Ein Augenblick kann dein Leben verändern!
14.02.2011
Pro:
spannend, gute schauspielerische Darstellung
Kontra:
einige Längen
Empfehlenswert:
Ja
 sunflower76
Über sich:
Schöne Pfingsten euch allen!
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Hallo meine Lieben, ab und zu geht es, dass unsere Jugendlichen in der Arbeit so angenehm sind, dass sie durchaus einmal eine Belohnung bekommen. Dieses Wochenende war es wieder so weit und wir haben beschlossen, ins Kino zu gehen. Natürlich gab es um den Film wieder eine heiße Diskussion, die einen wollten Liebe, die anderen Sience fiction und wieder andere einen Kinderfilm. Schlussendlich ist es dann aber ein Action-Thriller geworden, nämlich
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ****72 Stunden - The Next Three Days**** ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ mit Russel Crowe und Elizabeth Banks in den Hauptrollen. Mir war es egal, schließlich ist das ja „Arbeit“ und nicht „Vergnügen“ für mich :-) Glaubt mir das jemand? Nein, ist schon so, wenn ich mit der Arbeit ins Kino gehe, dann stelle ich meine Wünsche hinten an.
~~~~~~~~~~~~ ****INHALT**** ~~~~~~~~~~~~ Lara Brennan wird aus ihrem Haus gezerrt und verhaftet - sie soll ihre Chefin, mit der sie schon seit geraumer Zeit Probleme hat, ermordet haben. Ihr 3-jähriger Sohn und ihr Mann müssen hilflos dabei zuschauen und auch wir Zuseher fragen uns, was hier vorgeht. Gerade eben saß die Bilderbuchfamilie noch gemütlich am Frühstückstisch und jetzt ist alles anders.
Drei Jahre später besucht John seine Frau im Gefängnis. Die Indizien waren damals so belastend, dass Lara verurteilt wurde. Sie hatte das Blut des Opfers auf ihrem Mantel, ihre Fingerabdrücke passten zur Mordwaffe, ein Zeuge hat sie vom Tatort wegfahren sehen und der vorangegangene Streit mit der Chefin ist jedem aufgefallen. Doch John ist felsenfest davon überzeugt, dass seine Frau die ihr zur Last gelegte Tat nicht begangen hat und kämpft für sie. Die Hoffnungen ruhen auf einer Berufung, die aber bald zerstört werden. Eine Eingabe an den Obersten Gerichtshof scheint erfolglos zu sein, denn noch nie wurde ein Mordfall dort angehört.
Als Lara dann seine Frau im Krankenhaus besucht, nachdem sie versucht hat, sich das Leben zu nehmen, fasst er einen kühnen Plan. Er wird mit aller macht versuchen, seine Frau aus dem Gefängnis zu holen, koste es was es wolle. Er nimmt Kontakt zu einem früheren Ausbrecher auf, der ihm erklärt, dass seit dem 11. September alle Städte einen Notfallsplan haben müssen. In 15 Minuten haben sie die Innenstadt abgesperrt, in 35 Minuten die ganze Stadt Pittsburgh. Bis dahin muss er hinauskommen, sonst laufen sie der Polizei direkt in die Arme. Er sammelt Fotos, macht Pläne und prägt sich alles genau ein, um im Falle des Falles gut vorbereitet zu sein….und das muss er auch, denn er erfährt, dass dieser Fall bald eintreten muss, denn seine Frau wird in drei Tagen in ein anderes Gefängnis verlegt - in 72 Stunden.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ****MEHR INHALTE**** ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Wenn ihr euch die Spannung nicht nehmen wollt, dann müsst ihr hier aufhören zu lesen, denn jetzt kommen Spoiler. Da ich aber immer wissen will, wie ein Film ausgeht und ich denke, dass es auch von euch einige interessiert, mache ich hier dennoch weiter.
John lernt, Autos mit einem Tennisball zu öffnen und Schlüssel anzufertigen, die jedes Schloss sperren. Als er das aber im Gefängnis versuchen möchte, bricht der Schlüssel am Fahrstuhlschloss ab und er kommt in Bedrängnis, was wiederum zwei Polizisten auf ihn aufmerksam macht. Er schafft es aber, aus dieser Sache herauszukommen, nur um zu hören, dass seine Frau ihm sagt, dass sie doch schuldig sei. John allerdings glaubt ihr nicht und hält an seinem Plan fest. Er legt sich mit zwielichtigen Typen an um an eine neue Identität zu kommen und schließlich überfällt er sogar einen Drogendealer, um an Geld zu kommen. Hierbei sterben zwei Dealer, einen davon hat John selbst erschossen - in Notwehr offensichtlich. Beim Flüchten vom Tatort allerdings wird sein Rücklicht beschädigt und so kommt die Polizei bald auf seine Spur. Bald - aber dennoch zu spät.
