48 Stunden Langeweile
06.10.2007
Pro:
Story
Kontra:
zu viele Wiederholungen; zu detaillierte Personenbeschreibungen etc
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 Paukenfrosch
Über sich:
Mitglied seit:19.11.2002
Erfahrungsberichte:1294
Vertrauende:233
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 135 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die ersten beiden Thriller von Kate Pepper habe ich bereits gelesen. Ich fand sie so gut, weil so spannend, daß ich mir auch umgehend Kate Pepper´s dritten Thriller besorgt habe. Diesen habe ich nun auch gelesen: "48 Stunden"von Kate Pepper * * * * *Die Autorin --------------- Kate Pepper wurde in Frankreich geboren. Aufgewachsen ist sie in Massachusetts und New York. In New York lebt sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Neben ihrem schriftstellerischen Dasein gibt sie auch Kurse in kreativen Schreiben.Anbei ihre Werke: "5 Tage im Sommer" (2005) "7 Minuten zu spät" (2006) "48 Stunden" (April 2007)"3 Wochen bis zur Wahrheit" wird im Oktober 2007 erscheinen. * * * * * *Allgemeine Infos zum Buch ------------------------------------ Kate Pepper´s Thriller "48 Stunden" erschien bereits im April 2007 beim Rowohlt Taschenbuch Verlag unter der ISBN 3-499-24430-8. Es umfaßt 383 Seiten und kostet 8,90 €.* * * * * * Klappentext ----------------Nach einem Streit mit ihrer Schwester Susan verschwindet die vierzehnjährige Lisa spurlos. Susan und ihr Mann Dave, ein New Yorker Polizist, suchen vergeblich nach ihr. Als am nächsten Tag ein rätselhafter Brief eintrifft, wird klar: Lisa ist entführt worden. Und der Brief stammt offenbar von demselben Täter, der schon einmal ein Mädchen entführt hat - dem einzigen Mörder, den Dave nie gefaßt hat ... * * * * * Inhalt & Meinung ---------------------- Der Klappentext beschreibt schon mal grob, was einen in diesem Thriller erwarten wird. Doch wer Kate Pepper kennt, der weiß, daß es stets verzwickte Familiengeschichten und verwirrte Gehirne in ihren Büchern gibt. So auch in diesem, denn die 29 jährige Susan und die 14 jährige Lisa streiten sich nicht nur mal so. Susan erzählt Lisa, daß sie eigentlich nicht Schwestern, sondern Mutter und Tochter sind. Ihre Eltern bzw. jetzt ja Großeltern haben sie adoptiert. Diese Geschichte ist für mich nicht neu, habe ich sie doch damals in unserem Dorf selbst miterlebt, als ein Mädchen in der 9. Klasse schwanger wurde und ihre Eltern ihr Enkelkind adoptiert haben. Von daher ist diese Geschichte für mich nachvollziehbar.Lisa, die seit einem Jahr bei ihrer Schwester in NY wohnt, verläßt überstürzt die Wohnung und kommt nicht mehr zurück. Der erste Gedanke ist natürlich, daß sie ausgerissen ist, aber das paßt nicht zu ihr. Als Dave von der Arbeit nach Hause kommt und von dem Vorfall erfährt ist er doppelt geschockt. Zum einen beunruhigt ihn selbstverständlich Lisas Verschwinden, doch hat er auch mit der Nachricht zu kämpfen, daß seine Frau Lisas Mutter ist, hatte sie es ihm doch bisher verschwiegen. Die zuständige Polizeiwache wird über den Vorfall informiert, Lisa gilt als vermißt, zumal sich Spuren finden, die auf eine Entführung schließen lassen. Und nun beginnt die Jagd, die 48 Stunden dauern soll.Kate Pepper schreibt stets sehr flüssig und bedient sich einer einfachen Wortwahl. Das macht das Lesen ihrer Bücher immer recht angenehm. Relativ kurze Kapitel, hier durchschnittlich 10 Seiten pro Kapitel, erleichtern das Lesen auch zusätzlich, zumal in ihnen kaum ein Szenenwechsel stattfindet. Schade in diesem Thriller ist allerdings, daß hauptsächlich