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Meine Tragödie mit dem AWD

2  20.02.2002

Pro:
da fällt mir leider nichts ein

Kontra:
siehe meinen Bericht

Empfehlenswert: Nein 

magistermag

Über sich: .

Mitglied seit:19.01.2002

Erfahrungsberichte:53

Vertrauende:19

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 139 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorspiel

Viele kennen die Fernsehwerbung des AWD. Diese ominöse Frage: Schatz, was würdest du tun, wenn ich dir 10.000 DM (heute müsste es natürlich heißen 5.000 Euro) schenke. So ein Angebot freut einen dann ja auch wirklich. Ich habe mich erstmal persönlich auf die Suche nach solchen Reserven in unserem Haushalt gemacht. Leider ohne Erfolg.
Kurz darauf wurde ich von einem Mitarbeiter des AWD telefonisch kontaktiert und ich ging auf sein Gesprächsangebot ein.


Der Tragödie erster Teil

Der AWD-Berater machte auf den ersten Blick einen sehr seriösen und dynamischen Eindruck. Er erklärte mir, dass zum Auffinden der in der Werbung avisierten Reserven zunächst ein Finanzstatus unseres Haushaltes erstellt werden müsste und dafür ein zweiter Termin notwendig sei, an dem am besten auch meine Frau teilnehmen sollte.

Zu diesem Termin erschienen bei uns dann schon zwei Mitarbeiter des AWD. Im Laufe des Gespräches wurden mir einige Fakten relativ schnell klar.
1. Der 1. Mitarbeiter des AWD hatte in Sachen Finanzen und Versicherungen so gut wie keine Kompetenz und diente wohl nur zur Terminvereinbarung mit mir.
2. Die Erstellung des Finanzstatus sollte von mir im Erfolgsfall zusätzlich honoriert werden. Da der AWD natürlich auch Provisionen für vermittelte Finanzdienstleistungen bekommt, ein realtiv unverschämtes Ansinnen

Nachdem nun der Finanzstatus für unseren Haushalt ausgewertet war, kam es zum dritten Termin mit dem AWD. Hier nun sollten die Finanzoptimierer ihr ganzes Wissen und Können beweisen. Zunächst lobten sie unsere bestehenden Verträge als besonders günstig um so ein angenehmes Gesprächsklima zu schaffen. Kurze Zeit später driftete die Diskussion jedoch schon in noch fehlende Alterssicherung, Unfallversicherungen etc. ab. Mir war klar, dass es sich hier für mich um zusätzliche Ausgaben handeln müsste. Mit dem Aufspüren von Reserven war es wohl nichts. Glücklicherweise konnte ich diesen Offerten noch widerstehen. Aber ein hartnäckiger Berater gibt halt nicht auf.


Der Tragödie zweiter Teil

Es vergingen einige Wochen bis ich das nächste mal etwas vom AWD hörte. Mir wurde angeboten meine Steuerlast zu minimieren, aber dazu bedürfe es eines noch weiteren intensiven Gespräches.
Hier erschien nun auf der Bühne der Finanzberatung ein neuer Hauptdarsteller. Nach seinen eigenen Angaben war er Rechtsanwalt. Er machte mir ein sensationelles Angebot. Nach Prüfung meines Einkommensteuerbescheides hatte er festgestellt, dass ich in diesem Bereich noch enorme Reserven besitze, die ich unsinnigerweise dem Fiskus überlasse. Hier müsste ich unbedingt aktiv werden.
Sein Rat: In Immobilien einsteigen. Und zwar in Bereiche die vom Staat noch mit entsprechenden Abschreibungsmöglichkeiten versehen sind. Hierzu konnte er mir auch gleich eine Hochglanzbroschüre von entsprechenden Objekten in Berlin überreichen. Die Kaufpreise der Wohnungen variierten zwischen 150.000 und 280.000 DM. Auch eine gratis Reise nach Berlin zusammen mit meiner Frau bot er mir an. Hier könnte ich mich an Ort und Stelle von der Seriosität des Angebotes überzeugen.

