Erfahrungsbericht über

AOpen AX3S Pro

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Fuer Overclocker nicht zu empfehlen

5  15.12.2000

Pro:
design

Kontra:
Bustakteinstellungen

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Handbuch/Dokumentation/Hilfe:

Kompatibilität:

Erweiterbarkeit:

Stabilität:

Bios:

Treiber

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NEOSPIN

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Mitglied seit:14.02.2000

Erfahrungsberichte:34

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 11 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Das Auffälligste an dem Board ist logischerweise das coole Design. Die Platine an sich ist komplett in schwarz gehalten, was wirklich beeindruckend aussieht, das normale grün oder braun ist doch eher als hässlich zu bezeichnen. Passend dazu ist der Kühlkörper der Northbridge in mattem silber gehalten und hebt sich dadurch natürlich sehr gut von dem schwarzen Untergrund ab. Zum Kühlkörper ist noch zu sagen, dass er aus Aluminium besteht. Eventuell wäre hier Kupfer besser gewesen, da Kupfer eine bessere Wärmeleitfähigkeit besitzt. Gut, bei einem Kühler der Northbridge wird sich das kaum auswirken, aber etwas Besonderes wäre es schon.
Auf dem Board finden sich 14 ELKOs mit je 2.200µF um eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten. Um den Sockel herum ist dabei aber auf ausreichenden Platz geachtet worden, so dass auch große Kühler kein Problem darstellen.
Einzig die Positionierung des ATX-Poweranschlusses ist nicht perfekt gewählt. Dieser befindet sich zwischen der Northbridge und den COM-Anschlüssen, an der Oberseite des Boards hätte er besser gefallen, denn dann ließe sich das Stromkabel besser im Gehäuse verlegen.

Natürlich liegen dem Board IDE- und Floppy-Kabel bei. Ersteres auch einmal als UDMA66/100-Version mit 80 Adern. Ebenso ist das Adapterkabel, dass die zwei zusätzlichen USB-Anschlüsse auf ein Slotblech legt, mit im Lieferumfang enthalten. Sehr gut gefallen hat mir der "Easy Installation Guide", eine Art Poster, welches die wichtigsten Anschlüsse, Jumper und so weiter erklärt. Das Poster im DINA2-Format bietet viel Platz und die Abbildungen sind dementsprechend schön groß und gut lesbar, was sehr hilfreich beim Einbau des Boards ist.
Das englischsprachige Handbuch ist mit 184 Seiten extrem umfangreich und nahezu perfekt, es müsste nur auf Deutsch sein. Zu guter Letzt liegt dem AOpen noch eine Bonus CD bei, auf der sich Treiber, das Online-Manual, das AOchip Util, Hardware-Monitoring Software und Nortons Anti-Virus befindet.

