8 Frauen

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MAKABRES THEATER MIT SINGENDEN ZICKEN UND LESBEN

3  13.10.2002 (03.01.2003)

Pro:
Verfilmte Boulevard - Komödie

Kontra:
dto . , eigentlich kein Kinofilm

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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w.gruentjens

Über sich: Kontakt w.gruentjens@web.de. Meine Bilder (meist Pop-Art von Stars) findet man, wenn man nach "...

Mitglied seit:13.11.2001

Erfahrungsberichte:113

Vertrauende:104

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 299 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Neulich gab es bei uns im Zweierpack mit Wein und Imbiss die beiden Filme "8 Frauen" und "Wahnsinnig verliebt"; und es ist gut, dass ich beide gesehen habe, denn sich für einen entscheiden zu müssen, ist schwierig - in beiden geht es um Mord, in beiden geht es um Geheimnis und Liebe, beide sind französische Filme mit Charme, und im Endeffekt ziehe ich "Wahnsinnig verliebt" wohl doch vor.

Nun aber zu den 8 Frauen:

Was passiert, wenn man 8 Frauen und einen Mann in einem einsamen Haus einsperrt? Entweder die Frauen werden nach und nach umgebracht, oder sie bringen sich gegenseitig um, oder der Mann wird umgebracht, oder es gibt Streit - naja, viele Möglichkeiten also. Nehmen wir einfach mal die wahrscheinlichste, also wird natürlich der Mann umgebracht, denn so ist es ja die Natur der Frauen - hat da jemand gelacht?

Nun haben wir also 8 potentielle Täterinnen und müssen überlegen, wie wir das Spiel weitertreiben. Jetzt könnten sich die 8 nach und nach selbst umbringen - ach nein, das gibt es bei "10 kleine Negerlein" schon. Überhaupt, es soll sich ja vom Schein-Krimi zur Komödie wandeln. Dann wenden wir uns mal den Geheimnissen zu, die bei den 8 Damen verborgen sind. Um diese aufzudecken und dann darüber lachen zu können, brauchen wir einen Vorwand; als Vorwand bietet sich natürlich an, dass der Mord aufgeklärt werden soll.

Werden wir lachen, wenn wir auf die Geheimnisse hinter dem Vorwand stoßen? Werden die Geheimnisse einander berühren und zur Auflösung eines Supergeheimnisses werden? Werden wir erfahren, wer die Mörderin ist, oder steckt etwa etwas ganz Anderes dahinter? Und wird das Ganze schließlich einen Sinn erhalten, wird er uns etwas über Frauen sagen, wird es uns zumindest gut unterhalten?

Naja, um ganz sicher zu gehen, dass der Film auch allen gefällt, können wir ja noch ein paar schöne Aufnahmen einbauen, eine schöne Kulisse, ein paar witzige Slapstick-Einlagen. Wie wäre es noch mit ein wenig Emanzipations-Philosophie? Immer noch nicht genug? Dann müssen wir die Damen noch singen lassen. Mord, Weib und Gesang - das ist jetzt unsere Devise.

Und so haben wir denn einen Krimi, eine Komödie, einen Slapstick-Film, ein Musical - und das alles in einem Film.


Meinung

Der Film ist eigentlich gar kein Film, sondern ein Theaterstück, ein verfilmtes Theaterstück; und er übernimmt auch die Stilmittel des Theaters - was im Kino manchmal befremdet.

Der Inhalt fängt an wie eine Kriminalkomödie, aber bald, wenn man die schlechte Synchronisation bemerkt, die Übertreibungen, und wenn die Damen dann auch noch anfangen zu singen, bekommt man schon einen kleinen Schock und fragt sich, ob man das Geld nicht besser zum Fenster hinausgeschmissen hätte.

