Mehr blaues Licht !
18.03.2006
Pro:
Kostengünstig, hohe Verabeitungsqualität, Datenpriorisierung für Internettelefonie
Kontra:
Nicht überall zu bekommen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Ausstattung
Benutzerfreundlichkeit
Zuverlässigkeit
Handbuch/Dokumentation/Hilfe:
Stromverbrauch:
 Strider
Über sich:
Mitglied seit:30.12.1999
Erfahrungsberichte:301
Vertrauende:15
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 26 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ein Gigabit-Switch? Für ein Heimnetzwerk ?! Im Bekanntenkreis stösst mein neuestes Spielzeug selbst bei den technisch Interessierten meistens auf Unverständnis. Der Rest will mit dem "Teufelszeug" ohnehin nichts zu tun haben. Dabei sind die Vorteile nicht von der Hand zu weisen: mit Gigabit Ethernet kann man grosse Dateien wie DIVX-Filme etc. erheblich schneller durch das heimische Netzwerk schleusen, als mit der herkömmlichen 100 Mbit Technik. Zudem sorgt bei den 3com Office Connect Gigabit 8 Switches eine ausgefeilte Datenpriorisierung dafür, dass man auch bei hoher Netzwerklast noch unbeschwert mit Skype / Sipgate über das Internet telefonieren kann - älteren Geräten fehlt dieses Feature und die Sprachqualität ist entsprechend schlechter. Ansonsten ist die Ausstattung des eleganten 3com Switches eher unspektakulär. Autosensing sorgt für automatische Aushandlung der Geschwindigkeit mit den angeschlossenen PCs, Auto Uplink (MDI/MDIX) auf allen Ports spart das Crossover-Kabel, wenn ein weiterer Switch oder Hub angeschlossen werden soll. Im Gegensatz zu einem Hub können diese Werte für jeden Port separat eingestellt werden - ein "langsamer" 100 Mbit Rechner oder 10 Mbit Printserver bremst also nicht gleich das ganze Netzwerk aus. Gigabit Verbindungen erkennt man sofort daran, dass am Switch die LED am jeweiligen Port von grün (100 Mbit) auf ein strahlendes Cobaltblau umschaltet - sehr stylish bei abgedunkelten Räumen :-) Da der 3com Office Connect ein sogenannter unmanaged Switch ist, muss und kann man an ihm nichts per Software konfigurieren. Echtes Plug & Play also: anschliessen, läuft ! Mit 75 Euro plus Steuer fiel der Preis für dieses Hightech Teil sehr moderat aus - vor nicht allzu langer Zeit musste man das noch für die alte 100 Mbit Technik investieren ! Ich habe das Ding bei Misco bestellt - es gab zwar noch drei günstigere Anbieter, aber die waren mir etwas zu dubios. Auf den Langener IT-Spezialisten kann man sich normalerweise verlassen und auch in diesem Fall hatte ich die Ware einen Tag nach Bestellung zu Hause.
Die Inbetriebnahme war wie gesagt völlig problemlos, der 3com benötig anders als viele Billig-Switches auch keinen nervenden Lüfter. Mit in der Packung sind spezielle Klammern, mit denen man den 3com Office Connect Switch mit anderen Geräten aus dieser Baureihe zu einem soliden Stapel verbinden kann. Der Abstand zwischen den Geräten ist dabei gross genug, um einen Wärmestau zu verhindern. Sehr praktisch. Der Netzwerk-Benchmark bescheinigte dem Gespann aus 3com Gigabit Switch und Intel Gigabit Netzwerkkarten ca. 400 Mbit/s. Das klingt zunächst enttäuschend, ist aber bei einer preiswerten Kupferverkabelung völlig normal. Die Verbindung wird zwar mit Gigabit aufgebaut und die Daten auch mit dieser Geschwindigkeit übertragen - das heisst aber noch lange nicht, dass sie auch heil ankommen ! Gigabit ist für ein herkömmliches 8 adriges Netzwerkkabel schon ein ziemlicher Stressfaktor - wobei das Problem eigentlich nicht die Kabel, sondern die antiquierten RJ45 Stecker sind. Die Kontakte liegen einfach zu eng zusammen für perfekte Übertragungsergebnisse. Bei Gigabit werden -anders als bei 100 Mbit- alle 8 Adern des Kabels zur Datenübertragung genutzt. Fast Ethernet benötigt nur 4. Dadurch liegen datenführende Kontakte direkt nebeneinander. Das war so ursprünglich nicht geplant, Gigabit über Kupfer war daher ein Kompromiss, um nicht die zigtausend Kilometer Kupferkabel, die in der Bananenrepublik Deutschland verlegt wurden, von heute auf morgen zu Sondermüll werden zu lassen. Es kommt also häufig zu Fehlübertragungen, mit der Konsequenz, dass die Verbindung neu aufgebaut werden muss, bis irgendwann die Datenpakete heil ankommen. Deshalb ist Gigabit nicht per se 10 mal schneller als Fast Ethernet. Wer die volle Geschwindigkeit geniessen will, muss Glasfaser einsetzen. Dummerweise ist nicht nur das Kabel, sondern auch die übrige Hardware erheblich teurer als die gute, alte Kupfertechnik. *Zu* teuer für den Hausgebrauch ! Aber die vierfache Geschwindigkeit von Fast Ethernet gegen geringen Aufpreis bringt auch schon einen kräftigen Leistungsschub. Von daher eine klare Kaufempfehlung für das schicke 3com Kästchen mit dem psychedelischen Beleuchtungseffekt. Oder wie es VW mal in einer Werbung ausgedrückt hat: MEHR BLAUES LICHT ! :-) In diesem Sinne !
Strider
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18.03.2006 18:39
Und wieder etwas schlauer...Klares sh. LG Sandy
18.03.2006 15:50
mir zuviel Technik :-)) SH!