Die Sache läuft, immer wieder kommen auch Johns Eltern ins Spiel, die sich um den kleinen Enkelsohn, der von seiner Mutter nicht mehr viel wissen will, kümmern und eine Mutter, die Johns Sohn zu einer Geburtstagsparty einlädt. Sie spielen in weiterer Folge eine wichtige Rolle. John fälscht einen Blutbefund seiner Frau, die daraufhin ins Krankenhaus gebracht werden muss. Dort „entführt“ er quasi seine Frau, die von seinen Plänen keine Ahnung hat und macht sich auf den Weg. Sie überwinden sämtliche Polizeisperren, doch gerade als sie den Sohn von der Geburtstagsparty abholen wollen, ist er mit den anderen noch im Zoo. Das bringt John in Not, denn wenn er den Sohn holt, dann schafft er seinen Zeitplan nicht mehr. Er entschließt sich, das Kind zurückzulassen, doch damit ist Lara nicht einverstanden. Um ihn an der Weiterfahrt zu hindern, öffnet sie die Autotüre und lehnt sich hinaus, um einen Unfall zu provozieren, was ihr auch fast gelingt. John ändert seine Meinung und sie holen das Kind.
In der Zwischenzeit laufen die Ermittlungen auf Hochtouren, die Polizei ist John auf der Spur und immer sieht es so aus, als hätten sie ihn gleich. Doch ja weiter das Spiel läuft, umso klarer wird, dass John für die Polizei geschickt falsche Hinweise hinterlegt hat. So sagt der Captain zu seinem Team, als klar ist, dass sie die Familie nicht mehr finden wird „Habt ihr euch schon mal gefragt, warum wir gerade diesen Sack gefunden haben?“. Damit meint er Teile von Johns Ausbruchsplänen, die allesamt in die falsche Richtung führten. Am Ende des Filmes finden wir die Familie Brennan in Caracus, das Polizeiduo am Tatort des Mordes um einen ominösen Knopf zu finden (was ihnen nicht gelingt, obwohl er da war) und schlussendlich auch die Aufklärung des Falles, wie es sich wirklich zugetragen hat - und somit Lara als Mörderin entlastet.
~~~~~~~~~~~ ****KRITIK**** ~~~~~~~~~~~ Wie ich schon sagte, wäre das kein Film, den ich mir privat ansehen würde, aber dennoch waren es gut investierte Stunden - Stunden, weil der Film Überlänge hat.
In Rückblicken erzählt der Oscarpreisträger Paul Haggis die Geschichte einer Kleinfamilie, deren Leben von einem auf den anderen Augenblick zerfällt. Jahrelang kämpft John, Lehrer an einem College, für die Gerechtigkeit, doch als alle möglichen legalen Mittel aufgebraucht sind, scheut er auch nicht davor zurück, sich anders Gehör zu verschaffen. Russel Crowe fand ich als Schauspieler immer überzeugend und das ist auch hier der Fall, er spielt seine Rolle so gut, dass man ihm auch nicht übel nimmt, als er einen Drogendealer erschießt und dessen ganzes Geld klaut. Er schafft es, dem Zuschauer einen Einblick in seine Seele geben zu lassen, ohne jedoch zu viel zu verraten. Ich finde es großartig, wie John hinter seiner Frau steht, er hat sie nicht einmal gefragt, ob sie es überhaupt getan hat, ob dies im wirklichen Leben so wäre, das wage ich dann doch zu bezweifeln.
Elizabeth Banks ist euch vielleicht von meinem letzten Bericht über „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ bekannt. Sie hat sich zwischen den beiden Filmen extrem entwickelt, ich hätte sie fast nicht wieder erkannt. Sie gibt ihrem Charakter genau das, was er braucht, man sieht ihr die Hoffnungslosigkeit und die Hilflosigkeit an, ebenso wie das Unverständnis, was eigentlich mit ihr passiert. Sie ist die Vernünftigere von den beiden, möchte zuerst gar nicht fliehen und möchte vor allem nicht ihr Kind zurück lassen. Hier geht es wieder um die Tat an sich noch um die Verurteilung, es ist ein Film über die Auswirkungen auf eine Familie, auf eine Beziehung. Durch eine kleine Nebenrolle für Olivia Wilde wird John auch ein alternatives Lebenskonzept offen gelegt, dem er sich aber völlig verweigert. Durch die Situation kommt John aber seiner eigenen Familie wieder näher, vor allem kann er mit seinem Vater Frieden schließen.
Der Regisseur konzentriert sich auf die Personen und stellt dem Zuseher die Frage: „Wie würdet ihr euch verhalten? Würdet ihr den Schwanz einziehen oder würdet ihr kämpfen - komme was wolle“. Das fragt auch der notorische Gefängnisausbrecher, der von Liam Neeson, gespielt hat John, doch was diese Frage bedeutet, davon hat John zu Beginn keine Ahnung. Ich denke, für diesen Film muss man bereit sein, unter die Oberfläche zu schauen, sich selbst Fragen zu stellen und auch die Charaktere zu hinterfragen. Erst dann merkt man, wie gut der Film eigentlich gemacht ist. Bleibt man aber an der Oberfläche, so kann er rasch langweilig werden, teilweise hat er aber auch so noch einige Längen an sich.
