AOK Westfalen-Lippe

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... 3 1/2 Wochen nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bekam ich das erste Schreiben meiner Krankenkasse, der AOK Westfalen Lippe, der Gesundheitskasse. Sinngemäß folgendermaßen: Es tut uns ja so leid, dass sie krank sind, wir möchten Ihnen helfen, wieder gesund zu werden. Dann befahl man mich ... Bericht lesen





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1-6 von 15 Erfahrungsberichten    
> Alle 15 AOK Westfalen-Lippe Erfahrungsberichte anzeigen
Bleibt um Gottes Willen lieber gesund!
Erfahrungsbericht von Maroma über AOK Westfalen-Lippe
01.04.2006


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Sicher klasse, wenn man gesund ist
Kontra: Total besch .  .  .  . , wenn man krank wird

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Liebe Ciao'ler,

heute muss ich meinem Herzen mal echt Luft machen.

Es begann alles am 06. Februar diesen Jahres. Ich will euch jetzt nicht mit meiner Krankengeschichte langweilen, schließlich bin ich keine alte Oma, die nichts besseres zu tun hat, als von ihren verschiedenen Zipperlein zu erzählen. Kurz zusammengefasst bin ich seit Jahren rückenkrank (Bandscheibenvorfälle in der HWS, Steilstellung, Schiefstellung, freie Gelenkkörper, Randkantenausziehungen, Taubheitsgefühle und Kribbeln sowie Muskelticks in den Händen, heftige Kopfschmerzen etc.).

Am 06.02. begann es mit Schmerzen im Ellenbogen. Bis dato hatte ich jedenfalls noch nie, trotz einer mittlerweile 25-jährigen Krankengeschichte, Ellbogenschmerzen. Ich ging also zu meinem Hausarzt, der auf eine Ellenbogengelenksentzündung (Epicondylitis) tippte. Krankschreibung (ich sitze am Tag 8 Stunden am PC und schreibe medizinische Berichte). Es wurde nicht besser. Ich ging zum Orthopäden, gleiche Diagnose, Zinkleimverband, es wurde nicht besser. Mein Hausarzt überwies mich zum Chirurgen, gleiche Diagnose, Gipsverband, Ruhigstellung. Es wurde nicht besser. Nach 10 Tagen Gips fragte der Chirurg, ob ich HWS-Probleme hätte und meinte, als ich das nun mal leider bejahen musste, dass es höchstwahrscheinlich sei, dass die Schmerzen von der HWS kommen. So weit, so gut. Zusätzlich habe ich, weil es ja stinklangweilig wird, wenn es nur an einer Stelle weh tut, seit mittlerweile 3 Wochen eine ISG-Blockade. Das ISG ist ein Gelenk zwischen Wirbelsäule und Becken, so irgendwo in der Richtung, und blockiert bei mir. Soll heißen, ich hinke wie jemand, dem ein Pferd auf den Fuß getreten ist, außerdem wird der Oberschenkel taub. Momentan habe ich keine schmerzfreie Gehstrecke und kann so ca. 20 m laufen, bevor ich mich hinsetzen muss. Jeder Weg vom Sessel zum WC ist für mich momentan ein Abenteuerausflug.

So, jetzt aber wirklich genug der Langeweile mit meiner Krankengeschichte.

