Ausdauernder Winzling
30.01.2010 (01.02.2010)
Pro:
Mattes Display, lange Akku - Laufzeit, gute Bedienbarkeit
Kontra:
Nur 54Mbit/s WLAN, empfindliche Oberfläche
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Kontraste
Festplatten-Kapazität
Gewicht
Installation
Software-Ausstattung
Support/Service
mehr
 scorrf
Über sich:
Mitglied seit:17.11.2009
Erfahrungsberichte:5
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 81 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Schon lange spielte ich mit dem Gedanken, mir noch was kleines, transportables zuzulegen, aber da die Nachfolger des Atom N270 mit weiter reduziertem Stromverbrauch schon in den Startlöchern standen, beschloss ich, abzuwarten. Als dann gestern ein Prospekt des Marktes mit der blöden Werbung ins Haus flatterte und das kleine Schwarze da für 249.- drin stand, war's aus mit der Selbstbeherrschung. Also hin und geholt. (Eben seh ich, dass Amazon das Ding für's gleiche Geld drin hat, man kann sich die Fahrt also sparen).
Lieferumfang Notebook, Netzteil, Netzkabel, XP Home Recovery-DVD, Kurzanleitung in einem kleinen Pappköfferchen mit Henkel.
Verarbeitung Stabil und sauber verarbeitet, die "Seashell"-Optik (sieht ähnlich aus wie Hammerschlag) lässt in mir die Hoffnung auf Unempfindlichkeit gegen Fingerabdrücke aufkommen. Ich werde diesbezüglich bitter enttäuscht.
Technische Daten- Intel Atom N450 Prozessor 1,6 GHz
- Arbeitsspeicher: 1 GB
- Festplatte: 160 GB
- Laufwerk: nicht vorhanden
- Display: 10,1 Zoll TFT (matt) 1024*600
- 0.3 Megapixel Webcam
- Grafik: im Chipsatz integriert
- Sound: Integrierte Stereolautsprecher und Mikrofon
- Netzwerk: 10/100 Ethernet LAN, WLAN 802.11 b/g Atheros AR2427
- Schnittstellen: 3x USB 4.0, 1x VGA, 1x Line in, 1x Line out, 1x RJ-45 Ethernet, 1x DC-in (Netzteil)
- Card Reader: SD, MMC (SDHC)
- Eingabe: 83-Tasten Tastatur, Touchpad mit 2 Maustasten
- Akku: 6 Zellen Lithium-Ionen Akku (4400 mAh) / 40 Watt
- Gewicht: ~1,3kg
- Betriebssystem: Windows XP Home
Inbetriebnahme Einschalten und abwarten bis die XP-installationsquälerei durchgelaufen ist. Nachdem XP komplett installiert und vorkonfiguriert ist, sind auch hier die leider schon üblichen Reinigungsprozeduren fällig, denn MS-Office 60 Tage Demo, Virenprogramm, Works, usw. nimmt bei mir nur unnötig Platz weg. Diese Aufgaben werden seit Jahren von OpenOffice, Avira und anderen Produkten meiner Wahl übernommen. Anstatt dem Käufer die Option zu geben das gewünschte von der DVD zu installieren, müllt man ihm ungefragt seine Platte voll. Find ich so prickelnd, wie ein Briefkasten, der vor Werbung überquillt.
Installation Da ich XP bezahlt habe, und weil ich noch keine Erfahrungsberichte zu Ubuntu auf dem 1001P gesehen habe, entschliesse ich mich, es drauf zu lassen. Die Platte ist in C: (80GB) und D: (60GB) sowie 2 versteckte Partitionen (Recovery und Boot Booster) aufgeteilt. Weil das kleine Schwarze kein Laufwerk hat, ziehe ich Ubuntu auf nen USB-Stick. Boot-Option im BIOS umgestellt und schon gibts Linux von der Stange, äh vom Stick natürlich.
Bei einem ersten schnellen Test mit dem Live-System (bei dem keine Änderungen am installierten System vorgenommen werden) scheint alles zu funktionieren, lediglich die WLAN-NIC will Ubuntu nicht erkennen. Schaut nach einem behebbaren Problem aus, also leg ich los. Die Installation auf das ehemalige D: geht gewohnt flott und nach dem Reboot begrüsst mich der Bootmanager, der mir 4 Linux- und 2 XP-Bootmöglichkeiten anbietet. (Linux Konsole und X jeweils normal und recovery, XP normal und recovery)
Ich kümmere mich zunächst um die WLAN-Unterstützung in Ubuntu, die ich schliesslich mit dem aktuellen Windows-Treiber und ndiswrapper zum problemlosen Arbeiten überreden kann. Installation abgeschlossen, mission accomplished.
