9½ Wochen

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Ihr Lieben, gestern Nacht habe ich Lust verspürt, mir mal einen bekannten "Klassiker" der Filmgeschichte anzusehen. Die Rede ist von "9 ½ Wochen", welcher ja allein durch die Filmmusik und des Bildes einer strippenden Kim Basinger ziemlich viel Berühmtheit erlangte. Also kam ich gestern ... Bericht lesen





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1-6 von 23 Erfahrungsberichten    
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Gott sei Dank keine Überlänge....
Erfahrungsbericht von LoloMay über 9½ Wochen
11.08.2006


Produktbewertung des Autors:   


Pro: fällt mir nichts ein
Kontra: Charaktere zweifelhaft, keine ansprechende Handlung

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ihr Lieben,

gestern Nacht habe ich Lust verspürt, mir mal einen bekannten "Klassiker" der Filmgeschichte anzusehen. Die Rede ist von "9 ½ Wochen", welcher ja allein durch die Filmmusik und des Bildes einer strippenden Kim Basinger ziemlich viel Berühmtheit erlangte. Also kam ich gestern in den "Genuss" dieses Films und ich dachte mir, ich schreibe euch einmal meine Meinung darüber auf.


---Allgemeine Informationen zum Film---

9 ½ Wochen (Nine ½ weeks)
aus dem Jahre 1986
gedreht in den USA

Länge: 112 Minuten

Regie: Adrian Lyne
Drehbuch: Sarah Kernochan, Zalman King, Patricia Louisianna Knop

FSK: ab 16 Jahre freigegeben


---Darsteller---

||Mickey Rourke als "John"||
Mickey spielte ua. in Filmen wie z.B.: "Die wilde Orchidee", "Der Regenmacher", "Sin City". Der 1956 geborene amerikanische Schauspieler hatte nie wirklich viel Erfolg auf der Leinwand. Zwischendurch versuchte er sich als Profiboxer, scheiterte aber auch da und hatte mit Alkoholismus und Depressionen zu kämpfen.

||Kim Basinger als "Elizabeth"||
Bekannte Filme: "James Bond - Sag niemals nie", "Meine Stiefmutter ist ein Alien", "Batman", "L.A. Confidential" und "8 Mile". Die 53-jährige erhielt im Jahre 1997 einen Oscar für ihre Rolle in "L.A. Confidential" und zählt heute zu den bestbezahlsten Schauspielerinnen in Hollywood. Sie ist mit Alec Baldwin verheiratet.

||Margaret Whitton als "Molly"||
Es war schwer, überhaupt etwas über die Darstellerin herauszufinden, da ihr einzig bekannter Film "9 ½ Wochen" war. Seit 1994 ist sie nicht mehr auf der Kino und TV-Leinwand erschienen. Sie hatte vor dem Film einen Auftritt in einer Episode von "Miami Vice" und spielte bis Anfang der Neunziger nur in einigen für uns unbekannten amerikanischen TV-Serien mit. Margaret ist heute 56 Jahre alt.

||Christine Baraski als "Thea"||
Die amerikanische Schauspielerin wurde 1952 in Buffalo geboren. Zu den Filmen, in welchen sie mitspielte, zählen z.B. "Staatsanwälte küsst man nicht", "Eiskalte Engel" und "Chicago". Sie gewann diverse aber eher unbedeutende Awards für ihre (Neben)Rollen und ist vor allem in der Serie "Cybill" ein bekanntes Gesicht.


---Inhalt---

Zwei für New York eher gewöhnliche Persönlichkeiten treffen sich zum ersten Mal auf einem Flohmarkt.
Elizabeth, eine Galeristin, blond, gutaussehend, geschieden und John, Börsenmakler an der Wallstreet, gutaussehend, etwas geheimnisvoll und spendabel.
Nach kurzem Kennenlernen fühlt sich Elizabeth in Johns Nähe erst etwas unwohl, nachdem dieser bei dem Besuch seines Hausbootes sofort ein neues Laken auf sein Bett spannt. Doch nach einigen blumigen Grüßen gehen die beiden erneut aus und es bahnt sich so etwas wie eine Beziehung an.
Doch John ist der berechnenden und zugleich naiven Elizabeth etwas zu undurchsichtig und sie weiss zu Anfang nicht, was sie von ihm halten soll.
Nach einigen mehr oder weniger guten Verabredungen beginnen sie eine heisse Affäre, in der sich mehr und mehr Johns abartige Gewohnheiten und (für mich) etwas psychotische Vorlieben bemerkbar machen.
Doch die hilflos verliebte und John scheinbar verfallene Elizabeth lässt sich immer mehr darauf ein, bis es zum Höhepunkt kommt, als John eine Prostituierte dem Liebesspiel zubringen will.