die Ermittlungsarbeit und Spurensuche der Polizei beschrieben wird. Insgesamt gibt es nur 3 Kapitel, die den Leser zu Lisa führen und das auch erst nach knapp der Hälfte des Thrillers. Man weiß also gar nicht, wie es Lisa geht und was ihr geschieht. Hier hätte man weitaus mehr Spannung aufbauen können. Kate Pepper beschreibt Menschen und Situationen immer sehr genau. Man kann sich somit stets in die jeweiligen Personen und Situationen hineinversetzen, Gefühle, Gedanken und Aktionen nachvollziehen. Doch fand ich dies in ihren ersten beiden Thrillern noch recht gut, so hat sie diesmal über die Stränge geschlagen und mit ihren zu detaillierten Personenbeschreibungen den Thriller unnütz in die Länge gezogen. So manches Mal dachte ich: Eh, komm mal auf den Punkt! Spannung war das nicht mehr, es war schon nervig. Sicherlich gehen Susan unendlich viele Gedanken durch den Kopf, aber wen interessiert die eine ermittelnde Polizistin, die ebenfalls mit 15 Jahren ein Kind geboren hat? Ihre private Lebenslage hat mit dem eigentlichen Geschehen des Buches nämlich gar nichts zu tun. Und natürlich geht auch Dave viel durch den Kopf. Zum einen ist er Polizist und scheint mit dem Fall "Lisa" überfordert, vermutet er doch, daß er der Mörder ist, den er vor einem Jahr nicht dingfest machen konnte. Andererseits stellt er sein Privatleben und seine Liebe zu Susan in Frage. Doch Kate Pepper beschreibt seine Gedanken so, daß Dave einem fast als frauenverstehendes Weichei vorkommt. Welche Frau, bitte schön, möchte so einen Mann?Als total nervig empfand ich auch, daß gewisse ermittelte Fakten immer wieder auf´s Neue erwähnt werden. Wird etwas zweimal erwähnt, dann sollte es genügen, ab fünf mal platzt mir der Kragen. Das wirkt ermüdend und erweckt wirklich den Eindruck, daß Kate Pepper einen Thriller schreiben wollte, der etwas länger ist, als ihre vorherigen. Doch dann, liebe Frau Pepper, sollte man inhaltlich etwas aufstocken, nicht aber alles wiederholen. Das bringt die Handlung zum Stagnieren und schläfert den Leser ein. Kate Pepper baut ihre Romane immer chronologisch auf. Zeitsprünge, die einen verwirren könnten, gibt es nicht. Doch war die Tätersuche sonst immer ein kleines Rätsel, so scheint es hier von Anfang an offensichtlich, in welche Richtung die Tätersuche zu erfolgen hat. Ins Visier der Polizei gerät nämlich umgehend nach Susans Geständnis der Erzeuger Lisas, dem Susan eigentlich damals erzählt hatte, sie hätte abgetrieben.Zusehends verfestigen sich die Indizien gegen diesen Peter Adkins, der nun polizeilich gesucht wird. Doch ist er auch der gesuchte Mörder von vor einem Jahr? Das ist nun wirklich die einzige Frage, die ganz zum Schluß geklärt wird, ansonsten ist leider alles vorhersehbar. Leider! Und so komme ich leider nicht umhin, diesem Kate Pepper-Thriller nur 3 Sterne zu geben. Man kann ihn lesen, man muß ihn aber nicht gelesen haben. ( 29. September 2007 )
Bilder von 48 Stunden / Kate Pepper
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20.10.2007 19:04
Danke für den Tipp, so mit ist das Buch von meiner Wunschliste gestrichen, lg schlumpf
12.10.2007 17:46
Eine durchdachte und umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Werk. Alles im überzeugenden Stil und mit treffender Wortwahl. BG elguwi
08.10.2007 16:45
Auf der einen Seite liebäugel ich schon mit dem Buch, aber auf der anderen Seite ist das Interesse auch ein wenig abgeflaut, na vielleicht schaue ich da doch mal rein, aber erst, wenn ich meinen bisher angesammelten Stapel durch habe, ~~ BH ~~ für Dich, glg Chrissy