Der beim Auspacken als etwa halbvoll angezeigte Akku meldet sich inzwischen auch zaghaft und möchte gern am Stromnetz lutschen, also erstmal Akku laden.
Betrieb
Windows XP Nachdem das System dem persönlichen Standard angepasst ist, fällt mir auf, dass in der Taskleiste die Batterieanzeige fehlt. Von Hand gestartet mit mal hier, mal da klicken taucht sie endlich auf, ist aber nach dem nächsten Boot wieder verschwunden. Unschön aber nicht wirklich wichtig für mich, denn XP wird nur höchst selten zum Einsatz kommen. Vielleicht kümmer ich mich mal drum, wenn mir langweilig ist.
Ubuntu Die Netzwerkverbindungen arbeiten unauffällig, Zugriff auf die Windows-Partition problemlos, Fn-Tasten, Micro, WebCam, Touchpad, ... alles läuft. Ich mache mich ans Einrichten der gewohnten Umgebung.
Ergonomie Das Arbeiten gestaltet sich für ein Netbook angenehm, die Tastatur ist überraschend gut bedienbar, selbst mit meinen Wurstfingern. Das Touchpad ist ohne deutliche Abgrenzung, der Finger verirrt sich häufiger mal. Beim WLAN muss man leider auf das schnelle .11n (300Mbit/s) verzichten und sich mit 54Mbit/s (.11bg) begnügen.
Das matte Display ermöglicht zwar ein Arbeiten ohne direkte Spiegelungen, leider hat Asus aber scheinbar noch ein paar Tonnen Klavierlack im Resteschrank und statt den als Sondermüll zu entsorgen, haben sie sich entschlossen, die LCD-Umrandung damit zu "verzieren". Das führt beim Arbeiten zu Spiegelungen / Blendungen am Rahmen, wenn Licht von hinten kommt. Unschön und vollkommen unnötig. Wegen der Grösse des Displays ist beim Arbeiten/Browsen häufigeres Scrollen erforderlich, als man von den üblichen Notebook- oder Desktop-Auflösungen gewohnt ist, aber das ist halt der Preis der Mobilität.
Der Lüfter ist angehem leise, stört auch in ruhiger Umgebung nicht.
Besonderheiten Da ist an erster Stelle die Akkulaufzeit. Nach der ersten vollständigen Ladung, also noch ohne die bei den Akkus nötigen Trainigszyklen war das Netbook über 7 Stunden mit eingeschaltetem WLAN im Dauerbetrieb bis ich bei einer Anzeige von unter 10% das Ladegerät wieder einsteckte. Das lässt mich Erfreuliches erwarten. Das Ladegerät selbst ist mit 3,5x2,5x8,5 angenehm klein, ich hatte schlimmeres befürchtet.
Die Oberfläche ist leider alles andere als unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Displayrahmen in Hochglanz, Touchpad-Tasten in Silber und die gesamte Oberfläche des Netbooks ziehen Abdrücke scheinbar magisch an. Schade.
Nachtrag: Weil Bedienungsanleitungen lesen zu anstrengend ist, bin ich eben erst durch Ausprobieren drauf gekommen, dass das Netbook einen 2. Einschalter hat. Wenn man den drückt, bootet man in weniger als 10 Sekunden das "Asus Express Gate", ein Mini-Betriebssystem, mit Webbrowser, Online-Gaming, Foto-Manager (mit Zugriff auf die Windows-Partition), IM-Chat und Skype. Die WLAN-APs werden gescannt, Passwort abgefragt und die Verbindung aufgebaut. Ist zwar nichts, was ich persönlich nutze, aber ich kann mir vorstellen, dass es für den ein oder anderen doch ganz praktisch sein kann.
FazitWer einen vollwertigen, leichten und kleinen Rechner braucht, der auch mal einen ganzen Arbeits- oder Studientag ohne Netzstrom auskommt, macht hier für 249 € nichts falsch.
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08.04.2011 11:39
Das Netbook ist zwar schon ein paar Tage alt, bin aber auf der Suche nach einem Gebrauchten. Danke für die tollen Informationen.
07.10.2010 22:52
sehr guter bericht...sehr informativ....
11.03.2010 18:20
Finde auch, dass ein Tag Nutzung zu kurz ist für einen "Erfa-Bericht". Trotzdem informativ und flockig geschrieben!