Zwar ist es schon einige Monate her, jedoch will ich euch meine Erfahrungen mit dem ADAC-Verkehrssicherheitstraining auf dem Sachsenring natürlich nicht vorenthalten. Der folgende Bericht bezieht sich zwar konkret auf das Training auf dem Sachsenring, derartige Trainings kann man aber in vielen ... Bericht lesen
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Zwar ist es schon einige Monate her, jedoch will ich euch meine Erfahrungen mit dem ADAC-Verkehrssicherheitstraining auf dem Sachsenring natürlich nicht vorenthalten. Der folgende Bericht bezieht sich zwar konkret auf das Training auf dem Sachsenring, derartige Trainings kann man aber in vielen diversen Orten in der Bundesrepublik absolvieren.
~~ Was ist das? ~~ Das ADAC-Fahrsicherheitstraining soll PKW-, LKW-, Bus- und Motorradfahrern die Möglichkeit geben, sich die Gefahren des täglichen Straßenverkehrs besser bewusst zu werden, Gefahrsituationen zu vermeiden oder diese im Notfall erfolgreich zu meistern. Bei den angebotenen Trainingsprogrammen wird der Fahrer in einer kontrollierten Umgebung in Ausnahmesituationen gebracht, die auf dem Trainingsgelände keine Gefahr darstellen, auf öffentlichen Straßen jedoch schwere Folgen haben könnten. Die Teilnehmer werden geschult wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollten und können dies am eigenen Auto testen. Dabei bietet der ADAC auf dem Sachsenring folgende Fahrprogramme an:
*Das PKW-Training* Angeboten werden Pkw-Intensivtraining, PKW-Perfektionstraining 1, PKW-Perfektionstraining 2 und PKW-Perfektionstraining 3.Ersteres Fahrprogramm dient als Grundlage für die möglichen weiteren Trainings. Es geht acht Stunden und ist für diejenigen gedacht, die in ihrem Leben noch nie ein solches Fahrsicherheitstraining durchgeführt haben. Vorraussetzungen für eine Teilnahme gibt es dabei nicht. Das PKW-Perfektionstraining 1 geht ebenfalls acht Stunden und ist ein anspruchsvolleres Programm für Fortgeschrittene, welches als Vorraussetzung die Teilnahme am Pkw-Intensivtraining hat, da es darauf aufbaut. Wer diese beiden Fahrprogramme gleich zusammen durchleben will, kann dies im PKW-Perfektionstraining 2 tun, welches über zwei folgende Tage über je acht Stunden geht und beide kombiniert. Schliesslich gibt es noch das PKW-Perfektionstraining 3 für sportlich orientierte Fahrer, wobei man entweder das PKW-Perfektionstraining 1 oder 2 absolviert haben muss.
*Das Motorrad-Training* Bei den Fahrprogrammen für Zweiräder verhält es sich wie beim PKW und haben mit Intensivtraining und Perfektionstrainings die gleichen Bezeichnungen. Zusätzlich dazu gibt es das sogenannte Rundstreckentraining, auf dem anscheinend direkt auf der Strecke trainiert wird.
*LKW- und Bus-Training* Viele Speditionen und Busunternehmer schicken ihre Fahrer ebenfalls zum Verkehrssicherheitstraining, natürlich mit den Fahrzeugen die sie während der Arbeit auch fahren müssen. Die verschiedenen Programme sind so wie beim PKW und Motorrad aufgebaut.
Insgesamt ist für jede Fahrklasse für ausreichend Auswahl gesorgt. Ich persönlich habe bisher nur das Pkw-Intensivtraining absolviert, werde in naher Zukunft aber sicherlich auch noch das Perfektionstraining 1 anschliessen.
~~ Das Trainingsgelände ~~ Wer annimmt, dass das Training auf der Rennstrecke absolviert wird, liegt leider falsch. Beim eintägigen Intensivtraining den ich belegt habe, hat man leider keine Möglichkeit auf die Strecke zu fahren. Stattdessen bewegt man sich immer auf Asphaltflächen die hinter den Reifenstapeln liegen und bei Rennwochenenden den Versorgungs- und Sicherheitskräften vorbehalten sind. Diese Flächen sind mit moderner Technik bespickt, sodass es u.a möglich ist Wasserfontänen aus dem Boden schiessen zu lassen oder den Boden künstlich in Aquaplaning zu versetzen - dazu aber später mehr. Desweiteren gibt es soweit ich weiß die Möglichkeit beim PWK-Perfektionstraining auch die eigentliche Rennstrecke zu befahren.
