Alter Name, neuer Kern
25.03.2008
Pro:
günstig, passiv kühlbar bei wenig Last
Kontra:
DualCore Optimizer erforderlich
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Geschwindigkeit
Stabilität
Übertaktung:
Kompatibilität:
Support/Service:
 bibi.hey
Über sich:
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Erfahrungsberichte:134
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 257 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Im Zuge der Aufrüstung meines PC habe ich nun auf einen Doppelkern gesetzt. Mein alter Einkerner war zwar leistungsfähig genug für mich, ist aber nicht zukunftsweisend. So ist mein neuer Prozessor ein
AMD Athlon 64 X2 4000+ Ich halte AMD schon seit den Zeiten des K6 die Treue und habe auch dieses Mal nicht die Fronten gewechselt.
Hersteller Der Hersteller AMD hat sein erstes eigenes Design mit dem K5 begonnen und vorher nur Auftragsfertiger für die Firma Intel gespielt. Mittlerweile sind wir in der 9. Generation der AMD-Prozessoren angelangt. http://www.amd.com/de-DE/
Lieferumfang & Preis AMD-CPUs gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen. Boxed Bei den boxed CPUs befindet sich neben dem Prozessor ein Echtheitszertifikat sowie ein Kühler samt Wärmeleitpad in einer hübschen Verpackung. Der Aufpreis dafür beträgt in der Regel 15-20€, in Einzelfällen auch weniger. Tray Sogenannte Tray-Ware wird von Großhändlern eingekauft und an Systemhäuser verkauft. Insofern sind sie also nicht für die breite Masse gedacht. Da hier aber regelmäßig zu viele eingekauft werden, und das sehr wohl bewusst, kann man Tray-CPUs mittlerweile überall bekommen.
Ich habe zur Tray-CPU gegriffen und in Wunstorf bei Tritec 47,-€ bezahlt. Zum Preis muss man leider (oder in diesem Fall für mich zum Glück) dazu sagen, dass diese Preise Kampfpreise angesichts der Leistungsüberlegenheit der Core2-Familie aus dem Hause Intel sind. 4 von 5 Sternen
Generationswechsel Der Athlon 64 X2 ist trotz identischem Namen ein völlig anderes Design als ein normaler Athlon 64. Während Intel bei den Doppel- und Vierkernern einfach normale Single-CPUs per FSB miteinander verbindet, sind es bei AMD sogenannte monolithische CPUs. Das heißt, dass solche Prozessoren an sich als Doppelkern- (im Fall des Phenom als Vierkern-)Prozessoren designed wurden und deswegen nicht den Limitierungen von irgendeinem Bus unterlegen sind. Allerdings ist Athlon 64 X2 nicht gleich Athlon 64 X2. So gibt es zwischen den verschiedenen Fertigungsgrößen noch weitere Unterschiede.
In 90nm, den ersten X2-CPUs, sind noch Doppelkerne mit 2x 1024kB Cache zu bekommen. In der 65nm-Fertigung gibt es diese nicht, sondern nur mit 2x 512kB Cache, aber dafür 100MHz mehr Takt. Der Grund ist finanzieller Natur: Man brauch für die Produktionsanlagen sogenannte Masken, mit welchen man die Wafer (daraus werden die CPUs einzeln ausgeschnitten) belichtet und so die Transistoren aufträgt. Manche Quellen berichten von rund 1 Milliarde Dollar Kosten für EINE Maske, manche gehen von 500 Millionen aus. Angesichts der Kosten für eine solche Maske war es finanziell einfach nicht möglich, sich eine zweite für 2x 1024kB Cache zu leisten.
Cool´n´Quiet Die mit dem Athlon 64 eingeführte Cool´n´Quiet-Funktion ist auch in diesem Prozessor enthalten. So wird er, wenn wenig Rechenpower ausreicht oder er sogar nur im Leerlauf ist, heruntergetaktet und die Spannung gesenkt. Dies geschieht auch so schnell (wenige ns), dass man davon gar nichts mitbekommt. Da manche nicht glauben, dass man damit Geld sparen kann: Wer seinen Rechner 24 Stunden am Tag ein ganzes Jahr laufen lässt, kann bei einem Prozessor, der mit 65W Verlustleistung angegeben ist, rund 60€ bei einem kwH-Preis von 0.20€ sparen. Zudem ist so weniger Aufwand für die Kühlung notwendig, was den Lärmpegel senkt.
