So wird getunet!

5  22.04.2002

Pro:
Schnell unterwegs sein, Spaß am Fahren und Schrauben

Kontra:
Verboten im Straßenverkehr

Empfehlenswert: Ja 

RollaHaiza

Über sich:

Mitglied seit:22.04.2002

Erfahrungsberichte:6

Vertrauende:2

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Erstmal vorweg: Das entdrosseln bzw. tunen von Rollern ist nicht erlaubt und man fährt nach Änderungen ohne jeglichen Versicherungsschutz, und ohne ABE rum. Wenn man dann erwischt wird bekommt man eine Anzeige, entweder wegen fahren ohne Fahrerlaubnis und/oder fahren ohne gültige Versicherung und Betriebserlaubnis.

Man kauft sich einen 50ccm Roller entweder als normalen 50er (max. 45 kmh) den man mit dem M-Führerschein fahren kann, oder die gedrosselte 25kmh Version (Mofa). Damit man einen Roller (erstmal) ohne Geld auszugeben schneller bekommt, muss man den entdrosseln. Die meistverwendete Drossel ist der Distanzring. Die sitzt in der Variomatik zwischen den Variatorscheiben (unter dem Keilriemen) Um diese zu entfernen, muss man den Getriebedeckel (wo sich der Kickstarter befindet) abschrauben. Dann sieht man vorne die Variomatik. Mit Geschick kann man die blockieren und öffnen. Das Blockieren ist hier wichtig, weil die Vario anders nicht auf geht, da sich der ganze Motor (Kurbelwelle) mitdreht. Hat man die dann geöffnet, muss man den Keilriemen runternehmen und den Ring der sich dort befindet, rausnehmen. Anschließend alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen, nur halt ohne den Varioring.
Der Auspuff ist ebenfalls ein "beliebtes" Drosselbauteil am Roller. Es gibt dort mehrere Dinge die den Roller langsamer machen.
Das Blindrohr (aus Resonanzrohr genannt) ist ein Rohr, das sich am Krümmer befindet und im nichts endet. Es ist am Ende zugeklemmt. So werden Gasschwingungen erzeugt die den Motor daran hindern, höhere Drehzahlen zu erzeugen. In den unteren Drehzahlen zieht der Motor wie gewohnt kräftig. Dieses Rohr sägt man zuerst ab, schweißt eine Platte auf das Loch und damit es unauffällig bleibt, sollte man das Resonanzrohr wieder draufschweißen.
Es gibt auch die Möglichkeit das Rohr am Anfang mit einem Schraubstock abzuklemmen. Das ist dann die Methode wenn man kein Schweißgerät zur Verfügung hat.
Vorne im Krümmer befindet sich meist ein Konusstück. So "passen weniger Abgase durch" und damit wird Leistung geschluckt. Diese Konusdrossel entfernt man indem man die Schweißpunkte, an denen die Drossel fest gemacht ist, entfernt. Das kann man entweder mit einem Hammer und Meisel machen, oder mit einem Dremel "abfeilen". Diese Drossel bring wie das Blindrohr ein Leistungsplus in den höheren Drehzahlen.
Neuere Modelle besitzen einen Katalysator. Dieser ist zwar gut für die Umwelt, aber schlecht für die Leistung. Also kann hier nur ein Sportauspuff helfen falls man Leistung will.
Manchmal ist auch eine Abgasrückführung verbaut, wie beim neuen Piaggio NRG MC3 oder Gilera DNA. Es ist ein dünneres Rohr das in einen kleinen schwarzen Luftfilterähnlichen Kasten führt. Das drosselt den Motor ebenfalls. Zu Tuningzwecken kann dieser Nebenluftfilter offen gelassen werden.
Fast alle Roller sind durch die Verbindung zwischen Vergaser und Motorraum (Ansaugstutzen) gedrosselt. Es wird (eher selten) eine Scheibe vor den Ansaugstutzen verbaut. Meist wird aber ein Ansaugstutzen mit niedrigeren Durchlass genommen. Da hilft das Auffräsen oder der Austausch durch einen offenen Ansaugstutzen. Kostet meistens nur 15 Euro und bringt bessere Beschleunigungswerte.

