Philips SBC HP460 vs AKG K81DJ vs Koss PortaPro
21.02.2007
Pro:
Gute Verarbeitung, Guter Klang mit richtigem Material
Kontra:
alles erschlagender Bass !
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Klang
Verarbeitung
Tragekomfort
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 Yonathan999
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 6 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als weniger hilfreich bewertet
Philips SBC HP460 vs AKG K81DJ vs Koss PortaPro Da ich viel mit der Bahn pendle, aber auch unterwegs Musik in guter Qualität genießen möchte, mussten neue Kopfhörer für mich her. Mein alter Koss PortaPro war zwar ganz gut, aber mittlerweile bekommt man für einen nur geringen Aufpreis gegenüber dem PortaPro einen wesentlich besseren Sound wie ich feststellen musste... Um die drei Kontrahenten in Ruhe zu testen, habe ich sie mir alle von Amazon nach Hause liefern lassen. Vorher hatte ich aber noch abgeklärt, ob sie 'gebrauchte' Kopfhörer auch wieder zurücknehmen. An dieser Stelle noch großes Lob an Amazon: Es lief alles vorbildlich! Normalerweise folgen nach der Einleitung ja bekanntlich die technischen Daten, aber bei Kopfhörern sind diese nicht so wirklich relevant, ideshalb spare ich sie mir mal. Stattdessen gehe ich nochmal genauer darauf ein, was für Kriterien der Kopfhörer für mich erfüllen muss.
I. Die Erwartungshaltung/Was suche ich? Wie schon gesagt, ist der Kopfhörer hauptsächlich für den mobilen Einsatz in einer eher lauten Umgebung gedacht. Insofern muss unbedingt ein geschlossener Kopfhörer her, der den Umgebungslärm so gut wie möglich abschirmt. Das war eigentlich das Hauptargument für den Kauf eines neuen Kopfhörers: der PortaPro ist leider ein sehr vorbildlicher Vertreter der offenen Bauweise: alles kann rein und alles kann raus! Sehr nervig sowohl für den Hörenden als auch die Mitreisenden. Des weiteren muss der Kopfhörer auch eine relativ niedrige Impedanz aufweisen, damit er auch noch von einer schwachen Quelle wie einem MP3-Player angetrieben werden kann. Beides zusammen reduziert leider die Kopfhörerauswahl erheblich. Offene Modelle mit niedriger Impedanz gibt es in der von mir anvisierten Preisklasse bis 50€ wie Sand am Meer. Die ordentlichen geschlossenen kann man an einer Hand abzählen....sehr zu meinem Leidwesen. Obwohl alle drei in meinem Preisrahmen liegen, ist der K81 noch einmal deutlich teurer: Koss PortaPro ~30€, Philips SBC HP460 ~30€, AKG K81 ~50€.
II. Der Vergleichtest II.1 Optik/Haptik Den PortaPro kenne ich ja nun schon. Als erstes sticht einem eigentlich der wohl wichtigste Streitpunkt dieses Kopfhörers ins Auge: die Optik! Er ist in einem 80er Jahre Retrolook gehalten, was nicht wirklich verwundert, da er in dieser Zeit entwickelt wurde. Beschreiben kann man das nur schlecht, deshalb verweise ich mal auf das angehängte Bild! Über diese Optik kann man sich natürlich streiten, ich persönlich finde sie eigentlich sehr gelungen. Ein wirklicher Schwachpunkt dieses Kopfhörers ist die Verarbeitung! Schon wenn man ihn in die Hand nimmt, wirkt er sehr klapprig und fragil. Ich hatte ständig Angst, ihn kaputtzumachen. Bis jetzt ist zwar nichts passiert, aber zumindest das Ohrpolster fängt nach knapp einem Jahr mittelmäßiger Benutzung an sich aufzulösen. Nicht wirklich vertrauenserweckend! Ich kenne zwar die 'Lebenslang'-Garantie von Koss, würde es aber ungern drauf ankommen lassen, ob der deutsche Vertrieb auch wirklich Wort hält und Ersatz leistet. Außerdem funktioniert der 'Klappmechanismus', mit dem man den PortaPro in eine Art Ball zusammenrollen kann, nicht richtig. Die Bügel werden dann nur von einem kleinen Haken gehalten und rollen sich desöfteren in der Tasche auf. Das erhöht natürlich das Risiko, dass mal was kaputtgehen kann!