---Meine Meinung zum Film---

Ich konnte den Inhalt leider nur so kurz halten, weil es dazu einfach nicht mehr zu sagen gibt. Der Film zeigt für mich viel zu wenig Tiefgang und ich habe mich sehr über die Umsetzung der einzelnen Figuren geärgert. Deshalb werde ich auch mehr von meiner eigenen Erfahrung und den Eindrücken beim Schauen des Films berichten, als mich zu sehr am Beschreiben des Inhalts festzuklammern.

Okay, was haben wir hier? Eine recht oberflächliche Beziehung oder besser Affäre eines wohl typischen (wie es uns so häufig vorgemacht wird) New Yorker Liebespaares. Beide erfolgreich, beide unheimlich selbstständig und natürlich ausserordentlich attraktiv.

-Zu den Figuren-
Zu Anfang machte die Figur der Elizabeth auf mich einen ganz sympathischen und vorallem seriösen und selbstständigen Eindruck. Eine Frau, die ihre Arbeit voll im Griff hat und weiss, was sie will. Doch das änderte sich zunnehmend im Verlauf des Streifens.
Sie wirkte auf mich am Ende nur noch naiv, wenn nicht sogar dumm und vorallem widersprach die Figur ständig sich selbst. Es mag sein, dass Menschen sich nicht immer bewusst sind, was sie eigentlich wollen, doch war mir der Charakter von Elizabeth viel zu sprunghaft und unrealistisch.
Zum Teil hängt sie noch an ihrem Exmann. Das äußert sich dadurch, dass sie sehr schweigsam und traurig reagiert, als ihre Arbeitskollegin eine Beziehung mit ihm anfängt. Doch sonst ist er nie ein Thema und schließlich gibt sie sich ganz ihrer Beziehung zu John hin.

Über John hingegen erfährt man am Anfang, wie auch im Rest des Films, eher weniger. Er war mir zuerst nicht unsympathisch, aber zum Teil etwas suspekt und gar übermäßig gönnerhaft. Später tat er mir durch seine merkwürdigen Anwandlungen eher leid, aber da sich Elizabeth so vieles mit Freuden gefallen ließ, konnte ich ihm das nicht wirklich übel nehmen. Es zeigt sich, dass er ein Perfektionist ist. Sein Kleiderschrank ist durchweg farblich sortiert. Alles so arrangiert, als befände man sich in einem Möbelhaus.
Wenn er Elizabeth ein Tuch zum Verbinden ihrer Augen beim Liebesspiel umbindet, entspricht das immer der Farbe ihrer Kleidung. Er kleidet sie ein, will ihr Leben quasi von Morgens bis Abends bestimmen und jegliche Verschiebung in seiner perfekten Welt führt zu einer erregten Reaktion seinerseits.

-Zur Beziehung der beiden-
Was ich im ganzen Film vermisste, war eine Art üblicher Konversation zwischen sich neu kennenlernenden und wissbegierigen Liebenden. Beim zweiten Date von Elizabeth und John erklärte sie ihm, wer die verschiedenen Personen seien, die auf ihren Anrufbeantworter gesprochen haben. Seine Reaktion darauf: "Zieh Dein Kleid aus." (natürlich tut sie dies, wie angewiesen)
Ich hatte den ganzen Film über diesen faden Geschmack einer reinen Sexbeziehung und das änderte sich bis zum Ende auch nicht, selbst wenn von beiden zugegeben wurde, dass sie sich lieben. Ich sah darin aber keine Liebe, aber bezweifle, dass das auch so gemeint war.
John zeigt im Laufe der Handlung immer mehr seine, gelinde ausgedrückt, ungewöhnlichen Vorlieben, wie sich eine Frau, die mit ihm zusammen ist, zu verhalten hat.
Z.B. setzt er Elizabeth unter Druck, sagt ihr, sie sei nicht mehr attraktiv genug für ihn und er würde sich nicht mehr erotisch angezogen fühlen. Daraufhin soll sie auf die Knie gehen und Geldscheine aufsammeln. Dies tut sie zunächst, doch endet abprupt, weil sie es für lächerlich hielt. Daraufhin erhebt er seine Stimme und zieht seinen Gürtel. Droht ihr indirekt, sie zu schlagen, sollte sie ihm nicht folgen.
Aus Angst vor Schlägen, so scheint es, tut Elizabeth, was er sagt, ist aber entrüstet. Nach einer kleinen Umarmung fängt sie wieder an zu kichern und die Szene wechselt.
Um diese Beziehung mit meinen Worten zu beschreiben: Eine Affäre oder Sexbeziehung, in welcher er die Zügel völlig in der Hand hat und sie gar nicht weiss, was sie will und sich der Geilheit wegen alles gefallen lässt.


