Ein Skandal

1  17.03.2007

Pro:
Nichts !

Kontra:
Alles !

Empfehlenswert: Nein 

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sicko2001

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Erfahrungsberichte:1

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Ein Skandal

Alles fing so schön an, nach der Bewerbung durch ein persönliches essay wurde ich zum interview geladen und bekam einige wochen später die bestätigung über den erhalt eines halbstipendiums. Ich muss sagen dass diese Tests wirklich sehr einfach waren und es für jeden halbwegs des Englischen mächtigen ein leichtes ist diesen test zu bestehen. Ein halbes Jahr später brach ich nach Amerika auf und freute mich auf ein schönes Jahr mit neuen menschen und herausforderungen. Doch weit gefehlt!

Der erste Flug führte uns nach Boston wo eine kurze Einführung in die Geschichte der Organisation Assist gegeben wurde. Der Sinn dieses Fluges und abstechers nach Boston blieb mir ein Rätsel, doch er sollte wohl vornehmlich der Identifikation mit der Organisation und ihren Mitgliedern dienen.
Von dort aus trat ich mit dem Bus die Reise zu meiner Austausch Familie an. Als man mich dort abgesetzt hatte kam der erste Shock! Die Org. Assist, die sich so rühmt die Familien besonders auszusuchen hatte sich überhaupt nicht um dieses Thema gekümmert und die Schule erst zwei Tage vor meiner Ankunft dort ( ZU DEM ZEITPUNKT BEFAND ICH MICH BEREITS IN BOSTON!! ) gebeten eine Familie auf die schnelle zu suchen. Diese erfuhr also erst 1 Tag vor meiner ankunft, dass sie demnächst einen mann mehr im haus haben würden. Später sagte mir die gastmutter, dass sie dem nie zugestimmt hätte wenn sie nicht von der schule unter druck gesetzt worden wäre und um die noten ihrer Kinder gefürchtet hätte.Eigentlich zu lächerlich um es zu glauben! Aufgrund dieser Vorraussetzungen (Ich erfur dies alles erst nach meiner Heimreise) hatte ich kein eigenes zimmer und musste 2 wochen auf einer matratze auf dem boden im zimmer eines gastbruders schlafen. Was das sowohl für ihn als auch für mich bedeutete muss ich nicht erläutern. Die kommenden 2 Wochen verbrachte ich dann hauptsächlich vor der xbox, da dies die einzige beschäftigung der kinder zu sein schien und man sich dabei wenigstens nur sporadisch zu unterhalten brauchte. Die Unterhaltungen mit der Familie stellten sich als sehr schwierig dar, da diese mir gegenüber äußerst reserviert waren, und permanent davon auszugehen schienen, bei deutschland handle es sich um ein dritteweltland und ich wisse sowieso rein gar nichts. Hinzu kam dass das Haus weitab von der nächsten Siedlung war und ich somit auf ein auto angewiesen war. Da ich noch nicht alle Schulbücher hatte bat ich meine Gastmutter mir diese aus der bücherei mitzubringen. Diese vergas dies allerings so auffallend häufig, so dass ich es später auf sich beruhen ließ und mich auf das lesen von inhaltsangaben im Internet beschränkte.
Nach 2 Wochen in denen ich vielleicht 10 Sätze losgeworden war, ging es nun endlich in die Schule. Toll dachte ich, jetzt kann es ja fast nur noch bergauf gehen! Das einzig mal in dieser Zeit sollte ich tatsächlich positiv überrascht werden. Gleich am ersten Tag fand ich zwei Deutsche bei einem meeting die auch neu waren und freundete mich gleich mit ihnen an. Dies war der erste Lichtblick seit meines Abfluges aus Deutschland. Doch wo viel Licht ist ist bekanntlich auch viel Schatten. Dies wurde deutlich bei der Zimmeraufteilung. In den gesamten Dorms würde ich den Anteil an Koreanern auf ca. 90 % schätzen. Es erübrigt sich zu sagen, dass ich mit einem auf dem Zimmer war, der sich aber glücklicherweise als ganz nett heraustellen sollte. So weit so gut. Das Problem war allerdings, dass sich in den nächsten wochen klare gruppenstrukturen zeigten. Die Koreaner wollten natürlich nur mit Koreanern etwas zu tun haben und sprachen ausschließlich in iherer Landessprche. Die Schwarzen, die zwar durchaus umgänglich waren, letztlich aber doch nur mit ihresgleichen zu tun haben wollten und die wenigen Amerikaner (Anteil vielleicht 5%) die zwar meist freundlich waren aber uns doch zu verstehen gaben, dass wir hier nur Fremde waren. Und so kam es, dass ich praktisch nur noch mit meinen deutschen Freunden zeit verbrachte und wir nur noch deutsch sprachen. Als der Unterricht schließlich began wurde schnell deutlich, dass dort ein ganz anderer Wind weht als in Deutschland. Problemwissen ist überhaupt nicht gefragt sondern lediglich Inhalte aus einem Buch wiedergeben zu können. Hört sich einfach an war es aber nicht! Wir kriegten jeden Tag einen Berg (ca das 10 fache im vergleich zu deutschland auf) an dem ich pro tag hätte minimum 4 stds wenn nicht mehr hätte sitzen können. Hinzu kam der Schulsport der mich bis Abends beschäftigte (Wenigstens war ich in der varsity soccer mannschaft was für den respekt der schüler sehr sehr wichtig ist). Oft viel ich direkt danach in mein Bett und schleif ein ohne meine HAs gemacht zu haben. Ich verließ mich oft darauf in den freistunden das nötigste abzuschreiben. Als ich einmal beim Abschreiben (In einer Freistunde!) erwischt wurde, zerrte man mich vor ein disziplinarkomitee das mich regelrecht anschrie und so zurechtwies, dass ich mit Tränen in den Augen nach einer ganzen std gebrüll was ich für ein schlechter mensch sei auf mein zimmer zurückkehrte. Das wäre nun so ein Moment gewesen in dem ich gerne ein wenig rat von assist bekommen hätte (schließlich hatten diese mir zugesichert das ein mitarbeiter alleine für mein zurechtkommen und wohlbefinden an der Schule zuständig sei), doch ich sollte einmal mehr enttäuscht werden. Ich bat die Kontaktperson (schulsekreterin) den Mann anzurufen und ihn um rückruf zu bitten. Es erübrigt sich fast zu sagen dass ich (bis auf einmal doch dazu später mehr) nie von ihm hörte und er auf meine mehrmaligen anrufe nicht reagierte. Nun ja der Monat verging meine schulischen Leistungen blieben im schwachen Mittelfeld ohne das man mir hilfe anbot. Das Fußballteam blieb neben meinen deutschen Freunden und einigen Mädchen die mir avancen machten die einzigen Bezugspersonen.
Als die 6 Woche anbrach nahm mich meine Gastfamilie über ein Wochenende zu sich. So gegen 11 Uhr abend verabschiedete sich auf einmal jeder und sagte er wolle zu bett gehen. Da saß ich nun alleine am Essenstisch ohne das man ein bett oder wenigstens irgentwas für meine Übernachtung vorbereitet hatte. Und so legte ich mich schließlich auch den nächsten teppich und schlief ein. Ich schildere diese Situation, da sie sinnbildlich für meine erlebnisse in dieser Familie steht.

