AOK Berlin

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... Die Berliner Zahnärzte wurden angewiesen, bis Ende des Jahres nur noch absolut notwendigen Zahnersatz zu verordnen, da die Kassen der AOK für Prothesen erschöpft sein und der Arzt ansonsten damit rechnen kann die Kosten selbst tragen muss. Allerdings nur in der AOK, womit wir bei der zwei ... Bericht lesen





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1-6 von 7 Erfahrungsberichten    
> Alle 7 AOK Berlin Erfahrungsberichte anzeigen
Armes Deutschland
Erfahrungsbericht von dommm über AOK Berlin
12.10.2000


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Keine Ahnung
Kontra: Zu hohe Beiträge, zu geringe Gegenleistung

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Wie weit sind wir in Deutschland gekommen, in unserem sozialen Paradies? So weit, dass nichts mehr für die ordentlichen Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen übrig ist, wenn sie dann einmal krank werden.
Schreckensmeldungen tagtäglich im Radio und TV. Vor kurzem kam eine Meldung in den Berliner Nachrichten. Die Berliner Zahnärzte wurden angewiesen, bis Ende des Jahres nur noch absolut notwendigen Zahnersatz zu verordnen, da die Kassen der AOK für Prothesen erschöpft sein und der Arzt ansonsten damit rechnen kann die Kosten selbst tragen muss. Allerdings nur in der AOK, womit wir bei der zwei Klassen-, eigentlich drei Klassengesellschaft wären.

In der ersten Klasse sitzen natürlich die privat Versicherten, also alle Selbständigen, Beamten und besser Verdienenden. Hier gibt es anscheinend keine Probleme, da die Arztrechnung im Allgemeinen vom Patienten an seine Versicherung weitergereicht wird, die dann diese begleicht.

In der zweiten Klasse sind alle normal Verdienenden, die sich von der Looserkasse AOK losgesagt haben und in eine Ersatzkasse wechselten, dies kann man übrigens einmal im Jahr, immer zum Jahresende regulär machen, indem man bis zum 30. September seine Kündigung zur Krankenkasse schickt, oder nach einer Beitragserhöhung auch innerhalb des Jahres. Man sucht sich dann innerhalb des letzten Quartals eine neue Kasse seines Vertrauens und ist dann ab dem 01.01. dort versichert. Das Gute an den Ersatzkassen ist, dass sie meistens erheblich günstiger sind als die AOK und trotzdem die gleichen, wenn nicht sogar bessere Leistungen bieten. Obwohl man Ersatzkassen sagt, handelt es sich trotzdem um gesetzliche Krankenkassen, welche die gleichen Leistungen erfüllen müssen wie die AOK.

Bleibt zu guter letzt noch die dritte Klasse, die AOK Klasse. In die Allgemeine Ortskrankenkasse kommen zusätzlich zu normalen Arbeitnehmern, wenn sie nicht schon gewechselt sind, alle Rentner, Sozialhilfeempfänger, Arbeitslosen und Asylanten. Die AOK weist im Vergleich zu den Ersatzkassen immer noch eine riesige Mitgliederzahl auf, bekommt also auch einen Haufen Beiträge. Nicht nur von den Versicherten, sondern auch von den bösen Ersatzkassen, die der AOK ja die Mitglieder stiehlt.

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Kaum einer weiß dies, aber wenn man bei einer Ersatzkasse versichert ist, verschwindet gut die Hälfte des Beitrages, den man monatlich vom Gehalt abgezogen bekommt, in dem riesigen mit Löchern versehenden Topf der AOK. Trotzdem schafft es die AOK nicht mit dem Geld auszukommen.
Sicher jetzt kommt wieder das Argument, die müssen ja jeden aufnehmen, also auch die Mitglieder, die nichts haben oder wofür der Staat aufkommen muss. Ich halte einmal dagegen, dass man sehr gut an anderen Stellen, als der Behandlung sparen kann.
Als ich letztens durch Teltow (eine Kreisstadt im Land Brandenburg, in der Nähe Berlins) fuhr, viel mir ein Prunkbau auf, an der Fassade prangten die drei großen grünen Buchstaben AOK. Da also stecken die Mitgliedsbeiträge. Warum hat die AOK eigentlich Geschäftsstellen und Büros in allen möglichen Städten und in Berlin sogar in fasst jedem Bezirk?
Ich selbst bin in der Betriebskrankenkasse für Heilberufe, die meiner Meinung nach nur eine Stelle in Düsseldorf besitzt. Und die kommen anscheinend mit den Geldern so gut zurecht, dass sie den Betragssatz mit 11,2% beziffern und davon auch noch die Hälfte der AOK schenken dürfen. Komisch was?