~~ Wissenswertes ~~ Empfehlenswert ist es natürlich mit dem eigenen Auto am Fahrprogramm teilzunehmen, da man dabei viel über das eigene Gefährt lernt und auch ein Gefühl dafür bekommt bis zu welchem Punkt das Auto mitspielt, und wann es z.B kurz davor ist hinten auszubrechen. Allerdings ist es auch möglich ein vom ADAC gestelltes Fahrzeug zu nutzen. Wer eine Vollkasko hat ist bei einer Teilnahme am Training vollversichert, wer diese Versicherung nicht abgeschlossen hat, kann sich gegen einen Aufpreis von 10Euro bzw. 15Euro speziell für das Fahrerprogramm versichern. Generell sei aber gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit das eigene Auto zu schrotten schwindend gering sind, solange man sich an die Anweisungen der Trainier hält. Außerdem sind die Trainingsflächen größflächig angelegt sodass man nirgends dagegenfahren kann. Erwähnenswerte Unfälle soll es bis jetzt auch noch nicht gegeben haben. Vor einer Teilname wird explizit darauf hingewiesen, dass das Auto voll funktionieren und im Innenraum nichts herumliegen sollte - ein Tipp den ich nur bestätigen kann! Ich habe ausversehen einen Eisscheibenkratzer, oder wie diese Teile auch immer heißen mögen, in der Seitenablage gelassen, den es dann ordentlich durch die Kante gezimmert hat. Wer will kann auch eine Begleitperson im Auto mitnehmen, die am Theorieunterricht jedoch nicht selbst teilnehmen darf. Ich habe vor einigen Jahren schon als Begleitung meiner Mutter teilgenommen, und hatte selbst auch sehr viel Spaß, auch wenn man nicht am Lenkrad sitzen darf.
~~ Der Trainingstag ~~ Es war Anfang März 2008, als ich mich 7:45 Uhr in unseren Hyundai Getz setzte und in Richtung des ca. 30km entfernten Sachsenrings fuhr. Schon während der Fahrt machte ich mir allerhand Gedanken was auf mich zu kommt und hatte schon etwas Bammel davor, ob ich die mich erwartenden Übungen auch alle gut absolvieren würde - immerhin hatte ich den Führerschein zu diesem Zeitpunkt erst ein halbes Jahr und fühlte mich noch lange nicht sicher beim Fahren. Da ich im normalen Straßenverkehr bis dato noch nie Aquaplaning hatte oder starkes Slalom gefahren bin, hatte ich keinen Schimmer ob ich dies überhaupt auf die Schnelle könnte. Nach 30-minütiger mit Gedanken gequälter Fahrt kam ich endlich auf dem Sachsenringgelände an und checkte an der Anmeldung ein. Nun hieß es warten während sich der Warteraum mit immer mehr Menschen füllte. Da ich ein spezielles Training für junge Fahranfänger im Alter bis 25 Jahren absolvierte, welches nur in den Wintermonaten möglich ist und nur rund die Hälfte des normalen Preises kostete, waren die anderen Personen alle in einem ähnlichen Alter wie ich, was mich dann doch irgendwie beruhigte.
Pünktlich 8:30 Uhr ging es endlich los: Alle Teilnehmer, mittlerweile waren es ca. 25 an der Zahl, begannen ihren Trainingstag mit einer theoretischen Einführung durch zwei der Fahrtrainer. Dachte ich erst noch "baahh wie öde, Theorieunterricht kenne ich aus der Schule schon zu genüge", war die Stunde eigentlich ziemlich interessant. Es wurde vorgestellt was wir in den kommenden Stunden alles erleben werden, es wurden spezielle Gefahrensituationen vorgestellt und unter Einbezug der Teilnehmer das richtige Verhalten herausgefunden. Dazu wurden Bilder und Videoausschnitte verwendet um alles schön ansehnlich zu gestalten und auch einiges auf technischer Grundlage erklärt. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl wurde die Gruppe in zwei kleine Grüppchen geteilt und dann hieß es los gehts: Auf zur ersten Übung. Naja fast! Zuvor gab es noch eine kleine Vorbereitung durch die Fahrtrainer ;-) Achja: Jeder bekam noch ein Funkgerät ins Auto, sodass der Trainier mit allen jederzeit in Kontakt treten konnte und auch gezielt Tipps geben konnte.
