MEIN PC (AS)ROCKT!
14.10.2005
Pro:
sehr günstiger Preis, Tochterprodukt eines bekannten Herstellers, gutes BIOS - Feintuning
Kontra:
"seltsamer" Einbau, verträgt sich nicht besonders gut mit ATI - Grafikkarten
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Handbuch/Dokumentation/Hilfe:
Kompatibilität:
Erweiterbarkeit:
Stabilität:
Bios:
Treiber
mehr
 Darkhound
Über sich:
So, bin endlich mal wieder öfter hier und versuche, so halbwegs meinen alten Schreibstil beim Verfas...
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Hallo liebe technik- und computerbegeisterte Leser, in meinem heutigen Bericht möchte ich euch über eine der Hauptkomponenten meines PC's berichten: dem Mainboard (auch Motherboard oder Hauptplatine genannt). Wie ich dazu kam? Nun ja, nach über vier Jahren hatte mein alter PC, ein AMD Athlon XP 1600+@1700+, so ziemlich ausgedient. Alle halbwegs aktuellen Spiele und Programme schrieen förmlich nach mehr Leistung, die ich alleine durch den Wechsel der Grafikkarte oder den Einsatz einer neuen CPU noch immer nicht ruckelfrei gewährleisten konnte. Auch mehr Hauptspeicher (RAM) verbesserte den Ablauf gerade von Spielen nur mäßig, aber nicht ausschlaggebend. Zudem ließ sich das alte Gigabyte Mainboard auch nur bis max. zum Athlon XP 2100+ überreden. Bekanntlich ist der Zugewinn von nur ein paar Mhz mehr nicht gerade die optimale Leistungssteigerung.
Im Internet fand ich über Ebay einen Berliner Händler, der so genannte "Aufrüstkits" bestehend aus einem neuen Mainboard, einer CPU mit Lüfter und 1024 MB Speicher anbot. All diese Angebote waren alleine schon preislich gesehen recht verlockend und so entschied ich mich für das K7Upgrade-880 Set. Im Lieferumfang befand sich die schon vormontierte CPU AMD Athlon XP-m 2800+@XP 3600+. Das bedeutet, dass ich in meinem Desktop Rechner nun die Leistung bzw. Geschwindigkeit eines AMD Athlon XP 3600+ habe, aber dank des Zusatzes (m) im Namen die stromsparendere Variante, die man leichter über- bzw. untertakten kann. Irgendwie war mir das schon sehr wichtig, denn während ich nun meinen kleinen Text hier schreibe (oder den Rechner nur ungenutzt laufen lasse), brauche ich sicher kaum die volle Leistung von 2,4 Ghz - bei DVD-Anwendungen wie dem Konvertieren oder dem Spielen aktuellerer Games jedoch schon. Aber zurück zum Board! Es handelt sich bei diesem Mainboard um ein "Zwischending" zwischen einem K7- und einem K8-Board. Der Formfaktor ist, wie heutzutage üblich, ATX, die Größe des bläulich-grünen Boards liegt bei 30,5 cm x 21,6 cm. Neben einer auf deutsch gehaltenen Schnelleinstiegsanleitung (wirklich nur ein größeres Faltblatt und 2 losen Extra-Seiten) darf natürlich auch das dickere Handbuch in sechs Sprachen (chinesisch oder japanisch, englisch, deutsch, französisch, italienisch und spanisch) nicht fehlen. Schon mal ein dicker Pluspunkt, denn wie oft ärgert man sich über nur englische Handbücher? Ferner liegt dem Karton eine Treiber CD bei, auf der die bis dato aktuellsten VIA-Treiber, Direct X9 und der Acrobat Reader enthalten sind. Das sollte man schon installieren, denn die Chipsatztreiber sind im Regelfall immer aktueller und ausgereifter als die im Windows verbauten. Nun gibt's als Bonus noch eine Slotblende für die Rückseite (AsRock I/O Plus Shield genannt), damit euer Rechner auch ein Hinterteil und nicht nur eine gähnende Öffnung zeigt, sowie einige Kabel: Ein flach gehaltenes, 80 poliges IDE-Kabel, ein Diskettenlaufwerkskabel, ein S-ATA Datenkabel und ein S-ATA-Festplattenkabel. Bis auf kleinere Spielereien (die jedoch auch zu größeren werden können…lest weiter!) wie z.B. Unterlegscheiben oder Abstandshalter wurde also an alles gedacht.
