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Noch ein kleiner aktueller Verweis....zur Bekämpfung von AIDS stellen die verschiedenen AIDS-Stämme dar. Dadurch präsentiert sich das Virus in immer wieder neuer und unterschiedlichster Art unserem Immunsystem. Dadurch ist es so schlecht greifbar.An der Universität von Maryland (USA) wurde nun erstmalig ein Antikörper entwickelt, der diese verschiedenen AIDS-Stämme erkennen kann und damit ein Impfstoff entwickelt.
Dieser konzentriert sich bei der Suche nach den verschiedenen Stämmen auf die Oberfläche des Virus, wo sich ein bestimmtes Protein befindet. Diese Protein trägt den tollen Namen gp 120-Protein. Das gp 120-Protein existiert allerdings auch wieder in verschiedensten Varianten und chemischen Verbindungen.
Es bindet sich an die CD4-Zellen des Immunsystems ( eine bestimmte Zelle im Immunsystem), bildet einen Komplex ( eine Einheit )und verändert dabei seine Struktur und Chemie. Es erkennt also damit die Eigenschaften, die von allen HIV-Stämmen geteilt werden. Durch künstliche gp 120-CD4-Komplexe wurden in Versuchen eine Vielzahl von HIV-1-Isolaten ( Isolator ist ein Stoff, der Ströme nicht oder schlecht leitet) neutralisiert. In zwei Jahren wird der präventive Impfstoff klinisch getestet und man erwartet eine große neue Wirkung!***WICHTIG***
Das ist nach wie vor kein Freifahrtschein und kein Faktor, der AIDS heilbar macht - also bitte weiterhin vorsichtig sein und schützen!!!!(21.08.2002)
Heute möchte ich mich noch einmal mit aller Ernsthaftigkeit einem immer noch heiklen, wichtigen und teilweise schon wieder verdrängten Thema widmen:
AIDS!!!Wir haben bestimmt alle davon gehört, die älteren von uns sind damit irgendwie groß geworden.
Nochmal für alle eine Kurzfassung:Was ist AIDS?
Das Wort AIDS steht für die englische Bezeichnung "Acquired Immune Deficiency Syndrome" auf Deutsch heißt es nichts anderes als "Erworbener Immundefekt".
Bei einem Immundefekt ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Als Hauptursache für AIDS gilt die Infektion mit HIV ("Human Immune Deficiency Virus"- was soviel wie "menschliches Immundefekt-Virus" heißt.
Das erste Mal wurde 1981 -also vor 21 Jahren die Welt auf eine neue geheimnisvolle Krankheit in den USA aufmerksam. 1983-84 wurde das Virus HIV-1 entdeckt, wenig später HIV-2. Beide Virustypen und ihre Untergruppen weisen spezielle Merkmale auf und kommen je nach
Kontinent unterschiedlich häufig vor. Für alle gelten aber die gleichen Schutzmöglichkeiten. Mittlerweile wurden im Laufe der Jahre andere HIV-Viren entdeckt und auch hier wieder der Hinweis, dass die Ansteckungsmöglichkeiten sich dadurch nicht geändert haben.
Mit AIDS wird das Stadium bezeichnet, bei dem das Immunsystem stark beeinträchtigt ist und sich bestimmte Infektionskrankheiten und Tumoren entwickeln können.Der Verlauf einer HIV-Infektion unterliegt starken Schwankungen und lässt sich nur
schwer als eine festgelegte Abfolge von Stadien beschreiben. Im Laufe der Jahre hat die Medizin immer neue Stadien kennen gelernt, so dass man heute nur generell sagen kann wie AIDS verläuft, es variiert von Mensch zu Mensch und von den jeweiligen möglichen Behandlungsmöglichkeiten.
Feststellung einer HIV-Infektion:
Eine Infektion mit HIV kann zum einen durch den HIV-Antikörpertest,der indirekten Methode, zum anderen durch den Virusnachweis, der direkten Methode festgestellt werden.Wie und wann sich eine HIV-Infektion zu einem Immundefekt entwickelt, hängt von so vielen anderen Umständen ab, die im Einzelnen nicht wirklich
bekannt sind. Für das Leben mit HIV gibt es keine "goldene Regel".
Alle Betroffenen müssen den eigenen Weg mit der Infektion oder Aids finden, ganz hilfreich ist sicherlich immer das eigene soziale Umfeld, die Beratungsstellen in Deutschland sowie Ärzte und Therapien ( auch Gruppen ).
Ganz wichtig:Anders als manche heute behaupten und das ist mir vor zwei Wochen in Köln passiert, dass jemand sagte, Aids se heilbar - nein!!! Leider noch nicht!!!
Die HIV-Infektion ist noch nicht heilbar.
