3 Tenors With Mehta in Concert 1994 - Various

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3 Tenors With Mehta in Concert 1994 - Various

Various (Komponist) - 1 - CD - Eastwest - Warner Music - 19. August 1994 - 745099620028

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Erfahrungsbericht über "3 Tenors With Mehta in Concert 1994 - Various"

veröffentlicht 13.05.2013 | Silberrakete1812
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Ausgezeichnet
Pro Stimmengewaltig, sehr gutes Orchester, Musik löst Gedanken und Gefühle aus
Kontra Instrumente manchmal zu leise
besonders hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Eine Oper für Oma und Opa !?"

3 Tenors With Mehta in Concert 1994 - Various

3 Tenors With Mehta in Concert 1994 - Various

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

meine beste Freundin Julia meint, eine Oper sei etwas für ihren Großvater. „Ich schlafe gleich ein bei diesem Gejammer, das ist ja furchtbar“ hörte ich oft von ihr.
Und Oma ist der Meinung, Operngesänge seien etwas „für olle Lüe (hochdeutsch: für alte Leute [Oma wurde im März übrigens 80 Jahre alt]).
Ich muss dazu sagen, dass ihnen bis zum erstmaligen hören der hier vorgestellten, 1994 erschienenen CD nur zwei Opern bekannt waren, nämlich „Tosca“ von Giacomo Puccini und „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, womit ich nicht sagen möchte, dass diese Kompositionen grundsätzlich schlecht sind.
Meine treuen Leser wissen, dass ich neben meinen Lieblingsbands/-interpreten, die Rammstein, L´ ame Immortelle, Within Temptation, In Extremo u.v.a. heißen, auch einige Werke in der Welt der klassischen Musik sehr schätze.
Aber gehören unbedingt Opern bzw. Operngesänge dazu? Ihr werdet es gleich erfahren.
Zu etlichen Werken zeige ich Euch einen Auszug des Textes.


Das Konzert:


Das Live - Konzert der „Drei Tenöre“ ( Luciano Pavarotti, geb.: 12.10.1935 in Norditalien, verst.: 06.09.2007; José Carreras, geb.: 05.12.1946 in Barcelona; Placido Domingo, geb.: 21.01.1941 in Madrid), die gemeinsam mit dem Orchester Los Angeles Philharmonic und dem Chor der Los Angeles Music Center Opera unter der Leitung des weltbekannten Dirigenten Zubin Metha (geb.: 29.04.1936 in Mumbai) im Dodger Stadion in Los Angelus auftraten, entstand im Jahr 1994 zum Finale der Fußballweltmeisterschaft (Brasilien - Italien). In welchem Zusammenhang das Konzert und das WM - Finale standen, war mir bis dato unbekannt.
Erst meine Recherchen ergaben, dass die „Drei Tenöre“ eine gemeinsame Leidenschaft haben: Oper und Fußball.


Die Werke:


1. José Carreras: O Souverain, Ô Juge, Ô Père (Auszug aus „Le Cid [Akt 3]“ von Massenet)
„Allmächtiger, Richter, Vater“ - um es ins Deutsche zu übersetzen - erinnert mich ein stückweit an die Hoffnung des christlichen Glaubens, eine Anbetung, sowie ein Dank an den Allmächtigen, aber auch Zeichen der Vergänglichkeit der irdischen Reichtümer.

„Alles ist zu Ende. Mein herrlicher Traum
vom Ruhm, meine Träume des Glücks sind auf ewig vergangen…………“
„Allmächtiger, Richter, Vater,
Dein Bildnis allein will ich in meiner Seele tragen,
die ich in Deine Hände lege……….“

Der Beginn dieses Musikstücks wirkte beim erstmaligen Hören sehr monoton, fast schon langweilig. Der Gesang wird begleitet von sich eher im Hintergrund haltenden Streichinstrumenten. Blasinstrumente (evtl. Klarinetten) und lauter werdende Streicher verwandeln das Musikstück plötzlich und lassen es sehr gefühlvoll und „unter die Haut gehend“ klingen. Die Klarinetten lassen mich an ein weihnachtliches, sehr feierliches Kirchenkonzert erinnern, das ich vor vielen Jahren besuchte.
Die hoffnungsvoll klingenden Instrumente passen meines Erachtens optimal zum Text dieses Musikstücks.
Der Gesang wird ein weiteres Mal für wenige Sekunden von einer fast schon melancholisch klingenden Violine abgelöst, bevor das Musikstück mit der gewaltig klingenden Stimme von José Carreras, einem laut spielenden Orchester mit Streich-, Blas- und Schlaginstrumenten und einem tosenden Publikum endet.
Hier musste ich an meinen +Onkel+ denken, der selbst Violine und Klarinette spielte. Zwar haben wir dieses Musikstück nie zusammen gehört, kann mir jedoch vorstellen, dass er wie bei einem Chorkonzert, das von seinem Sohn dirigiert wurde, reagiert hätte: „Janni ist das schön. Janni das ist ja schön. Janni, das ist ja so was von schön“. Dabei hätte er mehrere Male hibbelig seine Arme verschränkt, vor „Fassungslosigkeit“ mit dem Kopf geschüttelt und sich ständig anders hingesetzt.


2. Plácido Domingo: Amor, Vida de mi Vida (Auszug aus „Maravilla“ von Moreno-Torroba)
„Liebe, Leben meines Lebens“ deute ich persönlich als Wehruf eines Menschen, der einer gescheiterten Liebesbeziehung, vielleicht aber auch einer zerbrochenen Freundschaft (ich finde, dass Freundschaft auch Liebe ist, die zum Lebensinhalt werden kann) nachtrauert.

