Vor einigen Tagen erwarb ich für meinen Rechner zuhause einen neuen Kühler für die CPU da der alte eine Unwucht im Lüfter hatte und somit nicht mehr zu gebrauchen war. Da ich hier in diesem System noch ein älteres Mainbord mit Sockel 939 CPU eingebaut habe musste es ein dementsprechender Kühler sein. Natürlich sollte dieser Stark genug sein um die 4800+ X2 AMD CPU gut zu kühlen. Mittlerweile gibt es hier sehr viele unterschiedliche Typen mit sehr großen Leistungsunterschieden in Bezug auf Luftdurchsatz, Kühlleistungswerte und Lautstärke. Auch der Preis spielt eine große Rolle. So finden sich auf dem Markt billigkühler mit Aluminiumverarbeitung, aber auch hochleistungskühler mit Heatpipetechnologie und Kupfersockel. Je nach Geldbeutel und Gusto in Bezug auf die Optik.
Bisher habe ich mit unterschiedlichen Kupferkühlern sehr gute Erfahrung gemacht und so sollte es nun auch wieder ein solcher sein. Fündig wurde ich bei Ebay. Dort bieten einige Händler neue Kühler von "ASUS" an. Diese Firma hatte sich bisher auf Platinenbau spezialisiert und bietet neuerdings auch CPU-Kühler mit dem Namen " ASUS Silent Knight" an. Diese Kühler bieten nicht nur eine sehr schöne Optik (sie bestehen vollkommen aus Kupfer und besitzen blaue LED's in der Mitte), nein sie arbeiten ebenfalls mit Heatpips und Kühlfinentechnik. Was das genau ist werde ich im Bericht erklären.
Der Preis für solch einen "leisen Ritter" (so die Übersetzung aus dem englischen) liegt zwischen 45 Euro und 65 Euro. Nicht gerade billig, aber für die gute CPU-Lüftung sollte man schon etwas mehr Geld ausgeben. Ich zahlte 48,99 Euro zzgl. 4,90 Euro Versand.
Was der Kühler kann, wie er arbeitet und welche Leistungswerte ich ermitteln konnte werde ich nun erläutern.
<<<< Die technischen Details >>>>
Der Kühler ist geeignet für Sockel 754, 775, 939, 940, AM2
Der mittlere Luftvolumenstrom beträgt: 88,8m³ / Stunde
Die Lüfterdrehzahl beträgt 2200 U /min.
Die Abmessungen sind (b x h x t) Gesamt 115 mm x 140 mm x 110 mm
Der Lüfter: 92 mm x 92 mm x 25 mm
Die Befestigung ist ein Retentionmodul
Der Kühler besitzt 6 Heatpipes und besteht komplett aus Kupfer
Die Stromversorgung geschieht über einen 3 poligen Molexstecker
Das Lüfterlager ist ein Gleitlager
Das Gewicht beträgt 610 Gramm
Er besitzt 128 Kühllamellen (Kühlfinen)
Die Halterung ist ein 4 in 1 Universalclip
Geeignet ist er für:
Intel® Core 2 Extreme/Core 2 Duo/Pentium® D (Dual-Core); Intel® Pentium 4 HT/Celeron D CPU; AMD Athlon 64 X2/FX (Dual-Core); AMD Athlon 64/Sempron
<<<< Die Verpackung >>>>
Die Verpackung ist eine Pappschachtel die innen mit durchsichtigem Hart PVC ausgekleidet ist. So ist der verpackte Kühler gut zu erkennen. (Siehe Bild)
Das Zubehör besteht aus:
Dem Kühler selbst, einer Einbauanleitung, vier Halterungen für die unterschiedlichen Sockeltypen, Wärmeleitpaste, Abstandshalter, Schrauben.
Die Garantie beträgt 2 Jahre.
<<<< Das optische Erscheinungsbild des Kühlers >>>>
Der Kühler ist recht groß. Somit passt er nicht in jedes ATX- Gehäuse hinein. Man sollte schon mindestens 16 cm über dem Sockel frei haben. Sind dort Lüftungsstutzen oder sonstiges montiert, kann es zu Problemen beim Einbau kommen. Das sollte man im Vorfeld des Kaufes bedenken.
Der Kühler wirkt sehr wuchtig und sehr massiv. Da er aus Kupfer besteht sieht er natürlich sehr schön aus. Das ganze Bild wird auf der Innenseite des Kühlers durch einen Schriftzug und ein Schwert, welches abgebildet ist, abgerundet. Der Lüfter selbst wird durch blaue LED's angestrahlt und bietet für Modder einen zusätzlichen Anreiz. In einem geschlossenen Gehäuse fällt das natürlich nicht ins Gewicht.