Diese Art von Drosselung ist meist in Mofa-Rollern zu finden. Durch den Distanzring müsste der Roller extrem hoch drehen weil er schon früh seine "höchste" Übersetzung erreicht. Durch den elektr. Drehzahlbegrenzer wird die Zündkerze bei einer bestimmten Motordrehzahl ausgeschaltet. So kann der Motor nur bis zu einer bestimmten Drehzahl drehen. Bei jedem Rollermodell ist die Drossel anders angebracht, und daher jedes Mal anders zu entdrosseln. Hier eine (noch) kleine Auswahl an Modellen und Drosselanleitungen:


TGB, Pegasus, manche Kymco und manche Morini:
Braunes Kabel an der CDI durchschneiden.

Peugeot Speedfight 1 (Motorradland):
Die Drossel sitzt meistens direkt neben der Batterie. Alle vier Kabel durchschneiden (grün, rot, schwarz und blau). Nun die Drossel rausnehmen, und das schwarze und blaue Kabel verbinden und gut isolieren. Die anderen beiden Kabel verstecken und isolieren.

Peugeot Speedfight 2 (Motorradland):
Die Drossel sitzt meistens direkt neben der Batterie. Alle vier Kabel durchschneiden (grün, rot, schwarz und blau/gelb). Nun die Drossel rausnehmen, und das schwarze und blau/gelbe Kabel verbinden und gut isolieren. Die anderen beiden Kabel verstecken und isolieren.

Piaggio/Gilera (Alpha-Technik):
Die Drossel sitzt meistens irgendwo in der nähe der CDI an der linken Seite des Rollers. Alle vier Kabel durchschneiden (gelb, grün, rot und blau) und die Drossel entfernen. Jetzt nur noch das gelbe und grüne Kabel miteinander verbinden und die anderen beiden gut isolieren.

Aprilia Di-Tech:
Das ist nicht direkt e-Drossel, aber man kann hier die elektrisch geregelte Einspritzdüse, Drosselklappe und anderes einstellen. Dies kann man jedoch nur beim Händler machen lassen. Speziell für Aprilia Händler wurde ein Kabel und eine Kassette (Game Boy *g*) für den Di-Tech hergestellt. Das Kabel wird am Lenker mit dem Diagnose-Kabel des Rollers verbunden und man kann mit dem Game Boy sämtliche elektr. Teile einstellen, bzw. optimieren. Hier kann 10% Leistungssteigerung rausgeholt werden. Nachteil ist, das diese Arbeit ausschließlich vom Aprilia Händler gemacht werden kann.

Yamaha Aerox:
Rechte Seitenverkleidung abschrauben. Da drunter befindet sich die CDI. Am Kabelbaum ist noch ein schwarzes kleines Kästchen. Das muss rausgenommen werden (die beiden Kabel ab) und dann die beiden "offenen" Kabelenden die im Roller übrig geblieben sind, zusammenstecken.

Honda X8R (Motorradland):
Als erstes die Scheinwerferverkleidung abnehmen. Rechts unten (in Fahrtrichtung) sieht man die CDI. Dort in der Nähe befindet sich auch die Blackbox (Drossel). Alle Kabel abschneiden. Das grüne und rote Kabel isolieren. Das Blau/Gelbe und schwarze Kabel verbinden. Danach die Drossel entfernen.


Bei Rollern, die auf Mofa gedrosselt sind, ist meist oberhalb des Gasschiebers ein Ring, der den Gasschieber blockiert. So kann der Gasgriff nur bis zur Hälfte seines eigentlichen Spieles gedreht werden. Diesen Ring muss man dann entfernen. Eine genaue Anleitung kann man nicht schreiben, wie man den Gasschieber auseinanderbaut, weil es ein sehr kleines Teil ist, das bei jedem Roller anders zusammengebaut ist. Also ist hier Geschick gefragt...
Bei neueren Rollern ist eine goldene Scheibe zwischen Luftfilter und Vergaser, die den Lufteinlass verringern soll. Diese kann entfernt werden indem man den Luftfilterkasten öffnet, den Luftfiltereinsatz herausnimmt, und dann mit einer Spitzzange die Scheibe rauszieht. Es muss nicht die Vergaserhauptdüse geändert werden! Man kann es aber trotzdem machen. Bei Piaggio Motoren ist es sogar besser, denn die volle Leistung beim entdrosselten Roller wird erst erreicht wenn die Hauptdüse 4 Nummern größer gewählt wird.

Das waren die häufigsten Drosseln, sind eigentlich relativ einfach zu entfernen.

