** Ein 3096 Tage langes Martyrium **
29.03.2011
Pro:
interessant und ergreifend geschrieben
Kontra:
keine
Empfehlenswert:
Ja
 flubber
Über sich:
*** Danke für die vielen BHs! +++ Wer hat Interesse an 1:1 Lesungen??? +++ Hier gilt: No CIS - Pro ...
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Nachdem ich vor einigen Monaten erfuhr, dass Natascha Kampusch, das Opfer einer Entführung und jahrelanger Gefangenschaft, ein Buch herausbringen würde, stand für mich fest, dass ich dieses sehr gerne lesen würde. Und wie es der Zufall so wollte, konnten meine Eltern zu diesem Zeitpunkt hellsehen und schenken mir dieses Buch – ohne dass ich etwas zu Ihnen gesagt hatte – zum Geburtstag. Nun, nach etwa 6 Monaten kam ich endlich dazu, dieses Buch zu lesen. Im Folgenden berichte ich nun von meinen Eindrücken über „3096 Tage“.
°°Das Buch "3096 Tage"°°Das gebundene Buch "3096 Tage" wurde im List Verlag veröffentlicht und umfasst 284 Seiten. Diese Seitenstärke ist für ein gebundenes Buch nicht allzu stark, jedoch dadurch auch angenehm schnell zu lesen. Das Cover des Einbandes ist weiß und zeigt das Gesicht von Natascha Kampusch. Außerdem sind ihr Name, sowie der Buchtitel abzulesen. Auf der Rückseite des Einbandes befinden sich eine Inhaltsangabe, sowie die ISBN 978-3-471-35040-9.
°°Die Autorin Natascha Kampusch°°"Natascha Kampusch, geboren am 17. Februar 1988 in Wien, war Opfer einer der längsten Entführungen der jüngeren Geschichte. 2006 hat sie ihre Freiheit zurückerobert. Seither versucht sie, ein normales Leben zu führen. Im Frühjahr 2010 machte sie ihren Schulabschluss.“(Quelle: Innenteil des Einbandes zu "3096 Tage")
°°Was verrät die Zusammenfassung?°°"“Ich fühle mich nun stark genug, die ganze Geschichte meiner Entführung zu erzählen.“ Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen – 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben.Jetzt spricht Natascha Kampusch zum ersten Mal offen über die Entführung, die Zeit der Gefangenschaft, ihre Beziehung zum Täter und darüber, wie es ihr gelang, der Hölle zu entkommen.“ (Quelle: Rückseite des Einbandes zu „3096 Tage“)
°°Die Story°°Die Geschichte aus dem Buch „3096 Tage“ beruht auf einer wahren Begebenheit, bzw. das Entführungsopfer selbst, Natascha Kampusch, berichtet von den schlimmsten Jahren ihres Lebens. 1998 wird die kleine Natascha Kampusch von einem Mann entführt und in ein Kellerverlies gesperrt. Und es dauert mehr als acht Jahre, bis sie sich aus diesem Gefängnis befreien kann. Während ihrer Gefangenschaft erlebt sie Erniedrigungen, körperliche und psychische Gewalt, Isolation, tagelangen Essensentzug und vieles Schlimmes mehr. Um ihr Schicksal besser verarbeiten zu können und Interessierten von ihrem Martyrium zu berichten, erzählt die heute Erwachsene Natascha Kampusch in „3096 Tagen“ von ihren schlimmen Erlebnissen.
