Bodyswitch, 80s trifft 2004
11.09.2004
Pro:
Jennifer Garner, sympathische Schauspieler, Soundtrack, ordentlicher Humor
Kontra:
Vorhersehbarkeit, alt bekannte Klischeekiste, wenig innovativ
Empfehlenswert:
Nein
 Quines
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Überraschenderweise machte ich mich nach dem „Girls Club“ Debakel vor ein paar Wochen erneut in eine Sneak Preview, wohl wissend dass eigentlich nur „30 über Nacht“ (13 Going On 30) kommen könnte. Und so geschah es. Gary Winick, der mit „Pieces Of April“ einer meiner diesjährigen Sneak Favoriten produziert hatte, lässt in seiner neuen Bodyswitch Komödie viele alte und neue Klischees auferstehen, kann aber trotzdem mit Neuem und tatsächlich auch Komischen überraschen. Jenna Rink (jetzt: Christa B. Allen) ist eine typische Dreizehnjährige (anders als in Catherine Hardwickes „Thirteen“ wohlgemerkt) die um Aufmerksamkeit bei den Jungs und Anerkennung bei den gleichaltrigen Mädels wirbt. Sie ist genervt von ihren Eltern, ihren pubertierenden Körper wünscht sie sich schon ein paar Jahre weiter. In Matt (jetzt: Sean Marquette) hat sie einen engen und zutraulichen Freund, den sie als solchen schätzt, er sie aber bis über beide Ohren vergöttert. Als Jenna ihren dreizehnten Geburtstag feiert und sie bei den sog. „Six Chicks“, einer Bande hoch angesehener verzickter Girlies, ein wenig Eindruck schinden will, wird sie von diesen glatt übers Ohr gehauen. In einer Besenkammer im elterlichen Haus, wünscht sie sich unter herabrieselndem „Wunschpulver“, dass sie 30, sexy und erfolgreich ist. Ihren besten Freund Matt, hat sie alsdann schon nach draußen katapultiert.
Am nächsten Tag wacht Jenna (jetzt: Jennifer Garner) in einer fremden Welt auf. Sie steckt im Körper einer 30 jährigen mit dem Verstand eines Teenagers. Es ist, als habe sie einen Zeitsprung von 17 Jahren gemacht, eben noch im Jahr 1987, jetzt in 2004. Da sie sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern kann, fällt es ihr zunächst schwer, sich eine Identität zu geben und so fragt sie sich Schritt für Schritt durch, wer sie denn eigentlich ist und was mit ihr in den letzten Jahren passiert ist. Unglücklicherweise stellt sie fest, dass sie zwar alles hat wovon sie immer träumte, jedoch die Freundschaft zu Matt (jetzt: Mark Ruffalo) völlig zerbrochen ist. Sie hat keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern, der Chefredakteur Richard (Andy Serkis) für dessen Zeitschrift „Poise“ sie arbeitet, schätzt ihre dominante und selbst bewusste Persönlichkeit. Kurz und knapp wurde sie zu einem Biest, dass sie in jungen Jahren eigentlich nie sein wollte. Mit Hilfe von Matt versucht sie sich nun ein neues Image aufzubauen und ihre menschenfeindliche Vergangenheit hinter sich zu lassen, der sie ja nie begegnet ist. Glücklicherweise bewegt sich „30 über Nacht“ trotz seines sehr vorhersehbaren Charakters und überladener Klischees, im Rahmen des erträglichen. Die Geschichte um „Kind ist plötzlich erwachsen“ muss sicher nicht neu geschrieben werden. Man könnte dem Ganzen auch den Titel „80er trifft Neuzeit“ einräumen, denn hier wird eine, leider nur zaghaft erkennbare, Botschaft übermittelt, die mir persönlich ganz gut gefallen hat. Es geht ein wenig um Nostalgie, darum dass früher vielleicht wirklich einiges besser war. Das ist nicht nur unschwer an der Musik (fast nur 80er Jahre) zu erkennen, sondern auch an der Art wie sich Jenna in 2004 kleidet, wie sie lebt und wie sie denkt. Außerdem geht es um Entscheidungen, die eine komplette Zukunft verändern können und die so leider nicht mehr rückgängig zu machen sind.