Beispiel gefällig? Wenn ich nur surfe ist es möglich, meinen Prozessor durch den Kühler alleine ausreichend kalt zu halten (37°C). Erst bei Spielen oder Videobearbeitung springt der Lüfter an, da dann die Temperatur sprunghaft ansteigt. SSE und Co. Die Athlon 64 X2 in 65nm-Fertigung weisen alle spezifische Erweiterungen auf, mit denen vor Allem Multimedia-Anwendungen und Spiele beschleunigt werden sollen. Diese wären momentan SSE, SSE2, SSE3. Erweiterungen früherer Software, MMX sowie 3DNow! (Professional) werden über die Ausführungseinheiten der SSE-Register berechnet.
NX-Bit, das NiX-Bit Mit dem Athlon 64 wurde erstmals die sogenannte "Data Execution Prevention", kurz DEP, in die x86-Welt getragen. Prozessoren und Betriebssysteme, welche diese unterstützen, trennen den Daten und Code im RAM-Speicher strikt voneinander, wodurch z.B. eine MP3-Datei keinen Schadcode ausführen kann. Voraussetzung hierfür ist wie beschrieben ein passender Unterbau sowie das Betriebssystem und vor Allem der Willen des Anwenders, weil sich ältere Software da manchmal recht bockig aufführt. Hier eine Liste der Prozessoren, welche dies unterstützen: AMD Athlon 64 AMD Athlon 64 X2 AMD Turion AMD Opteron AMD Sempron 64 AMD Phenom Intel Celeron M, Celeron D, Celeron (ab Conroe-L-Kern) Intel Core- und Core2-Familie Intel Pentium D Intel Pentium Extreme Edition Intel Pentium M Via C7
integr. Speichercontroller Der integrierte Speichercontroller des A64 für den Sockel AM2 bedient ausschließlich DDR2-Speicher. Offiziell bis DDR2-800, inoffiziell bis DDR2-1066. Dieser integrierte Speichercontroller bietet Vor- aber auch Nachteile. Der Vorteil ist ganz klar die Unabhängigkeiten von irgendwelchen Bussystemen, welche gerne zum Flaschenhals im gesamten System werden und deswegen als Bremse wirken. Dies konnte man ganz deutlich beim Athlon XP sehen, dem immer die Bandbreite fehlte. Ebenso ist der Speichercontroller ein großer Teil in der Northbridge der Mainboard-Chipsätze gewesen, sodaß diese Chipsätze nun weniger Fläche belegen und deswegen günstiger zu fertigen sind.
Hier ist aber auch der Nachteil. Man ist dabei immer auf AMD angewiesen und kann nicht mal eben ohne CPU-Wechsel wie beim Intel Core2Duo von DDR über DDR2 auf DDR3 wechseln. Busfrei??? Wie eben geschrieben, müssen AMD-Systeme nicht mehr auf ein Bussystem im klassischen Sinne zugreifen. Hier gibt es mittlerweile direkte Verbindungen, welche die Bandbreite der Systeme erhöhen und Flaschenhälse über Jahre hinweg vermeiden sollten. Deswegen gibt es beim Athlon 64 auch eine andere Berechnung zum Erreichen der Taktfrequenzen von Speicher, sowie dem HyperTransport-Link und der CPU. Dies sieht folgendermaßen aus:
Es gibt zum einen den Referenztakt von 200 MHz. Dieser stellt quasi die Basis für alle Taktraten rund um CPU und Speicher bereit. Nehmen wir diesen Prozessor als Beispiel, werden die 200 MHz mit 10.5 multipliziert, woraus sich ein Takt von 2100 MHz ergibt. Der Speicher hingegen besitzt andere Teiler, besser gesagt multiplizierer. So wird er für DDR2-800 mit 4 mal genommen. Um den HT-Takt zu befeuern, wird dieser mit 5 multipliziert. HT-Link Eben haben wir vom HT-Link gehört. Dies ist der Unterbau, über den alle Geräte mit dem Prozessor und auch mit dem Speicher Daten austauschen. Durch seine hohe Bandbreite bis max. 11.2GB/sek. werden Flaschenhälse umgangen. So können Festplatten und andere Geräte Daten übertragen, ohne Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen.
Schutz für Grobmotoriker Mit dem Athlon 64 zog AMD nach und brachte auf den Prozessoren sogenannte Heatspreader auf. Angeblich ist der Sinn eine bessere Wärmeverteilung, was allerdings totaler Marketingmist ist. Der Heatspreader isoliert die CPU eher, wie bereits bewiesen wurde. Der wahre Grund sind die Rücklaufzahlen, die AMD bei den gesockelten Prozessoren für den Sockel A durch nicht sachgemäße Handhabung entstanden sind. So war es wirklich einfach, eine Ecke des Dies (CPU-Kern) abzubrechen, wenn man den Kühler falsch aufgesetzt hat.
Komm auf den Punkt! Genug gelernt, wollen wir nun also mal loslegen. Fangen wir mit der Installation an.
