Da bei meinem kleinen Fileserver das Mainboard dank fehlerhafter Kondensatoren ausgefallen war, musste ein neues her.
Gesucht war ein Board, was wenig kostet, aber einen einigermaßen aktuellen Chipsatz hat.
Hier griff ich zum
AsRock K7NF2-RAID
Das K7NF2-RAID von AsRock ist ein ausnahmsweise günstiges Board mit nVidias nForce2-Chipsatz in der Ultra 400-Version. Also mit allem, was dieser Chipsatz zu bieten hat.
der Hersteller
AsRock ist eine 100%ige Tochter von ASUStek, führt seine Geschäfte aber selbst und fabriziert auch eigene Designs. Also keine Kopien von bekannten ASUS-Boards.
http://www.asrock.com/
das Layout
Das schmale, aber lange Board beherbergt am oberen Ende den Sockel 462/A für Athlons, Durons, Semprons und Athlon XP-CPUs, allesamt aus dem Hause AMD.
Sinnvollerweise sind auch Bohrungen für Kühler, die mittels Backplane (Metallplatte auf der Boardrückseite) mit dem Mainboard verschraubt werden.
Direkt darunter liegt der Chipsatz, wobei der Kühler allerdings den Einbau größerer CPU-Kühler verhindert.
Ein weiteres Manko stellt der 20polige ATX-Anschluß an das Netzteil dar, da dieser sehr nah am AGP8x-Port liegt und per Heatpipe gekühlte Grafikkarten nur unter großen Schwierigkeiten eingebaut werden können.
Unter dem AGP-Port liegen 5 PCI-Slots, wobei neben dem 4. und 5. die beiden PATA-Anschlüsse für bis zu vier IDE-Geräte liegen.
Die 2 SATA-Anschlüsse für je ein Gerät finden sich direkt darüber, ebenso die 3 Slots für DDR-SDRAM.
3 von 5 Sternen
der Chipsatz
Wie schon erwähnt besitzt das Board den nForce2 Ultra 400-Chipsatz in Verbindung mit der Southbridge nVidia MCP-RAID.
Hier einmal die technischen Daten:Northbridge:- Sockel 462/A
- bis zu 255MHz Frontside-Bus (Anbindung des Prozessors ans System)
- max. 3GB DDR-SDRAM in den Geschwindigkeiten 200/266/333/400, DualChannel-fähig
- 1x AGP8x/4x mit 1.5V (3.3V-Karten wie eine GeForce 256 zerstören das Board)
- 5x PCI-Slot 33MHz
Southbridge:
Die MCP-RAID unterstützt leider kein Soundstorm mit DolbyDigital 5.1 wie die MCP-T, sondern nur folgende Features:- 2x IDE-Anschluß 66/100/133MB pro sek.
- 1x Floppy
- 2x SATA, auch RAID 0 möglich
- 8x USB 2.0, 2 davon als Ausgang zur Gehäusefront
- 1x 10/100MBit-LAN
- 1x serieller Port
- 1x paralleler Port
- je 1x Maus und Tastatur
- 1x Gameport
Lieferumfang
Im Lieferumfang findet sich das Board selber, eine CD mit einem Antivirusprogramm, dem Chipsatztreiber für Windows XP und 98Se sowie einem SATA-Treiber, der zum Ansprechen der SATA-Geräte unter Windows benötigt wird.
Als weitere Beigaben finden sich ein SATA-Kabel, ein SATA-Stromkabel sowie je ein IDE- und Floppy-Kabel.
Natürlich darf auch ein brauchbares, aber knappes und in mehreren Sprachen gedrucktes gehaltenes Handbuch nicht fehlen.
3 von 5 Sternen
Preis
Ich habe in Minden beim PC-Spezialist 39,-€ für das Mainboard bezahlt.
Normalerweise bekommt man Boards mit dem nForce2 Ultra 400 nicht unter 80€.
5 von 5 Sternen
Installation
Die Installation war einfach. Altes Board rausschrauben, neue ATX-Blende ins Gehäuse clipsen und das neue Mainboard reinschrauben. Nun noch Zusatzgerätschaften wie Grafikkarte und CPU einbauen, fertig.
Leider ist bei jedem Chipsatzwechsel eine Neuinstallation von Windows notwendig, was aber nicht dem Bord zuzuschreiben ist.
Eine Sache ist aber zu beachten:
Zwar zieht der Athlon XP keinen Nutzen aus DualChannel-Speicher, wer den Modus aber trotzdem nutzen will, darf nur die beiden blauen Slots nutzen. Wird der schwarze Slot benutzt, ist keine DualChannel-Anbindung mehr möglich.
4 von 5 Sternen
erster Start
Beim Start wurde erfolgreich mein Sempron 2600+ erkannt, mit der richtigen Spannung betrieben.