„Liebe, Leben meines Lebens,
wie traurig, wenn man Lebewohl sagt!
Du nimmst mit Dir die Jugend dieser hoffnungslosen Liebe, der Liebe, deren Lauf Du nicht umkehren kannst…….“

Nach einer kurzen, mit Streichinstrumenten gespielten Einleitung, beginnt der Gesang des Tenors mit den deutlich hörbaren Worten: „Adiós, dijiste“ und wird im weiteren Verlauf von getragenen Streichinstrumenten und einem kurzzeitig einsetzenden Blasinstrument (evtl. Oboe) begleitet. Die Lautstärke der Stimme Domingos wechselt während dieses Stücks mehrmals und führt schließlich zum Abschluss, begleitet von Streichern und einer Trommel/Pauke.
Interessant ist, dass ich mit diesem Musikstück eine persönliche Geschichte in Verbindung bringe:
Meine gescheiterte Liebe zu Sophia, die ich heiraten wollte. Ich möchte sagen, sie war die wohl größte Liebe, die es in meinem bisherigen Leben gab.
(damit meine ich übrigens nicht(!) die 15jährige Silke, in die ich mich als 14jähriger verliebte. Eine Jugendliebe, die auf Einseitigkeit beruhte. Ich berichtete darüber).


3. Luciano Pavarotti: Pourquoi me Réveiller (Auszug aus „Werther“ von J. Massenet)
Zu Beginn dieses Musikstücks ist kurzzeitig eine Kesselpauke zu hören. Danach folgt eine kurze Pause und man könnte annehmen, der Paukenwirbel sei eine Aufforderung an das Publikum, nun ruhig zu werden und Pavarotti und dem Orchester zuzuhören. Nach dem melancholisch klingenden Anspiel einiger Streichinstrumente und einem Zupfinstrument, vermutlich Harfe, folgt der ebenso melancholische Gesang des Tenors, der nach den Worten

„Warum weckst Du mich auf, Du Frühlingshauch?
Auf meiner Stirn spüre ich Deinen Kuss,
und doch sind die stürmischen Tage des Leides
nicht fern!“

von Kesselpauken und Streichinstrumenten begleitet, seine Stimme erhebt, sie jedoch nach wenigen Sekunden wieder senkt.
Der Gesang wirkt nun durchweg melancholisch, in zeitlichen Abständen begleitet von Streichinstrumenten und Kesselpauken.
Zum Abschluss erhebt Luciano Pavarotti seine Stimme ein weiteres Mal und lässt das Musikstück in Begleitung von Streich- und Schlaginstrumenten zu einem laut applaudierenden Publikum ausklingen.
Ich persönlich finde dieses Musikstück sehr traurig klingend. Eine passende orchestrale Besetzung zu einem nicht unbedingt fröhlichen Text.
Auch diese wunderschöne Komposition lässt mich an Sophia erinnern, zumal die fröhlich-traurige Geschichte im Frühling ihr Ende fand.


4. José Carreras: With a song in my heart (Musik: Rodgers, Text: Hart)
Eine moderne Komposition, die zu Beginn aus Streich- und Schlaginstrumenten und einer Chorbegleitung, besteht.
J. Carreras wird nach seinem durchweg fröhlichen Gesang mit orchestraler Begleitung von einem beschwingt klingenden, Freude ausstrahlenden Chor abgelöst.
Für einen Moment stelle ich mir vor, dass ich mit einem Menschen, den ich vor kurzer Zeit an einem sehr vertrauten Ort kennen lernte, über eine Wiese mit bunten Blumen, blühenden Kirschbäumen, zwitschernden Vögeln und Schmetterlingen laufe. Auch der erneut einsetzende Tenor in Begleitung von Chor, Schlag- und Streichinstrumenten und der gewaltig klingende Abschluss ändert nichts an meinen glücklichen Gedanken.

„Mit einem Lied im Herzen
schaue ich in Dein reizendes Antlitz……..
……..Wenn die Musik anschwillt
berühre ich Deine Hand:
Sie sagt mir, dass Du ganz nah bist……..“

Ihr hört sicherlich, dass ich dieses Musikstück sehr intensiv auf mich wirken lasse und es eine starke, romantische Vorstellungskraft in mir auslöst.


5. Plácido Domingo: Granada (Musik und Text von Lara)
Kesselpauken, Streichinstrumente und kurzzeitig leise erklingende Bläser eröffnen dieses Musikstück.
Zwar war ich noch nie in Spanien und habe Granada außer im Fernsehen oder auf Fotos noch nie gesehen, dennoch kann ich mir durch die schwungvollen Klänge dieses Werks vorstellen, selbst dort zu sein.
Der Gesang des Plácido Domingo beginnt mit den Worten „Granada“, wobei das Publikum sofort „unter die Haut gehend“ applaudiert. Kaum hörbar wird er begleitet von Streichinstrumenten.
Nach wenigen Sekunden steigern sich Stimme und Streichinstrumente, bevor das Orchester kurzzeitig komplett verklingt. Ich betone kurz.
Es folgt der beschwingte Gesang zusammen mit Streich-, Schlag- und Blasinstrumenten, bevor das Musikstück unter lautem Beifall endet.

„Granada, dessen Erde getränkt ist
vom Blut des Stierkampfes,
Du Weib, in Dir liegt der Zauber
maurischer Augen……….
……Granada, Dein Land ist erfüllt
von schönen Frauen, von Blut und Sonne.“


6. Luciano Pavarotti: Non ti scordar di me (Musik: De Curtis, Text: Furnó)
Dieses Werk wird eingeleitet von einem Blasinstrument, evtl. Oboe oder Klarinette, und leisen Streichern. Als ich das Stück zum ersten Mal hörte, war mir eines klar: Diese Komposition ist sehr traurig.
Bereits der Beginn lässt mich an den herbstlichen Garten meiner Eltern erinnern. Bunte, jedoch sterbende Blätter und verdorrte Blumen. Aber auch die leere Sitzecke, von der nur ein Stück Rasen und graue Betonplatten geblieben ist, erscheint mir in meinen Gedanken.