3 1/2 Wochen nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bekam ich das erste Schreiben meiner Krankenkasse, der AOK Westfalen Lippe, der Gesundheitskasse. Sinngemäß folgendermaßen: Es tut uns ja so leid, dass sie krank sind, wir möchten Ihnen helfen, wieder gesund zu werden. Dann befahl man mich mit einem genauen Termin (nächsten Dienstag um 11 Uhr) dort hin. Dummerweise hatte ich am nächsten Dienstag einen Arzttermin, rief dann also bei der Krankenkasse an und sprach mit der zuständigen "Krankengeldfallmanagerin" (auch schon eine Berufsbezeichnung, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss). Ich teilte den Arzttermin mit, darüber hinaus, dass es sich um eine Epicondylitis handelt, mit der man nun mal dummerweise nicht am PC sitzen und schreiben kann (das war noch der Zeitpunkt, wo sämtliche Ärzte einschließlich meinereiner an diese Diagnose glaubten). Frau K., die Managerin, nahm es so hin, wünschte mir gute Besserung und das war's. Dachte ich. Eine Woche später der nächste Brief. Inzwischen hieß es "HWS". Frau K. und ich führten ein nettes Telefonat, in dem ich ihr die Diagnostik dargelegt habe. Außerdem hat sie (Frau K.) ja jederzeit Zugriff auf meine sämtlichen von Orthopäden, Hausärzten und Chirurgen gesammelten Diagnosen. Und wie man mit einer tauben und einer zuckenden Hand schreiben soll, konnte sie mir auch nicht klar machen (bevor jetzt Frau K. dies liest und sich denkt, sieh mal einer guck, sie kann ja doch: Ich diktiere hier gerade. Meine Tochter schreibt für mich).

Es folgten zwei weitere Anrufe von Frau K. bei mir, wo sie sich erkundigte, wie es mir geht, ob ich denn nicht langsam wieder arbeiten könnte, und es wäre ja so auffällig, dass sich bei mir die Epicondylitis in ein Rückenleiden verwandelt hätte. Und das, obwohl ich ihr genau darlegte, dass es sich wohl nach Chirurgenaussage von Anfang an um eine Auswirkung der HWS-Bandscheibenvorfälle gehandelt haben muss.

Als es für die AOK allmählich ernst wurde, sprich: Es näherte sich der Zeitpunkt, an dem mir diese "Gesundheitskasse" Krankengeld zahlen sollte, wurde man von Seiten Frau K.'s massiver. Ich bekam einen Brief, der so begann:

"Sehr geehrte Frau …..

Wir wollen Ihnen helfen, wieder gesund zu werden. Daher laden wir Sie ein zu einer Untersuchung und Beratung beim MDK (medizinischer Dienst der Krankenkassen) …

Am Montag um 8.30 Uhr. In (nicht hier bei mir, sondern in einer 10 km entfernten Stadt).
…..

Wir weisen Sie darauf hin, dass ein Nichterscheinen Auswirkungen auf die Krankengeldzahlung hat. "

So, sieh mal einer guck. Man lädt mich also ein. Die wollen mir helfen, wieder gesund zu werden. Ja, wie denn bitteschön? Handelt es sich beim MDK um einen Verein von Geistheilern und Gesundbetern? Und wieso lädt man mich ein? Eine Einladung kann ich ausschlagen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Nein, man lädt mich nicht ein, man befiehlt mich hin. Man droht mir. Man kündigt mir an, etwas, worauf ich Anspruch habe, nicht zu zahlen.

Ich soll also, da kein Auto vorhanden, mit einer nicht vorhandenen schmerzfreien Gehstrecke 10 km weit mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, damit mich die Damen und Herren des MDK gesundbeten können. Super Aussichten, oder? Das war vor genau einer Woche.

Mein Hausarzt bescheinigte mir auf dem beigelegten Formular, dass ich momentan (für mindestens 2 Wochen) nicht zu begutachten sei. Das Sozialgesetzbuch ist in dieser Hinsicht ganz eindeutig: Kann der Versicherte nicht zum Berg kommen, kommt der Berg zum Versicherten. Ich hätte überhaupt nichts dagegen gehabt, wenn ein MDK'ler zu mir gekommen wäre. Schließlich simulier ich ja nicht leise vor mich hin, weil ich keinen Bock auf's Arbeiten habe. Jederzeit gerne, er hätte auch ein Käffchen bekommen.

