Ayusucks not
29.07.2008
Pro:
deutsches Buero ist fix, jugendliche Ideen
Kontra:
durch freiwillige vor Ort manchmal etwas chaotisch aber nicht schlecht
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Betreuung Vorbereitung:
Betreuung vor Ort:
Kosten des Austauschprogrammes:
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 decemberflower
Über sich:
Mitglied seit:12.11.2005
Erfahrungsberichte:15
Vertrauende:6
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wie ich schon in anderen Berichten erwaehnt habe, verbrachte ich kuerzlich (Aug '07- Jul '08) 11,5 Monate in den USA; Texas, um genauer zu sein. Organisiert wurde mein "high school year" durch Ayusa International und finanziert von meinen Eltern. =Geschichte= Im Jahr 1980 gruendeten ein Amerikaner und ein Japaner die Austauschorganisation, von der Ayusa International abstammt. Sie wollten internationalen Schuelern die Moeglichkeit bieten, ein Jahr bei einer Gastfamilie in den USA zu wohnen um die Kultur kennen zu lernen. Seit dem hat sich die Organisation in viele Richtungen weiter entwickelt und unterhaelt Bueros in sieben verschiedenen Laendern. Leider ist die Ausbreitung und Aufteilung in all die Tochterunternehmen und Organisationen irgendwie sehr kompliziert. "Ayusa International ist das deutsche Buero von Intrax Cultural Exchange", erklaert die Organisation auf ihrer Webseite (www.ayusa.de). Seit 2004 kuemmert sich die Ayusa International GmbH um den Schueleraustausch, waehrend sich der urspruengliche gemeinnuetzige Verein Ayusa International e.V nur noch um die Vergabe von Austauschstipendien etc. kuemmert. Die Amerikanische Ayusa Organisation heisst jedoch auch Ayusa International und ist in San Francisco stationiert. Ich gebe zu, dass es verwirrend ist, aber ich denke mir "Hauptsache die Leiter steigen da durch, solange alles fuer mich funktioniert, ist es mir egal wie welche Organisation heisst" Wichtig ist jedenfalls, dass Ayusa eines der Gruendungsmitglieder des CSIET (Council on Standards for International Educational Travel and Exchange) ist, der jedes Jahr eine Liste mit empfehlenswerten Austauschorganisationen veroeffentlicht. Daher ist Ayusa in den USA national anerkannt und arbeitet mit Schulen und Regierung zusammen. ["CSIET is a private not-for-profit organization whose mission is to identify reputable international youth exchange programs, to provide leadership and support to the exchange and educational communities so that youth are provided with meaningful and safe international exchange experiences, and to promote the importance and educational value of international youth exchange. CSIET has been promoting international youth exchanges since 1984" (www.csiet.org)] Selbst wenn Sie nicht Ayusa in Deutschland waehlen, kann es sein, dass Ihre Austauschorganisation mit Ayusa in den USA zusammenarbeitet. Ich war mit acht anderen Ayusa Austauschschuelern aus aller Welt in einer 10,000 Einwohnerstadt in Texas und ich war die einzige, deren Heimatsorganisation auch Ayusa hiess, obwohl einer von denen auch aus Deutschland kam. (Da war noch ein neuntes Maedchen, die allerdings nichts mit Ayusa zu tun hatte, sondern durch Rotary dort war.) In den Laendern der ehemaligen Sovietunion ist FLEX, in denen des Nahen Ostens YES zustaendig.
=Angebot= Ayusa bietet Schueleraustausch nach Argentinien, Australien, Brasilien, Ecuador, Frankreich, Grossbritannien/England, Irland, Japan, Kanada, Neuseeland, Spanien, Suedafrika, Taiwan und die USA an. Natuerlich koennen Sie ueber Ayusa auch Austauschschueler aufnehmen. Meine persoenlichen Erfahrungen mit Ayusa beschraenken sich auf ein high school Jahr in den USA; ueber alles andere kann ich leider nicht viel berichten. Ausserdem sind auch Sprachreisen nach England, Kanada und die USA moeglich. Dabei werden reine Sprachkurse, Business English Kurse, Testvorebereitungskurse (TOEFL und Cambridge) und auch SPRACHKURS PLUS, ein Programm, das die Praxisanwendung bei einem Praktikum oder einem Farmurlaub ermoeglicht, angeboten. Des weiteren bietet Ayusa ein
Bilder von AYUSA International e.V.
