Nochmal zum Thema "Dungeons & Dragons".
Bei näherem Interesse am Thema empfiehlt sich zuerst meine Berichte über das "Starterset" und das "Spielerhandbuch" zu lesen.Da Spielleiter- und Monsterhandbuch zu den Grundregelwerken gehören die man als Spieler von D&D sowieso besitzen sollte, schreibe ich heute mal über den Ergänzungsband "Lied und Stille".
An wen richtet sich das Buch?
Dieser Band ist zwei Klassen gewidmet welche unterschiedlicher eigentlich nicht sein könnten! Der Schurke versucht möglichst unentdeckt zu bleiben und sein Werk im Schatten zu verrichten, während der Barde am liebsten die Aufmerksamkeit vieler Zuhörer auf sich zieht.Eine Gemeinsamkeit haben diese Gesellen allerdings - die Gesellschaft blickt nicht gerade wohlwollend auf diese "Halunken"...
Das Buch richtet sich also an Spieler von Schurken- und Bardencharakteren, für den Spielleiter könnten einige Kapitel allerdings auch interessant sein, falls er beispielsweise einen fiesen Attentäter-NSC* erschaffen will. *NSC = NichtSpielerCharakter
Die Kapitel
Die EinleitungEin - mehr oder weniger - stimmungsvoller Abschnitt über Schurken und Barden, ihren Platz in der Abenteurergruppe etc. Eigentlich nichts Neues für Leute die sich etwas mit ihrem Charakter beschäftigen.
Der Autor gibt allerdings den Hinweis, dass das Buch nur Vorschläge macht bzw. Anreize gibt und nicht als unumstößliches Gesetz gesehen werden soll.Wie überall bei D&D also - Der Spielleiter hat das letzte Wort ;)
1. Prestigeklassen
Prestigeklassen sind quasi Weiterentwicklungen, oder "Ausbaustufen" der gewählten Klasse. Schurken können unter bestimmten Voraussetzungen zum Beispiel den Weg eines "Meisterspions" oder "Fassadenkletterers" einschlagen. Für den Barden bleibt in diesem Band eigentlich nur der "Virtuose".Leider ist hier nichts sonderlich interessantes dabei, löbliche Ausnahme ist die Prestigeklasse "Lolths Fang"
Diese erlaubt dem Spieler mithilfe eines Artefakts zum Spinnenwesen zu mutieren und so an Wänden entlangzuklettern, allerdings bringen die Spinnenfähigkeiten eine Gesinnungsveränderung in Richtung "böse" mit sich, was diese Klasse vorallem für NSC interessant macht.
2. Fertigkeiten und Talente
Dieses Kapitel widmet sich vorallem den Giften und Fallen, ist also auch eher auf den Schurken zugeschnitten. Wo die Giftetabelle noch recht interessant und hilfreich ist bietet der Abschnitt über Fallen höchstens eine Möglichkeit für SL unter Zeitdruck eben mal das nächste Dungeon auf die Schnelle mit ein paar Fallen zu versehen.
Es folgen Hinweise, wie man die Schurkenfähigkeiten wie "Turnen", "Verstecken" und "Taschendiebstahl" einsetzen könnte - dieser Teil ist recht interessant und auch hilfreich gestaltet.Die neuen Talente sind entweder langweilig, unbrauchbar oder evtl. zu stark und somit "potenziell spielgefährdend". Jeder SL sollte selbst überlegen ob er "Arterienschlag" und "Kniesehne durchtrennen" erlaubt.
3. Ausrüstung
Der Abschnitt über Bardeninstrumente ist ein einziger Witz - es werden Instrumente beschrieben die allerhöchstens von einem NPC benutzt werden können, oder soll der Barde ein Klavier hinter sich herziehen? Ein Bajonett für den Lautenhals ist vielmehr kurioser Schwachsinn...aber sehr unterhaltsam wenn ich mir vorstelle wie ein Barde sein Instrument zu Klump schlägt während er versucht einen Goblin mit der daran befestigten Spitze zu pieksen ;)Die Diebeswerkzeuge sind weniger lächerlich, allerdings auch nicht gerade nützlich. Halt...sagte ich weniger lächerlich? Die Idee, aufziehbare Schuhe vor sich herlaufen zu lassen um Fallen aufzuspüren hat mich direkt erschaudern lassen.
Einzig die Gewichte, welche sich in den langen Ärmeln von Hemden verstecken lassen sind eine nette Idee...allerdings wohl auch eher für orientalische Settings.In meinen Augen ein absolut nutzloses Kapitel.
4. Organisationen
Schon interessanter, hier werden einige Gruppierungen beleuchtet denen der Spieler des Barden/Diebes angehören könnte.Für den Dieb sind besonders die
"Diebe hinter dem Thron"
- für den Freund von Intrigen und Politik, und die "Assassinengilde"
- bezahlte Meuchelmörder, böse Gesinnung
interessant. Die Bardenakademien sind eigentlich restlos zu empfehlen, endlich mal ein Kapitel für die Bardenspieler, die sich bisher wohl über die Geldverschwendung geärgert haben.
5. Du und die Welt
Eine genauere Betrachtung der Schurken und Barden und eine kurze Erklärung wie diese Klassen zu ihren Mitstreitern stehen.
Naja, im Ansatz ganz nett, aber dass der edle Paladin Leute, die alles was glänzt als ihr persönliches Eigentum ansehen misstrauisch beäugt kann man sich auch so denken.Die Kampftaktiken sind ebenfalls in den Regelwerken schon zu Genüge erläutert worden, dass man als Schurke am besten aus dem Hinterhalt zuschlägt beispielsweise lernt auch der blutige Anfänger sehr bald. Seitenfüller!
6. Zauber
Neue Bardenzauber! Von "albern" bis "nützlich" allerhand vertreten. Leider überwiegend unbrauchbar, aber eventuell für den ein oder anderen Lacher gut.
Mancher Bardenspieler wird seinen Spaß haben.
Fazit
Puh...im Großen und Ganzen überwiegt eher Negatives. Viele Lückenfüller, Altbekanntes und Sinnloses! Die Organisationen sind wohl das Beste am gesamten Buch.
Das Design ist mal wieder tadellos. - Schönes, stimmiges Cover
- stabil
- hübsche Illustrationen
Für Anfänger, vorallem für Anfänger die einen Schurken spielen mag auch der ein oder andere Hinweis brauchbar sein, aber gerade denen würde ich von diesem Werk abraten! Es gibt einfach interessanteres und hilfreicheres was man sich am Anfang seiner D&D-Karriere zulegen sollte, da sind die ~ 25€ für diesen Band falsch angelegt!
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- Gebundene Ausgabe
- Verlag: Feder & Schwert (2003)
- ISBN-10: 3933171490
- ISBN-13: 978-3933171498
- Größe: 28 x 21,4 x 1 cm
30.12.2007 02:26
Rollenspiele finde ich auch sehr interessant. Schöner Bericht.
28.12.2007 17:44
Ja schön, und dann??
28.12.2007 01:53
ok mich interessiert sowas sowieso nicht..aber als Anfänger hätte ich da wohl zugegriffen...daher danke für die Warnung