Es gibt aber heute verbesserte Therapien und dadurch erleben viele Betroffene heute einen viel günstigeren
Verlauf. Das heißt, durch medizinische Behandlung bestehen gute Chancen, dass sich eine Immunschwäche zurückbildet oder ihr Auftreten sich viele Jahre hinauszögern lässt. Vieles spricht dafür, dass der medizinische Fortschritt zu einer immer höheren Lebenserwartung bei Menschen mit HIV führt.
Nach wie vor gilt - und zwar ohne Panikmache:AIDS ist nach wie vor eine bedrohliche und wahrscheinlich tödlich verlaufende Krankheit.
Das Immunsystem: Das Immunsystem hat die Aufgabe, in den Körper eingedrungene Krankheitserreger – z.B. Bakterien, Pilze, Viren – unschädlich zu machen. HIV schwächt
das Immunsystem, indem es die Helferzellen (auch CD4-Zellen oder T4-Zellen genannt) befällt und sich in ihnen vermehrt. Die Helferzellen haben unter anderem die wichtige Funktion, andere Zellen des Immunsystems bei der Abwehr von Krankheitserregern zu steuern.
Wenn HIV in die Blutbahn gelangt,kommt es zu einer Abwehrreaktion. Die hierbei gebildeten Antikörper können aber nicht in infizierte Wirtszellen eindringen. Das ist einer der Gründe, weshalb
die dort vorhandenen Viren nicht unschädlich gemacht werden. Eine geringe Anzahl der befallenen Helferzellen wird direkt durch das Virus zerstört. Weitere, vor allem indirekte Mechanismen können zu eingeschränkten und fehlgesteuerten Abwehrreaktionen
führen und so die Zahl der Helferzellen stark verringern. Je mehr die Zahl der Helferzellen abnimmt, desto weniger ist das Immunsystem in der Lage, den Körper vor Krankheiten zu schützen. Bei fortgeschrittener Abwehrschwäche kann es zu "opportunistischen Infektionen", d.h. sie "nutzen" das geschwächte Immunsystem, um sich ungehindert zu vermehren, zu Allergien und zum Wachstum verschiedener Krebsarten kommen.
Auch ein geschwächtes Immunsystem kann noch gut mit vielen der weit verbreiteten Krankheitserreger fertig werden. Menschen mit HIV brauchen also nicht vor jedem Schnupfen Angst zu haben. HIV-Infektionen
verlaufen von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, und jeder einzelne Verlauf zeigt in der Regel starke Schwankungen. Krankheiten können, müssen aber nicht auftreten. Und zwischen einzelnen Erkrankungen liegen oft lange Zeiten ohne körperliche Beschwerden. Selbst ein voll entwickelter Immundefekt kann bis zum Auftreten schwerster Erkrankungen zunächst ohne Krankheitszeichen verlaufen.Was kann auf eine HIV-Erkrankung hinweisen:
1. Stadium:Bereits kurz nach der Ansteckung mit HIV beginnt das Virus, sich vorübergehend sehr stark zu vermehren. Bei den meisten Menschen treten in den ersten Wochen der Infektion grippeähnliche Symptome die nach ein bis zwei Wochen wieder abklingen. Viele bemerken diese Symptome kaum.
Bei allen Infizierten kommt es zu einer Abwehrreaktion, bei der Antikörper gebildet werden. Diese können in der Regel nach zwölf Wochen zuverlässig nachgewiesen werden. 2. Stadium:
Die HIV-Infektion verläuft dann zunächst unauffällig, d.h., es treten keine Symptome auf. Diese Phase kann
einige Monate oder viele Jahre andauern. Das Virus vermehrt sich jedoch weiter und schädigt dadurch das Immunsystem.Die Krankheitszeichen, die im Verlauf der HIV-Infektion auftreten können, sind im Einzelnen betrachtet unspezifisch, d.h., sie kommen auch bei vielen anderen Krankheiten vor. Ob ein Immundefekt vorliegt oder nicht, kann deshalb nur ein Arzt feststellen, der auf diesem Gebiet spezialisiert
ist.
3. Stadium:Irgendwann können Symptome auftreten. Diese sind meist allgemeiner Art, z.B. lang andauernde Lymphknotenschwellungen an mehreren Stellen (unter den Achseln, in der Leistengegend), starker Nachtschweiß und lang anhaltende Durchfälle. Zur Abklärung der Symptome sollte in jedem Fall
ein erfahrener Arzt aufgesucht werden.
4. Stadium: Treten bei einem schweren, durch HIV verursachten Immundefekt bestimmte Krankheiten auf, spricht man von "AIDS". Dazu zählen z.B. die Pneumocystis carinii Pneumonie (PcP), eine Form der Lungenentzündung,
oder infektiöse Erkrankungen anderer Organe, z.B. der Speiseröhre mit dem Hefepilz Candida albicans. Auch Viren wie Herpes simplex oder Herpes zoster können zu
schweren Erkrankungen führen. Die häufigsten Tumorerkrankungen im Zusammenhang mit AIDS sind durch Viren bedingte Krebsarten, z.B. das Kaposi-Sarkom
oder der Gebärmutterhalskrebs sowie Lymphome (bösartige Tumoren des Immunsystems).