~ Vorbereitung Nachdem die Teilgruppe auf den großen Platz neben dem Streckentower gefahren ist, hieß es erstmal Motor aus und zum Fahrzeug des Trainers laufen. Dieser zeigte ersteinmal wie man im Auto richtig sitzt, worauf generell achten sollte und wie man das Lenkrad ordnungsgemäß anfässt. Klingt simpel, ist es aber bei weitem nicht. Im Nachhinein würde ich sogar behaupten dass 80% der auf den Straßen fahrenden Fahrer das Lenkrad falsch "bedienen" - sei es aus Faulheit oder auch Unwissenheit. Ich selbst habe das Lenkrad auch immer so angefasst wie es halt gerade passt; Gedanken habe ich mir darüber kaum gemacht Nach der kurzen Erläuterung sollte jeder in sein Auto steigen und die eben gezeigte, richtige Sitzposition einstellen. Und dann gings endlich auf zur ersten Übung: Slalom fahren!
~ Slalom Die schnell erklärte Aufgabe war, Slalom um hintereinander aufgestellte Verkehrskegel zu fahren. Zuerst sollte man ein Gefühl für die Abstände gewinnen und zunächst langsam um die Hindernisse fahren. Nach dem dritten Durchgang sollte man schonmal ein bisschen mehr aufs Gas drücken - gar nicht so einfach wie man denkt! Wer hier nicht die in der Vorbereitung gezeigte Lenkradtechnik verwendete, hatte kaum eine Chance. Schon bei dieser ersten Übung verlangte das Training volle Konzentration ab, hat aber auch richtig Spaß gemacht. Nach zahlreichen Durchgängen und nachdem der Trainer mit allen zufrieden war, ging es ab zur nächsten Übung ...
~ Wer bremst, verliert? Beim Bremswegtest ging es um das austesten des Bremsens - zuerst auf trockener und dann auf nasser Fahrbahn. In den ersten Durchgängen sollte ersteinmal 40 km/h gefahren werden und an einer bestimmten Linie eine Vollbremsung vollzogen werden. Sofort merkte man ob das ABS anspringt und man es richtig gemacht hat, oder zu zaghaft auf dem Pedal war. In unserer Gruppe gab es auch ein Fahrzeug welches kein ABS hatte - die Unterschiede im Bremsweg waren gravierend und interessant zu betrachten. Im Laufe der Durchgänge steigerten wir uns auf 60 km/h und die einwirkenden Kräfte machten mich nachdenklich, was passieren würde wenn man auf der Autobahn bei 150 km/h mal eben eine Vollbremsung hinlegen müsste ... Auch der direkte Vergleich von trockener und nasser Fahrbahn war schon irgendwie erschreckend, auch wenn man ja schon immer wusste, dass sich der Bremsweg verlängert.
~ Schleudergang Diese Übung war wie ich finde eine der schwierigsten: Durch eine horizontal bewegliche Platte wurden auf nasser Fahrbahn die Hinterräder weggezogen, sodass das Auto ins Schleudern geriet. Aufgabe des Fahrers war es schnellstmöglich zum Stehen zu kommen, und dem Schleudern so gut wie möglich entgegen zu wirken. Auch hier ging es wieder mit gemütlichen 30 km/h los und steigerte sich im Verlauf auf 50 km/h, wenn ich mich recht entsinne. Beim ersten Durchgang war ich vollkommen unsicher und wusste nicht was passieren wird, sodass ich das Auto zwar schnell zum Stehen gebracht habe, aber das Schleudern fast nicht unterbinden konnte - fast allen ging es allerdings so. Besonders hart war es wieder für das Fahrzeug ohne ABS, da dieser nicht gleichzeitig Bremsen und Lenken konnte, was bei dieser Übung nicht von minder Vorteil ist. Auch sehr interessant war ein Fahrzeug das ESP hatte und fast nicht ins Schleudern kam. Wurde zu Beginn die Hinterachse immer nach links ausgelenkt, löste der Trainer die Mechanik später zufällig aus, sodass man nie genau wusste wohin die Reise geht - ein sehr gute Übung für Reaktionsschnelligkeit!
~ Der Kreis Auf nasser Fahrbahn fuhr man in einem Kreis, der schätzungsweise einen Radius von 15 Metern hatte. Ziel war es auszutesten wann das Auto unter- oder übersteuert, dem entgegenzuwirken und am Limit mehrere Runden zu drehen. Eine sehr spaßige Angelegenheit, die wieder viel Konzentration abverlangte. Wer wollte konnte sich absichtlich drehen lassen oder auch â la James Bond per Handbremse eine 180° Drehung versuchen.
~ Weg daaaaa! Eine der letzten Übungen war die Ausweichübung. Plötzlich aufkommende Wasserfontänen stellten Hindernisse dar, denen man ausweichen sollte. Zugegebenermaßen war die Übung spätestens nach dem zweiten Mal sinnlos, da man ja genau wusste wo das Hindernis auftauchen würde. Einzig eine höhere Geschwindigkeit machte die Übung vielleicht noch ein wenig schwierig, aber an sich kaum der Rede wert.