AKG K81DJ: Beim K81 lässt sich nicht so viel über die Optik meckern, stilvoll und edel! Der Kontrast zwischen den silbernen Dekostreifen und der schwarzen Muschel passt meiner Meinung nach hervorragend! Auch dass die Muschel sowie der Bügel mit schwarzem Gummi überzogen sind anstatt dem üblichen Plastik, stärkt den positiven Gesamteindruck. Dadurch fühlt sich der K81 sehr gut an, ist aber wohl eher als Gimmick zu betrachten. Von den Abmessungen her ist der K81 der größte und schwerste Hörer in diesem Test. Mit dem Fliegengewicht eines PortaPro überhaupt nicht zu vergleichen! Etwas störend wirkt sich für mich das lange Kabel aus, man muss es immer mühsam verstecken und irgendwo reinstopfen, damit man nicht drüber stolpert. Der Tragekomfort ist beim K81 als grenzwertig anzusehen. Damit eine möglichst gute Isolation erreicht werden kann, drücken die Kunstleder-Polster recht kräftig auf die Ohren. Das ist zunächst einmal recht unbequem und reduziert die Tragedauer dieses KH doch erheblich. Ich kann ihn nur für maximal eine Stunde am Stück ertragen und muss ihn dann erstmal für eine Weile absetzen. Außerdem erzeugt der hohe Anpressdruck recht gern ein 'Schweißohren' genanntes Phänomen...nicht grade angenehm! Philips SBC HP460: Von der Optik her kann der HP460 nicht wirklich mit dem bisherigen Spitzenreiter K81 mithalten. Die Ohrmuscheln sind ebenfalls recht edel gestaltet: Der Rand ist mit schwarzem Gummi überzogen, danach folgt ein kleiner goldfarbener Ring und den Rest der Muschel füllt eine leicht spiegelnde, anthrazitfarbene Schicht aus, die dem Kopfhörer seine edle Anmutung verleiht. Überhaupt nicht gelungen finde ich dagegen den Bügel. Er besteht komplett aus Plastik und ist zweifarbig. Der Teil, der die Ohrmuscheln hält ist silberfarben, über dem Kopf kommt dann noch ein Stück schwarzes Plastik als Abschluss. Da andere nur den silbernen Teil de Bügels sehen wenn der KH auf dem Kopf sitzt, ärgert es mich umso mehr, dass dieser sehr billig aussieht. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, den Bügel komplett schwarz zu gestalten! Die Haptik ist, ähnlich wie beim PortaPro, ein kleines Problem, allerdings längst nicht so schlimm wie bei diesem. Der Kopfhörer ist für seine Größe relativ leicht, kein Wunder bei dem ganzen Plastik! Dadurch wirkt er auch recht klapprig und am Anfang hatte ich ein großes Problem mit den Scharnieren zum Einklappen der Ohrmuscheln: Sie quietschten beim Ein- und Ausklappen wie verrückt. Nach einiger Zeit ging das aber von selbst wieder weg. Beim Tragekomfort kann man nicht wirklich Kritik üben. Der Anpressdruck ist viel geringer als beim K81 und der Kopfhörer lässt sich problemlos für einige Stunden tragen ohne zu drücken. Auch die Polster sind wesentlich weicher und angenehmer. Positiv hervorzuheben ist noch, dass bei diesem KH wohl wirklich mitgedacht wurde, was die Ausstattung angeht. Zum Beispiel ist das Kabel des K81 nur gut 1 1/2m lang, perfekt für den mobilen Gebrauch! Mitgeliefert wird aber auch ein passendes Verlängerungskabel, falls die Länge doch mal nicht ausreichen sollte. Dieses kommt bei mir immer beim stationären Gebrauch zum Einsatz...sehr praktisch! Auch besitzt der HP460 eine interne Lautstärkeregelung. Für mich eher ein Negativpunkt, das Ding kann leicht kaputtgehen und beeinflusst u.U. den Klang negativ, aber das kann man sehen wie man will.
II.2 Der Klang PortaPro: Der PortaPro war mein erster Kopfhörer überhaupt, damals hatte er sich klanglich gegen einen AKG K26P durchgesetzt...was aber zugegebenermaßen nicht sehr schwer ist. Jetzt zeigt sich, wie er sich gegen geschlossene Kandidaten in der gleichen Preisklasse schlägt. Und das Ergebnis ist doch eher ernüchternd. Beide der Kontrahenten sind dem PortaPro nicht nur in Sachen Detailwiedergabe überlegen. Zwar nicht beide im gleichen Maße, aber dennoch hörbar. Ein weiterer Schwachpunkt des PortaPro ist die Basswiedergabe. Der Bass ist zunächst einmal sehr überpräsent gegenüber dem restlichen Frequenzspektrum, was ein wenig zu Lasten der Stimmenwiedergabe geht und den Kopfhörer regelrecht dumpf erscheinen lässt. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es Leute gibt, die eine solche Bassbetonung bevorzugen, aber mich stört es sehr. Im Vergleich zu den beiden anderen Kopfhörern bietet der PortaPro auch längst nicht so viel an Detailwiedergabe und Natürlichkeit. Insgesamt könnte man hier vielleicht wirklich den altbekannten 'Vorhang' vor der Musik zitieren, alles klingt ein wenig merkwürdig nunja eben dumpf. Wie schon zu Anfang bemerkt, besitzt der Porta Pro nahezu keine Isolation gegenüber Außengeräuschen, was sich in Bus und Bahn tödlich auswirkt. Man bekommt von der Musik fast garnichts mehr mit und muss auf fast schon ohrenschädliche Lautstärke drehen um überhaupt etwas zu hören.