Die technischen Daten möchte ich hier nun nicht als Kettensätze verkaufen, lieber tippe ich die reinen Fakten untereinander ab, das erhöht die Lesbarkeit, wie ich finde. Alle Angaben habe ich aus dem Handbuch entnommen, aber mitunter noch einige Erklärungen beigeschrieben. Ich hoffe, ihr kommt damit klar! Technische Daten: -------------------------- Plattform: ATX-Formfaktor CPU: 462 Pin Sockel für AMD Athlon, Athlon XP, Duron und 32 Bit Sempron Prozessoren Chipsatz: Northbridge VIA KT880, FSB @ 400 Mhz, Southbridge VIA VT8237 (unterstützt USB 2.0, ATA 133, S-ATA 1,5 GB/s) RAM: 4 RAM-Bänke für DDR-RAM, max. 4 GB möglich, Ramgeschwindigkeit kann zwischen PC2100 (266 Mhz) und PC3200 (400 Mhz) liegen. Unterstützt auch bei geeigneten Ramkombinationen die DUAL-Kanal-Speichertechnologie. IDE: 2x vorhanden für bis zu 4 IDE-Geräte bis max. Ultra DMA 133 (also IDE-Festplatten, CD-Brenner und Co.) RAID-Funktion zum Spiegeln einer Festplatte bei zwei identischen Platten des selben Herstellers Seriell ATA: S-ATA für bis zu 2 Geräte bei einer max. Geschwindigkeit von 1,5 GB/s Unterstützung von 2 Diskettenlaufwerken Audio-Sound onboard, 5.1 Surroundsound Netzwerkkarte onboard (RJ-45), Übertragungsrate: 10/100 MBit Hardware Monitoring zur Überwachung der Kerntempearturen K8-Bridge: Erweiterungsslot, der aus einem K7-Prozessor einen aktuelleren K8 macht 3 PCI-Eweiterungsslots 1 AGP (4x/8x) Grafikkartenport (WAHLWEISE K7 oder K8 nutzbar und NICHT gleichzeitig) 8 USB Ports, davon 6 auf der Rückseite, zwei im Asrock I/O Plus Blech verbaut. "Übliche Anschlüsse": 1x PS2-Maus, 1x PS2 Keyboard, 1 serieller Port, 1 paralleler Port 1x RJ45 Netzwerkport Ein- und Ausgänge für 5.1 Onboard-Sound
Das BIOS nennt sich AMI legal BIOS mit Plug & Play Unterstützung und wird über die Taste "F2" aufgerufen (nicht wie normalerweise üblich mit der "Entf"-Taste). Im BIOS können Einstellungen für den Multiplikator, den Frontsidebus und die Spannungsversorgung V-Core schrittweise gesetzt werden. Also im Rahmen (und bei ausreichender Kühlung) gut übertaktbar, ist aber wirklich nur etwas für Profis. Ich war froh, dass bei mir der Händler das gleich alles richtig übertaktet hat :o). Nach dem Flashen des BIOS musste ich zwar alle Werte wieder manuell konfigurieren, aber wenn man sich die bisherigen Werte vorher aufschreibt und nur übernimmt, stellt auch das kein Problem dar. Der Einbau und Erfahrungen: --------------------------------------------- Mein Freund und ich haben unsere Rechner seit Jahren schon immer selber zusammengestellt. Also Gehäuse auf, altes Mainboard raus, neues Mainboard rein, CPU einsetzen, Speicher und Grafikkarte einbauen und mit dem Netz verbinden. Bis auf zwei kleine Ausnahmen ging das auch bisher immer reibungslos. Eine dieser Ausnahmen nennt sich "AsRock K7-880 Upgrade". Das alte Mainboard war schnell entfernt und auch die schon vorher genutzten Abstandshalter befanden sich zu unserer Freude gleich an den richtigen Stellen. Also nur noch Schrauben durch da und schon wäre die Welt wieder in Ordnung.