„Die Schwalben sind fort geflogen
aus meinem kalten, sonnenlosen Land,
sie suchen die Feilchen im Frühling
und frohe Liebesnester………
………Vergiss mich nicht,
mein Leben ist mit Deinem vereint.
Ich liebe Dich mehr und mehr,
in meinen Träumen lebst Du weiter….“

Meine Mutter stand einmal vor den Herbstfeuern im Garten und schaute zu, wie verblühte Astern ihren letzten Weg fanden und zu Asche wurden. Mit gesenktem Haupt sagte sie traurig: „Tja, das war es mal wieder.“

Der Gesang, der von getragenen Streich- und schwach hörbaren Blasinstrumenten begleitet wird, bleibt fern von jeder Freude. Kurzzeitig hebt das Orchester seine Lautstärke und kündigt nach meinem Empfinden einen Stimmungswechsel an.
Doch die Worte „Non ti scordar di me“ erklingen erneut und das Musikstück wirkt auf mich wie zu seinem Beginn: Einfach nur traurig, dennoch wunderschön!


Die drei Tenöre - A Tribute to Hollywood ---Track 7-10
(Texte liegen mir leider nicht vor)


7. My way (Musik: Revaux & Francois, Text: Anka)
Die tragisch klingenden Streich- und Blasinstrumente zu Beginn lassen mich sofort an ein unschönes Ereignis aus dem Jahr 2000 erinnern. Der zwölfjährige Sohn eines Bekannten verstarb nach schwerer Krankheit. Das Stück „My way“, das für den Jungen eines der schönsten Lieder war, wurde beim Auszug aus der Kapelle zum Grab von der Orgel vorgetragen.
Der Gesang wird von Streich- und Blasinstrumenten, evtl. Oboe oder Klarinette, die sich kurz vor Ende des Musikstücks in der Lautstärke steigern, begleitet.
Der abschließende, gemeinsame Gesang der drei Tenöre lässt mich mit einem Kopfschütteln reagieren. Ein Kopfschütteln vor Überwältigung, wie ich es mir von meinem +Onkel+ angenommen habe.
Das Applaudieren des Publikums finde ich im Gegensatz zu anderen Werken auf dieser CD eher getragen. Es klingt für mich so, als hallte das Lied in den Köpfen und Herzen nach und regte sehr zum Nachdenken an.


8. Moon River (aus dem Film „Breakfast at Tiffany´s“, Musik: Mancini, Text: Mercer)
Ein kurzes Musikstück, das sehr vielen bekannt sein dürfte.
Ähnlich wie in „Granada“ applaudiert hier das Publikum bereits zu Beginn des Gesangs.
Allerdings hat dieses Werk auf mich eine eher schwache Wirkung. Zwar stellte ich mir zu Beginn einen vom Mond hell erleuchteten Fluss vor, doch bleiben nach meinem Empfinden die Streich- und Blasinstrumente und der Gesang kontinuierlich monoton, obwohl die Stimmen wechseln. Erst der vom Orchester begleitete, gemeinsam gesungene Abschluss bewirkt in mir ein „Gänsehaut - Feeling“
Ein applaudierendes Publikum ist hier nicht zu hören, da sofort der nächste Titel folgt.


9. Because (Musik: D´Hardelot, Text: Lockton)
Eröffnet wird das Musikstück mit Blas- und Zupfinstrumenten, evtl. eine Harfe. Dieses Werk wirkt auf mich ein stückweit romantisch, insbesondere der Einsatz von Violinen nach dem einleitenden Gesang.
Die wechselnden Stimmen mit den sich in der Lautstärke hebenden und wieder senkenden Streichinstrumenten haben neben der Romantik einen melancholischen Unterton.
Der Schlag einer Kesselpauke eröffnet den gemeinsamen Abschlussgesang der Tenöre, die vom gewaltig klingenden Orchester begleitet werden und schließlich einen großen Beifall bekommen.
Dieses Musikstück gehört nicht unbedingt zu meinen Favoriten, doch lässt es in meinen Gedanken einen besonderen Menschen erscheinen. Ich spreche von dem Menschen, den ich bereits in „With an song in my heart“ ansprach.


10. Singin in the Rain (Musik: Brown, Text: Freed)
Das Lied beginnt schwungvoll fröhlich mit Blasinstrumenten, während im Hintergrund das noch applaudierende Publikum zu hören ist.
Sehr heiter beginnt auch der Gesang der drei Tenöre und ist fortlaufend, bis ein ebenso beschwingter Chor die Hauptrolle übernimmt und die Stimmen der Tenöre deutlich in den Hintergrund stellt.
Der anschließende gemeinsame Gesang von Chor und Tenören zusammen mit Streich-, Blas- und kurzzeitigen Schlaginstrumenten lässt das Werk sehr unruhig werden und klingt für mich persönlich nicht nach Freude, sondern eher Nervosität.
Auch wenn die Solisten und das Orchester dieses Werk wundervoll vorgetragen haben und ich jene absolut nicht kritisieren möchte, mag ich dieses Lied überhaupt nicht.