Insgesamt sollte ich durch Mietpreisgarantie (allerdings nur für einen bestimmten Zeitraum) und Steuersparnis dieses Objekt am Ende der Laufzeit praktisch für null bekommen. Wirklich eine Sensation. Doch wer hat heute schon etwas zu verschenken?


Schluss

Ich habe diese Angebote von unabhängigen Beratern (unter anderem auch meine Hausbank und mein Steuerberater) prüfen lassen. Ihr eindeutiges Votum war Hände weg von diesen Offerten. Für meine finaziellen Verhältnisse waren diese überzogen oder schlichtweg komplett falsch.
Insgesamt kann ich aus den von mir gemachten Erfahrungen vom AWD nur abraten. Auch wenn es zeitaufwendiger ist, sollte man sich selbst der Mühe unterziehen Vergleiche anzustellen. Hier bietet ja das Internet mittlerweile auch schon gute Möglichkeiten an. Vielleicht hat jedoch auch jemand Glück gehabt und gönnt sich von dem Ersparten einen schönen Urlaub in der Karibik. Mir war dieses leider nicht vergönnt.


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magistermag

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Jim_Panse_82

Jim_Panse_82

10.07.2007 15:29

hetzkampagne

Finanzdrache

Finanzdrache

20.09.2006 14:48

Hmmm, das passende Produkt? Das passende Produkt ist nur so lange passend bis der nächste kommt und das erste madig macht. Ich mache mit jeder Fondpolice jede Kapital LV kaputt. Umgedreht aber auch. Kommt nur auf die Strategie an. Und das mit Immobilien? Mal ehrlich, wenn ihr euch ein Auto für 3000,-- Euro kauft, fahrt ihr auch 50 bis 120 KM nur zum anschauen. Am besten noch einen KFZler mitnehmen. Bei Anlagensummen die das zehnfache darstellen macht ihr (viele) das nicht. Wo bleibt eure Logik? Ich denke die ganzen Struckis und auch viele andere Verkäufer nutzen nur eure Faulheit - ohne persönlichen Einsatz eine Menge Geld zu kassieren - aus. Ein Sprichwort in der Finanzbranche sagt: Der liebe Gott hatt die Schafe gemacht, damit sie geschoren werden. Ich persönlich denke, wenn eine Sache soviel Gewinn und so todsicher wie versprochen wird ist, würden so kleine Leuchten wie Du und ich gar nicht dran kommen. Und wenn eine Rendite versprochen wird die das Produkt erbringt, rechnet nach wem. Euch oder der Gesellschaft. Wenn von 10% zum Schluss 4% kassiert werden, ist das kein Geschäft mehr. Es zählt nur eure Nettorendite.

DJ_FloBa

DJ_FloBa

25.12.2003 15:30

Guter Bericht. So geht es den meisten, die mit AWD und Konsorten in Kontakt kommen. Man bekommt nicht das passende Produkt angeboten, sondern das, was der entsprechende Vorgesetzte standardmäßig verkloppt, weil es ihm die meiste Provision bringt...diese Firmen arbeiten mit übelsten Psychomethoden und nutzen ihre eigenen Mitarbeiter bzw. deren Zwangslagen (in denen sich diese in aller Regel befinden, sonst käme niemand auf die Idee, nebenher Geld verdienen zu müssen) schamlos aus. Der Mitarbeiter bekommt eingetrichtert, daß nur Erfolg zählt und daß einzig und allein ER schuld ist, wenn solcher nicht eintritt. Übelste Gehirnwäsche! Kein Wunder daß die Mitarbeiter keine Kompetenz haben, denn die Seminare bringen nichts. Fachliche Nieten rattern einem da lediglich runter, daß man TELEFONIEREN, TELEFONIEREN, UMSATZ MACHEN, UMSATZ MACHEN, NEUE AKQUIRIEREN muß usw usw. Die Oberen (die einzigen mit wenigstens ETWAS Fachwissen) nutzen die Masse der Unteren aus. Schneeballsystem sei Dank. Man könnte endlos fortfahren...

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