Dachten wir…denn bis auf das sonore Schnurren des Netzteils tat sich weder etwas beim Lüfter der CPU, noch bei der Grafikkarte. De facto: Der Bildschirm blieb dunkel. Also alles wieder herausgenommen und das alte Mainboard getestet. Seltsam, nun schnurrte das System wieder einwandfrei. Aber ich kaufe mir doch keine neue Hardware, die hinterher nicht funktioniert? Wieder ein Boardwechsel, diesmal allerdings noch nicht festgeschraubt, sondern das neue Mainboard einfach auf die Antistatik-Hülle gelegt - plötzlich fuhr auch der neue Rechner hoch. Natürlich hatte Windows XP erst einmal Schwierigkeiten, mit den neuen Komponenten auf dem Mainboard klarzukommen, aber immerhin sollte die Maschinerie funktionieren. Bei einem Hardwareguru (ein ebenfalls bei Ciao aktiver Schreiberling) angerufen, dass das doch alles irgendwie komisch ist. Aber er kam eigentlich zur selben Erkenntnis wie wir: Irgendwo musste das Board direkten Kontakt zum Bigtower-Gehäuse bekommen haben. Klang mir allerdings zu "simpel" um wahr zu sein, dennoch hatte er Recht damit. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir nahmen zahlreiche Gummi-Unterlegscheiben für die Schrauben und klebten sie AUF die Vertiefungen für die Abstandshalter. Rein zur Sicherheit auch noch eine Schicht direkt auf die metallischen Halterungen. Zusammengeschraubt und…siehe da - alles funktionierte.
Sowas Blödes ist uns in der gesamten Zeit noch nicht widerfahren. Ich hab da allen Ernstes zunächst an eine defekte CPU gedacht oder an ein kaputtes Netzteil, doch mein gutes, altes Enermax hat noch mehr als genug Power übrig für die nächste Rechnergeneration. Selbst ein Defekt der Grafikkarte wäre nicht auszuschließen, also habe ich den PC mit drei verschieden leistungsstarken Grafikkarten getestet, bis dann die Sache mit dem Erden am Gehäuse geklärt war. Stunden hat's gedauert, ich persönlich rechnete so mit 20 Minuten Bastelarbeit. Aber ihr wisst ja, der PC, das seltsame Wesen… Das nächste Problem stellte sich mir jedoch, dass ich unbedingt im Dual Channel Speichermodus arbeiten wollte. Wozu Leistung verschenken, wenn man sie doch mitbezahlt hat? Neuen Arbeitsspeicher habe ich mir ja gleich dazugekauft, den konnte ich durch geschicktes Hin- und hersetzen in den einzelnen Speicherbänken auch nutzen, doch ich wollte neben meinem verbauten 1 GB eben NOCH mal 512 MB einsetzen…doch da streikt das Mainboard im Dual-Modus, da dort ja immer paarweise und gleiche Speicherriegel verwendet werden müssen. Hätte mir auch klar sein müssen, aber na ja, in dem Moment war ich durch das ganze Umbauen nicht mehr so ganz präsent im Hinterstübchen. Aber okay, mit einem Gigabyte an Speicher kann ich auch gut leben. Ein weiteres Problem ergab sich dann mit meiner dazu gekauften Grafikkarte. Da ich nun nicht mehr so viel Geld hatte, suchte ich nach einer Grafiklösung, die erstens recht modern und zweitens recht günstig war. Ich bin nicht DER Spielefan schlechthin, aber ab und zu darf es auch ein neueres Spielchen (so ab 2002/2003) mit einer Auflösung von 1024x786 unter 32 Bit Farbtiefe und hoher Detailstufe sein. Einfach nur, um auch dem Auge mal etwas bieten zu können und keine Diashow erleben zu müssen. So kam ich dann zu der Sapphire 9700 Atlantis mit DX9-Fähigkeiten und 128 MB Ram. Sie sollte meine alte, in die Jahre gekommene GeForce 2 Pro ersetzen. Bei Ebay wurde ich rasch fündig, kaufte die Karte, installierte alles und die ersten paar Tage/Wochen schien auch alles in Ordnung zu sein. Plötzlich folgten unerklärbare Systemabstürze. Während ich also ganz nett tippte, verursachte mein PC einfach mal ohne meine Erlaubnis einen Neustart. Alle ungesicherten Daten eben weg… Ich wandte mich in zahlreichen Hardwareforen an andere Leser, die vielleicht dasselbe Problem wie ich hatten…und einer konnte mich tatsächlich davon überzeugen, dass gerade AsRock nicht unbedingt gerne ATI-Grafikkarten mag und das auch auf der eigenen Homepage als (noch) nicht zu behebender Bug deklariert wurde. Ein Blick auf die Seite genügte wirklich…Radeon-Karten und AsRock bilden nicht gerade das Traumpaar. Man könnte es durch eine Aktualisierung der Biosdateien versuchen zu beheben, aber eine Garantie könne man dafür eben nicht geben. So war es dann auch bei mir. Aktuellstes Bios installiert, doch es änderte nichts an den sporadischen Abstürzen. Auch eine Deinstallation der bisherigen Treiber bzw. ein Neuaufsetzen des gesamten Windows XP brachte keine Besserung.