USA Au Pair Programm, und Jobs und Praktika in den USA, Kanada, England und Singapur an. Wer seinen Aufenthalt selbst organisieren moechte, kann auch jediglich den Ayusa Visumsdienst in Anspruch nehmen.
=Bewerbung= Manchmal habe ich gedacht, wie verrueckt es ist, dass man sich praktisch genauso lange auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet, wie er dann anhaelt. Ich reiste am 07.August 2007 ab und hatte im September 2006 meine Bewerbung angefangen. Informiert hatte ich mich schon seit Juli 2006. Verrueckt; das war vor genau zwei Jahren und erst jetzt ist es beendet, ich bin gerade wieder zu Hause angekommen. Allerdings wird es so schnell nicht zu Ende sein; in der naechsten Zeit plane ich mich aktiv in der Beratung neuer Austauschschueler einzusetzen. Ausserdem hoffe ich in dem Jahr lebenslange Freundschaften geschlossen zu haben. Es gibt immer mehr Austauschschueler. Kein Wunder; man legt Wert auf Globalitaet. Auslandserfahrung "macht sich gut" auf einem Lebenslauf. Englisch ist schon ein Muss in vielen Berufen. Bald ist der Auslandsaufenthalt vielleicht auch Vorraussetzung… Nun gibt es sicher ueber 50 Austauschorganisationen, die man am Anfang vor sich sieht und irgendwie alle in Betracht ziehen soll. Da gibt es keinen wirklich einfachen Weg; es heisst so viele Informationen wie moeglich zusammen zu tragen, Flugblaetter mitzunehmen, Berichte durchzulesen, Informationsveranstaltungen zu besuchen. Am besten sind die Informationsveranstaltungen in der eigenen Schule. Es ist wichtig, so frueh wie moeglich zu ueberlegen wie es denn nach dem Auslandsjahr weitergehen soll. Falls es zurueck zur Schule gehen soll, muessen Sie sicherstellen, dass die Schule Bescheid weiss, zustimmt und Sie wissen welche Schulfaecher beispielsweise im Ausland belegt werden sollen. Mir war Ayusa am Sympatischsten. Das Ausfuellen der Bewerbung ist anstrengend. Ich glaube es gibt 20 Seiten oder so auszufuellen. Auch muessen ein Bericht des Englischlehrers und eines weiteren Lehrers beigelegt werden. Die ganze Papierarbeit lohnt sich jedoch. Dafuer war mein Interview nicht sehr schwer. Ich musste zu einer Studentin, die nach ihrem Au Pair Jahr freiwillig fuer Ayusa arbeitet, fahren und einige Fragen beantworten. Spaeter kamen noch meine Eltern dazu. Dabei fuellte die junge Frau einen Bogen aus. Waehrend der Bewerbungsphase hatte ich einige Fragen z.B. bezueglich des Reisepasses, den ich beantragen musste, und der Impfungen. Ayusa antwortete stets schnell. All diese Formulare kommen am Ende beim Betreuer vor Ort an. Ich glaube ich schickte meine Bewerbungsmappe im Oktober ab; im Maerz bekam ich Informationen ueber meine Gastfamilie zugeschickt. Dieser Prozess dauert mal laenger und mal kuerzer, aber Ayusa vergibt eine Garantie, dass jeder Schueler platziert wird. Ich habe auch einige Male erlebt, dass Schueler in den USA ankamen und keine Familie hatten; sie wurden jedoch in einer temporaeren Familie untergebracht, bis eine permanente Familie gefunden war.
=Vorbereitungstreffen= Fuer den Schueleraustausch organisiert Ayusa ueblicher Weise jedes Jahr im Fruehling bis Sommer Vorbereitungstreffen in Staedten wie Hamburg, Koeln, Berlin und Wuerzburg. Die Teilnahme ist Pflicht, jedoch in der Stadt Ihrer Wahl. Fuer mich hiess das trotzdem noch einige Stunden im ICE, aber das fuegt ja dann auch noch irgendwie etwas Aufregung hinzu und bestaetigt, dass man unabhaengig wird (wenn man 16 ist)… haha… Ich hatte das Gefuehl, dass das Treffen sehr lieb vorbereitet war, jedoch fand ich es eher langweilig. Eigentlich habe ich kein Problem zu sozialisieren, aber wenn ich weiss, dass ich die Leute nur fuer zwei Tage kennen werde, habe ich eigentlich keine Lust da so viel mit ihnen zu machen. Ich war aeusserst gespannt etwas ueber das bevorstehende Jahr zu hoeren; die Veranstaltungen waren dann aber nicht so interessant. Ja, es ist wichtig sich vorzubereiten, aber bei solchen Treffen wird man nicht was ganz Neues hoeren. So viel Muehe sich die Organisation auch gibt, im Endeffekt muessen die Schueler selbst die Erfahrungen machen und das Wichtigste ist nicht respektlos zur Gastfamilie zu sein, kein Alkohol zu trinken oder sonst illegal aufzufallen bzw. einfach die Austauschregeln nicht zu verletzen und zu wissen wo man sich melden kann, wenn es Probleme gibt. =Visum= Wenn es Zeit wird sich um das Visum zu kuemmern, schickt Ayusa einen Umschlag mit Anordnungen und gegebenenfalls noetigen Formularen. Ich musste wieder mal mit dem Zug fahren, diesmal nach Berlin, um dort zur US Botschaft zu gehen und alles zu erledigen. Mit den richtigen Anordnungen war es auch recht einfach.