11. José Carreras: Tu, ca nun chiagne (Musik: De Curtis, Text: Bovio)
Sanfte Blasinstrumente, ich vermute Klarinette, und ein Zupfinstrument eröffnen dieses Werk. Beim Beginn der getragenen Stimme von Carreras kann ich mit einem Lächeln im Gesicht die Augen schließen und mich in eine andere Welt begeben. Nicht etwa, weil ich den Text kenne, sondern weil ich ein sehr weites Vorstellungsvermögen habe. Hand in Hand mit einem besonderen Menschen durch eine verzauberte Nacht mit silbern blinkenden Sternen am Himmelszelt spazieren gehen.
Doch die Stimmung wechselt abrupt mit dem Einsatz von melancholisch klingenden Streichinstrumenten. Die Stimme des Carreras, die von den Streichern, einige Male kaum hörbar von Kesselpauken, begleitet wird, löst nun in mir eine gewisse Bedrücktheit aus. Aber natürlich ist das Empfindungssache.
Die süße, anfängliche Stimmung kehrt jedoch zurück und Streich- und Blasinstrumente lassen mich eher an etwas Angenehmes denken. Dem Gesang folgend kann ich wieder die Augen schließen und gehe Hand in Hand durch die bereits angesprochene Nacht.

„Wie schön ist der Berg heute Nacht,
nie habe ich ihn so schön gesehen……………
…………..Du, die nicht weint und die mich weinen macht,
wo bist Du heute Nacht?
Ich will bei Dir sein………………
…………….Und alles schläft oder ist tot,
nur ich bin wach
weil die Liebe wach ist“

Als der Gesang des Carreras für kurze Zeit verstummt, kündigt sich ein weiterer Stimmungswechsel durch Streich- und Schlaginstrumente an. Melancholie bestimmt für einen weiteren Moment das Musikstück, bevor das Finale erklingt. Mit seiner wundervoll gewaltig klingenden Stimme beendet der Tenor mit voller orchestraler Begleitung dieses einzigartige Musikstück und bekommt den größten Applaus, den ich bisher auf dieser CD gehört habe.


12. Plácido Domingo: Vesti la Giubba (Auszug aus „Pagliacci“ von Leoncavallo)
Die eröffnenden Schlag- und Streichinstrumente und der kurz darauf folgende, für mich recht monotone Gesang des Tenors lassen das Musikstück düster, fast schon bedrohlich und im Hintergrund melancholisch klingen. Das zuletzt Genannte ist nicht verwunderlich, denn das Werk spricht von einem Fassadetragenden Mann, einem Clown, dessen Aufgabe es ist, die Menschen zum lachen zu bringen und dabei seine eigenen Gefühle in den Hintergrund stellt. Nach dem zum Musikstück gehörenden Lachen des Clowns, hier natürlich vorgetragen durch den Solisten, folgen leise, noch immer bedrohlich klingende Schlaginstrumente.
Ich war beim erstmaligen hören gespannt, ob auf die Klänge der Kesselpauke das Orchester oder die Stimme des Tenors folgen wird. Das Werk wird fortgeführt durch den Gesang des Plácido Domingo mit Begleitung von schwach klingenden Streichinstrumenten und wird zunehmend melancholischer.

„Mach Scherze aus Deinem Leiden, Deinen Tränen;
verkehre die Seufzer der Qual in Grimassen…
Lache, Bajazzo, über Deine verlorene Liebe!
Lache über die Pein, die Dein Herz vergiftet!

Zum Schluss erhebt sich die Stimme des Tenors, die das Musikstück durchweg tieftraurig enden lässt.
Noch bevor der letzte Ton verklingt, ist das applaudierende, jubelnde Publikum zu hören.
Ein weiteres Werk, das ich mit einer persönlichen, sich vor mehreren Jahren ereigneter Geschichte, in Verbindung bringe.


13. Luciano Pavarotti - Nessun Dorma! (Auszug aus „Turandot [Akt 3]“ von G. Puccini)
Das zweimalige Nessun Dorma des einleitenden Chors und die darauf folgenden Streichinstrumente lassen das Werk sehr geheimnisvoll klingen. Es erinnert mich an ein altes Schloss, in dem aus der Ferne Gesänge erklingen. Zwar spricht das wunderschöne Werk, das von L. Pavarotti ebenfalls mit einem zweimaligen Nessun Dorma mit sofortigem Applaus gesanglich eröffnet wird, von einer Prinzessin, doch geht aus dem Text nicht hervor, dass es sich um eine Prinzessin aus einem Märchen bzw. Königshaus, handelt.
Der fortführende Gesang, der schwach hörbar von Streichinstrumenten und einer Kesselpauke begleitet wird, wirkt auf mich eher monoton, fast schon langweilig. Erst als die Stimme sich erhebt, nimmt meine Begeisterung mit einem Kribbeln im Körper zu.
Nur am Rand: Normalerweise stehe ich (im Gedanken) auf der Bühne und begleite mit meiner „Luftgitarre“ und fliegender Kurzhaarfrisur die donnernden Klänge meiner Lieblingsband Rammstein, hier aber sehe ich mich als Tenor, der das Publikum applaudieren lässt :-)

Keiner schlafe! Keiner schlafe!
Auch Du, Prinzessin, in Deiner kalten Kammer,
blickst auf die Sterne,
die vor Liebe zittern
und vor Hoffnung.
Doch mein Geheimnis in mir bleibt verschlossen,
keiner soll meinen Namen erfahren…………..

Nach meinem Empfinden zeigt/zeigte Luciano Pavarotti mit der Stimme voller Ausdruckskraft und Leidenschaft sein ganzes Können, das vom Publikum zu Recht bejubelt wird.
Es folgt eine kurze Ablösung durch den geheimnisvoll klingenden Chor, bevor der Tenor mit lauter Stimme, voller orchestraler Begleitung, einem deutlich hörbaren Kesselpaukenschlag und einem vor Freude schreienden Publikum das Werk beendet.
Als ich das Stück zum ersten Mal hörte, sagte ich mit Tränen in den Augen zu mir selbst: „Wie geil ist das denn. Es ist so schön, so unbeschreiblich schön, so etwas habe ich noch nie gehört.“
Ich möchte sagen, dass es das gewaltigste Werk auf der CD ist, sowohl gesanglich, als auch orchestral.