Diese verläuft sehr einfach (normalerweise, bei meinem Mainboard aber nicht). In der Regel muss man nur den Sockel öffnen, eine unter Umständen vorhandene CPU herausnehmen, die neue einsetzen, Wärmeleitpaste darauf verteilen (HAUCHDÜNN!!!) und dann den Kühler befestigen. Fertig. Bei meinem Board muss man vorsichtiger vorgehen, was aber nicht dem Prozessor anzulasten ist und deswegen nicht hierher gehört. 5 von 5 Sternen Stabilität Die Stabilität ist, vorausgesetzt, das Mainboard-BIOS und alle Treiber spielen mit, an sich kein Problem. Das einzige Problem, welches ich hatte, hing mit dem Prozessortreiber zusammen. Es heißt von offizieller Seite, dass der sogenannte "Dual-Core Optimizer" nicht in Verbindung mit Windows Vista gebraucht wird. Der Optimizer hatte die Aufgabe, die Aufteilung der Dienste und weiteres zu übernehmen.
Da ich mich auf diese Aussage verließ, hatte ich den Treiber zuerst nicht aufgespielt. Folge davon: selbst die kleinsten Videos, die mein P3-Notebook ruckelfrei abspielt, stocken und ruckeln und hören irgendwann sogar ganz auf, weiterzulaufen. Nach der Installation und dem darauf folgenden Neustart sind diese Probleme nicht mehr aufgetaucht. Weitere Probleme kann ich aber nicht vermelden. So laufen Videobearbeitungen dank der Kraft der zwei Herzen nun wesentlich schneller, ebenso wie manche Spiele. Allerdings tragen auf DualCores optimierte Grafik- und Soundtreiber ebenso dazu bei, weswegen ich die Steigerung immer um grob 5% kürzen würde. Abwertung, 4 von 5 Sternen
Kompatibilität Dank der Möglichkeit, auf dieser 64bit-CPU auch 32bit-Code auszuführen, ist die Kompatibilität extrem hoch. Es läuft quasi alles, was aber auch damit zusammenhängt, das im Laufe der Jahre die Compiler, welche Softwarecode in Maschinensprache übersetzen, AMD-Prozessoren unterstützen. Gerade zu Anfang der AMD-eigenen Designs war dies noch anders und es musste manchmal mit einem Patch nachgeholfen werden. 5 von 5 Sternen
Performance Hier einmal ein paar mehr oder minder aussagefähige Benchmarks. 3DMark06: CPU-Score 1495 Aquamark: CPU -Score 8459 PCMark 05: 5116 PCMarks SuperPI 1.1 Mod: 36.748 sek (1M)
Verwendetes System: AMD Athlon 64 X2 4000+ MSI K9N Neo-F V2 2 x 1GB Kingston ValueRAM DDR2-800 Sapphire Radeon X1950 Pro 256MB @ Standardtakt Wer mehr Benchmarks vermisst, muss bitte bedenken, dass ich keine Spiele spiele, welche meist für Benchmarks benutzt werden. Für mich ausreichend, darum 4 von 5 Sternen
Übertakten Daich mittlerweile ein Mainboard habe, welches sogar zum Übertakten geeignet ist (allerdings ohne Erhöhung der Kernspannung, VCore), konnte ich dieses endlich auch einmal ausprobieren. Ich habe es mit 1.225V (Standard 1.25-1.35) auf rund 2300MHz gebracht. Das ist bei der Spannung schon eine ganze Menge und entspricht einem Athlon 64 X2 4400+. Dadurch, dass dieser Takt mit so wenig Kernspannung läuft, schließe ich auf ca. 2.8GHz bei 1.4-1.5V. Dies wäre mehr, als es beim Sockel 939 überhaupt gibt und ein gutes Zeichen für die 65nm-Fertigungsqualität. keine Bewertung
Fazit Ich finde, mit dem Kauf dieses Prozessors habe ich keinen Fehler gemacht. Er lässt sich passiv kühlen, sofern man 2 Gehäuselüfter hat (1 vorne und 1 hinten), bietet einem Gelegenheitsspieler ausreichend Leistung und ist beim Kodieren wesentlich schneller als ein Einkerner. Klar, andere Prozessoren sind auch schneller, aber die kosten halt auch nicht rund 50€, sondern schon eher 150€, was schon eine ganz schöne Hausnummer ist. Von mir kriegt er insgesamt 4 von 5 Sternen und ist eben darum EMPFEHLENSWERT!
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06.07.2008 19:37
BH wird nachgeliefert. Gruß Doris
17.06.2008 20:14
Toller Bericht. LG Sabine
30.05.2008 09:27
Klasse Bericht!