Besonders gelungen fand ich, dass dem Zuseher nicht wirklich mitgeteilt wurde, was John eigentlich vor hat. Gut, er will seine Frau aus dem Gefängnis holen, aber wie, das bleibt bis zum Schluss im Dunkeln. Ich dachte eher, er will mit ihr direkt aus dem Gefängnis fliehen. Dies und die Tatsache, dass man sich immer fragt, ob Lara nicht doch genau das getan hat, was man ihr zur Last legt, schafft einen guten Spannungsbogen. Wenn ich mit unseren Jugendlichen einen Film ansehe, dann wird danach auch immer darüber gesprochen. Hier war es sogar dringend angebracht, weil wir ein Mädchen haben, dessen Mutter im Gefängnis sitzt und das vor allem die Gefängnisszenen nur schwer nehmen konnte. Sie bestätigte, dass es auch hier in Österreich genau nach diesem Muster mit den Besuchen abläuft und dass es einfach nicht möglich ist, eine gewisse Art von Privatsphäre behalten zu dürfen. Sogar die Menschenwürde an sich ist für die Gefängnisbesucher oft in Gefahr.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ****SCHAUSPIELER**** ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ **RUSSEL CROWE**
Russel Crowe wurde 1964 in Wellington in Neuseeland geboren, gilt aber eher als australischer Filmschauspieler. Bekannt wurde er durch seine Darstellung im Kinofilm „Gladiator“, in dem er Maximus Decimus Meridius verkörperte. Dafür erhielt er einen Oscar. Sowohl das Jahr davor war er für „The Insider“ und das Jahr danach für „A Beautiful Mind“ nominiert. Für letzteren gewann er den Golden Globe. All seine Filme und Erfolge aufzulisten würde hier den Rahmen sprengen. Neben der Schauspielerei ist er auch Musiker und besitzt eine eigenen Produktionsfirma.
Nach einer kurzen Affäre mit Meg Ryan kehre Russel Crowe reumütig zu seiner Ex-Freundin zurück, die er 2003 auch heiratete. Mit ihr hat er zwei Söhne und die Familie lebt zusammen in Australien. **ELIZABETH BANKS**
Elizabeth wurde 1974 in Massachusettes geboren und konnte ihren Abschluss mit „Magna cum laude“ an der University of Pennsylvania machen. Danach ging sie nach San Francisco und studierte Schauspiel. Den Durchbruch als Schauspielerin schaffte sie mit dem Film „Seabiscuit“, mehr Erfolg versprachen die „Spider Man“ Filmen, in denen sie in sämtlichen Teilen mitspielte. Die letzteren Arbeiten fanden für die Sitcom „30 Rock“ statt, für die ich mich persönlich aber nicht begeistern kann.
Banks hat ihren Collegefreund Max Handelman 2003 geheiratet, derzeit führt sie eine skandallose Ehe. **LIAM NEESON**
Liam wurde 1952 in Irland als Sohn einer Köchin und eines Schulhausmeisters geboren. Erst im Alter von 24 Jahren schloss er sich einer Theatergruppe an, der erste Erfolg kam 1981 mit „Excalibur“. Seinen Durchbruch schaffte er durch seine Darstellung des Oscar Schindlers in „Schindlers Liste“, was ihm auch eine Oscarnominierung, leider aber nicht den Gewinn, einbrachte. In den Schlagzeilen war Neeson vor allem 2009, als seine Frau Natasha, mit der er seit 1994 verheiratet war, einen tödlichen Skiunfall erleidete. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder.
**OLIVIA WILDE** Olivia wurde 1984 in New York City geboren und kommt aus einer Journalistenfamilie. Ihre erste Filmrolle bekam sie in „The Girl Nextdoor“, doch vor allem ihre Rolle in „Dr. House“ brachte ihr Berühmtheit. Ich kenne sie noch als „Alex“ aus „O.C., California“. Derzeit ist sie sowohl in diesem Film als auch in Tron: Legancy im Kino zu bewundern.
Sie war von 2003 bis 2011mit Tao Ruspoli, einem italienischen Filmemacher verheiratet. ~~~~~~~~~~~ ****FAZIT**** ~~~~~~~~~~~
Ich finde den Film gelungen, obwohl er doch einige Längen aufweist, die schnell langweilig werden können, aus diesem Grund ziehe ich auch einen Punkt ab. Alles in allem macht man aber meiner Meinung nach nichts falsch, wenn man zwei Stunden mit diesem Film verbringt, mir hat er gefallen. Wie immer lieben Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren, eure Daniela
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14.06.2011 14:53
doch, der war wirklich besser als erwartét. ich dachte, crowe hätte seine beste zeit schon hinter sich, aber das war mal wieder eine grundsolide leistung. gurss hans
27.03.2011 10:07
Da bin ich endlich ;o)
02.03.2011 21:05
bh:o)