°°Meine Meinung und weiterführender Inhalt°°Als sich Natascha Kampusch 2006 im Alter von 18 Jahren ihre beraubte Freiheit wiederholte, hörte ich in den Nachrichten, dass ein seit 8 Jahren verschollen geglaubtes Kind wieder aufgetaucht ist. Eine wirklich unfassbare und beängstigende Geschichte, die aber auch mein Interesse weckte. Daher wollte ich auch unbedingt das Buch „3096 Tage“ der Entführten lesen. Meine Erwartungen an dieses Buch waren relativ hoch – ich bin im Vorfeld davon ausgegangen, dass Natascha Kampusch viele verschiedene Eindrücke, ihres jahrelangen Martyriums wiedergeben würde. Dass diese nicht beschönigt oder verharmlost werden, konnte man sich als Leser natürlich denken, immerhin wurde die Kleine damals entführt und viele, viele Jahre gefangen gehalten. Ihre Erfahrungen haben großes Interesse in mir geweckt, da ich vor dem Lesen des Buches nur relativ oberflächliche Informationen mitbekommen habe und wissen wollte, was in all den Jahren wirklich passiert ist.Ich muss sagen, dass ich mich zu Beginn gefragt habe, warum Natascha Kampusch zunächst von ihrer Kindheit erzählte. Im Laufe des Lesens wurde mir aber klar, dass sie ihr Verhalten in vielen Situationen auf ihre Erziehung und ihre Kindheit zurückführen konnte. Sie war damals ein pummeliges, verängstigtes und unsicheres Kind, welches in die Fänge, eines kranken, paranoiden Mannes geraten ist. Wolfgang Priklopil trichterte der Kleinen damals immer und immer wieder ein, dass er sie vor Böserem beschützt hätte, sie ihm dankbar sein müsse und dass ihre Eltern sie eh nicht suchen oder vermissen würden. Der Entführer sperrte Natascha in ein ausgebautes Kellerverlies und hatte die totale Kontrolle über sie: Über eine Zeitschaltuhr regulierte ER wann das Licht ein- und ausgeschaltet wurde, ER entschied, welche Kleidung sie tragen durfte, ER rationierte ihr Essen oder entzog ihr dieses sogar teilweise tagelang, ER entschied, wenn sie im Haushalt oder bei Bauarbeiten helfen sollte und ER war es, der sie regelmäßig mit Schlägen, Tritten oder Gegenständen brutal misshandelte. Das Lesen ihrer Erfahrungen war äußerst interessant, aber an vielen Stellen auch sehr erschreckend. Nicht nur einmal fragte ich mich, wie das kleine Mädchen so viele Jahre überleben konnte, wie sie so viele Brutalitäten und Erniedrigungen ertragen konnte. Und natürlich fragte ich mich als Leserin auch, wo der „Sinn“ in den Augen von Wolfgang Priklopil lag, Natascha zu entführen und gefangen zu halten. Natürlich kann es keinen wirklichen „Sinn“ für ein solches Verbrechen geben, aber oft haben Straftäter ja Beweggründe. Der Österreicher war anscheinend einfach paranoid und krank – er malte sich aus, wie er ein Mädchen so nach seinen Maßstäben erziehen konnte, dass sie ihm aufs Wort gehorchte. Er wollte seine Macht spielen lassen und alles sollte nach seinem Belieben geschehen. Unverständlich, wie ein Mensch zu solchen Taten fähig sein kann…„3096 Tage“ war eine sehr spannende und interessante, aber auch erschreckende Geschichte. Ich bewundere Natascha Kampusch nun noch mehr, als zuvor schon, denn wer ein solches Schicksal durchlebt und überlebt, muss sehr stark sein. Jeder, der sich für ihr Schicksal interessiert, wird dieses Buch in kürzester Zeit verschlingen.
°°Preis und Bezugsquelle°°Das gebundene Buch kostet im Buchhandel bzw. im Internet im neuen Zustand 19,95 Euro. Ich habe das Buch, wie bereits erwähnt, geschenkt bekommen. Natürlich kann man das Buch aber auch gebraucht bekommen. Neben dem Erwerb im Onlineshop und bei Online Auktionshäusern bieten sich auf Einkäufe in Buchhandlungen oder gebraucht auf dem Trödelmarkt an.
°°Fazit°°Bei dem Buch „3096 Tage“ handelt es sich um eine wahre Geschichte einer heute jungen Frau, die im Alter von zehn Jahren entführt und für mehr als acht Jahre gefangen gehalten wurde. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite interessiert. Die Erfahrungen, die Natascha Kampusch aus ihrer Zeit der Gefangenschaft berichtet, sind spannend, schockierend und interessant. Ich empfehle dieses Buch mit 5 von 5 Sternen weiter.Liebe Grüße Eure Nadine alias flubber
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29.10.2011 16:10
ich finde es toll ,dass sie so viel Kraft hat
23.07.2011 12:36
Schöner Bericht. Das Buch würde ich aber glaub ich nicht lesen. Zu deprimierend
19.07.2011 21:16
bh wird nachgereicht