8. März - Weltfrauentag

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8. März - Weltfrauentag

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Erfahrungsbericht über "8. März - Weltfrauentag"

veröffentlicht 08.03.2006 | guarma
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"Hoch soll Sie leben..."

So, ein paar Stunden noch, dann ist das auch geschafft… Falls Ihr es gemerkt habt oder auch nicht, heute am 08.März ist Weltfrauentag. Beim Aufstehen hat sich der Tag noch angefühlt wie ein normaler Mittwoch, doch kurz nach dem Betreten des Büro schallte mir kein übliches "Moin" sondern ein vorwurfsvoll gespieltes "Du musste heute nett sein … wo sind unsere Geschenke, Blumen usw." von den werten Kolleginnen entgegen.

Welttag war doch schon - kam es mir als erstes in den Sinn. Um mich allerdings nicht um Kopf und Kragen zu reden, nickte ich nur betroffen, hörte mir an, dass der Kollege im anderen Büro doch Pralinen mitgebracht hätte, und sammelte mich erst mal beim Käffchen am Schreibtisch.

Welttags-Inflation
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Ein wenig Recht hatte ich schon, Weltfrauentag ist zwar erst/schon heute, aber wir haben schon einige Welttage in diesem Jahr wohl meist unbewußt erfolgreich verbracht.

Stellt sich der Sinn nach dem Weltfrauentag, wenn man sich die nachfolgende Liste mal näher anschaut. Ich habe mir einmal die Welttage herausgesucht, die mich persönlich am meisten überrascht und verwundert haben - es gibt allerdings noch einige Mehr; das Jahr ist quasi voll.

13. Januar: Tag des Fleißes: fängt gut an; dafür werden die Massen im Januar bei Schnee und Minusgraden auf die Straßen gehen...

2. Februar: Welttag der Feuchtgebiete: ohne Worte und ohne anzüglichen Kommentar...

21. Februar: Welttag des Fremdenführers: Halleluja! Randgruppe sei mit mir, Schirm hoch und hinterher...

14. März: Weltstaudammtag: Allerdings nicht für Staudämme, sondern dagegen! Gut, dass der Weltfrauentag nicht negativ verstanden wird...

27. März: Welttag des Theaters: wer´s mag...

23. April: Tag des Bieres: Einverstanden!

6. Mai: Weltdiättag: Kein Scherz und meiner Ansicht nach zynisch, wenn man diesen Tag nicht auf die "dicken" Länder beschränkt...

11. Mai: Welttag des Schachcomputers

01. Juni: Weltmilchtag: heute wird zweimal gemolken...

08. August: Weltkatzentag: besonders in China sehr beliebt...

05. Oktober: Welttag der Lehrer und Welttag der Epilepsie: perfekte Kombination; wer einmal mit Lehrern beruflich zu tun hatte, kann verstehen, dass man Anfälle bekommen könnte...
03. November: Weltmännertag: später mehr...

19. November: Welttoilettentag: mein Favorit; für´n Arsch der Tag!

Und so weiter. Spass beiseite; insgesamt habe ich mir 168 (!) Welttage ergooglet, die mehr oder minder sinnvoll waren. Die meisten hatten hervorragende Hintergedanken, verfolgenswerte Ziele oder erinnerten an maßgebliche Geschehnisse der meist jüngeren Vergangenheit.

Da allerdings quasi jeder zweite Tag ein Welttag für irgendwas ist, stelle ich mir die Frage, ob die gutgemeinten Ziele und Gedanken nicht in der Masse untergehen. Dementsprechend hört man auch meist nur von den kruden Welttagen irgendetwas, wenn Radio- oder Fernsehsender ihre Programmlücken durch entsprechende Witzchen füllen.

Mein Welttag funktioniert nicht!
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Brauchen wir denn überhaupt noch Welttage?

Nach meiner Ansicht nicht. Hintergrund des Weltfrauentages war ein Streik für bessere Arbeitsbedingungen von Frauen. Ab 1911 fand dann ein jährlicher Kundgebungstag statt bei dem Frauen auf die Straße gingen, um für ihre Rechte zu demonstrieren und zu protestieren. Durch die Nazis wurde der Frauentag dann verboten und durch den Muttertag ersetzt. Nach dem Krieg dem Krieg wurde der Frauentag dann in der DDR wieder aufgegriffen, hatte dort allerdings eher Muttertagscharakter (es wurde für die Mutter gebastelt usw.), da freie politische Äußerung nicht möglich war. In der BRD wurde der Frauentag erst wieder in den Sechzigern fortgeführt, um für Frauenrechte zu demonstrieren.

Die Zeiten haben allerdings geändert. Niemand kann behaupten, dass die Gleichberechtigung endgültig vollzogen ist. Auf die Unterschiede und Benachteiligungen im Einzelnen will ich gar nicht eingehen. Allerdings ist nicht nur die Zeit sondern auch die Kommunikationsmittel schnelllebig, sodass es keinen bestimmten einzelnen Tag mehr braucht, um zu kämpfen. Dies gilt für Frauen, Katzen, Fremdenführer usw.. Missstände werden heute eher publik und diskutiert. Es braucht keinen bestimmten Tag, an dem das Volk aus den Löchern kriecht, um aufzustehen. Das war damals...

Ich habe dementsprechend auch am heutigen Weltfrauentag keinerlei bedeutenden Äußerungen zur Stellung der Frau in Welt und Gesellschaft vernommen. Es waren vereinzelte Demonstrationen geplant (die größte meines Wissens in Hamburg) aber mehr als einen Stau wird die nicht provoziert haben. Das Volk redet heute anders.

Ich auch!
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Jetzt ist natürlich noch die Frage der Gleichberechtigung zu klären.

Weltmännertag ist am 03. November und findet seit 2001 einmal jährlich statt. Er soll laut Aussage des Schirmherren Michail Gorbatschow das Bewußtsein der Männer im gesundheitlichen Bereich erweitern, da Männer weltweit im Durchschnitt 7 Jahre eher sterben als Frauen.

Mein Reden, nett gemeint, aber braucht keiner!


In diesem Sinne
guarma


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • PSEUDO-PLAGIATOR veröffentlicht 11.03.2006
    Man ist versucht die Behauptung aufzustellen, einige dieser „Welttage“ existieren lediglich aus Gründen schlechten Gewissens: Einmal im Jahr will man unseren weiblichen Artgenossen beweisen, dass sie uns auch in geistiger Hinsicht wichtig sind. Als ebenso unmenschlich empfinde ich den von dir vergessenen „Weltkindertag“ – das zeigt, wie wichtig uns die kleinen Erdenbürger wirklich sind... :-{
  • julietta20 veröffentlicht 09.03.2006
    Ich fühle mich am Frauentag immer ein bisserl wie das vorletzte Mitglied einer aussterbenden Tierart. Ich brauche weder einen Bier- noch einen Frauentag. LG Julia
  • Milsch veröffentlicht 09.03.2006
    Dein Schlußsatz bringt es auf den Punkt. Und ich bin eh einen Tag zu spät...
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