Mit dem ausgefüllten Formular bin ich dann zur örtlichen AOK-Geschäftsstelle gekrochen, wirklich, glaubt es mir. Frau K. teilte mir zähneknirschend mit, dass ich ja nun ab nächste Woche Krankengeld beziehen würde, nahm meine Bankverbindung auf, stellte einen Haufen neugieriger Fragen (was genau wird gemacht, wer behandelt sie, haben sie schon mal eine Kur beantragt, sind Sie nicht zu dick, bisschen abnehmen wäre vielleicht ganz gut, schon mal darüber nachgedacht, was ist mit Gymnastik und und und…. ). Dann teilte sie mir mit, dass MDK-Ärzte selbstverständlich keine Hausbesuche machen. Die sollten vielleicht doch mal ins Sozialgesetzbuch gucken. Sie schaute mir recht mitleidig hinterher, als ich hinaushinkte, nahm ich jedenfalls an. Aber weit gefehlt.

Gestern, also eine Woche bevor mein Hausarzt mich für begutachtungsfähig hielt, bekam ich das nächste Schreiben. Und zwar im 100%ig genau gleichen Wortlaut wie das erste, das einzige, was anders war, war der Termin, an dem ich beim MDK zu erscheinen hätte. Nächsten Dienstag.

Ich krabbelte also wieder zu meinem Hausarzt (die Taxikosten gehen mittlerweile richtig ins Geld), er stellte mir eine neue Bescheinigung aus.

Heute bekam ich einen Anruf aus der Praxis meines Hausarztes: Die AOK hat ihn angeschrieben, er hat über meinen Gesundheitszustand Auskunft zu geben, er soll angeben, welcher Orthopäde mich mitbehandelt …..

Zusammenfassung:
- 2 1/2 Wochen bevor die AOK überhaupt möglicherweise Krankengeld zahlen muss, werde ich angeschrieben. Antelefoniert. Mehrfach. Immer wieder.
- Eine Woche vorher bekomme ich die Vorladung zum MDK.
- Eine Woche, bevor ich fähig bin, evtl. begutachtet zu werden, "lädt" man mich zum nächsten Termin ein.
- Alle über Jahre hinweg vorliegenden Diagnosen interessieren die AOK überhaupt nicht.
- Krankengeldfallmanager heißt: Verhindere um jeden Preis, dass wir Krankengeld zahlen müssen. Schickt den Versicherten von Arzt zu Arzt, zum MDK, droh ihm, telefonier ihm hinterher, schick ihm lügnerische Schreiben ins Haus….

Lügnerisch heißt: Von wegen wir wollen Ihnen helfen, wieder gesund zu werden. Quatsch. Genau müsste es heißen: Wir wollen Ihnen auf keinen Fall Krankengeld zahlen.

Ich hab immer gedacht, es sei demütigend, zum Sozialamt gehen zu müssen. Mag sein, diese Erfahrung habe ich nicht und hoffe auch, sie bleibt mir erspart.

Aber mal ganz ehrlich: Krank zu sein und dann bei der AOK versichert zu sein, scheint ähnlich zu wirken. Ich komme mir vor wie ein Schwerverbrecher, ich muss mich verteidigen und dafür entschuldigen, dass ich krank bin, ich bin tatsächlich relativ wehrlos dieser Krankenkassenwillkür ausgesetzt.

Ich weiß übrigens aus 100% sicherer Quelle, dass BEK-, Techniker- und DAK-Versicherte so etwas nicht mitmachen. Hätte ich momentan irgendeine Chance, die Kasse zu wechseln, würde ich es tun, aber ich fürchte, bei jemandem, der schon Krankengeld bezieht, ist dann auch das weiche Herz der o. g. Kassen etwas hart;-)

Fazit:
AOK, die Gesundheitskasse. Klar. NICHT die Krankenkasse. Eine Kasse für Gesunde, und hütet euch, krank zu werden, wenn ihr AOK-versichert seid.

Au, da fällt mir noch was ein: Momentan läuft im Fernsehen ein Werbespot der AOK. Mal wieder. Irgendwas mit Kids und einer Homepage, die die anwählen können. Wer bezahlt das eigentlich? Trägt sich so ein Werbespot aus freiwilligen Beiträgen der AOK-Angestellten? Oder sind es vielleicht doch Versichertengelder, die für so was verwandt werden? Ich weiß es nicht, aber ich bin festen Glaubens, dass kein AOK-Angestellter dafür eine freiwillige Spende gegeben hat!

In diesem Sinne: Bleibt gesund!
   

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