-Zur Umsetzung des Films-
Die Kameraführung war völlig in Ordnung und auch die Schnitte waren okay. Trotzdem gibt es für mich hauptsächlich viele Kritikpunkte.
Da wäre zum Einen der Charakter der Elizabeth. Ich glaube nicht, dass es so eine Person wirklich gibt. Sie wirkte auf mich unrealistisch und zum großen Teil einfach nur nervig. Egal, was John auch anstellte, sie kicherte unentwegt und jede noch so sinnliche und anregende Szene wurde dadurch völlig zerstört.
Wie schon erwähnt, widersprach sich der Charakter ständig selbst und ich denke nicht, dass dies wirklich so gewollt war. Wenn John etwas abstossendes oder absurdes tat, war sie entrüstet, schlug ihn und man mochte meinen, und hoffen, dass sie sich nun erstmal von ihm abwendet. Aber nein... Kurz darauf folgte wieder ein naives Kichern und Lachen ihrerseits und alles war vergessen?! Für mich einfach unverständlich, da die Figur sonst als sehr realistisch und selbstbewusst dargestellt wurde. Ihre Entrüstung gegenüber John war oft sehr überzeugend, doch endete einfach abrupt und ohne Sinn, indem sie einfach wieder ihr Kichern aufsetzte. Aber warum? Ohne Überredung seinerseits... Das war mir so suspekt, denn daraufhin empfand ich ihre Ablehnung gegen seine Wünsche einfach nur übertrieben, denn jemand, der so reagiert, lässt sich nicht zwei Sekunden später dem Gegenüber kichernd in die Arme fallen.
Die erotischen Szenen waren mitunter gut dargestellt und meist auch ansprechend, auch wenn ich die gewählte Kulisse bedenklich und leider auch wieder unrealistisch empfand. Wer möchte sich schon in einer schmutzigen Gasse lieben, voller Müll, während es regnet und ein jeder, der vorbeiläuft, die beiden splitternackt auf der Treppe sehen könnte? Sicherlich visuell ansprechend, aber doch sehr zweifelhaft, da in der Wirklichkeit so einfach nicht vorstellbar.

Die Schauspieler passten gut auf die Rollen, da beide sehr attraktiv sind und die nötige (geringe) schauspielerische Leistung beider für den Film ausreichend war.


---Fazit---

Ich bin mehr als enttäuscht von dem Film. Ich habe eine große Phantasie und kann mir vieles vorstellen, aber dieses Sex-Null-Handlung-Körper-Zeig-Spektakel war mir einfach viel zu unrealistisch und hatte ungefähr soviel Spannung wie ein Kaffeeklatsch im Altersheim.

Ich möchte noch einmal erwähnen, dass mir die Charaktere zu wenig ausgearbeitet waren und sich oft widersprachen. Mir fehlte hier jegliches Gefühl und eine wirkliche Emotion der Darsteller, was einfach auf die schlechtgeschriebenen Handlungen der Figuren zurückzuführen ist.

Selbst jegliche noch so hocherotisch anmutende Szene wurde durch Kim Basingers nervtötendes Kichern gestört und sogar vernichtet. Gerade von der hochgepriesenen Striptease-Szene von ihr habe ich mir sehr viel versprochen und war am Ende nur enttäuscht.

Die Figur des Möchtegern-Psychopathen John wurde gerade mal angeschnitten und vermisste auch hier jeglichen Tiefgang. Sicher hätte daraus ein durchaus spannender und interessanter Film werden können, hätte man dem Charakter erlaubt, sich etwas mehr zu zeigen.

Doch so war der Film nur flach und uninteressant. Ein Streifen ohne gute Dialoge, Hintergründe oder Handlung mit annehmbaren schmutzigen Einflüssen und jeder Menge unnützen Nebengeplänkel.

Dieses "Stück" habe ich zum ersten und letzten Mal gesehen. Deshalb gibt es für mich nur die schlechteste Bewertung.

Dies war mein erster Filmbericht, deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr mir sagt, was ich noch besser machen oder ändern kann. Freue mich über Kommentare eurerseits.

Viele Grüße
Romy
   
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01.01.1970
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