Auch der Speicher wurde korrekt als DDR400 erkannt, was ich schon anders erlebt habe.
Trotzdem muss man ins BIOS gehen und das aktuelle Datum samt Uhrzeit einzugeben.
4 von 5 Sternen
BIOS-Funktionen
Ich gehe absichtlich nicht auf die einzelnen Punkte des BIOS ein, da es mehr Gefahren als Nutzen für unbedarfte Anwender birgt.
Wer also dort unbedingt etwas verstellen will, wird sich mit der Materie auskennen und keine Einleitung von mir benötigen.
Ein paar Optionen zum Übertakten werde ich aber trotzdem später ansprechen.
keine Bewertung
PraxiserfahrungenGleich vorweg: Da ich für den Fileserver keine SATA-Platten besitze, kann ich diesen Modus und damit speziell die RAID-Funktionen nicht testen.
Ansonsten ist dieses Board eher unauffällig. Und vor allem, weil es stabil läuft.
Auch bei einigermaßen hoher Übertaktung, die ich vorher auch zum Spielen brauchte, verkraftet dieses Board ohne Probleme. Das spricht eindeutig für die Qualität der ausgewählten Bauteile.
Geiz ist in diesem Fall also geil.
Da mein Fileserver auch gerne mal große Dateien aus dem Internet herunterlädt (was vorher mit DSL light auch mal einen ganzen Tag brauchte), blieb der Rechner oft auch tagelang am Stück an.
Auch hier sind keine Probleme aufgetreten.
Die Soundqualität liegt erwartungsgemäß nicht so hoch wie die der MCP-T, ist aber trotzdem gut. Schade ist, dass es nur ein AC97-Codec ist, welcher den Algorythmus zur Berechnung der Töne gespeichert hat. Im Endeffekt übernimmt also die CPU die Berechung anhand der vorgegebenen Befehle des Codecs.
Trotzdem werden alle Ausgänge richtig beschaltet, so wie es auch im knappen Handbuch beschrieben ist.
Zudem hilft auch eine Software beim Einrichten der Soundhardware, welche ich aber nicht gebraucht habe und somit nicht beurteilen kann.
Die LAN-Funktion, die per Realtek-Chip ausgeführt ist, läuft ohne Treiberinstallation und erwartet, was man von ihr erwartet.
Die Leistung liegt im Bereich von 90%, was bei 100MBit-LAN bei ungefähr 9MB/sek. liegt und somit recht ordentlich ist. Hier bieten teurere Boards schlechtere Leistung.
Also kann ich bis auf die Langzeitqualität und das absolut stabile Verhalten nichts schreiben, weil es wirklich (und das ist gut) unauffällig ist.
5 von 5 Sternen
Overclocking
Zum Übertakten bietet das Board die folgenden Optionen:
So lässt sich, wenn nicht gelockt, der Multiplikator der CPU verstellen. Auch eine Spannungserhöhung und Reduktion in 0.125er-Schritten ist möglich.
Ganz praktisch ist die Möglichkeit, den FSB mit Ausnahme vom AGP- und PCI-Takt anzuheben, was eine Alleinstellung des nForce2 ist. So ist es rein theoretisch möglich, einen FSB von 200MHz (400DDR) mit einem PCI-Takt von trotzdem nur 33MHz zu fahren, was die Gefahr der Schädigung anderer Bauteile oder auch die Limitierung durch diese ausschließt.
Eine weitere praktische Sache ist der BootFailureGuard, welcher die ausgewählten Optionen und den Start überwacht. Hat man es übertrieben, startet das Systemn zwar erstmal nicht. Aber nach 3 erfolglosen Starts werden nur für diesen Start die vorherigen, stabilen Einstellungen gewählt und es ist ohne BIOS-Reset ein Hochfahren und damit eine Änderung der Parameter möglich.
4 von 5 Sternen
Fazit
Also dieses Board ist fast das beste Board, was ich jemals für den Sockel A besessen habe. Und derer hatte ich bisher 5.
Es ist stabil und Fehler treten förmlich nicht auf, sofern man nicht allzu sehr mit den Optionen rumspielt, ohne sich wirklich damit auszukennen.
Wer also für einen älteren Spiele-Rechner oder zum austausch ein Board mit guter Stabilität sucht, wird hier definitiv glücklich, zumal es mit um die 40€ nicht wirklich teuer ist.
Deswegen vergebe ich alles in Allem 4 von 5 Sternen und somit ist es definitiv EMPFEHLENSWERT!
28.01.2008 11:14
bh von mir. Gruß, alex.
24.01.2008 12:23
Super Bericht, sehr detailliert! LG, Sandra
22.01.2008 20:13
eine gute idee zum aufrüsten. hab selbst noch ein altes sockel a mainboard. gruß X