Die Lamellen (128 Stück) sind rechts und links vom Lüfter montiert und abgerundet. Sie sind optimal auf den Luftstrom ausgerichtet und werden somit sehr gut mit kühler Luft durchflutet. Die Heatpipes (welche eine spezielle Kühlflüssigkeit beinhalten) sind Fragezeichenförmig auf beiden Seiten zwischen den Lamellen angeordnet. Auf jeder Seite drei.
Die Bodenplatte des Kühlers ist an die Größe der neuen Prozessoren angepasst und sieht im Vergleich zum restlichen Kühler sehr klein und filigran aus. Durch die Bodenplatte führen die Heatpipes.
Alles ist ohne hervorstehende Ecken oder scharfe Kanten verarbeitet.
<<<< Der Einbau >>>>
Der Einbau in ein System sollte möglichst außerhalb des Gehäuses geschehen da man auf der Rückseite des Mainboardes die notwendigen Sockelhalterungen montieren muss. Ist dies geschehen, kann die CPU eingesetzt und der Kühler mit der Universalhalterung befestigt werden. Danach kann der Molexanschluß eingesteckt und das Bord in das Gehäuse eingesetzt werden.
Dies alles erfordert etwas Fingerspitzengefühl und etwas Technikerfahrung. Wer sich das nicht zutraut, sollte sich helfen lassen!
<<<< Die Inbetriebnahme >>>>
Sind alle Anschlüsse getätigt und der Rechner fertig montiert, kann man ihn Hochfahren. Der Lüfter ist dabei nicht zu hören. Jedenfalls nicht in einem geschlossenen Gehäuse. Im offenen Gehäuse ist er sehr leise, aber keinesfalls aufdringlich vernehmbar. Die blaue Beleuchtung fällt im geschlossenen System allenfalls durch die Belüftungsschlitze etwas auf. Im offenen System hingegen werden die inliegenden Komponenten sehr hell erleuchtet. Moddern wird es gefallen.
Die Heatpipes verrichten ihre Arbeit wie gewohnt mit sehr guter Kühlleistung. So habe ich nach 20 Minuten im geschlossenen Gehäuse und bei 25° C Zimmertemperatur, sowie ruhendem Desktop (also ohne Last) eine Kerntemperatur von 43° Celsius (Programm SpeedFan) gemessen.
Diese Werte erhöhten sich etwas als ich die CPU ins Schwitzen gebracht hatte. So öffnete ich ein Renderingprogramm und ein AVI- Konvertierungstool gleichzeitig. Beide CPU-Kerne wurden so unter realen Bedingungen angefeuert. Auf synthetische "Burner" (CPU-Toaster und ähnliches…) verzichtete ich hier bewusst da diese nur experimentelle Werte zulassen und nicht die realen Arbeitsbedingungen widerspiegeln. Der ermittelte Temperaturwert lag nach 10 Minuten intensiven Rechnens bei 47° Celsius. Auch das ist ein recht guter Wert für eine Luftkühlung. Die Geräuschentwicklung des Lüfters war auch hier nicht wahrnehmbar.
Nach Beendigung der Programme fiel die CPU-Temperatur nach drei bis vier Minuten im Idle- Mode wieder auf den normalen Wert von 43° C zurück.
<<<< Mein Fazit zu der ganzen Sache >>>>
Ich kann diese neuen Kühlungskonzeptionen von ASUS auf jedenfall empfehlen! Sie sind gut verarbeitet, bringen genügend Leistung auch für noch stärkere CPU's wie Intel Core Duo und AMD 6000+ mit, und sind zudem ein optischer Leckerbissen für Freunde mit offenen Systemen oder Plexiglaswänden. Die Kühlleistung ist sehr hoch und die CPU's werden auf jeden Fall ausreichend gekühlt.
Einzig der Preis dürfte manchen abschrecken. Doch wie man den allgemeinen Trends bei Hardwarekomponenten nachvollziehen kann, wird auch ASUS in nächster Zeit hier Abstriche machen müssen um konkurrenzfähig zu bleiben.
Mir bleibt eigentlich nur noch zu sagen, "der Silent Knight" ist ein Ritter mit hohem Potential und wohl mitunter eines der besten Kühlungssystemen auf Luftkühlungsbasis das man heute erwerben kann.
Ich danke für das Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Euer Michael im Juli 07
31.07.2007 05:54
Tach. kann mich der Mehrheit nur anschließen: sehr hilfreich!! bye Iot-Oh
24.07.2007 16:40
klasse geschrieben, habe aber null ahnung davon....
23.07.2007 23:13
Klasse ! Liebe Grüße Edith und Claus