Doch der Hammer erwartete mich erst am Sonntag abend! Ich überprüfte meinen email postkasten und stellte fest dass meine eltern mir geschrieben hatten, wir müssten dringend telefonieren. Ich sprintete zur nächsten Zelle und erfuhr, dass Assist in einvernehmen mit der Schule meinen Aufenthalt FÜR BEENDET ERKLÄRT HATTE und bereits der nächste Termin für meinen Rückflug seitens des stlv. Direktors gesucht wurde. Der stlv. Direktor verweigerte mir an diesem Abend das Gespräch und äußerte sich am nächstem Morgen mit den Worten "U'r done" zu meinem bevorstehenden Abschied und schien äußerst ungehalten darüber zu sein, dass assist meine eltern über seine pläne informiert hatte. Gleichzeitig hatte er alle lehrer darüber in Kenntnis gesetzt dass man mit mir nicht über den Fall zu sprechen habe. Meie Eltern buchten mir schließlich noch einen Rückflug am gleichen Tag, da ich ansonsten wie ich später erfuhr 3 wochen (wenn es nach dem stellvertretenden Dirktor gegangen wäre ohne Kentnis der Sachlage) auf den Flug hätte warten müssen. Assist hat sich seit dem (2004) nicht zu den von mir und meinen eltern erhobenen Vorwürfen geäußert.

Nun wäre dies alles nicht so tragisch und sonderbar wenn es nicht um derart viel geld gegangen wäre. Meine Eltern zahlten im Vorraus mehr als 20 000 Euro für den trip. Da ich bereits nach etwas mehr als einem Monat unter höchst zweifelhaften bedingungen wieder zurück kehren musste und wir den rückflug sogar selbst zahlten sollte man meinen das zumindest ein Teil des Geldes hätte zurückgegeben werden müssen. Die Schule hat sich zu diem Thema ausgeschwiegen und ich nehme an sie hat die gelebenheit für eine kleine Finanzspritze genutzt, genauso wie Assist sich bis heute nicht zu dem thema geäußert hat.

