ASUS ist die Nummer 1 unter den Mainboard-Herstellern. Das Unternehmen produziert derzeit Mainboards, Add-on-Karten, CD-ROM-Laufwerke, Notebooks und Server-Lösungen. Aufgrund der... mehr
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Erfahrungsbericht von Blackmoon über ASUS P5K-E/WIFI-AP AiLifestyle Series 11.06.2008
Produktbewertung des Autors:
Handbuch/Dokumentation/Hilfe:
umfassend
Kompatibilität:
gut
Erweiterbarkeit:
in Hülle und Fülle
Stabilität:
ausgezeichnet
Bios:
sehr detailiert konfigurierbar
Treiber
ideal
Pro:
Stabilität, Layout, Anschlüsse
Kontra:
Leider nur shared IRQs für die PCI - Ports
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
*** Vorwort ***
Was macht man mit dem schönen Geld? Die einen Fahren nach Mallorca, die anderen investieren die Scheine in das Auto, oder, wie in meinem Fall, um das zweitliebste Kind: den Rechner. Eine Aufrüstaktion stand an, und so schaute ich mich nach einem soliden Board für aktuelle Prozessoren um.
*** Auswahlkriterien ***
Da ich viel mit numerischen Simulationen arbeite, musste einigermassen schnelle CPU her. Die Wahl fiel auf Intel Core2Duo E8400, die in 45nm-Technik gefertigte CPU ist sparsam und daher kühl, mit 3GHz Takt hinreichend schnell und notfalls übertaktfähig. Daher war auch klar: es wird ein Intel-Chipset werden. Die Boards mit dem Intel P35 Chipsatz sind mittlerweile ausgereift, schnell und weitgehend unproblematisch. Nach einiger Herumprobiererei entschied ich mich für die Asus P5K-Serie, die ich auch vom Arbeitsplatz her kenne. Den Ausschlag für das Board P5K-E/WiFi gab das Vorhandensein der WLAN-Schnittstelle.
*** Verpackung und deren Inhalt ***
Zum Preis von knapp 120 Euro bekommt man neben dem Board selbst ein dickes englisches Handbuch und ein Handbuch für die WLAN-Schnittstelle. Ausserdem befinden sich in der Packung eine WLAN-Antenne, 2 SATA-Kabel, ein Stromanschlussadapter für SATA-Laufwerke, ein UDMA133-Kabel, 1 Floppy-Kabel, die ATX-Blende für die Anschlüsse an der Rückseite und ein ASUS Q-Connector (dazu später mehr).
Daneben findet man eine CD mit Treibern für Windows XP und Vista und eine CD mit Zusatzsoftware (Security Suite, Acrobat Reader, DVD-Kopiersoftware etc.).
Insgesamt also eine vernünftige wenn auch nicht gerade berauschende Ausstattung.
*** Features ***
Das Board unterstützt alle aktuellen Prozessoren für den Sockel 775. Was RAM angeht, sind 4 Module mit je 2GB die Obergrenze, wobei vom Chipsatz selbst nur DDR2-667 und DDR2-800 unterstützt werden. Durch Asus-eigene Übertaktungsmöglichkeiten können allerdings auch DDR2-1066-Module korrekt angesprochen werden.
Was Massenspeicher angeht, stehen 6 SATA2-Anschlüsse zur Verfügung, wovon allerdings nur 4 bootfähig sind (was allerdings reichen sollte). Die SATA-Ports sind Raid 0, 1, 5 und 10 fähig. Daneben gibt es einen IDE-Anschluss, der durch einen externen Chip angebunden ist, wie heute üblich.
Für die Grafikkarten stehen 2 PCIe x16 Slots zur Verfügung, wobei der zweite nur x4-angebunden ist. Daneben gibt es 2 PCIe x1 - Slots und 3 PCI-Slots. Die PCIe x16-Slots sind Crossfire-fähig.
Es gibt neben dem CPU-Lüfter 4 weitere Lüfteranschlüsse und ein LineIn für Cd-Audio. Darüberhinaus hat das Board intern 2 USB-Anschlüsse für Front-USB, einen Firewire-Anschluss und 1 Front-Audio-Ausgang, ebenso wie natürlich einen Steckerpfosten für Die Taster und LEDs am Gehäuse. Hier kommt der Q-Connector zum tragen: es sind quasi Zwischenbrücken, in die man bequem die Front-USB, -Firewire, -Audio und LED/Tasterkabel reinstecken kann, die dann einfach auf das Board aufgesteckt werden. Ist sicher praktischer als, wie bei manchen Gehäusen, den ganzen Kabelsalat fummelig ins Board zu verpflanzen.
Am Backpanel gibt es natürlich die Aus- und Eingänge des 7.1-Audiochips (es handelt sich dabei um HD-Audio), Coax- und optsichen SPDIF-Ausgang, einen GB-Ethernet-Port, einen Firewire-Port, 6 USB 2.0 Anschlüsse, 2 eSata Anschlüsse, die auch als Raid 0 oder 1 laufen können und einen PS2-Port für die Tastatur.
Das Ganze wird durch einen 24-Pin-ATX-Stromanschluss und einem 4-Pin-12V-Anschluss mit Saft versorgt.