Nun zum Tuning (Nach Tuningmöglichkeiten aufgelistet):

Der Ansaugstutzen...
...ist die Verbindung zwischen Motorgehäuse und Vergaser. Durch den Unterdruck des Kolbens wird das Benzin/Luftgemisch aus dem Vergaser in das Kurbelgehäuse gesaugt. Meistens ist Serienmäßig ein Ansaugstutzen mit schmaleren Durchlass verbaut. Es hilft da nur einen neuen "offenen" Ansaugstutzen einzubauen. Für extremere Tuningzwecke, wo man jeden km/h und die bestmögliche Beschleunigung erreichen will, gibt es den sog. geraden Ansaugstutzen. Er hat eine kürzere Resonanzlänge und bringt daher ein besseres Ansprechverhalten. Bei High End Parts wie Polini Evolution oder Hebo Manston ist das eigentlich Pflicht diesen Ansaugstutzen zu nehmen. Meistens ist der Ansaugstutzen durch eine Abrissschraube gesichert. Sieht meistens danach aus als ob man die nicht so leicht abgeschraubt bekommt, und sägen, bohren ... muss. Bei den meisten Abrissschrauben braucht man nur eine Rohrpumpenzange, mit der sollte es recht einfach sein die Schraube zu öffnen.
Unterhalb des Ansaugstutzens zeigt der Membranblock ins Kurbelgehäuse. Durch den Unterdruck des Kolbens werden die Membranplättchen geöffnet und durch die Löcher strömt das Benzin/Luftgemisch ins Motorgehäuse. Die Membranplättchen öffnen und schließen sich mehr als 8000 mal pro Minute, so ist der Verschleiß der Teile recht hoch.
Serienmäßig sind die Membranplättchen aus Metall. Diese halten lange aber wenn die kaputt gehen, reißen sie meistens Kolben und Zylinder mit in den Tod. Deshalb sollte man Carbon-Plättchen wählen. Diese halten zwar nicht so lange wie Metall-Plättchen, aber wenn sie kaputt gehen, fallen sie durch den Auslass in den Auspuff. Carbon-Plättchen haben außerdem ein besseres Ansprechverhalten das sich bei 70ccm Zylindern gut bemerkbar macht.
An den Ansaugstutzen kann eine Boost Bottle angeschlossen werden. Sie verhindert das Überfetten des Motors. Das ist hilfreich bei stärker getunten Motoren. Fällt die Drehzahl bei geöffnetem Vergaserquerschnitt unter die Drehzahl, bei der die beste Füllung erreicht wird, so fließt Gemisch aus dem Kurbelwellengehäuse zurück in den Ansaugstutzen. Das zurückfließende Gemisch wird nun dort erneut mit Kraftstoff angereichert (es wird fetter). Die Boost Bottle erzeugt einen Schwingraum. Das zurückfließende Gemisch wird durch den Schwingraum der Boost Bottle aufgenommen und es fließt nicht mehr in den Vergaser zurück. So ist im fast gesamten Drehzahlbereich die optimale Gemischzusammensetzung garantiert.

Kupplung und Getriebe:
Diese Bauteile übertragen die Drehzahl der Kurbelwelle, also die Leistung des Motors auf das Hinterrad. Automatikroller haben eine sog. Fliehkraftkupplung. Diese Kupplung besteht aus 3 Kupplungsbelägen, die mit Federn verbunden sind und aus einer Kupplungsglocke, die sich außerhalb der Kupplung selbst befindet. Wenn nun die Motordrehzahl steigt, und die Kupplung sich dreht, dehnen sich die Federn. Bei einer bestimmten Drehzahl berühren dann die Kupplungsbeläge die Glocke und der Roller fährt an. Nun braucht man nur logisch zu denken um zu wissen, das härtere Kupplungsfedern erreichen, das die Kupplung erst bei höheren Drehzahlen packt. Härtere Kupplungsfedern (rote/grüne Federn im Bild) sind dafür da, um die optimale Beschleunigung aus dem Roller rauszuholen (Abstimmung). Bei fast allen Sportauspuffanlagen ist es nötig, die Federn zu wechseln, weil im unteren Drehzahlbereich Leistung verloren ging (durch den neuen Auspuff). Zwischen Getriebe und Kupplung befindet dich die Wandlerscheibe.
Zwischen Getriebe und Kupplung befindet dich die Wandlerscheibe. Es sind wie bei der Variomatik Scheiben, die nach innen Kegelförmig gewölbt sind. Der Unterschied ist, das hier nicht die Fliehkraft die Scheiben zusammen wandern lässt, sondern das der Keilriemen sie auseinander drückt. Die Scheiben werden von einer Feder zusammengehalten. Diese Gegendruckfeder ist zwischen Kupplung und Wandlerscheibe. Wird der Motor in seiner Leistung gesteigert, kommt es meistens dazu, das der Keilriemen durchrutscht, also muss eine härtere Gegendruckfeder eingebaut werden. Sie dient zur Abstimmung. Falls eine härtere Gegendruckfeder eingebaut wird, ist es ratsam schwerere Gewichte zu benutzen, sonst dreht der Motor zu hoch.
Hinter der Kupplung befindet sich das Getriebe. Es besteht aus Zahnrädern, die die Aufgabe haben, die Drehzahl der Kupplungswelle in einem vernünftigen Verhältnis zu reduzieren. Die Länge der Untersetzung sorgt für das Beschleunigungsverhalten sowie über die erreichbare Endgeschwindigkeit. Ist die Getriebeübersetzung kürzer, so dreht der Motor schnell hoch, hat deshalb eine gute Beschleunigung. Dem geht aber schon früh "die Puste aus" und der Motor dreht nur noch und man wird nicht schneller. So sieht das bei den meisten Serienrollern aus. Wenn man nun den Roller durch z.B. einen größeren Zylinder aufrüstet, so hat er ein viel größeres Potential. Man kann also eine längere Getriebeübersetzung wählen, ohne das großartig Beschleunigung verloren geht. Bei Serienmotoren ist es nicht empfehlenswert, da der Motor nicht über die Leistung verfügt, die ein solches Getriebe benötigt um "gezogen" zu werden.