Jennifer Garner wird der Rolle einer 13 jährigen im Körper einer 30 jährigen spielend gerecht. Sie wirkt sympathisch, nicht überzogen. Sie versprüht einen lockeren nicht allzu ernst zu nehmenden Scharm. Daneben der coole, sympathische und inzwischen recht attraktive Matt, der mit zu der frischen Atmosphäre des Films beiträgt. Sein Gesicht wird man in Collateral von Michael Mann wieder sehen. Was einer 13 jährigen im Körper einer 30 jährigen so alles widerfährt, ist eigentlich schon fast alles im Kinotrailer gezeigt worden. Beispielsweise wundern sich ihre zahlreichen Liebhaber darüber dass sie plötzlich im Bezug auf Männer wenig übrig hat. Wegen ihres neuartigen 80er Jahre Looks, wird sie ein wenig belächelt und die Nachbarskinder, allesamt 13, freuen sich über ihre Anekdoten und Frauengeschichten. Die Moral und das Ende von „30 über Nacht“ kommen sehr abrupt und wirken überheblich und zu dick aufgetragen. Da hätte man sicher einiges besser machen können.
Dagegen bedient sich der Film, im Gegensatz zu artverwandtem, keinerlei Fäkalwitze und baut stattdessen auf ein wenig originelleren und ansehnlicheren Späßen auf. Anspruch ist dagegen Mangelware, vorhersehbare Szenen reihen schon fast einander, so wird einem bereits nach 30 Minuten klar wie der Film wohl enden mag und wie es beispielsweise an Jennas Arbeitsplatz weiter gehen könnte. Die Charaktere, Gut und Böse, sind schnell verteilt, alte Zicken sind auch in der Neuzeit noch als solche erkennbar. Der heiße Kerl auf den die Teenager früher alle geflogen sind, ist übrigens inzwischen ein verfetteter schleimiger Taxifahrer geworden. So bleibt zu sagen, dass „30 über Nacht“ sicherlich kein großer Fang geworden ist. Aber die doch recht frische Komödie nimmt sich zum Glück nicht allzu ernst und kann mit sympathischen Charakteren und guter Musik doch ein wenig erfreuen. Für ein „empfehlenswert“ reicht es mir da aber noch nicht, denn nach wie vor erwarte ich, gerade von Bodyswitch Komödien, wesentlich mehr Innovation. Auf alle Fälle lässt sich auch ansatzweise so was wie einen Sinn erkennen. Es darf gelacht werden, Romantik ist auch ein wenig mit von der Partie. Dennoch würde ich vom Kinobesuch abraten und stattdessen die DVD die mit ein wenig Bonusmaterial über die recht manierlichen Schauspieler sicherlich ein wenig mehr zu bieten hätte, empfehlen. Wer sich vom Kinobesuch jedoch nicht abhalten lässt und zwischen „Girls Club“ und „30 über Nacht“, die sich im Punkto Klischees, Anspruch und wenig Innovation ja recht ähnlich sind, wählen muss, dem rate ich zu letzterem.
International Movie Database http://www.imdb.com/title/tt0337563/ 5 von 10 Punkten
Quines für ciao.com, filmbesprechungen.de
Bilder von 30 über Nacht (2004)
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02.10.2004 22:29
Ich fand den Film ganz Amüsant :-)
30.09.2004 22:13
Die komödie ist einfach süß, und gut gespielt aber primitiv
28.09.2004 17:53
Och, das klingt genauso wie ich das erwartet habe und vielleicht leih ich mir wirklich mal die DVD aus, denn es muss ja nicht immer soooo anspruchsvoll sein. Immerhin wirklich mal wieder eine Komödie die nicht mit Witzen unterhalb der Gürtellinie wirbt - das allein wäre schon das Ansehen wert. VG Katia