Die drei Tenöre - Around the World ---Tracks 14-25
(Texte dieser sehr kurzen Stücke liegen mir leider nicht vor)


14. America (aus der „West Side Story“, Musik: Bernstein/Text:Sondheim)
Das Stück, das vielen bekannt sein wird, beginnt sehr unruhig mit Schlag-, Streich- und Blasinstrumenten.
Nicht nur, weil ich den Titel kenne, sondern im Allgemeinen erinnert es mich an die Unruhe und Hektik auf Amerikas bzw. New Yorks Straßen.
Kurz nach Beginn des schnellen, sich im Text wiederholenden Gesangs der drei Tenöre applaudiert das Publikum, während das Orchester ohne Minderung seiner Lautstärke und Geschwindigkeit die Solisten begleitet.
Mit einem Kesselpaukenschlag und einem applaudierenden Publikum endet das Werk.
Das Lied habe ich wegen seiner Unruhe verbreitenden Art nie gemocht. Zwar haben es die drei Tenöre mit grandioser Stimmenkraft vorgetragen, dennoch gewinnt es nicht meine Sympathie.


15. All I ask of you (aus „Phantom der Oper“, Musik: Lloyd Webber/Text: Stilgoe & Hart)
Das Werk wird von Streichinstrumenten eröffnet und nimmt kurz darauf beim Einsatz eines Blasinstruments, evtl. Klarinette, fast schon melancholische Züge an.
Die sich im Gesang abwechselnden Tenöre werden von Blas- und leise hörbaren Streichinstrumenten begleitet.
Ich empfinde dieses schöne Musikstück als entspannend, auch wenn die Solisten gemeinsam mit voller orchestraler Begleitung kurz vor dem Abschluss erheblich an Lautstärke gewinnen. Einer der Tenöre lässt das Werk verklingen.


16. Funiculi, Funicula (Italienisches Volkslied, Musik: Denza/Text: Turco & Zanardini)
Bereits vor dem erstmaligen Hören dieses kurzen italienischen Musikstücks dachte ich mir: „Das klingt nach Unruhe und ist mit Sicherheit überhaupt nicht mein Geschmack.“ Und siehe da: „Das Stück ist überhaupt nichts für mich, jedenfalls nicht bis zu einem bestimmten Moment.“
Zwar spielt das Orchester sehr melodiös, doch empfinde ich den Gesang, der bereits zu Beginn beklatscht wird, viel zu monoton, regelrecht nervig. Das ist keine Kritik an den Tenören bzw. am Orchester, sondern eher am Komponisten.
Doch was war das? Die drei Tenöre wurden plötzlich lauter, das Orchester nahm an Beschwingtheit zu, so dass es in mir ein Gefühl von Freude auslöste. Ich sah mich als Dirigenten auf der Bühne stehen und voller Freude den Taktstock bewegen. Selbst mein Körper bewegte sich ganz unbewusst mit. Nach einer 5 im Schulnotensystem verbessere ich auf 2.
Voller Ausgelassenheit beenden die Tenöre mit voller orchestraler Besetzung und lauten Kesselpaukenschlägen bei applaudierendem Publikum das Musikstück.


17. Sous les ponts de Paris (Französisches Lied, Musik: Scotto/Text: Rodor)
In der Eröffnung des französischen Musikstücks sind deutliche Blasinstrumente, evtl. Klarinette oder Oboe, zu hören, die nach wenigen Sekunden von getragenen Streichinstrumenten abgelöst werden. Als der ruhige Gesang der Tenöre beginnt, treten die Klänge des Orchesters für kurze Zeit in den Hintergrund, bevor erneut die Streicher zusammen mit einem Blasinstrument, ich meine eine Tuba zu hören, die dominierende Rolle übernehmen. In einem ganz kurzen Augenblick wirkt das Musikstück auf mich ein wenig melancholisch, bevor die drei Tenöre gemeinsam mit voller orchestraler Besetzung den Abschluss bilden.
Ich kann nicht behaupten, dass ich dieses Musikstück besonders mag. Zwar höre ich es mir an, doch löst es überhaupt kein Gefühl oder eine gedankliche Vorstellung aus. Von Pavarotti, Carreras und Domingo ist es allerdings schön vorgetragen worden und bekam berechtigt einen großen Applaus.


18. Brazil (Samba und Titelmelodie des Films „Brazil“, Musik: Barroso/Text: Russill)
Das Musikstück ist meines Erachtens typisch brasilianisch, denn schnelle dominierende, Trompeten und Schlaginstrumente bilden eine hektische, dennoch melodiöse Eröffnung.
Die Tenöre singen ausgesprochen schnell und werden von einem ebenso temporeichen Orchester begleitet. Streich- und Schüttelinstrumente, evtl. Rasseln, und ein stimmengewaltiger Chor, der nur aus Frauen zu bestehen scheint, haben sich dazugemischt.
Dieses Lied ist sehr beliebt beim Karneval in Rio, wo bunt kostümierte Menschen den Samba auf den Straßen tanzen.
Das laute, schnelle Lied mit seiner phantastischen Stimmen- und Instrumentengewalt gehört in „Around the World“ zu meinen Lieblingsstücken.
Auch wenn ich noch nie in Brasilien war, löst es in mir ein „Gänsehaut - Feeling“ aus.