Kurbelwelle:
Die Kurbelwelle ist das am meisten belastete Bauteil am Roller. Sie muss die Hin-und-her-Bewegung des Kolbens in eine Drehbewegung umwandeln, um sie dann auf das Getriebe zu übertragen. Daher muss sie so gebaut werden das sie diese Belastungen aushält. Wenn man einen größeren Zylinder einbaut oder die Leistung durch sonstige Eingriffe erhöht, ist die Kurbelwelle durch die höheren Drehzahlen schnell überfordert. Das Teil was am schnellsten kaputt gehen kann ist das Pleuel. Viele Hersteller wie Polini, Malossi oder Top Performances bieten verstärkte Vollwangenkurbelwellen an, die hohe Drehzahlen aushalten. Der Umbau ist recht schwer, weil man da den kompletten Motorblock abhängen muss, Zylinder, Kolben, sämtliche Teile abmontieren muss um dranzukommen. Das Aus- und Einbauen ist meistens eher ein Gewaltakt.
Noch ein Tipp: Bei jedem Wechsel des Kolbens sollte das Pleuellager mit gewechselt werden weil es ein hohes Verschleißteil ist!

Luftfilter...
...haben die Aufgabe, Staub und Dreck vom Motor fernzuhalten. Der originale Luftfilter hat einen kleinen Luftdurchlass, der ausreichend groß ist für einen Serienmotor. Wenn man dann einen 70ccm Zylinder einbaut, kann der originale Luftfilter benutzt werden. Jedoch ist ein Luftfilter mit größerem Luftdurchlass effektiver, und der Motor kann damit seine optimale Leistung erzielen. Sollte ein Rennluftfilter eingebaut werden, muss man demnach die Bedüsung geändert werden. Sonst würde zuviel Luft in den Motor gelangen und dieser würde dann überhitzen. Als Folge dann ein Kolbenfresser. Für die meisten Rennluftfilter sollte die Hauptdüse 20-30 Nummern größer gewählt werden und der Clip der Schiebernadel eine oder zwei Kerben tiefer eingerastet. Rennluftfilter haben ein lauteres Ansauggeräusch, und sehen sehr auffällig aus. Deshalb ist es nicht ratsam ein solches Teil auf der Straße zu benutzen.