Soweit ich mich noch erinnern kann, waren dies dich wichtigsten Übungen; sicherlich gab es noch die ein oder andere kleinere, aber die lasse ich jetzt einfach mal außen vor. Alle Übungen haben einen heiden Spaß gemacht und die volle Aufmerksamkeit des Fahrers gefordert. Zu Beginn einer jeden Übung erfolgte eine Einführung durch den Instruktor, der die Übung zum einen selbst vormachte und erklärte wie man was machen sollte. Jeden Durchgang erfolgte eine Steigerung im Tempo, sodass man immer weiter gefordert wurde. Durch Hinweise durch das Funkgerät konnte der Trainer jedem Fahrer genau sagen was gut war, oder auch schlecht und was man anders machen sollte. Die Übungen waren nicht weit von der Realität entfernt und haben alle ihre Berechtigung. Außerdem war es einfach nur saulustig :-) In der Mittagszeit gab es eine längere Pause, in der man sich in eine auf dem Gelände befindliche Gaststätte einfinden konnte. Das Essen war nicht teuer und einfach nur lecker - nebenbei konnte man auch die anderen Gruppenteilnehmer besser kennenlernen.
Gegen 16:30 Uhr war der ganze Spaß auch schon wieder vorbei. Die acht Stunden gingen wesentlich schneller vorbei, als erwartet und auch die anfängliche Angst vor den Übungen war völlig unbegründet. Wer sein Auto minimal unter Kontrolle hat, wird keinerlei Probleme haben das Übungsprogramm zu absolvieren.
~~ Preise ~~ Hier die Preise für die verschiedenen PKW-Fahrprogramme:
~ PKW-Intensivtraining wochentags 155,- Euro Sa./So./Feiertag 175,- Euro
~ Das Perfektionstraining 1 wochentags 155,- Euro Sa./So./Feiertag 175,- Euro
~ Das Perfektionstraining 2 wochentags 275,- Euro,- Euro Sa./So./Feiertag 305,- Euro
Wer gleich das "Perfektionstraining 2" macht, kann wie man sieht ein paar Euro sparen. ADAC-Mitglieder können ebenfalls bis zu 50Euro einsparen. Insgesamt sind die Preise natürlich recht gepfeffert, für die gebotene Leistung aber angemessen. Man nimmt wirklich etwas mit nach Hause, dass irgendwann vielleicht das eigene Leben retten kann. Aber auch wenn es vielleicht nur einen Unfall verhindert, hat man das Geld sicherlich sofort wieder rein... Für junge Fahrer gibt es wie bereits erwähnt in den Wintermonaten ein Aktionprogramm, durch welches 50% Rabatt erlassen werden.
~~ Fazit ~~ Trotz des nicht unerheblichen Preises hat sich die Teilnahme am ADAC-Fahrsicherheitstraining auf dem Sachsenring voll und ganz gelohnt! Zwar vergisst man nach einiger Zeit vieles was man gelernt hat, aber ich bin überzeugt, dass im Fall der Fälle das Unterbewusstsein sich daran erinnern würde. Schon als ich vom Gelände des Sachsenrings gefahren bin, fühlte ich mich wesentlich sicherer in Meiner Haut! Sobald ich ein neues Auto haben sollte, werde ich den Intensivkurs wiederholen oder gleich das Perfektionstraining 1 machen, da ich auch bei meinem nächsten Auto wissen möchte, wie es im Ernstfall reagiert. Auch von Freunden und Bekannten habe ich bisher nur Gutes über das Training gehört; mein Fahrschullehrer hat es übrigens auch jedem empfohlen einmal teilzunehmen! Auch wenn es einigen vielleicht sinnlos erscheinen sollte, solche Gefahrensituationen künstlich nachzustellen, lohnt es sich für jeden diesen Situationen zu stellen! Außerdem macht es natürlich richtig Gaudi mal mit dem Auto mal auf einen großen Spielplatz zu fahren ;-)
Weitere Informationen unter:
~ www.sachsenring.de ("Fahrprogramme") oder ~ www.adac.de ("Fahrsicherheitstraining")
Pro: spannend, spektakulär und lehrreich Kontra: immer im Konvou hinterher
Hallo zusammen, heute möchte ich euch den versprochenen Bericht über das Fahrsicherheitstraining auf dem Sachsenring liefern. Gestern früh um kurz vor 6 Uhr zu nachtschlafener Zeit fuhren wir von unserem Heimatort los in Richtung Sachsenring über die A ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Service
Beitragshöhe / Leistung...
Erreichbarkeit im Ernst...
Allgemeine Kundenfreund...
sehr hilfreich
01.03.2009
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