19. Be my Love (aus dem Film „Toast of New Orleans“, Musik: Brodszky/Text: Cahn)
Eine Einleitung aus Schlag-, Blas- und Streichinstrumenten lässt in meinem Kopf romantische Gedanken entstehen, in denen die junge Frau, die ich vor kurzem an einem sehr vertrauten Ort kennen lernte und bereits so oft erwähnte, dass ich nun ihren Namen „Janine“ verrate, und ich Hand in Hand voller Glückseligkeit durch die von Mond und Sternen erstrahlten Nacht laufen. Sternschnuppen zeichnen ihren Silberschweif am unendlichen Himmelszelt und es scheint, als sollten diese Stunden nie ein Ende haben.
Ein rot leuchtendes „J+J= Forever Love“ verziert Millionen von Lichtern und küsst danach den Horizont. Janines Augen sehen wie verzaubert aus, voller Freude glänzend und mit unbeschreiblicher Schönheit. Als die Sonne aufgeht und die Sterne im hellen Schein des Morgens ihr Leben lassen müssen, glänzen Janines weißblonde Haare wie Silber und Gold zusammen. Sie hat Sophias Bann gebrochen und ich habe mich - Ihr werdet es geahnt haben - vor kurzem in sie verliebt!
Der folgende, abwechselnde Gesang der Tenöre, der von sanften Streichern und späterem Einsatz von Blas- sowie Schlaginstrumenten begleitet wird, löst in mir ein Zittern der Freude aus und lässt die besagten Schmetterlinge fliegen.
Nach 1:40 Minuten übertönt der laute Beifall des Publikums die letzten Klänge der Musikinstrumente.
„Brazil“ gehört zu meinen Lieblingsstücken in Around the World, doch kann ich es mit meiner Begeisterung und Freude für „Be my Love“ nicht gleichsetzen.


20. Marechiare (italienisches Lied, Musik: Tosti/Text: Di Giacomo)
Eine hektische Eröffnung mit Streich- und Blasinstrumenten, etwa Klarinette und Tuba, ein Gesang, der mehrfach das Tempo wechselt, meines Erachtens zuviel.
Es mag komisch klingen, doch muss ich bei diesem Stück an den Chef einer unweit von mir entfernten Pizzeria denken.
„Der ist das beste Beispiel für das italienische Temperament“ meint ein Freund von mir. Hektisch, sich beim sprechen „überschlagend“, aber auch kurze ruhige Momente habend, bevor „das Ganze“ von vorn beginnt.
Nach dem mehrfachen Tempowechsel in der Musik folgt ein sehr getragener, fast schon melancholischer Gesang der Tenöre. Das Orchester spielt mit seinen Streichern nur weit im Hintergrund eine Rolle. Allerdings erhöht sich das Tempo von Gesang und Instrumenten schnell wieder, was für mich nicht überraschend ist. Die hektische Eröffnung wird wiederholt, erneut erklingt der Gesang der drei Tenöre. Noch vor dem Abschluss durch Streichinstrumente und dem lauten Schlag einer Kesselpauke ertönt lauter Jubel und Beifall des Publikums.


21. Lippen schweigen (Auszug aus „Die lustige Witwe“, Musik: Lehár/Text: Léon & Stein)
Dieser Wienerwalzer mit seinen leise beginnenden Streichinstrumenten, die anschließend dauerhaft im ¾ Takt hörbar sind, löst eine frohe Stimmung und romantische Gedanken aus. Ähnlich wie in „Be my Love“ gehen Janine und ich Hand in Hand glücklich durch die Zeit, durch Sommer und Winter, durch Tag und Nacht.
Für einige Momente sind nur Geigen zu hören, bevor die Tenöre Verstärkung durch einen Chor, und die Streichinstrumente durch Bläser und Trommelwirbeln bekommen.
Das Musikstück wird zunehmend lauter und hektischer, bevor es mit erhobener Stimme und Beifall des Publikums beendet wird.
Zwar haben es die Solisten sehr gut vorgetragen, doch ist es für mich ein Werk mit Mittelmaß. Die erste Hälfte ruhig und romantisch, die andere Hälfte hektischer und zu laut.


22. Santa Lucia Luntana (neapolitanisches Lied aus 1919, Musik & Text: Mario)
Beginnend mit Streichinstrumenten und einer kurz hörbaren Klarinette wirkt das Lied beruhigend, ist aber ein wenig melancholisch klingend. Allerdings hat es einen „Gänsehautcharakter“.
Zum ersten Mal seit Beginn dieser CD kann ich eine Flöte als Gesangsbegleitung hören. Die Streicher treten eher in den Hintergrund. Interessant ist auch, dass die Tenöre für kurze Momente ohne instrumentale Begleitung singen und ich erstmals ihre volle Gesangsintensität ohne jedes Nebengeräusch auf mich wirken lassen kann.
Einfach überwältigend mit einem langen Nachhall in meinen Ohren.
Zum Abschluss vergehen die melancholischen Züge. Gesang und Instrumente, überwiegend Streicher, werden schneller, dennoch nicht lauter. Anders als bei den anderen Musikstücken ist, dass das Publikum erst nach dem letzten Ton applaudiert.


