-- Vorgeschichte --
Dieses sollte mein dritter Test eines Inkjet Refill Produktes werden, und ich rechnete mit dem Schlimmsten, waren die beiden Versuche mit Produkten anderer Hersteller doch eher schlecht verlaufen. Die Preise der Farbpatronen von HP waren jedoch genug Motivation, um diesen ... Bericht lesen
(+) -- herausragende Qualität, optimaler Preis, sehr variabel anwendbar (Papier,Folie,...). (-) -- Für Vieldrucker dürften sich die Druckpatronen (v.a. beim Farbdruck) zu schnell entlehren.
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Erfahrungsbericht von goth62 über ARC Professional Inkjet Refills (Color) 01.04.2004
Produktbewertung des Autors:
Zuverlässigkeit
Qualität:
Verarbeitung
Pro:
Preis - Leistung : Top
Kontra:
Mut zum Basteln / Zeitaufwand
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
-- Vorgeschichte --
Dieses sollte mein dritter Test eines Inkjet Refill Produktes werden, und ich rechnete mit dem Schlimmsten, waren die beiden Versuche mit Produkten anderer Hersteller doch eher schlecht verlaufen. Die Preise der Farbpatronen von HP waren jedoch genug Motivation, um diesen letzten Test zu versuchen.
-- Das Produkt --
In dem Pappkarton fand ich drei Spritzen, drei spitze Kanülen mit Schutzhülle, drei Fläschchen a 20 ml mit der Tinte (Cyan, Magenta, Yellow), aber keine Einmalhandschuhe, kein Patronenhalter und kein Papiertuch, wie sie (unsinniger Weise) von anderen Herstellern geliefert werden. Auch eine Bedienungsanleitung suchte ich vergeblich, fand dann aber auf der Verpackung knappe, aber schlussendlich ausreichende Instruktionen.
-- Das Verfahren --
Das Verfahren ist wohl bei allen Refill-Produkten und den meisten Color-Patronen vergleichbar: - Einmalhandschuhe anziehen - Patrone ausbauen - Verschlusskugeln der drei Tanks eindrücken - Spritzen mit max. 7ml Farbe aufziehen (- Farbzuordnung der Tanks prüfen - siehe unten!) - jeden der drei Tanks befüllen - Patrone einbauen - Kalibrieren / Reinigungsdurchlauf --- fertig! - ... mit Glück. ---
-- Tipps & Tricks / HP-Warnung --
Bei den von mir verwendeten HP-Farbpatronen (Nr. 78) gibt es da allerdings eine kleine Falle: Die FARBKENNZEICHNUNG, die vom Hersteller HP auf den Patronen angebracht ist, ist FALSCH! - Ein Schelm, der dabei Arges denkt ... - Ich habe die Befüllung der Tanks zum Glück vorher mit einem Streichholzende geprüft, sonst wäre die Patrone anschließend unbrauchbar und verloren gewesen.
In einen Tank, der fast leer gedruckt wurde sollen laut Hersteller des Refill-Kits ca. 7 ml Farbe nachgefüllt werden. Die gelieferten 20 ml pro Tank würden demnach mathematisch für knapp drei Füllungen reichen. Für die von mir verwendeten 78er Patronen von HP ist eine solche Angabe jedoch nur schwer nachvollziehbar, denn die Patrone wird von HP selbst in zwei Ausführungen mit zwei unterschiedlichen Füllmengen geliefert (19ml und 38ml).
In der Realität sieht die Rechnung anders aus, denn der tatsächliche Farbverbrauch in jedem einzelnen der drei Tanks ist natürlich abhängig von den Farben, die in den Ausdrucken tatsächlich verwendet und verbraucht werden. Die Tanks entleeren sich also ungleichmäßig und müssten eigentlich zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Farbmengen aufgefüllt werden. Da es über den Füllstand der einzelnen Tanks (zumindest bei HP-Geräten) keine verlässlichen Aussagen bzw. Anzeichen gibt, ist es von der Aufmerksamkeit und Einschätzung des Anwenders abhängig, wann und mit welcher Farbmenge er einen Tank der Patrone befüllt.
In jedem Fall ist der Hinweis des Refill-Herstellers ernst zu nehmen, der empfiehlt, einen Tank niemals vollständig zu entleeren. Wenn einmal Luft in die Düsen gelangt ist, dann ist ihre Reaktivierung oft sehr aufwendig und kann auch komplett scheitern. - Tipp für diesen Fall: Stellen Sie die befüllte Patrone mit den Düsen nach unten für ein paar Stunden auf ein dickes (!) Bett aus Zellstoff oder Küchenpapier, das Sie zuvor leicht befeuchtet haben. Achten Sie darauf, dass darunter eine farbunempfindliche Oberfläche ist, denn wenn die Prozedur funktioniert, dann ist das Küchenpapier anschließend mit (teurer!) Farbe durchtränkt. Abschließend reinigen Sie den Druckkopf ohne Gewalt mit einem handelsüblichen, unbenutzten und trockenen Kaffeefilter aus Papier. Entweder haben Sie dann 3 Euro Farbe zum Fenster raus geworfen und viel Zeit vergeudet, weil es nicht geklappt hat, oder Sie haben zwischen 30 und 50 Euro gespart (je nach Patronentyp und Lieferant).
Wer seine Druckfähigkeit sicher stellen will, der sollte deshalb neben einem Refill-Kit immer auch eine Ersatzpatrone im Schrank haben.
-- Ergebnis / Farben / Grenzen --
Es hat geklappt! Das Produkt ist tatsächlich anwendbar und die Patrone liefert brauchbare Druckergebnisse, die mir allerdings in den Farben etwas weniger brillant vorkommen, als die Originalfarben. Für meine Business-Ausdrucke reicht es allemal. Wer für die Druckvorstufe Proofs herstellen will (soweit das überhaupt möglich ist) oder einigermaßen farbechte Fotos reproduzieren möchte, der könnte u.U. Mängel feststellen.
Allerdings können die Patronen von HP nicht unendlich neu befüllt werden. Meine ersten Erfahrungen sagen: Eine dritte Befüllung sollte man sich sparen. Die Ausdrucke werden sonst zu schlecht und die Düsen drohen zu versagen, was entweder zu Spritzern oder zu Streifen im Ausdruck führt.
-- Fazit --
Die Einmalhandschuhe habe ich in der Verpackung nicht wirklich vermisst, denn schließlich habe ich immer welche im Haus und die sind besser, als die, die von anderen Herstellern mit ihren (weniger brauchbaren) Produkten mitgeliefert werden. Einmalhandschuhe sollten Sie für die Füllarbeiten aber schon verwenden und eine unempfindliche Arbeitsunterlage kann ich auch nur empfehlen. Mit einer ruhigen Hand und Geduld ist eine 78er Dreifarbpatrone von HP normaler Weise in max. 15 Minuten komplett befüllt. Nach der Befüllung brauchen die Patronen bei mir ca. 30 Minuten Ruhe und anschließend 4 - 6 Testdrucke (Reinigungsdurchläufe), damit die neue alte Patrone wieder saubere Schriftbilder liefert.
Wer solche Aktionen nicht mag, der findet vielleicht in den industriell wiederbefüllten Patronen, die immer häufiger von verschiedenen Herstellern angeboten werden, eine gute Alternative. Der Preisunterschied zu dem hier beschriebenen Refill-Kit lag bei einem Produkt, das ich kürzlich beim Lebensmittel Discounter Penny kaufte, bei nur noch 7 Euro. Der Preis lag damit noch immer 10 bis 15 Euro unter dem für eine neue Patrone.
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