AKG K81DJ: Das erste was einem beim K81 auffällt, ist eigentlich der fast schon erschlagende Bass, der einem entgegenwummert. Auch ansonsten ist er klar als Spaßhörer konzipiert worden mit einer gehörigen Anhebung des Grundtonbereichs, so dass besondes Stimmen in den Vordergrund kommen und eigentlich immer verständlich bleiben. Insofern sollte man meinen, dass der K81 der perfekte Kopfhörer für sämtliche Spielarten des Rock und Metals wäre, das stimmt aber nur bedingt. Die starke Bassbetonung wirkt sich nämlich nicht nur positiv aus, so werden zum Beispiel auch schnelle Schlagzeugläufe, wie sie z.B. beim Power Metal u. Ä. üblich sind, in Mitleidenschaft gezogen. Sie gehen im Bass unter und verschwimmen stark ineinander, eine halbwegs klare Trennung der einzelnen Anschläge ist nicht vorhanden. Durch den starken Bass wird aber auch ein Gefühl der 'Langsamkeit' erzeugt, ebenfalls gut auszumachen bei schnelleren Stücken. Es entsteht der Eindruck, dass der Kopfhörer den Impulsen nicht schnell genug folgen kann und eben ein wenig 'hinterherhinkt'. Insofern eignet sich der K81 nur für von Haus aus eher langsamere Stücke, bei denen es nicht so auf die Impulstreue ankommt und der Bass ruhig mal voluminöser ausfallen kann. Weibliche Singer/Songwriter wie Kate Bush oder Diana Krall klingen auf dem K81 einfach umwerfend gut. Auch ein gutes Verwendungsgebiet sind ältere Rockaufnahmen, die meistens eher bassarm und grundtonarm sind. Dort kann der K81 durch seine bassbetonte Abstimmung noch einiges rausreißen und diesen Aufnahmen neues Leben einhauchen. Nur bedingt geeignet ist er hingegen für schnelleren Metal und gut aufgenommene CDs des Rocksektors, dafür klingt er meist zu unpräzise und die Bassbetonung ist dort auch eher zu viel des Guten. Interessanterweise ist es mir auch nicht wiklich gelungen, mit einem Equalizer Abhilfe zu schaffen, der Bass war zwar nicht mehr so prominent, aber dennoch unpräzise und langsam. Ein definitiver Pluspunkt des K81 ich jedoch die Isolation, die ist wirklich super...in der Bahn hört man fast garnichts mehr von seinen Mitreisenden! Philips SBC HP460: Der letzte KH den ich ausprobieren konnte, ist in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil der vorangegangenen Modelle. Der Bass ist ziemlich zurückhaltend und straff abgestimmt, wodurch insbesondere Schlagzeuge enorm profitieren. Wenn man diese Abstimmung mag und damit leben kann, dass Schlagzeuge beim HP460 eher mal 'TOCK' machen als 'BOUM' ist hier goldrichtig. Das einzige was man ihm vorwerfen könnte, wäre eine etwas zu tighte Abstimmung, die nicht ganz der Realität entspricht. Auch über den Rest des Frequenzspektrums ist der HP460 relativ neutral abgestimmt, er hebt also keine Frequenzen ungebührlich hervor. Das Resultat klingt zwar im Direktvergleich mit dem K81 zunächst einmal sehr unspektakulär, hat aber den Vorteil, dass so ziemlich alles 'irgendwie' annehmbar klingt und gute Aufnahmen umso besser. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, die sich durch einen guten Equalizer auftun. Das einzige was mir auffiel, war eine Betonung der oberen Mitten, wodurch der KH einen eher hellen Klangcharakter bekommt und Stimmen bisweilen etwas 'topfig' und stumpf wirken. Aber ich muss sagen, damit kann ich leben, meist fällt es unterwegs eh nicht so auf. Die Isolation des HP460 würde ich als mittelmäßig bewerten, er ist ein Zwitter aus PortaPro und K81. Nach außen dringt fast garnichts, aber wenn man auf sehr leisen Lautstärken hört, wird man die Gepräche seiner Mitreisenden zumindest noch als Gemurmel wahrnehmen!
III. Fazit Schlussendlich habe ich mich für den HP460 entschieden, da mir dessen Präsentation am ehesten zugesagt hat. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass ich gegen unpräzise und schwammige Bässe allergisch bin! Praktisch dann auch noch, dass der HP460 im Schnitt der billigste Kopfhörer im Test war. Der Porta Pro zumindest hat seinen Meister gefunden... Zu erwähnen ist vielleicht auch noch, dass der HP460auch der einzige Kopfhörer im Test ist, der noch ein wenig von einer stärkeren Quelle (Kopfhörerverstärker) profitieren kann. Der Porta Pro klingt unter diesen Bedingungen einfach nur grausam (zu viel Bass, keine Höhen mehr), der K81 bestenfalls unverändert, wohingegen der HP460 noch ein wenig an Bass zulegt und die Stimmenwiedergabe ein wenig natürlicher wirkt.
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muss ich spock leider recht geben.