das bißchen Studium neben der Arbeit...

5  22.06.2012

Pro:
freie Zeiteinteilung, gute Dozenten, kleine Klassen

Kontra:
ständiger Ringkampf mit dem Schweinehund

Empfehlenswert: Ja 

pumuckl188

Über sich: Bin Alex, 21, und komm aus Passau.Schmöker ab und zu durch die Rubriken,wenn nix los is im Büro und ...

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Ich habs also tatsächlich geschafft. Letztes Jahr hab ich endgültig mein Studium abgeschlossen und da ich selbst mich letztendlich aufgrund anderer Erfahrungsberichte für mein Fernstudium entschieden hatte, hoffe ich, dass dieser Beitrag hier vielleicht anderen bei der Entscheidung helfen kann.

Ich wusste bereits während meiner Ausbildung, das mein Ehrgeiz und mein Horizont nach mehr verlangen. Da bereits zu diesem Zeitpunkt klar war, dass ich nach Ende der Ausbildung das Bundesland wechseln wollte, am neuen Wohnort aber kein BWL angeboten wurde, hab ich mich relativ schnell mit dem Gedanken an ein Fernstudium angefreundet. Die AKAD ist es letztendlich geworden, weil es ein paar starke Punkte gab, die für mich eindeutig dafür sprachen:
  • Start des Studiums war jederzeit möglich, ich musste also nicht auf irgendwelche Semesterbeginne warten
  • meine Termine konnte ich mir selber einteilen, d.h. auch der Ablauf des Studiums ist nicht an feste Semester gebunden, wie das an anderen Hochschulen der Fall ist.
  • es gibt neben den Standorten der Hochschulen (Stuttgart, Dresden und Pinneberg) jede Menge Prüfungsorte, d.h. obwohl ich in Stuttgart eingeschrieben war, konnte ich meine Prüfungen (je nachdem, wo die Termine besser waren) zum Beispiel auch in München oder Frankfurt schreiben.
  • die staatliche Akkreditierung der Abschlüsse, d.h. ich habe danach keine wertlose Bescheinigung eines Hobbys in Händen, sondern einen gültigen, ernstzunehmenden Hochschulabschluss.

Im Nachhinein betrachtet haben sich all diese Punkte als richtig und für mich sehr wichtig erwiesen. Obwohl ich während der Zeit meines Studiums dreimal umgezogen bin und sogar ein Jahr wegen einer Krebserkrankung unterbrechen musste, habe ich das Studium letztendlich ohne Probleme abschließen können.
Die Qualität der Seminare war aufgrund der größtenteils hervorragenden Lehrkräfte und der geringen Gruppengrößen (habe selten mehr als 25 Studenten in einem Seminar gesehen) um Welten besser als an jeder Vollzeituni. Die Unterlagen waren für meinen Geschmack gerade richtig, wenn auch an der einen oder anderen Stelle etwas veraltet (ein Schicksal, das Büchern aber ja grundsätzlich ab Erscheinungstermin droht). Der Aufbau der Einheiten war eigentlich immer gleich, je nachdem, wie fit man in einem Gebiet ist, reicht es teilweise sogar, lediglich die Zusammenfassungen zu lernen.
Mit der Kombination aus Selbststudium, Onlineunterstützung und Präsenzseminaren kam ich persönlich sehr gut zurecht. Obwohl ich auch mal in Fächern, in denen ich es nicht erwartet habe, eine schlechte Note kassiert habe, hab ich mit 2,2 einen für mich durchaus akzeptablen Abschluss hingelegt.

