Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Ergiebig, einfache Anwendung, Ergebnis ist passabel und recht langanhaltend |
| Kontra: |
Preis . Kann nicht alles besser als die Konkurrenz |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Mancher glaubt noch immer Fahrzeugpflege sei Beschäftigungstherapie für verkrachte Senioren und oder Ersatzbefriedigung für schwanzlose in-den-Schritt-Greifer, die ihren Lebtag nichts besseres am Sonntagnachmittag zu tun haben, als ihre Vehikel zu wienern. Nun, solche Typen gibt es sicherlich mehr, als der Gesellschaft als solches zuträglich ist. Doch das Reinigen von straßenzugelassenem Equipment ist mehr als Streicheleinheit für Fahrzeug und Fahrerseele. Sie dient - neben unbestreitbaren Vorteilen der Optik - insbesondere beim Motorrad dem Funktions- sowie natürlich auch dem Werterhalt.
Da ich mich nicht zu den Gestalten zähle deren allerhöchste Glückseligkeit darin besteht ständig mit dem Lappen innig den Lack zu liebkosen, sondern was das angeht im Gegenteil eher praktisch (man könnte auch "stinkefaul" sagen) veranlagt bin, hab ich für gewöhnlich wichtigere Dinge, die mich beschäftigen. Und ich bin einer kleinen Umfrage im Freundes- und Bekanntenkreis offensichtlich alles andere als allein. Ergo muss es doch einfachere Lösungen geben. Ein Abwasch sozusagen, denn mir mangelt es chronisch an Zeit und Lust. Tiefenreinigung und Konservierung, damit die nächsten Wäschen leichter gehen, das gibt's bereits von einigen Firmen.
Dem Biker ist jedoch ganz besonders die "Dr. O.K. Wack Chemie" sicher ein Begriff. Nein? Vielleicht nicht grade unter der Firmierung, so aber bestimmt unter dem Markennamen "S100" und/oder "A1". Aha! Also doch. Aus diesem Hause stammt unter anderem der fast schon berühmte Gelreiniger, der sich beim mehr oder weniger putzwütigen Motorradvolk einen guten Namen gemacht hat. Jetzt legten die Ingolstädter mit "A1-2K" noch einen nach. Keinen Reiniger indes, sondern eine Politur. Genauer gesagt: Eine 2-Komponenten-Politur aus der Tube, welche auch gleich einen höchst resistenten Fixierwachs enthalten soll.
Die handliche, doppelwandige 125ml-Tube kommt zusammen mit einem kleinen Schwamm. Dieser dient - angefeuchtet - als Applikator für die beiden unterschiedlichen Cremes, welche der Tubenöffnung schon bereits auf sanften Druck entweichen. Beide Komponenten - die weiße, pastöse Politur, sowie das transparente Wachsgel - können somit ohne großen Aufawand praktischerweise immer nur 1:1 gemischt werden. Ganz automatisch. Ob die blauen Stupsen im Gel noch eine andere Funktion haben, außer das Produkt optisch für den Kunden interessanter zu machen, ist nicht bekannt.
Die Dosierung kann sehr sparsam ausfallen, ein Streifen von 5cm soll für ca. eine halbe Motorhaube herhalten können. Da ich bislang nur unsere Motorräder, aber nicht unseren Wagen, damit behandelt habe, muss ich diese Herstellerangabe einfach mal so stehen lassen. Sie erscheint aber recht glaubwürdig, da man für ein komplettes Motorrad (vollverkleidete Kawasaki ER-6f) in etwa genau diese Portion braucht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass man nur lackierte Flächen behandeln soll - ob Kunststoff oder Metall ist dabei wurscht. Ebenso ob einfacher Buntlack oder Metallic - Hauptsache es ist eine Lackschicht drauf.
Produktreste, die dorthin gelangt sind, wo sie nicht hingehören (Polycarbonatflächen, mattiertes Aluminium, Eloxal, Chrom etc.) kann man mit Glasreiniger o.ä. und einem weichen, feuchten Lappen sofort abwischen. Der Hersteller empfiehlt dafür (natürlich) seinen hauseigenen Kunststoffreiniger. Ansichtssache, mit erprobten Hausmitteln geht's auch günstiger. Aufgetragen wird die 2K-Politur wie man es von vergleichbaren Produkten her kennt: Leicht kreiselnde Bewegungen mit etwas Druck ausgeführt, dann antrocknen lassen und den sich dabei bildenden weißlich-matten Film mit einem Frottee-Tuch auspolieren.
Hier unterscheidet man sich ein wenig von der Konkurrenz, diese empfehlen meist (Polyester-)Watte. In der Tat funktioniert das Polieren mit Watte nicht annähernd so gut, wie mit einem Frottee-Lappen. Wahlweise kann man aber auch auf andere (fuselfreie!) Baumwolltücher ausweichen, nur saugfähig müssen sie sein und sollten nach Möglichkeit keine Kunstfasern enthalten (Schlierenbildung). Wie bei jeder anderen Politur auch, ist der Auftrag direkt in der prallen Sonne zwar nicht explizit ausgeschlossen, doch sicher ist sicher.
Ansonsten ist A1-2K laut Aufdruck für alle Lackarten und - zustände geeignet. Wobei ich bei stark verwitterten, alten Lacken - allein aus Kostengründen, nicht weil ich es Dr. Wack nicht zutraue - empfehlen würde zunächst mit einem speziellen Lackreiniger (z.B. "Sonax", "Nigrin" oder "Autosol/Teroson") vorzubehandeln. Leichte Kratzer, etwa Waschanlagenspuren etc., verschwinden jedoch mit A1-2K allein in Nullzeit, so als wären sie niemals da gewesen. Der schützende Wachsfilm hält in der Regel 4 - 5 Wäschen und erschwert die Wiederanschmutzung bzw. erleichtert die folgenden Reinigungen. Der nicht-repräsentative Test das pharaonische Bügeleisen zur Hälfte nur konventionell zu Waschen und die andere zusätzlich mit dem 2-in-1-Mittelchen zu behandeln war, nach diversen Regenfahrten, verblüffend.
Fazit
8,99 Euro klingen viel für die vergleichsweise kleine Tube, dafür ist A1-2K aber höchst ergiebig und spart eine Menge Zeit, da zwei Arbeitsgänge in einem ausgeführt werden. Das ist zwar nicht ganz so neu, wie es der Packungsaufdruck ("NEU! Die High-Tech Innovation") behauptet, doch das Ergebnis dieses kinderleicht anzuwendenden 2-Komponenten-Systems kann sich absolut sehen lassen. Die Haltbarkeit des Fixierwachses ist subjektiv nicht viel besser, als die der Konkurrenz. Dieser Faktor wird aber stark von den individuellen Waschgewohnheiten beeinflusst, sodass man der Werbeaussage, dass dieses "doppelt so lang, wie normales" Wachs hält, einfach mal so stehen lassen muss. Nicht nur erklärte Putzmuffel sollten diese Premium-Lackpflege unbedingt mal ausprobieren.
So Long
Der Sauber-macht-lustig-Pharao