.2007 16:14
Ich hab den Film im Kino gesehen. War echt klasse. LG Hendrik
02.08.2007 15:46
hiiii. mir hat der film gefallen. wie dein bericht. glg