Nichts desto trotz möchte ich an dieser Stelle aber auch ganz klar sagen, was ich an Schwierigkeiten gesehen habe, schließlich soll dieser Bericht eine Entscheidungshilfe sein.
Ein Fernstudium, das zu wirklich 85% auf Selbststudium aufgebaut ist, hat es in sich. Ich habe das wahnsinnige Glück, dass ich Stoff sehr leicht behalte. Ich habe die Unterlagen in fast allen Fällen ein einziges mal gelesen, dabei gleich das wichtigste markiert und vor der Prüfung noch einmal die Zusammenfassung überflogen. Damit dürfte ich aber eher die Ausnahme gewesen sein. Mit einer normalen Lerngeschwindigkeit sollte man wahrscheinlich gut 15-20 Stunden Lernaufwand pro Woche einkalkulieren. Das neben einem 40-50 Stunden-Job, den die meisten Studenten an der AKAD haben, ist heftig. Es geht hierbei ja nicht um drei, vier Monate, die meisten Studenten sind mindestens 3 bis 4 Jahre dabei. Darunter leidet natürlich alles andere, Freunde, Familie, Hobbys. Jemand, der einem in dieser Zeit den Rücken ein bißchen frei hält, ist Gold wert.
Je nach Lernttyp fällt es den Studenten auch unterschiedlich schwer, mit den schriftlichen Unterlagen alleine den Stoff durchzuarbeiten. Ich hatte einen Kommilitonen, der sich unheimlich schwer tat, beim Durchlesen konzentriert zu bleiben und den Stoff zu behalten. Seine Frau hat ihm daher sämtliche Unterlagen auf Band gesprochen, die er sich dann ständig angehört hat. Er war offensichtlich eher der akustische Typ, hat sein Studium mittlerweile aber auch gut hinbekommen. D.h., man muss für sich herausgefunden haben, wie man am schnellsten und effektivsten lernt und gegebenenfalls die gestellten Unterlagen dahingehend bearbeiten.
Am schwierigsten an diesem ganzen Studium ist es aber natürlich, sich selbst immer wieder und wieder in den Arsch zu treten. Sich nach Feierabend noch an den Schreibtisch zu quälen, seine Wochenenden statt am Badesee in der Bibliothek zu verbringen, das nervt auf die Dauer unheimlich. Ich habe immer streng nach dem Erpressungsprinzip gearbeitet: zehn Seiten Stoff, eine Viertelstunde fernsehen, zehn Seiten Stoff, eine Zigarette usw. Damit bin ich gut gefahren, gebe aber auch hier keine Garantie für andere.
Ich glaube, jemand, der feste Strukturen mit fixen Terminen braucht und besser versteht/lernt, wenn ein anderer vorne steht und erklärt, sollte die Finger von einem Fernstudium lassen. Um das erfolgreich hinzubekommen, muss man in der Lage sein, sich diesen Druck immer und immer wieder selbst zu machen. Ich habe meine Prüfungen immer einige Monate im Voraus angemeldet und damit meinen Zeitrahmen abgesteckt. Damit konnte es zwar passieren, dass ich vielleicht mal nur drei Wochen für ein komplettes Stoffgebiet hatte. Aber zum einen lernt man eine gewisse Gelassenheit mit Mut zur Lücke, zum anderen kann man im schlimmsten Fall immer noch nach dem Seminar unmittelbar vor der Prüfung abspringen.

Der letzte Punkt, den man ansprechen muss, ist natürlich die finanzielle Seite. Mit Prüfungsgebühren hat mich der Bachelor ziemlich genau 10.000€ gekostet. Das ist happig, keine Frage. Aber abgesehen davon, dass auch das immer sehr zu meiner Motivation beigetragen hat: Für mich und meine Familie war es definitiv die günstigere Art zu studieren. Hätte ich mich an einer normalen Präsenzuni eingeschrieben, hätte ich höchstens einen 400-Euro-Job nebenbei annehmen können, der nicht mit den Vorlesungszeiten kollidiert. Meine Eltern hätten mich mit einigen hundert Euro pro Monat unterstützen müssen, um Studiengebühren, Bücher, Wohnen, Essen etc. zu finanzieren. Bafög hätte ich nicht bekommen (gibt es im Übrigen leider auch nicht für ein Fernstudium, dafür aber spezielle, günstige Kredite).
Bei der AKAD habe ich pro Monat ca. 270€ bezahlt, konnte dafür aber Vollzeit arbeiten. Meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, war also gar kein Problem, obwohl ich aus einer wirklich mies bezahlten Branche komme :-)

Ich für meinen Teil würde mich jederzeit und ohne Einschränkung wieder für ein Fernstudium bei der AKAD entscheiden. Was nicht heißen soll, dass es ich es nochmal vorhabe, mich reicht es erstmal!
Ob es wirklich das Richtige für einen selbst ist, sollte man sich gut überlegen. Und dann kann man es ja auch ausprobieren, ich glaube es gibt sogar einige Monate eine Probestudienzeit, in der man wieder aussteigen kann, wenn es gar nicht passt.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Anhaltspunkte für die Entscheidung liefern!
Grüße von einer AKADierin
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Alexis21

Alexis21

22.06.2012 14:27

Hut ab! Ich mache auch ein nebenberufliches Fernstudium, allerdings in Hagen, daher weiß ich, wieviel einem das abverlangt. kannst stolz sein!

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