Babyblauer Riese
17.09.2001
Pro:
Top Verarbeitung, Geschwindigkeit und Ausstattung
Kontra:
Etwas teuer, etwas laut, etwas hässliches blau
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Ausstattung
Benutzerfreundlichkeit
Zuverlässigkeit
Handbuch/Dokumentation/Hilfe:
Stromverbrauch:
 Strider
Über sich:
Mitglied seit:30.12.1999
Erfahrungsberichte:301
Vertrauende:15
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Eigentlich geht´s um den 4300 (das ist die 48 Port Version(. Aber da die Ausstattung bis auf die verdoppelte Portzahl identisch ist ist eine Bitte um Anlegen eines entpsrechenden Eintrages wohl nicht unbedingt nötig. Wie der Titel schon verrät, ist die im wahrsten Sinne des Wortes augenscheinlichste Neuerung der neuen Superstack III Reihe die Farbe: das Standard-Computergrau ist einem zarten babyblau gewichen. Geschmackssache - aber da der Switch ohnehin dazu bestimmt ist, mittels der im Lieferumfang enthaltenen Einbauwinkel eine Höheneinheit im 19 Zoll Schrank auszufüllen, fällt die Farbe meistens nicht auf. Dass die Superstacks nicht dazu bestimmt sind, einen Bürotisch zu zieren, wird einem spätestens dann klar, wenn man solch ein Ungetüm einschaltet.
Oder besser gesagt: wenn man das Netzkabel einsteckt - denn einen Ein/Aus-Schalter gibt´s beim 4300er nicht. Dafür zwei schöne 60mm Papst-Lüfter, die neben exzellenter Kühlung leider auch eine Geräuschkulisse produzieren, die jedwede Verbalkommunikation im Umkreis von 5 Metern nicht unerheblich erschwert. Auf der Frontseite finden sich wie bei allen Superstacks die RJ/45 Anschlüsse, die selbstverständlich Autosensingfähig sind ("Nway"), sich also alle auf Netzwerkgeschwindigkeiten von 10 und 100 Mbit einstellen können.
Im Gegensatz zu einem Hub bietet ein Switch dagegen die volle Bandbreite für *jeden* Port, d.h. er sendet den Datenverkehr nicht auf alle Ports "rund" (Kollisionen nehmen mit steigender Zahl der angeschlossenen Rechner zu, sondern analysiert die Datenpakete auf Ihren Adressaten hin, die Ihrerseits in einer sogenannten MAC-Tabelle gespeichert werden (MAC: Media Access Control Number, eine Art digitaler Personalausweis, der beispielsweise im Firmware-Chip jeder Netzwerkkarte unveränderbar eingebrannt ist und diese eindeutig identifizierbar macht). Sobald feststeht, wo das Datenpaket hin soll, schaltet der Switch (daher auch die Bezeichnung) eine kollisionsfreie Leitung zum Gerät mit der betroffenen MAC-Adresse, wobei für die Dauer der Verbindung die volle Bandbreite zur Verfügung steht, also bei den Standard-Ports 100 Mbit bzw. theoretisch 12 Megabyte pro Sekunde. Darüberhinaus verfügt der Superstack III 4300 auf der Rückseite über zwei Modul-Slots, in die man Erweiterungskarten (Glasfaser-Uplinkmodule für den Backbone-Datenverkehr etc.) einschieben kann. Weiterhin ist ein serieller Konsolenport vorhanden, über den man einen Rechner quasi als Bedieneinheit anschliessen und den Switch über Telnet konfigurieren kann.
Konfigurieren ? Jawohl ja. Der Superstack ist ein sogenannter Managed Switch, bei dem man über eine sogenannte SNMP (Simple Network Management Protokoll) Software (gehört zum Lieferumfang) den Datenverkehr auf dem Switch überwachen und steuern kann. So ist es beispielsweise in Verbindung mit entsprechenden Netzwerkkarten möglich, bestimmten Netzwerkanschlüssen Priorität einzuräumen ("Chefrechner"), sog. Priority-Tagging oder bei Serveradaptern mit mehreren Ports die Bandbreite zu bündeln (Port-Trunking).
Zudem ist ein sogenannter Stack-Port vorhanden, über den man weitere Superstacks andocken kann (sieht aus, wie ein SCSI-1 Anschluss). "Wozu ?", mag sich mancher fragen, "kann man nicht einfach ein gekreuztes Patchkabel nehmen und "uplinken" ?" Schon. Nur hat man dann zwischen den Switches nur eine 100 Mbit Verbindung. Nutzt man den Stackport, steht einem die volle Bandbreite der internen Switch-Elektronik zur Verfügung - und die liegt im Gigabit-Bereich. Damit wird der zweite Switch zur "Porterweiterung" des ersten Switches - insgesamt hat man also nicht zwei kleine Switche, sondern *einen grossen*. Wer mehr als zwei Switche "stacken" will, braucht ein sogenanntes Matrixmodul, das mehrere dieser Stackports enthält. Und natürlich kostet auch das Spezialkabel ("Stackin Cable") für jeden Switch extra.
A propos kosten: DM 4500,- bis 5000,- machen den grossen Superstack fürs private Netzwerk denn doch eher unattraktiv - aber wer nennt schon 48 PCs sein Eigen ? Alle Netzwerkadministratoren und sonstigen Zielgruppenangehörigen dagegen werden auch von der aktuellen 3com Produktlinie nicht negativ überrascht. Zudem ist die Kompatibilität zur Superstack II Reihe gewahrt.
In diesem Sinne - Happy Networkin´ !
Strider
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Verwandte Tags für 3Com Switch 3300MM 24-Port + Matrixmodul
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24.09.2001 11:41
Super Bericht über den 3COM von Dir. Würd ich glatt zur Krone vorschlagen, geht hier leider nicht. Wir sin vor etwa einem Jahr im Rahmen eines Umzugs und komplett neuem Netzwerk von 3COM zu Cabletron/Enterasys umgestiegen - mit gemischten Gefühlen im nachhinein. (siehe mein Bericht dazu) Der eine oder andere 3COM 3300 versieht aber immernoch treu seinen Dienst. Gruß Stefan
18.09.2001 15:41
der bericht hat mir echt sehr gut gefallen, hab sogar was dazu gelernt, wusste nicht dass die switches intern im gigabit bereich arbeiten. ist natürlich nicht schlecht und erhöht den durchsatz. nur daheim reicht doch mein "normaler" 8 port 10/100 mbit switching hub. grüsse KaLLaRaVE
17.09.2001 16:06
Wie klein ist doch mein 5 Port Switch zu Hause :) Hier auf Arbeit haben wir 3x 24 Portswitches von HP, glaube ich. Über ein einfachen Uplink, aber wäre ich hier Admin, würde sich eh ein wenig ändern, oder nutzt ihr noch nt Server?