Super Kaffee, miese Qualität.
19.05.2010
Pro:
Super Kaffee
Kontra:
Konstruktion und Verarbeitung mangelhaft
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Bedienung
Reinigung
Design
Kaffee Aroma
mehr
 DoomGuy
Über sich:
Mitglied seit:26.03.2009
Erfahrungsberichte:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 20 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem unsere Siemens Surpresso Kaffeemaschine nach über 50.000 Tassen Kaffe den Geist aufgegeben hat, musste für mich eine Alternative her. Da ich Student bin, ergeben sich schon ein paar Ansprüche: - Ich möchte Kaffee von frisch gemahlenen Kaffeebohnen - Die Maschine sollte nicht zu teuer sein - Qualität des Kaffees und der Maschine muss stimmen Leider war die AEG KAM 200 die falsche Wahl. Das einzige, was man der Maschine als positiven Punkt anrechnen kann, ist der Kaffee selbst. Dieser schmeckt wirklich genial. Das ist aber auch keine Kunst, wenn man frisch gemahlene Bohnen verwendet.
Beim Kauf meiner Geräte achte ich normalerweise darauf, dass ich deutsche Produkte oder aus der EU kaufe. Das hat einfach den Grund, dass in Ländern ausserhalb der EU weniger Umweltauflagen gelten und man so dort billiger produzieren kann, das möchte ich nicht unterstützen. Also dachte ich, ich greife zur Kaffeemaschine von AEG, denn AEG hat vor vielen Jahrzehnten auch schwere Maschinen gebaut, die für deutsche Qualität standen. Auf der Unterseite des Gerätes findet sich ein Aufkleber mit der Aufschrigt "Made in PRC" (People's Republic of China), was leider mal wieder viele Vorurteile bestätigt. Ein paar Mängel kamen mir gleich nach dem Auspacken und Ausprobieren entgegen:
Die Verarbeitung des Gerätes ist schlampig, das Aluminium-Blech auf der Gerätevorderseite besitzt Laschen, mit denen es bei der Produktion wohl fixiert und dann verklebt wird. Diese Laschen wurden so unsorgfältig umgebogen, dass man Wölbungen an den Seiten des Aluminiumblechs sieht. Da auch nicht gut gebogen wurde, sieht man die Laschen auch noch. Auch an der Oberseite ist die Rundung übersäht mit kleinen Dellen, die für eine billige Massenproduktion sprechen. Die Tasten des Bedienfeldes haben mindestens 1mm Spiel nach links und rechts und fühlen sich sehr billig an. Da wackelt alles. Die Bedienung ist ohne die (übrigens nicht gerade gut strukturierte und auch unübersichtliche) Bedienungsanleitung nicht einfach so möglich. Die Tasten sind mit einem Klarlack lackiert, der schon ohne vorherige Verwendung feinste Risse hat, und das bei einem Neuteil. All zu lange wird dieser nicht halten.
Das Display dunkelt nicht verwendete Bereiche nicht richtig ab und lässt sich auch nicht in jedem Winkel ablesen. Der Blikwinkel muss zwischen 10 und 50 Grad nach oben senkrecht zum Display betragen. Darunter lässt es sich nur schwer lesen. Schaut man senkrecht auf das Display, sieht man nichts.
Theoretisch sollte die Maschine so funktionieren:
Man füllt Kaffeepulver in einen Kaffeefilter wie bei einer herkömmlichen Kaffeemaschine oder man verwendet die integrierte Mühle. Dazu schiebt man den oberen Teil zur Seite, sodass das Pulver durch den Kanal von der Kaffeemühle in den Kaffeefilter fallen kann. Wenn man auf den Startknopf drückt, beginnt die Maschine entweder mit dem Mahlvorgang oder brüht das Kaffeepulver sofort. Nach dem Mahlvorgang schwenkt der obere Teil wieder zurück und es beginnt der Brühvorgang. Das Wasser wird übrigens durch einen Aktivkohlefilter vor dem Erhitzen gefiltert. Über einen Timer kann man einstellen, wann die Maschine mit dem Kaffeekochen anfangen soll. Die Mühle ist zwar nicht sonderlich laut (wie in anderen Testberichten beschrieben) aber reicht auch gut aus, um sich morgends damit Wecken zu lassen.