*** Installation ***
Die Montage der CPU und des Lüfters ist im Handbuch hinreichend gut beschrieben und klappt erfreulich leicht. Danach wird das Board mit 9 Schrauben im Gehäuse festgeschraubt und es können weitere Komponenten eingebaut werden. Es ergeben sich vorerst keine Besonderheiten, vom Layout her ist das Board gut durchdacht, man vermeidet Kabelsalat, kommt auch bei monströsen CPU-Kühlern an alle Anschlüsse ran. Etwas dämlich ist lediglich die Platzierung der SATA-Ports direkt hinter dem ersten PCIe x16 Port: eine grössere Grafikkarte verdeckt einen Teil der Anschlüsse, die mitgelieferten SATA-Kabel haben allerdings abgewinkelte Stecker, so dass dieses Problem umgangen wird. Ansonsten wurde nichts Auffälliges bemerkt.
*** BIOS ***
Im BIOS (im übrigen per Handbuch gut beschrieben) muss man im Prinzip lediglich die Boot-Reihenfolge festlegen). Alternativ bietet es neben Hardware-Überwachung und Power-Management eine Fülle von Übertaktungsmöglichkeiten inkl. Spannungsregelung für alles Mögliche. Das Ganze geht alledings auch per Software.
*** Was im Board so alles drin steckt ***
Betrieben wird das System mit der E8400-CPU, 2x2GB Corsair DDR2-800 Speichermodulen, 2 SATA-Platten, einer IDE-Platte und 2 SATA-DVD-Brennern. Als Grafikkarte wird eine Leadtec GeForce 8800 GTS 512 benutzt. Im PCI-Steckplatz steckt eine uralte Hauppauge WinTV Go2.
*** Treiber und Software ***
Die mitgelieferte Treiber-CD enthielt erfreulicherweise die aktuellste Version der Treiber. Es gibt ein Setup-Programm, das alle Treiber installiert und wenn nötig Reboots durchführt (es sind insgesamt 3 notwendig). An sinnvollen Utilities möchte ich 2 Überwachungs- und Übertaktungstools nennen: Asus Probe 2 und AI Suite. Ob ich davon Gebrauch machen werde: die Zeit wird es zeigen, mit knapp 20°C Idle und 30°C Volllast-Temperatur ist sicher noch Platz für weitere Übertaktung da.
Was allerdings sofort auffiel: der Sound und die Maus haben extrem geruckelt, wenn auf die IDE-Platte zugegriffen wurde. Bei Asus selbst bin ich nicht fündig geworden, Tante Google wusste die Antwort: der IDE-Port wird irgendwie (ich will das gar nicht verstehen) im SCSI-Modus gefahren, wenn damit Probleme auftreten soll man sich beim Hersteller der IDE-Schnittstelle im Web einen Alternativtreiber ziehen, der das Ganze wieder in den IDE-Modus schaltet. Danach waren die Probleme sofort beseitigt.
Dem WLAN-Treiber kam immer wieder die Windows-eigene WLAN-Verwaltung in die Quere, die das WPA2-Passwort kontinuierlich löschte. Nach dem Abschalten dieser Verwaltung lief auch das WLAN stabil und schnell, die Verbindungsqualität scheint besser zu sein als mit meinem alten MSI-USB-Stick.
Ein Autoupdate-Utility erlaubt das Flashen des BIOS direkt aus dem Netz, allerdings ist der Server permanent nicht erreichbar.
*** Kompatibilität und Stabilität ***
An sich ergaben sich hierbei keinerlei Probleme bis auf - naja ich hab ja oben schon Happauge geschrieben. Die PCI-Slots haben namentlich shared Interrupts, und die Hauppauge-Karten sind nicht gerade als Ressoursensparsam bekannt. Im Ergebnis landete die Karte auf dem gleichen Interrupt wie einer der internen USB-Hostcontroller, was bei Benutzung diesen sofort zu einem Bluescreen führte. Das Problem scheint sich laut Tante Google nicht nur auf dieses eine Board zu beschränken, sondern tritt bei mehreren halbwegs modernen Boards auf, die den PCI-Anschlüssen keine exklusiven IRQs geben. Da die Karte sowieso eher suboptimal ist und die Software und Treiber mich regelrecht ankotzen (davon abgesehen dass sie unter Linux nicht läuft), ist sie hochkant rausgeflogen. Ein USB-Stick tut es auch.
Unter Linux im Übrigen gab es überhaupt keinerlei Probleme, weder mit dem Sound noch mit sonstwas.
*** Fazit ***
Das Asus P5K-E ist sicher ein solides Board mit vielen Anschlussmöglichkeiten. Klar gibt es auf dem Markt billigere P35-Boards mit ähnlichen Features, die allerdings zum Teil durch hirnrissiges Layout auffallen.
Durch die Crossfire-Fähigkeit ist das Board sowohl für Spieler attraktiv (naja, zumindest für die mit zu viel Geld auf dem Konto), das intelligente Design, welches Lüftungsprobleme durch hirnlose Kabelführung ausschliesst und dadurch auch (neben der generellen Eignung) gute Übertaktmöglichkeiten erlaubt dürfte auch alle Anderen begeistern, die ein leistungsfähiges System brauchen. Insgesamt eine klare Empfehlung, bis auf das kleine Problemchen mit der TV-Karte.