23. Those were the Days (Musik & Text: Raskin)
Dieses Lied ist mehrfach gecovert worden und wurde mir vor vielen Jahren durch die Schlagersängerin Alexandra (1942-1962) bekannt, die zu dieser Zeit allerdings lange verstorben war.
Hätte ich es beim erstmaligen Hören dieser CD durch das Booklet nicht gewusst, hätte ich zu Beginn nie „Those were the Days“, sondern eher eine alte Zigeunerweise vermutet. Während das Lied von Alexandra eher unruhig ist, wird es hier von einer einzelnen, sehr melancholisch klingenden Violine eingeleitet, deren Melodie mich an ein Musikstück des Komponisten Sarasate erinnert.
Doch das Lied gewinnt an Geschwindigkeit in instrumentaler, so auch in gesanglicher Hinsicht, so dass es für mein Empfinden zu schnell, unruhig und nervenaufreibend klingt. Das Orchester scheint mit voller Besetzung zu spielen. Auch ein viel zu schneller Chor begleitet die Tenöre und Musikinstrumente, bevor überraschenderweise eine weitere Wende eintritt, die nur von kurzer Dauer sein sollte. Für einen Moment vereinen sich Tenor und Instrumente zu einem Lied beruhigender Wirkung, bevor der laute und hektische Chor das Werk beendet.


24. Te quiero Dijiste (spanisches Lied, Musik & Text: Grever)
Die monotonen Instrumente, hauptsächlich Bläser und Streicher, lassen sofort ein sehr langweiliges Werk vermuten. Es scheint, als sollte auch der Gesang nichts daran ändern.
Erst im weiteren Verlauf nimmt die Geschwindigkeit der Tenöre zu und die Melodie wird interessanter, wenn auch melancholisch klingend.
Begleitet wird der Gesang weiterhin von Streichinstrumenten und schwach hörbaren Bläsern, bevor das Musikstück kurz darauf beendet ist und vom Publikum einen eher gemäßigten Beifall erhält.
Ich mag das Lied nicht.


25. Torna a Surriento (Italienisches Volkslied, Musik & Text: De Curtis)
Noch für das vorangegangene Werk Beifall klatschend kommt das Publikum in den Genuss eines weiteren Musikstücks.
Bläser, evtl. Tuba, eröffnen gemeinsam mit Streichern und einem schwach hörbaren Kesselpaukenschlag in romantischer, fast melancholischer Art das Werk.
Der wunderschöne Gesang wird durchweg von sich sehr im Hintergrund haltenden Streich- und Blasinstrumenten begleitet.
Für mich unvermutet heben plötzlich Orchester und Tenöre ihre Stimmen.
Große orchestrale Besetzung mit Kesselpaukenschlägen lassen mich auch hier mit großer Begeisterung den „Taktstock“ nehmen und die Musiker dirigieren. Doch meine Anweisungen als Dirigent werden weniger, als fast alle Instrumente schweigen.
Die Stimme des Tenors wird ruhiger, orchestral haben Bläser und Streicher nun Vorrang. Zum Finale erheben sich die Stimmen ein weiteres Mal, Schlaginstrumente ertönen und das Musikstück wird beendet.
Für mich ist „Torna a Surriento“ eine Entschädigung für „Te quiero Dijiste“.


Zugaben


26. La Donna É Mobile (Auszug aus „Rigoletto Akt 3“, Musik: Verdi, Text: Piave)
Das Werk beginnt mit Streichinstrumenten, die im Walzertakt gespielt werden, bevor die Tenöre ihre Stimmen erheben und die Streicher in den Hintergrund treten.

„Die Frauen sind unbeständig
wie Federn im Wind,
leicht ändern sie ihre Worte
und ihre Meinung……………
…………..Unglücklich wird der,
der sich auf sie verlässt,
der ihnen leichtgläubig
sein Herz anvertraut…………..“

Nach einem kurzen Moment bekommen die Streichinstrumente Unterstützung durch Bläser, ich meine, dass es sich um Klarinetten handelt.
Als die Tenöre schweigen, wiederholt sich der Walzertakt, der das Werk eröffnete.
Danach wird der Gesang wie zu Beginn dieses Musikstücks fortgesetzt.
Placido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras haben das La Donna É Mobile mit Unterstützung des Orchesters in einzigartiger Weise vorgetragen, dennoch möchte ich erwähnen, dass ich diese Komposition noch nie gemocht habe. Ich finde sie sehr monoton und kann den Inhalt des Textes nicht bestätigen.


27. Libiamo Ne´ Lieti Calici (Auszug aus „La Traviata - Akt 1, Musik: Verdi, Text: Piave)
Diese Komposition beginnt heiter mit Streichinstrumenten, die im ¾ Takt, d.h. Walzertakt, spielen. Besonders gut gefällt mir hier, dass am Beginn noch immer das jubelnde Publikum zu hören ist.
Während des abwechselnden, perfekten Gesangs treten die Streicher, die durchweg im ¾ Takt spielen, weit in den Hintergrund.

„Lasst uns aus den Bechern der Freude trinken,
die von Schönheit umkränzt ist,
und die flüchtige Zeit
berausche sich an der Lust………………..
………………Mit Euch kann ich meine Zeit
gelassen verbringen,
alles auf Erden ist sinnlos,
was nicht Genuss ist……………..“

Ich bin mir nicht sicher, doch will dieses Stück meines Erachtens dazu auffordern, das Leben „in vollen Zügen“ zu genießen, bevor es vorbei ist.
Als der Gesang der Tenöre nach kurzer Zeit von einem Chor begleitet wird, entstehen Beschwingtheit und Heiterkeit und ich bemerkte beim Hören nicht, dass ich mich im ¾ Takt mitbewegte.
Das fröhliche Werk bekam verdienterweise einen großen Applaus und ich habe - obwohl ich beim Live Auftritt nicht dabei war - zu Hause mitapplaudiert.


Das Booklet:


Das Booklet umfasst 31 Seiten. Hier gefällt mir besonders, dass die abgedruckten Texte jeweils in den fünf Landessprachen Deutsch, Italienisch, Französisch, Englisch und Spanisch erscheinen.
In der Mitte des Booklet ist ein doppelseitiges Foto mit Orchester, Chor, den Tenören und Zubin Metha zu sehen, das ich aus urheberrechtlichen Gründen nicht abfotografiert habe.