Variomatik:
Die Variomatik eines Rollers besteht aus (vorne) einem Variator und (hinten) einer Fliehkraftkupplung. Der Keilriemen befindet sich zwischen dem Variator und dem Lüfterrad. Es handelt sich bei beiden Teilen um Scheiben, die nach innen hin gewölbt sind. Hinten im Variator befinden sich 6 Röllchen, die Variatorrollen (auch Gewichte genannt). Diese werden von der Steigscheibe "festgehalten". Die Steigscheibe ist durch die Zacken in der Mitte mit der Kurbelwelle verbunden. So Dreht sich der gesamte Variator mit der Motordrehzahl. Über die Fliehkraft wandern die Gewichte nach außen und der Variator gleitet über die Variogleitbuchse nach innen. So wird der Keilriemen ausgedehnt und erreicht eine höhere Übersetzung.
Die Variomatik kann abgestimmt werden, indem leichtere Gewichte eingebaut werden. Hier ein kurzer Überblick über die Abstimmung:
Die Gewichte bestimmen die Drehzahl bei der der Motor beschleunigt/arbeiten soll.
Es sollte immer die Drehzahl der besten Leistung getroffen werden.
Werden zu leichte Gewichte gewählt dreht der Motor über der Drehzahl seiner besten Leistung. Resultat: Überdrehen des Motors, von daher schlechtere Beschleunigung, auch wenn der Sound "höher" klingt.
Werden zu schwere Gewichte gewählt dreht der Motor unter der Drehzahl seiner besten Leistung. Bis ca. 50 km/h beschleunigt der Motor langsam um danach auf seine Endgeschwindigkeit zu kommen.
Zu beachten: Leichtere Gewichte müssen nicht unbedingt die Beschleunigung verbessern und schwerere Gewichte sind nicht für eine hohe Endgeschwindigkeit!!!

Vergaser:
Der Vergaser hat die Aufgabe den Kraftstoff im Verhältnis Lambda 1 (14,7 Teile Luft auf 1 Teil Kraftstoff) zu zerstäuben. Dieses Zerstäubungsverhältnis sollte unter allen Verhältnissen (Wetter, Temperatur, wenn der Motor beschleunigt oder abbremst...) gegeben sein. Durch einen vom Motor erzeugten Unterdruck wird der Kraftstoff durch die Düse gesaugt. In niedrigen Drehzahlen ist die Nebendüse für die Gemischbildung verantwortlich. Bei höheren Drehzahlen ist die Hauptdüse "aktiv". Wenn man Gas gibt, wird durch den Gaszug der Gasschieber nach oben gezogen. Am Gasschieber ist die Schiebernadel, die ebenfalls für die Gemischbildung verantwortlich ist.
Hauptdüse:
Die Hauptdüse ist das Bauteil das am einfachsten bestimmt werden kann. Dazu wird eine Düse in den Vergaser geschraubt von der vermutet wird das sie zu groß ist. Der Motor wird damit stottern weil er überfettet. Man geht dann so vor, immer 5 Nummern kleinere Düsen einzubauen bis der Motor gerade nicht stottert. So ist die richtige Hauptdüse bestimmt.
Nebendüse:
Die Nebendüse macht sich bei nicht passender Größe durch mangelndes Ansprechverhalten bemerkbar. Ist sie zu klein, stirbt der Motor bei plötzlichem Gasaufreißen ab. Zudem kann kein vernünftiger Leerlauf eingestellt werden. Ist sie zu groß, stottert der Motor und die Gasannahme ist schlecht. Der Leerlauf bleibt eine Zeitlang stabil um dann niedriger zu werden und dann schließlich auszugehen. Es kommt aber eher selten vor das die Nebendüse zu groß/klein ist.
Schiebernadel:
Oben an der Nadel sind fünf Kerben. In einer dieser Kerben befindet sich ein Clip. Wird der Clip nach oben verschoben, wird das Gemisch magerer. Fetter wird es wenn der Clip nach unten eingerastet wird. Die Nadelkerben bieten jedoch nur eine grobe Einstellmöglichkeit. Wenn die Nadel umgehangen wird, muss häufig wieder anders bedüst werden.
Vergaser-Tuning:
Wenn man z.B. einen größeren Zylinder einbaut ist es häufig nötig den Vergaser zu wechseln. Originale Vergaser haben einen Durchmesser von 12-14mm. Das reicht um einen 50ccm Serienzylinder optimal zu füllen, bei 70ccm wird der Zylinder nicht mehr optimal gefüllt und droht zu überhitzen (bei langen Vollgasfahrten). So ist es besser einen größeren Vergaser einzubauen. Es gibt von verschiedenen Herstellern 17,5mm, 19mm, 21 und 25mm Vergaser. Der Vergaser sollte jedoch nicht übertrieben groß gewählt werden, weil es keinen Sinn macht. Für einen Polini Corsa Zylinder reicht schon ein 17,5er oder 19er Vergaser. Beim Evolution Zylinder von Polini sollte es schon ein 21mm Vergaser sein. Führende Hersteller sind Dell'Orto und Arreche.