Die Bios-Features dürften bei einem jumperlosem Board mit das Interessanteste sein. Leider sieht das Bios des AX34 Pro II genau aus wie jedes andere Bios eines VIA-Boards auch. Sicher, die CPU lässt sich jumperlos konfigurieren, aber das ist ja nun nichts Neues mehr. Die Anzahl der Bustakte ist wesentlich geringer als bei der Konkurrenz und beschränkt sich auf das Nötigste. Es müssen ja nicht gleich unbedingt in 1 MHz-Schritten bis 200 MHz hinauf gehen. Das wird so schnell wohl eh niemand nutzen, aber wenn der verwendete Clockchip es hergibt, warum künstlich einschränken? Nicht, dass wir jeden Clockchip aus dem EffEff kennen, aber mehr wäre bestimmt möglich gewesen. Außerdem hängen die einzustellenden Bustakte noch von der verwendeten CPU beziehungsweise den Jumpersettings ab - auch das wäre bei einem komplett jumperlosen Design nicht nötig.
Stellt man die FSB (Bustakt) Jumper auf 133 MHz (PCI = FSB/4), so erhält man Bustakte zwischen 133 und 150 MHz. Bei der 100 MHz Einstellung (PCI = FSB/3) zwischen 100 und 124 MHz und bei der 66 MHz Variante (PCI = FSB/2) zwischen 66 und 83 MHz.
Merkwürdig: Die Einstellung "Spread Spectrum" wirkt sich auf die zu wählenden Bustakte aus! Alle Möglichkeiten bekommen Sie nur, wenn Sie diese Option im Bios einschalten.
Ferner vermisst man die Möglichkeit, die I/O-Spannung einzustellen. Gerade bei extremen Overclockingversuchen ist das oft der entscheidende Faktor. Macht das RAM beispielsweise nicht mit, kann die I/O-Spannung durchaus helfen.
Die Core-Voltage, also die Spannung der CPU, kann hingegen angehoben werden. Alles andere wäre auch ärgerlich, denn das ist für Overclocker geradezu Punkt Nummer 1 (okay, hinter den Bustakten). Von 1,3V bis 2,05V lässt sich die Spannung in 0,05V-Schritten anpassen.
Am Bios sollte AOpen auf jeden Fall noch mal Hand anlegen, wenn das AX34 Pro II ein Overclockerboard sein soll. Und das ist genau das, was Aopen dem Board bescheinigt. Im Handbuch steht jedenfalls, dass 150 MHz Bustakt mit entsprechenden Komponenten erreicht werden können.

Das Manko des schlechten Speicherdurchsatzes hat das AX34 Pro II nicht. Unterschiedlich können hingegen die Einstellungen im Bios sein. Man versucht ja immer, das maximal Mögliche aus dem Speicher herauszuholen. Es kann also sein, dass ein Board hier mehr zulässt als ein anderes. Die Werte sind untereinander also nur indirekt vergleichbar denn sie zeigen, was das Board aus dem Speicher "herausholen" kann. Sie zeigen nicht, wie schnell die Boards bei gleichen Einstellungen sind.

Wenn man nur das reine Board betrachten, so ist das AX34 Pro II mit Sicherheit das beste VIA Apollo Pro Board, das es gibt. Man hat keinerlei Probleme bei der Installation der VIA-Treiber noch tauchten im Betrieb irgendwelche Probleme auf. Das Board ist stabil wie ein BX-Board - und das will schon was heißen.
Auch in punkto Performance kann man dem AX34 Pro II nichts vorwerfen. Die Speicherschwäche anderer VIA Apollo Boards hat es nicht. Die Performance liegt ungefähr auf BX-Niveau und dank des asynchronen Bustakt/Speichertakt noch darüber.
Die Möglichkeiten, die im Bios geboten werden, sind nicht das Gelbe vom Ei. Hier könnte sich AOpen bei ABIT oder auch ASUS noch einiges abgucken. Das noch Jumper gesetzt werden müssen, ist auch nicht gerade zeitgemäß. Eventuell lässt sich das ein oder andere aber durch ein Bios-Update korrigieren.

Für wen ist dieses Board nun interessant? Auf jeden Fall für alle, die einfach ein außergewöhnliches Board ihr Eigen nennen möchten. Denn was das "Outfit" des AOpen AX34 Pro II angeht, so gibt es derzeit nichts, was cooler aussieht. Gerade in Gehäusen mit einer durchsichtigen Seitenwand und nach Möglichkeit noch Neonröhren im Inneren macht sich ein schwarzes Board mit einem silbernen Kühler natürlich extrem gut.
Alle, die mit Overclocking (oder zumindest mit Hardcore-Overclocking) nichts am Hut haben, dürften mit dem AX34 Pro II ebenfalls eine gute Wahl treffen. Stabilität und Performance sind voll im grünen Bereich und es zusätzlich noch teuflisch gut aus (erwähnte ich das schon?).
Absolute Performance-Freaks und Hardcore-Overclocker, meistens geht das ja Hand in Hand, sollten sich eher ein anderes Board aussuchen, welches mehr Möglichkeiten im Bios bietet, um wirklich das Letzte aus der CPU zu kitzeln.
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