Fazit:


"Eine Oper ist etwas für meinen Großvater" behauptet meine beste Freundin Julia.

Zum Abschluss meines Berichts und mehrmaligem Hören dieser CD stelle ich diese Behauptung ein weiteres Mal in Frage.

Ich kenne einige Menschen, die in einer Oper ein „Geleiere“ oder „Die Arie vom nackten Hamster“ sehen.
Dieses Konzert beweist jedoch etwas Anderes.
Ich sehe hier etwas ganz Phantastisches, einzigartig Schönes, auch wenn ich einige Werke wie zum Beispiel „Te quiero Dijiste“ oder „America“ an sich nicht sonderlich mag. Letzteres bezieht sich auf die Komposition und die vorliegende Partitur, nicht auf den wundervollen Gesang der Drei Tenöre und das perfekt musizierende Orchester unter Leitung von Zubin Metha.

Ich möchte dieses Konzert beschreiben als „unter die Haut gehend“, schwungvoll, melancholisch, Heiterkeit und Freude verbreitend, tragisch, nachdenklich, in Ausnahmefällen langweilig oder hektisch“.
Im Großen und Ganzen ist es einfach nur schön.
Durch den mehrfachen Wechsel zwischen Oper, internationalen Hits und Volksliedern mit neuer instrumentaler Besetzung und den damit verbundenen Stimmungswechseln, wird das Konzert bzw. die CD nie oder nur sehr selten langweilig.
Ich denke, dass für jeden Menschen jeder Alterstufe, egal welchen Geschlechts, der sich nicht grundsätzlich gegen Operngesänge/Tenöre sträubt, etwas dabei sein dürfte. Tenöre/Bariton/Bass/Sopran etc. gelten für mich wegen ihrer Stimmen zwar als Operngesang, dennoch heißt es nicht, dass es sich grundsätzlich um Oper/-auszügen handelt.

Meinen absoluten Favoriten in gesanglicher, so auch instrumentaler Hinsicht, habe ich bereits beschrieben, doch finde ich ihn so einzigartig schön präsentiert, dass ich ihn zum Abschluss noch einmal nennen möchte: Nessun Dorma! (Track 13)

Ebenfalls dazugehörend ist "Be my Love (was mit Sicherheit auch damit zutun hat, dass ich mich vor einigen Tagen in Janine, die ich an einem sehr vertrauten Ort kennen lernte, bis über beide Ohren verliebt habe - siehe Beschreibung des Tracks 19 :-))))))

In Memoriam + L-u-c-i-a-n-o P-a-v-a-r-o-t-t-i +

Ich vergebe sämtliche Sterne und spreche natürlich eine Kaufempfehlung aus!

****************************************************

„Eine Oper ist also etwas für Deine Großeltern, so meintest Du doch, meine Beste“ sagte ich, worauf Julia mich anlächelte und sich „die Rädchen im Kopf“ zu drehen schienen. Sie umarmte mich und flüsterte mir ins Ohr: „Das nehme ich zurück, die Gesänge sind wunderschön.“


********************************
Ich hoffe, dass Euch mein Bericht gefallen hat und bin gespannt auf Eure Bewertungen und eventuellen Kommentare, über die ich mich sehr freuen würde.

***********************

Viele Grüße an Euch
Jan alias Silberrakete1812


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Ciaochsi veröffentlicht 21.04.2017
    in BH-Warteliste aufgenommen
  • diecordu veröffentlicht 26.10.2015
    Ein Bericht der in meinen Augen eigentlich einen Diamanten verdient hätte, da er wunderbar anschaulich die einzelnen Stücke beschreibt und die dadurch ausgelösten Gefühle erlebbar macht. Sehr gerne die Höchstbewertung von mir und einen lieben Gruß zum Wochenbeginn :-)
  • EICC veröffentlicht 20.12.2014
    wie schön - ich höre sie auch sehr gerne.lg eva
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Produktdaten : 3 Tenors With Mehta in Concert 1994 - Various

Produktbeschreibung des Herstellers

Various (Komponist) - 1 - CD - Eastwest - Warner Music - 19. August 1994 - 745099620028

Haupteigenschaften

Titel: 3 Tenors With Mehta in Concert 1994

Künstler: Carreras; Domingo; Pavarotti

Komponist: Various

Genre: Chor / Lied

Medium: CD

Set-Inhalt: 1

Veröffentlichungsdatum: 19. August 1994

Label: Eastwest

Vertrieb: Warner Music

EAN: 745099620028

Titel auf CD 1

1.: Le Cid (Oper in 4 Akten) (Auszug) (Live)

2.: Maravilla (Live) (Auszug)

3.: Werther (Live) (Auszug)

4.: Spring is Here (Live) (Auszug)...

5.: Granada (Live)

6.: Non Ti Scordar Di Me (Live)

7.: "a Tribute to Hollywood" (Medley) (Live)

8.: Moon River

9.: Because

10.: Singin' in the Rain

11.: Tu, Ca Nu Chiange (Live)

12.: I Pagliacci (Live) (Auszug)

13.: Turandot (Live) (Auszug)

14.: "Around the World" (Medley) (Live)

15.: All I Ask of You

16.: Funiculì, Funiculà

17.: Sous Les Ponts De Paris

18.: Brazil

19.: Be My Love

20.: Marechiare

21.: Lippen Schweigen

22.: Santa Lucia Luntana

23.: Those Were the Days

24.: Te Quiero Dijiste

25.: Torna a Surriento

26.: Rigoletto (Live) (Auszug)

27.: La Traviata (Live) (Auszug)

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