Zylinder:
Der Kolben ist mit dem Zylinder das Herz des Rollermotors. Hier werden durch die Zündfunken, die das Kraftstoff/Luft-Gemisch entzünden, die Bewegungen des Kolbens in eine Drehbewegung umgewandelt (durch die Kurbelwelle). Damit kann man hier auch die meiste Leistung rausholen. Bei "50ern" ist eine Hubraumvergrößerung von bis zu 70ccm möglich. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede. Verschiedene Steuerzeiten und Kanäle, geänderter Auslass und andere Aspekte können Zylinder um fast 10 PS mehr oder weniger Leistung besitzen lassen. So gibt es Sport-Zylinder, die länger halten aber auch "nur" 8-10 PS haben. Im Gegensatz dazu gibt es die absoluten High End Zylinder, die meistens in einem kompletten Kit angeboten werden, und mit den komplett verbauten Teilen bis zu 23 PS leisten. Das Resultat ist dann eine erreichbare Geschwindigkeit von bis zu echten 160 km/h! Innerhalb des Zylinders ist der Kolben. Er ist am Pleuel mit der Kurbelwelle verbunden. Der Kolben besteht zumeist aus Aluminium. Oben sind zwei Kerben, wo sich die Kolbenringe befinden. Die Kolbenringe haben die Aufgabe den Zylinder von innen (--> Brennraum) abzudichten. Oft wird vom Kolbenfresser gesprochen. Es ist dann meist das der Kolbenring überlastet wird und bricht. Damit geht dann der Kolben drauf, manchmal auch der Zylinder, und in ganz seltenen Fällen sogar die Kurbelwelle.

Auspuff:
Der Auspuff dient zur Schalldämpfung bei Motoren. Bei 2-Takt Motoren ist der Staudruck, den der Auspuff erzeugt, für die Leistungsentfaltung des Motors zuständig. So kamen vor kurzer Zeit Resonanzaufpuffanlagen auf den Markt, die optimal berechnet sind, dass der Motor hoch drehen kann. Der Wechsel vom original Auspuff zu einer Sportauspuffanlage ist meist das erste was man an Tuningteilen verbaut. Es gibt den Unterschied zwischen Sportauspuffanlagen (meist mit ABE) und Racingauspuffanlagen.
Es gibt Sportauspuffanlagen die unauffällig sind (Leovinci Touring, SP3, Navigator, Tecnigas Silent Pro etc.) und welche die eher auffallen das das Leistungssteigernde Anlagen sind (Leovinci Handmade RS, ZX, S, Tecnigas Next etc.) und dann die absoluten Racingauspuffanlagen, die nicht nur auffallen wegen der Optik, sondern wegen dem lauten Sound (Polini For Race, Tecnigas RS, Top Nardo etc.) Racingauspuffanlagen sind für hochdrehende Zylinder mit 70ccm geeignet, Sportauspuffanlagen auf 70ccm Sportzylindern und Serienzylindern. Die unauffälligen sind ebenfalls für Serien- und Sportzylinder geeignet.

Fazit: Für jeden was dabei, man kann seinen Roller für die Alltaugstauglichkeit tunen (entdrosseln+Sportauspuff), dann für Sportzwecke, aber trotzdem alltagstauglich (70ccm Sportzylinder etc.) und dann die absoluten High Eng Racing Tuningmöglichkeiten. Mit einem Evo-Kit von Polini, Manston von Hebo oder MHR Racing von Malossi sind echte 160 kmh durchaus drin, 16.000 Umdrehungen und Wheelys bei 80kmh sind kein Traum mehr! Diese Möglichkeit seinen Roller zu tunen ist absolut nicht tauglich für den Alltag. Wenn sich das Klima (Temperautur...) verändert muss häufig schon anders bedüst werden usw. Das lohnt sich für Rennwochenenden, nicht aber für den täglichen Straßengebrauch.
Natürlich steigt auch der Spritverbrauch wegen der höheren Drehzahlen! Aber ein wahres Tuner-Herz wird darüber hinwegsehen!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Niky-Nike

Niky-Nike

15.10.2007 23:40

Super Bericht,sehr informativ Bin selbst noch anfänger im tunen,aber will meine sr bald tunen:D danke

butterfly90

butterfly90

12.01.2006 19:10

Super Bericht ! mfg butterfly90

evo_racer

evo_racer

15.02.2004 00:29

Fahre nun schon seit einem Jahr mit meinem Polini EVO 70 ccm in einem Gilera Stalker mit orginaler kurbelwelle herum und sie hällt einwandfrei. Ps. fahre nicht nur wie ein sonntagsfahrer 80% der Fahrzeit vollgas (ca 12.300 U/Min)und fast immer über 100 KmH. Freilandstraße in italien versteht sich ?!?

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