Nun gut, bei den Ersatzkrankenkassen ist auch nicht alles Friede und Freude. Die Berliner Klinik Charite` wollte zum Beispiel letztes Jahr keine Patienten mehr aufnehmen, die bei der Betriebskrankenkasse Berlin versichert sind. Die BKK Berlin hatte wohl bei der Charite` rund 10 Millionen Mark schulden, wie die Presse berichtete.
Wie stelle ich mir das als Patient vor? Ich erleide in der Schumann Strasse in Berlin-Mitte einen Herzinfarkt und werde in der Charite` nicht weiter ärztlich versorgt, weil ich bei der BKK Berlin versichert. Nein, natürlich nicht wird einem dann gesagt, jede Klinik ist verpflichtet zu helfen.
Es wird aber leider Gottes der Eindruck erweckt, dass es so ist.

Ich habe noch eine andere Geschichte auf Lager, die mir letztens ein niedergelassener Arzt erzählte. Er ist Internist und macht auch Darmspiegelungen. Vor kurzem kam ein Brief von der AOK in dem es hieß, dass für diese Untersuchung von der AOK nur noch DM 45,- bezahlt werden.
Das bedeutet, dass der Arzt von der AOK für ein Vorgespräch mit dem Patienten, der eigentlichen Untersuchung und anschließende Erstellung des Befundes, ca. soviel bekommt wie eine Autowerkstatt in einer halben Stunde.
Die Ersatzkassen zahlen allerdings weiter den bisherigen Satz in Höhe von ca. DM 90,-. Womit wir wieder bei den Klassen sind. Die Ärzte werden also erst einmal schauen, wo die Patienten versichert sind und dann entscheiden, ob eine Untersuchung angeraten wird, oder ob man es lässt, weil man ja drauf zahlen muss.
Einen weiteren Kommentar hierzu erspare ich mir, da sich jeder selbst sein Urteil bilden kann.

Eine letzte wahre Story muss ich allerdings noch loswerden. In einer Fernsehsendung wurde berichtet, wie eine Patientin (Rentnerin), die unter der Alzheimer Erkrankung leidet, in einer Klinik auf ein wirksames Medikament eingestellt wurde. Ihr ging es schon bald so gut, dass sie entlassen werden konnte und von ihrer Hausärztin weiterbehandelt werden sollte. Es ergab sich nur ein Problem. Das Medikament, das sie in der Klinik erhalten hatte kostete monatlich ca. 300,- Mark. Die niedergelassenen Hausärztin darf aber für einen Rentner höchsten 246,- Mark pro Quartal beanspruchen.
So erhielt die Patientin nicht mehr ihr Medikament und kam zurück in die Klinik. Paradoxer Weise kostet ein Klinikplatz pro Tag ca. 700,- Mark oder mehr.
Ich verkneife mir hierzu ebenfalls jeden Kommentar.

Was soll man also nun tun, um nicht in die gleichen Situationen zu kommen? Ich für meinen Teil bin, wie schon oben erwähnt, in einer Ersatzkasse und habe außerdem eine private Zusatzversicherung. Diese beinhaltet, dass mir 75% meiner Zuzahlung bei Zahnersatz erstattet werden und ich im Falle eines Krankenhausaufenthaltes freie Klinikwahl, Unterbringung im Einzelzimmer und Chefarztbehandlung habe. Das kostet mich gerade mal 33,- DM im Monat, also ca. sechs Schachteln Zigaretten weniger im Monat und ist zudem noch steuerlich absetzbar.

So liebe Leser ich brenne schon förmlich darauf, Eure Kommentare zu meinem Beitrag zu lesen und hoffe der eine oder andere wird mich nicht gleich in der Luft zerfetzen, weil ich so über die AOK hergezogen bin. Ich denke die Fakten sprechen für sich.

Bis bald Euer dommm
   

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14.08.2002

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01.01.1970

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