Dann aber werden die Gemheimnisse der Damen aufgedeckt, zunächst harmlose Geheimnisse - und wieder mal singt die eine, dann die andere - aber nach und nach werden die Geheimnisse stärker, härter, unwahrscheinlicher, übertriebener, lächerlicher.

Schließlich gibt es kaum noch eine, die nicht zumindet eine Geliebte des Hausherrn, eine Hure, eine Lesbe, eine Diebin oder Mörderin ist.

Dabei geht es übrigens nicht um den ermordeten Hausherrn, von dem man übrigens die ganze Zeit nur 1 Sekunde lang die Leiche sieht, dann sieht keiner mehr hin, das Telefon geht nicht, das Auto geht nicht, die Gegend ist eingeschneit, die Polizei nicht zu erreichen - es geht um das Problem Frau an sich.

Schließlich kommt man dahinter, dass es hier um eine lächerliche Übertreibung und um einen Blick in den Abgrund der weiblichen Seele geht, aber nicht etwa um einen psychologisch-fundierten wie bei "Wahnsinnig verliebt", sondern um einen, der sich gerade mal für ein überspanntes Theaterstück eignet.

Die 8 Damen zeigen die acht Eckpunkte weiblichen Verhaltens - von lieb über erotisch, lesbisch, geldgiereig zu intrigant, rachsüchtig, berechnend und mörderisch, und so handelt es sich also eigentlich nur um eine Frau, um DIE Frau schlechthin.

Eines muss man den Damen lassen: Sie spielen die verschiedenen überzogenen Frauencharaktere sehr gut und überzeugend. Es handelt sich um Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Fanny Ardant, Emmanuelle Béart, Virgine Ledoyen, Firmine Richard, Danielle Darrieux und Ludivine Sagnier.

Und so muss man den Film nehmen: Nicht als ein Kinostück, sondern als ein Theaterstück, das verfilmt wurde, bei dem die Handlung vor Klischees und Übertreibungen nur so strotzt, aber durch diese Übertreibungen, die so stark übertrieben sind, dass sie für Kitsch schon wieder zu stark sind, gewinnt der Film wieder etwas, das zum Lachen und Nachdenken bringt.

Die Übertreibungen, die Geheimnisse, die Auflösung und der makabre Schluss schließlich sind so maßlos, dass man schon wieder lachen kann.


FAZIT

Dies ist ein Film wie ein Theaterstück mit Musical-Einlagen, bei dem die Übertreibungen so stark sind, wie es eigentlich nur im Theater erlaubt ist. Wenn man will, kann man sich dabei über die zickigen und lesbischen Eigenschaften von Frauen lustig machen, man kann aber auch peinlich berührt sein.

Wer auch mal eine Boulevard-Komödie mit sehr guten Schauspielerinnen im Kino sehen will, der ist hier richtig - aber, ähem - wer will das schon?

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
dani___

dani___

26.12.2004 13:23

Den habe ich vor kurzem erst im Fernsehen gesehen und war sehr angetan davon. Genauso auch von deinem Bericht, liebe Grüße, dani

Lambertus

Lambertus

20.12.2004 12:26

Ja, makaber in jeder Beziehung! - Ich vermisste auch die den Darstellern adäquate Schauspielkunst. Kein Wunder; denn das Drehbuch gab dazu nichts her. Anfangs vermochte die Beart Neugier zu erwecken, bis das Drehbuch ihren Charakter total ummodelte, womit die Beart selber wohl nicht zurecht kam. Und dann I. Huppert: sie floh in eine Slap-stick-Figur und wirkte darin leider jämmerlich unbeholfen. Ich darf nicht daran denken, was wohl eine Agatha Christie aus diesem Stoff gemacht hätte!!! Viele Grüße und frohe Feiertage, Kurt

jessi2124

jessi2124

06.11.2003 14:57

also mir hat der film und vor allem die handlung des films SEHR gefallen...was mir allerdings weniger gefalen hat ist dieses geträllere die ganze zeit *pfui* liebe grüße jessi2124

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