Praktisch funktioniert die Maschine allerdings so:Man findet nach langem Suchen in der Bedienugnsanleitung heraus, dass der Start-Knopf derjenige ist, von dem man normalerweise erwartet, dass dieser Knopf die Maschine komplett ein oder aus schaltet. Ein Kreis mit einem Strich drinn. Da die Bedienungsanleitung in 14 Sprachen verfasst ist und man wohl Papier sparen wollte (verschiedene Anleitungen für verschiedene Länder wäre die bessere Lösung...), gibt es die wichtigen Bilder zu den einzelnen Schritten nicht beim Text sondern getrennt auf anderen Seiten. Man muss also ständig hin- und herblättern.
Der Aktivkohlefilter filtert übrigens nur zu 70%, der Rest des Wassers geht wegen der schlechten Konstruktion am Filter vorbei. Man muss kein Ingenieur sein, um zu sehen, dass diese Konstruktion nicht dicht sein kann, das hat mich schwer enttäuscht. Wenn man den Kaffee in die Mühle gibt und auf den Start-Knof drückt, fängt die Mühle an, den Kaffee zu mahlen. Dazu muss der obere Teil vorher zur Seite geklappt werden. Man merkt, dass der obere Teil eine Feder spannt und einrastet. Sobald der Mahlvorgang beendet ist, lässt es einen Schlag und der obere Teil schnalzt zur Seite. Ich gebe dieser Konstruktion keine 5 Jahre Lebensdauer. Das ganze ist so heftig, dass die Maschine sogar auf dem Tisch zur Seite rutscht. Der Kaffee, der im Kanal von der Mühle liegt, bleibt dann einfach darin liegen. Man kann sagen, dass 60% des Kaffees gar nicht frisch gemahlen ist, sondern nur vom letzten Mahlvorgang noch in dem Mühlenauslauf liegt.
Die Maschine verfügt über keinerlei Speicherfunktion, sobald man kurz den Stecker zieht, muss man die Uhr neu stellen. Das sollte doch eigentlich im Jahr 2010 kein Problem sein, hier wurde wirklich an Centbeträgen gespart. Die Kaffeemenge kann man auch nicht einstellen, man muss eben abschätzen wieviel Wasser man für den Kaffee benötigt und entsprechend füllen. Die Tasten für die Menge sind nur für die Mühle und nicht für die Wassermenge, die muss man trotz Einstellung für die Mühle selbst abschätzen.
Viele der Produktbilder des Herstellers sind übrigens keine Fotos, sondern CAD-Zeichnungen. Das gilt auch für die Verpackung. Das ist zwar oft normal, aber hier geht es doch ein Stück zuweit, spätestens beim Bedienfeld. Was auf den Bildern aussieht wie edle Aluminiumtasten sind einfach nur wackelige, billige Plastikknöpfe.
Fazit: Wer keine hohen Ansprüche an die Konstruktion und Verarbeitung stellt, bekommt hier einen Spitzenkaffee. Der gute Kaffee lässt einen zum Glück so manchen Mangel übersehen.
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10.12.2010 19:04
Deine ist also noichjt sonderlich laut? Sei mal dankbar... Meine dreht richtig auf... Und - saut deine gar nicht mit Kaffeepulver rum? Da schimpfen viele drüber und du verlierst kein Wort? Trotzdem finde ich deinen Bericht kurz und knackig und daher lesenswert. Greetz, Wolle
21.05.2010 15:03
AEG ist nur vom Namen her Qualität made in Germany. So viel steht heute doch fest.
19.05.2010 19:15
@Mondstab18: Ja, genau desswegen war ich so enttäuscht. Hätte ich nie von AEG erwartet.