Zu Beginn will ich eine Sache klarstellen: Ich bin kein Otto Normalverbraucher was Hardware angeht.
Die ASUS R.O.G.-Serie ist im Allgemeinen dafür bekannt extrem luxuriöse Mainboards herzustellen, die vorallem durch vielseitige BIOS-Optionen und großzügigen Lieferumfang glänzen.
Da es über einen X38-Chipsatz verfügt kann man sogar Crossfire mit "echten" 2x 16 Lanes laufen lassen.
Nicht zuletzt bieten die Boards nach Angaben des Herstellers außergewöhnlich gute Overclockingeigenschaften.
Das war schließlich der entscheidene Grund dieses Mainboard zu kaufen.
Deshalb bestellte ich das Maximus Formula Anfang März 2008 für den damaligen Preis von 178,57€ zzgl. Versandkosten.
In meinem PC arbeiten ein geschliffener Intel Core 2 Duo E6420, 4 GiByte DDR2-Speicher von OCZ mit 800MHz sowie eine GeForce 8800GT mit 512MiByte Speicher.
Austattung
Das Board kommt in einer eleganten Verpackung mit Henkel, damit man das Board notfalls einfach transportieren kann.
In der Verpackung befinden sich neben Board und der obligatorischen Treiber-CD samt Anleitungen auch noch 6 SATA-Kabel, der LCD-Poster, IDE-Kabel, USB/Firewire-Backet und Lüfter für die Spannungswandler.
Auf der Treiber-CD befindet sich der 3DMark06 als Vollversion. Außerdem gibt es das Spiel S.T.A.L.K.E.R. dazu. Allerdings muss man - da das Spiel ab 18 Jahre freigegeben ist - ggf. mit dem Versandpartner verhandeln ("Ausweiskopie hinschicken"), da das Spiel sonst aus der Packung entnommen wird.
Der LCD-Poster zeigt beim Booten (POST-Screen) immer an, was gerade gemacht wird, wie zum Beispiel "VGA BIOS" (Grafikkarten-BIOS wird ausgelesen und aktiviert).
Sollte der PC mal nicht mehr starten wollen hilft das enorm bei der Fehlersuche. Während man sich im Betriebsystem befindet zeigt er die Uhrzeit an.
Der Lüfter für die Spannungwandler soll laut ausdrücklicher Warnung des Hersteller nur im wassergekühlten oder komplett-/ bzw. semi-passiven System benutzt werden.
Heißt im Klartext: Wenn der CPU-Kühler einen Lüfter hat sollte man den zusätzlichen SpaWa-Kühler nicht benutzen. Angeblich sollen dadurch Luftverwirbelungen entstehen die im Enteffekt zum Gegenteil führen - zu Überhitzungen.
Das konnte ich leider nicht testen, da mein CPU-Kühler (Noctua NH-U12P) zu groß ist, um ihn anzubringen.
Ist das Mainboard erstmal in Betrieb und alles eingerichtet habe ich noch keine Probleme feststellen können. Der PC ist noch nie abgestürtzt oder war instabil zu bedienen.
BIOS
Im BIOS gibt es wie versprochen sehr umfangreiche Tuning und Einstelloptionen - angefangen vom FSB-Strap über die RAM-Teiler bis hin zu den RAM-Timings, die sich beliebig einstellen lassen.
Bei der CPU-Spannung (VCore) gibt es einen enormen Regelungsbereich - zwischen 1,1v und 2,4v kann man wählen. Für den ambitionieren Overclocker ist das schon mal eine gute Ausgangslage.
Das erste Overclocking
Meine ersten Overclockingergebnisse enttäuschten allerdings. Die CPU lief nur mit max. 3,52GHz (440MHz FSB * 8). Auf dem alten MSI P35 waren bei mir immerhin 3,7GHz möglich (463MHz FSB * 8).
Auch die höchsten erträglichen Spannungen ließen das Ergebnis sich nicht verbessern.
Auch neuste BIOS-Updates halfen nichts.
Der BIOS-Wechsel
Durch einen Bekannten wurde ich später darauf aufmerksam gemacht, dass man für das Maximus mit X38-Chipsatz auch einfach das BIOS eines neuen Rampage Formula mit X48-Chipsatz nehmen könnte.
Gesagt, getan. Und es ging tatsächlich. Und auch das Overclockingpotenzial steigerte sich enorm.
So konnte ich nun fast problemlos die 3,7GHz-Marke erreichen und unter Luft sogar einen neuen (persönlichen) Rekord mit 3,76GHz aufstellen.
Also: Leider ein Minuspunkt für die schreckliche BIOS-Entwicklung von ASUS.
Stromsparen im Alltag
Für den Alltagsbetrieb ohne aufwendiges Spielen habe ich noch einen Tipp: Den Prozessor einfach "undervolten".
Darunter versteht man ganz einfach das Senken der Spannung.
Statt den herkömmlichen 1,3v läuft mein E6420 zum Beispiel auch mit nur 1,1v total stabil, bliebt aber kühler (23°C Windows Idle) und stromsparender.
Die versprochene EPU soll laut ASUS den Stromverbrauch deutlich reduzieren. Das stimmt auch, aber das ist auch nicht schwer. Im "ungebremsten" Betrieb ist das Maximus Formula eine Stromschleuer. Mit aktvierem EPU und im Windows Idle kommt das Board dann ungefähr an die Werte eines "normalen" P35-Boardes heran. Aber wirkliches "Stromsparenen" sieht anders aus.
Extremes Overclocking mit Dice
Nun aber zu den
extremen Overclockingmöglichkeiten.
Unter Luft sollte man seinem Prozessor maximal 1,5v "verpassen", mit einer Wasserkühlung stellt 1,6v kurzzeitig (!!!) auch kein Problem dar.
Ich aber wollte es genau wissen und testete die Grenzen mit Dice (deut.: "Trockeneis"; festes Kohlenstoffdioxid) aus.
Dice ist ungefähr -80°C kalt und ideal für PC-Overclocking, da der Coldbug noch nicht auftritt.
Ein Coldbug ist, wenn aufgrund der enormen Kälte das Silizium keinen Strom mehr leitet und es zum Stillstand des PCs kommt. Das ist bei Intel-Prozessoren aber erst bei weit unter -100°C der Fall.
Die interne Wärmediode des Mainboards kann mit solchen Werten nicht umgehen. Der Wert für die CPU-Temperatur bleibt bei 6°C stehen, egal wie kalt es wirklich ist.
Im Laufe des Tages konnte ich folgende Bestwerte aufstellen:
Intel Core 2 Duo E2160 = 4045.26 MHz
Intel Core 2 Duo E6420 = 4448.42 MHz
Intel Core 2 Quad Q6600 = 4252.59 MHz
Das Board lässt sich mit SetFSB übertakten und somit können erfahrende Übertakte die Frequenzen ändern ohne ins BIOS zu müssen, also "On-the-fly".
Fazit
Das
ASUS Maximus Formula ist ein sehr übertaktbares Board, das sich wegen des X38-Chipsatzes ideal für ein Crossfire-Gespann aus zwei ATI-Karten nutzen lässt.
Wer allerdings seine CPU nur ein wenig übertakten will, und eine einfache bis mittlere Luftkühlung benutzt nimmt lieber eines der neuen P45-Mainboards von Intel, die sind noch übertaktbarer, haben aber nicht (richtige) Crossfire-Unterstütztung.
Bilder von ASUS Maximus Formula
15.12.2008 23:51
boah, bei den bildern möchte man gleich selbst mal hand anlegen. ;) starkes board, hätt ich auch gern. gruß X