moralische, psychische oder physische Gewalteinwirkung
02.02.2010
Pro:
Spannung
Kontra:
kein Kontra
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 Lady-Alexa
Über sich:
Mal da.. mal nicht.
Mitglied seit:24.08.2003
Erfahrungsberichte:745
Vertrauende:285
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 212 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Originaltitel: 8MM Produktionsland: USA, Deutschland Produktionsjahr: 1999 Regie: Joel Schuhmacher FSK: 18 Laufzeit: ca. 119 Minuten Nicolas Cage .. Tom Welles Joaquin Phoenix .. Max California Anthony Heald .. Daniel Longdale Don Creech .. Mr. Anderson Chris Bauer .. George Higgins / Machine Peter Stormare .. Dino Velvet
Tom Welles ist Detektiv, und einer der besseren seines Fachs. Eines Tages wird er zu einem neuen Auftrag bestellt, eine reiche Witwe hat im Nachlass ihres Mannes ein unheimliches Video gefunden. Drauf zu sehen: Eine junge Frau, die brutal ermordet wird. Die arme Frau findet keinen Frieden und will unbedingt wissen, ob das Video echt ist. Tom macht sich entgegen der Wünsche seiner Frau an die Arbeit. Ein hilfsbereiter Sexshopangestellter führt ihn im Folgenden in die Welt der Untergrund-Filme ein. Tom wird mit einem ihm bislang unbekannten Milieu konfrontiert, Sex, Gewalt, Fetisch bis hin zu illegalen Ausuferungen scheinen weiter verbreitet zu sein, als er gedacht hatte. Und so gerät Tom immer weiter in die Materie hinein, folgt einigen Spuren und hat dann tatsächlich eine Chance, den Filmemacher zu treffen, der für das Snuff-Video verantwortlich ist.... Ob man Action oder Drama sucht, oder eher doch einen Thriller ist im Grund egal. 8MM verbindet die Genren, es ist eine fast zweistündige Mischung. Und die gefällt, schon nach wenigen Minuten hat man das Gefühl, die Hauptfigur zu kennen. Wunderbar gegeben von Nicolas Cage, einer der ganz großen Namen des Filmbusiness. Der ehrgeizige Privatermittler hat große Ziele: Er will Karriere machen, berühmt werden, Geld scheffeln und nebenher hat er noch eine Frau und ein kleines Baby. Er liebt seine Familie, erliegt aber immer wieder seinem Arbeitseifer und schafft es einfach nicht, seiner Familie die oberste Priorität einzuräumen. Ein Typ, den man einfach versteht, schließlich hat jeder der Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen versucht ab und zu das Problem, das man die Familie eben nicht an erste Stelle setzen kann. Gut, wenn man einen verständnisvollen Partner hat, weniger gut, wenn die Frau mit der Zeit die Geduld verliert, weil der Ehemann immer und immer wieder seine Versprechen bricht. So steht man schon binnen weniger Szenen auf der Seite des Helden, das er der Held ist steht von vorne herein außer Frage. Der Film legt rasch an Tempo zu, als der Snuff-Film ins Spiel kommt, Tom Wells ist angeekelt, schockiert und auf seltsame Weise fasziniert. Auch das sind Gefühle, die man leicht nachfühlen kann, gerade, wer sich kaum oder gar nicht mit dem Genre befasst, wird ebenso schockiert sein.
Tom lernt den jungen, flippigen Max kennen. Ohne Illusionen hat er seinen Lebenstraum an den Nagel gehängt und lebt nun in der Welt von Hardcore-Pornos und illegalen Fetischen. Und er führt Tom in diese Welt ein, und ebenso wie Tom ist man auch als Zuschauer fasziniert, immer wieder aufs neue schockiert und teilweise entsetzt. Dabei geht 8MM nicht sehr zimperlich vor, es wird viel gezeigt, allerdings noch mehr angedeutet. Zartbesaitete werden trotzdem schockiert, wer aber schon ein paar Genrefilme kennt, wird nicht vom Hocker gehauen. Vor 10 Jahre, als der Film noch neu war, ist das vielleicht noch anders gewesen. Aber auch ohne permanentes Geschlachte zieht der Film ordentlich an, es baut sich eine packende Spannung auf. Die Story bekommt durch zahlreiche Wendungen immer wieder Schwung, sodass die Zeit wie im Flug vergeht und die fast 2 Stunden kommen einem gar nicht so lange vor. In der Zeit passiert natürlich wahnsinnig viel, es ist kaum möglich, den Überblick zu behalten obwohl die Story eigentlich ziemlich geradlinig verläuft, wenn man es einmal im Nachhinein betrachtet. Kurzweilig, aber wenig abwechslungsreich kommt der Film daher, denn es geht nicht um ein breites Spektrum. Es wird vielmehr die dunkelste Seite der menschlichen Natur gezeigt, und die Abgrunde werden mit jedem neuen Detail gesteigert. 8MM zeigt einen im Grunde anständigen Menschen. Er landet auf einmal in einer ihm vollkommen fremden Welt, absolut unvorbereitet wird er mit menschlichen Trieben und Fantasien konfrontiert, die ihm zuvor nicht einmal im Traum eingefallen sind. Und so geht es auch dem Publikum, man ist ebenso abgestoßen, manche wohl auch fasziniert. Mit der Zeit kristallisiert sich dann ein Thema heraus, der Wandel von edel zu verdorben, die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwinden. Tom findet tatsächlich heraus, wer das Opfer aus dem Film ist, und die Filmemacher sind nun sein Feind. Die Frage nach Selbstjustiz, innerem Ordnungsgefühl und Moralvorstellungen gipfelt in einem heißem Finale, in dem Gerechtigkeitssinn und die Sympathie für den Helden auch das Publikum miteinbeziehen. Man muss sich selbst fragen, auf welcher Seite man steht, und so ist man gebannt, fasziniert und gefesselt. So muss ein Thriller sein. Das Spannungsniveau ist konsequent hoch, der Film ist kurzweilig, grausam und brutal. Nicht ganz die härteste Gangart, für das ungeübte Publikum jedoch sicherlich trotzdem harter Tobak. Erwähnenswert finde ich noch die Filmmusik, die ganz Genretypisch Spannungselemente anzeigt, dramatische Szenen untermalt und einem die Tränen in die Augen treibt. Mal ersäuft man fast in Adrenalin, dann schnürt einem das Drama die Luft ab. Ein wunderbarer Film, auch nach 10 Jahren noch. Absolut sehenswert!
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10.09.2010 21:20
Den hab ich doch auch schon lange hier rumliegen, aber noch nicht gesehen. Mal gucken... :-) - (P.S.: Was hab ich nur die ganze Zeit ohne Deine Film-Tips gemacht...?)
20.02.2010 08:54
haben wir auch zuhause, aber noch nie gesehen gg
09.02.2010 11:39
Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe war ich noch etwas zu jung, hab mich gefürchtet ^^ Top-Bericht! Liebe Grüße von Crunchy :)