Weil HIV die Blut-Hirn-Schranke überwindet, kann es auch die Zellen des Zentralnervensystems schädigen. Im Verlauf der HIV-Infektion können daher auch Nervenentzündungen und Hirnleistungsstörungen
auftreten, die meist langsam und unauffällig beginnen.
( Anmerkung in eigener Sache: Für das Ausarbeiten zum Krankheitsverlauf habe ich Infomaterial von mir genutzt - weil es sonst zu schwer ist, dass alles zu formulieren)
Ich möchte noch etwas dazu anmerken: Es gibt heute viel mehr Therapiemöglichkeiten, die eine viel längere und symptomfreie Zeit des Lebens zulassen. Was auch heißt, dass die Lebensqualität der Betroffenen ständig verbessert wurde - zu mindest in den 1. Welt Ländern. Dies heißt aber auch, dass es zu diesen Therapien extrem wichtig ist, dass wir alle da sind und begleiten - in all den o.g. Stadien.
Man kann sich nach wie vor nicht über Küssen und Berühren anstecken. Nach wie vor steckt man sich über Blut und Samen/Scheidenflüssigkeit an - ein geringeres Ansteckungsrisiko kann auch Speichel sein.Es ist auch immer für die Freunde und Verwandten eine ganz neue und auch schwere Zeit, doch die sollte uns alle nicht blind machen, blind machen für den jenigen der erkrankt ist...er/sie brauchen es viel nötiger.
Und damit meine ich DASEIN - in allen erdenklichen Formen und ganz wichtig auch, Gesicht zu zeigen - mit den Infizierten Menschen in die Öffentlichkeit zu gehen, wenn sie es möchten und begleiten. Oft ist HIV lange Zeit nicht sichtbar für andere, doch es kommt eventuell die Zeit, in der sich die Optik verändert und für den Menschen wieder eine neue Phase beginnt und in all den Phasen ist es verdammt wichtig, da zu sein. Da zu sein heißt auch, sich mit eigenen Ängsten auseinanderzusetzen und zuzulassen. Ich habe es in einem Bericht schon geschrieben, dass der nicht Betroffene genauso das Recht auf sich und seine Ängste und Problem hat, auch fern von Aids und eine ganz wichtige Erfahrung, sprecht mit den Betroffenen darüber - niemals schweigen aus Scham oder Angst, redet über die Krankheit und Eure Ängste..jeder hat dieses Recht.
Zum Schluss noch einige relativ neue Zahlen:
- Weltweit leben zur Zeit ca. 40 Millionen mit HIV oder Aids- im Jahr 2001 haben sich 5 MIllionen Menschen neu infiziert - also pro Minute ca. 10 Menschen
- In Deutschland erkranken pro Jahr ca. 2000 Menschen
Für jeden der Fragen dazu hat, gibt es viele Aidsberatungszentren in den Städten oder Gemeinden und ansonsten kann man sich an folgende Adresse wenden:
Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
Dieffenbachstr. 33
10967 Berlin
E-Mail: dah@aidshilfe.de
Telefon: 030-69 00 87-0
Fax: 030-69 00 87-42 Ich selber habe einige Jahre in Köln ehrenamtlich in der Aids-Hilfe-Köln gearbeitet und HIV-Infizierte oder Aids-Erkrankte betreut und ganz viele Erfahrungen gemacht und sehr viel dazu gelernt.Gleichzeitig habe ich meinen Partner vor Jahren an Aids verloren und der Mann meiner besten Freundin ist auch daran gestorben, sowie zahlreiche andere Menschen in meinem näheren Umfeld. Ich kenne aber ebenso die heutige Möglichkeit von nahestehenden Menschen, die seit Jahren mit dem HIV-Virus infiziert sind und sehr gut gelernt zu haben, fast symptomfrei zu leben.
Und ganz wichtig, HIV und Aids können jeden treffen, egal welcher Coleur der Mensch angehört.
Niemals kann es ein Ziel sein Panik zu verbreiten, aber eben auch niemals die Ernsthaftigkeit des Themas zu vergessen.(Meine Bewertung habe ich so verstanden, dass Aids nicht empfehlenswert ist und ich die Krankheit als sehr schlecht bewerte. Man muss ja bewerten)
In diesem Sinne bedanke ich mich für Eure Zeit zu einem langen und ernsten Thema diesmal und vielleicht ein kleiner Verweis auf den 01.12.2002 - dem Weltaidstag.
08.09.2003 12:38
Sehr guter Bericht - viele Infos. Und eine furchtbare Krankheit...
28.02.2003 22:40
Der Bericht ist echt aufklärend.
02.12.2002 16:15
danke :) gestern war ja welt aidstag... :)