Interessant waren auch die Begründungen die man für meinen Rausschmiss anführte. Der stellvertrende Dirktor sprach meien eltern gegenüber höchst wiederwillig von "arrogantem auf dem Schulgelände stolzieren" und "arrogantem Verhalten anderen Gegenüber". AHA! Nun sollte man meinen, dass bei derartigen Begründungen Assist mich hätte unterstützen und auf der Schule halten sollen. Nun dem war nicht so und Assist verzichte lieber gänzlich darauf auf entscheidungen der schule einfluss zu nehmen und nahm die Entscheidung des stellvertretenden Schulleiters schlicht hin.

Ich fasse also noch einmal zusammen:
Mehr als 20 000 Euro weg!
Assist hat sich nicht im geringsten für mich und meine Situation interessiert
Die Familie wusste nichts von meiner Ankunft

Ich möchte noch erwähnen, dass ich über das mir dort angetane unrecht bis heute nicht hinweggekommen bin und noch immer in wut auf diese zeit zurückblicke.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Eumenes

Eumenes

03.04.2007 12:14

- Wegen deines Rausschmisses bin ich sicher, dass du da noch was verschleiert hast. Das "arrogante Gehabe" kann ich jedenfalls aus deinem Bericht deutlich herauslesen! Wie zum Beispiel beim SLEP- Test, den du als äußerst leicht bezeichnest. Nur nebenbei: Die letzten Fragen in dem Test bekommen nicht einmal viele Muttersprachler hin! - Du hattest in Boston noch keine Familie: Was haben denn die Leute dir gesagt, wo du zwischen Boston und Schulanfang sein wirst?? Ich nehme doch mal stark an, du hast dich informiert?!?!?!?! - Du beschwerst dich über die viele Arbeit an der Schule da: Die Assist Schulen sind sehr gute Schulen -> viel Arbeit! Dass man für die Hausaufgaben täglich 2 h (4h sind dann doch übertrieben!) braucht, ist selbstverständlich. Steht auch überall im Internet. Was hattest du erwartet???? Das ist doch gerade der besondere Anspruch bei Assist!! Wieso hattest du dich für die Org denn entschieden?????? - Wegen dem Abschreiben: Das wird in den USA (überall da!) sehr hart bestraft! Normalerweise fliegt man dafür von der Schule! Du bist also sehr gut davongekommen!!! Sowas erwähnt eine Schule auch bei jeder Gelegenheit!!! - Wieso hast du nie dich selbst mit Assist in Verbindung gesetzt, die mal angerufen?? Ein bisschen Eigenleistung wäre doch mal nicht verkehrt, oder?? - Ich tippe mal, man hat dir keine Hilfe seitens der Schule angeboten, weil du die nie auf deine Probleme aufmerksam gemacht hast? Jedenfalls war nie davon die Rede. - ... könnte noch ewig so weitermachen. Aber ließ am besten mal die anderen Erfahrungsberichte über Assist und frag dich selbst, was du da falsch gemacht hast!!! Gruß Lukas

Eumenes

Eumenes

03.04.2007 12:14

Hallo Sicko, was du über Assist schreibst, hört sich wirklich erschreckend an. Allerdings kann ich deine Erfahrungen in keinster Weise verstehen. Ich war selbst mit Assist drüben, hatte die beste Zeit meines Lebens und kenne hunderte von anderen Assistlern und keiner von denen hatte auch nur annähernd solche Erfahrungen wie du! Auf welcher Schule warst du denn in den USA? Ganz nebenbei sind mir in deinem Bericht so einige maßlose Übertreibungen aufgefallen: - 90% Koreaner: Alle mir bekannten Schulen haben allerhöchstens einen Ausländeranteil von einem drittel, Hälfte davon Koreaner. - Koreaner beschäftigen sich nur mit sich: Ich hatte viele koreanische Freunde.. - Alle die ich kenne, wurden bestens in den USA in der Gemeinschaft integriert. Es ist schon komisch, dass du mit allen möglichen Leuten Probleme hattest! Vielleicht hängt es an dir selbst??? - Ich gehe mal davon aus, dass du ein Teilstipendium bekommen hattest. In dem Fall musst du 15.000$ (also noch weniger in €) bezahlen, nicht 20! - Wie bereits gesagt fällt dein Bericht SEHR aus der Reihe! ALLE anderen Berichte über Assist haben 5 Sterne, deiner nur einen. Sehr komisch....

Karla_Kolumna1

Karla_Kolumna1

20.03.2007 10:31

Au man, das ist echt der Hammer was dir da passiert ist. Finde es super dass du mit deinem Bericht öffentlich die Leute warnst, damit sowas nicht öfter passiert. Finde deinen Bericht sehr hilfreich, allerdings fehlen mir noch 2 Infos: Hast du mit Assist einen schriftlichen Vertrag gemacht wo alles drin steht und vor allem wo drin steht was mit den 20.000 € passiert? Und mich würde noch interessieren ob du mit dieser Angelegenheit zu einem Rechtsanwalt gegangen bist. Also ich hätte die sofort verklagt! Gruß, Karin

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