So baute ich also wieder meine alte GeForce2 pro auf mein Mainboard und gab meine Radeon meinem Freund, wo sie perfekt mit seinem MSI-Mainboard zusammen arbeitet und keinerlei Abstürze verursacht. Auch bei mir läuft nun alles unproblematisch, denn nun ist's ja wieder eine NVidia-Karte… Also vor dem Kauf eines AsRock-Boards bedenken, dass es zu Schwierigkeiten mit eurer Wunsch-Grafikkarte kommen kann! Empfehle ich dieses Board? ----------------------------------------- Ja, wenn auch nur mit Einschränkungen. Für ein Aufrüstkit (Mainboard, 1 GB Speicher, starker Prozessor mit Lüfter, alles vormontiert) war der Preis von 179 € echt okay, viel günstiger kommt man da auch heute noch nicht bei weg. Zudem haftet AsRock schon längere Zeit nicht mehr dieses verkannte "Billig-Image" an, denn bei der Firma handelt es sich um eine Tochterfirma von ASUS, was ja eigentlich für Qualität sprechen sollte. Das alte Billigimage kam eigentlich auch nur deswegen zustande, weil AsRock damals vermehrt auf die fehleranfälligen SiS-Chipsätze wie den SiS 735 oder 740 gesetzt hat, um Kosten zu sparen. Ein VIA Chipsatz bürgt zwar nicht für allerhöchste Performance (da sind die Nforce-Sätze von NVidia noch einen Schritt voraus), aber stabiler als die SiS-Chips sind sie allemal. Seit dem Wechsel der Grafikkarte (an der es wohl scheinbar gelegen haben muss) hatte ich auch keinerlei Systemabstürze mehr, daher meine ich, dass der VIA KT 880 ausreichend stabil seinen Dienst verrichtet.
(Übrigens: Wer mal lachen möchte, schaut sich gerne mal z.B. in diversen Elitegroup (ECS) Foren zum Thema Chipsatz und "K7S5A"-Mainboard um :o) Das einzelne Board ist in diversen Internetshops für ca. 30 € zu bekommen und verhilft so manchen Systemen mit Sockel A (also AMD Athlon XP, Duron und Sempron ) zu neuem Aufschwung. Das Board ist zwar schon älter und bietet keinen Steckplatz für PCIe-Grafikkarten, doch ich denke, dass es noch genügend User geben wird, die mit ihrer alten AGP-Grafikkarte gut bedient sind und auch ohne Athlon 64 auskommen. Die Tatsache, dass KEIN Onboard-Grafikchip vorhanden ist, stört mich keinesfalls. Wer nur einmal ruckelfreie Grafikspielchen mit über 25 fps erleben möchte, kommt um eine AGP- oder PCIe-Grafikkarte eh nicht umher - mehr bringen die werksseitig verbauten Grafiklösungen eh nicht. Die Erweiterbarkeit ist durchschnittlich, würde ich behaupten - da der Soundchip sogar Raumklang bietet und Netzwerk onboard vorliegt, hat man immer noch drei freie Steckplätze für andere Erweiterungen wie z.B. eine TV-Karte.
Für den Durchschnittsnutzer, der nicht immer gleich das neueste vom Neuesten in seinem PC haben möchte oder auf sparsamem Fuß lebt/leben muss, auf jeden Fall eine gelungene Anschaffung. Hardcore-Freaks greifen eh nach den Sternen (schneller, leiser, besser) und somit in höhere Preisregionen. Meine Punktabzüge gelten dem "seltsamen" Einbau und der Tatsache, dass sich das K7 Upgrade 880 nicht besonders gut mit ATI-Grafikkarten versteht. Binäre Grüße, euer Cyberguru Darky
(Übrigens besitze ich das Board nicht nur einen Monat lang, sondern in etwa schon vier Monate...doch das lässt das Auswahlmenü bei Ciao ja leider nicht zu...)
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31.10.2005 14:32
Ende gut, alles gut (soweit)! ;o) Grüßchen, der Hardware-Guru! *löl* ^^
25.10.2005 23:57
Igitt ein Zwangskommentar... Jetzt ist MIR schlecht LOL LG Britta
15.10.2005 10:53
He, das nenn ich aber mal nen echt gelungenen Bericht. Alles drin, was man wissen muss. - - Das Problem mit dem Masseschluss hatte ich aber bisher noch nie. ( Bis heute etwa 40 Mainboards verbaut)