=Flug= Fuer die USA bietet Ayusa ein Paketprogramm, das man in Anspruch nehmen kann, wenn man den Flug nicht selbst buchen moechte. Enthalten sind auch zwei oder drei Uebernachtungen in New York mit Sightseeing tour. Auf dem Hinflug sind Ayusamitarbeiter dabei. Das Paketprogramm ist meiner Meinung nach recht gut, da wohl kaum jemand spaeter die Moeglichkeit haben wird, so viel von New York in so einer kurzen Zeit persoenlich zu sehen. Jedoch konnte ich es kaum erwarten zu meiner Gastfamilie zu kommen und konnte dort alles gar nicht so aufnehmen. Ausserdem fuehlte ich mich schon sehr touristisch als ich mit 80 anderen deutschen Austauschschuelern ueber den Atlantik flog. Der Rueckflugstermin kann selbst ausgesucht werden. Mir wurde gesagt, ich solle zwei Wochen nach Schulende zurueck nach Deutschland fliegen. Am Ende war es doch kein Problem, dass ich einen ganzen Monat nach Schulende bei meiner Gastfamilie blieb und dann von meinen richtigen Eltern mit einem gemieteten Wohnmobil abgeholt wurde. (Danach blieb ich noch drei weitere Wochen im Land, womit ich die 30-Tage-nach-Ablauf-des-Visums-Klausel ausnutzte.) So wie Ayusa den Rueckflug fuer mich gebucht hat, war ich schon sehr zufrieden. Der Flug war am Mittag, ich sass bei beiden Fluegen am Fenster und auf dem Flug von Washington nach Frankfurt sogar in der economy plus, was sehr angenehm war. Natuerlich weiss ich nicht, wie viele Austauschschueler so viel Glueck haben. =Betreuung vor Ort= Ayusa baut zu einem Grossteil auf Freiwillige. Meine Betreuer vor Ort waren aeusserst lieb, aber hatten auch ganz schoen viel um die Ohren. Meine eigene Gastmutter war eine der Betreuerinnen. Die monatlichen Berichte wurden oft kurz vor Mitternacht abgeschickt, sodass sie gerade noch ihr kleines Aushilfsgehalt bekommen konnte. Da ich meine eigentliche Betreuerin (da meine Gastmutter nicht fuer mich, sondern die anderen zustaendig sein sollte) nur zwei oder dreimal sah, war ich manchmal etwas angenervt. Es kommt halt immer auf die Person an. Die anderen tauften Ayusa im Eifer des Gefechtsauf "Ayusucks" um. Aber das kann ich nicht bestaetigen, hatte ueberwiegend sehr gute Erfahrungen. Meine Gastmutter gibt alles fuer Ayusa, obwohl sie 62 ist und noch andere Jobs hat. Dadurch war alles ganz schoen chaotisch. Es ist jedoch bemerkenswert, wie viel manche Leute bereit sind, fuer Austauschschueler zu opfern und daran muss ja auch gedacht werden; obgleich Schueleraustausch oft eine teure Angelegenheit ist, ist es nicht mit anderen Dienstleistungen zu vergleichen. Man hat es mit vielen Freiwilligen zu tun. Natuerlich muss es gemeldet werden, wenn einer der Betreuer keine Hilfe ist, sich nicht kuemmert. Aber wenn es denn klappt ist Dankbarkeit angemessen. Einige meiner Austauschschuelerfreunde waren manchmal unzufrieden mit der Betreuung vor Ort und es gab einige unglueckliche Situationen, in denen einige mehrmals die Gastfamilie wechseln mussten. Ich glaube, dass das bei jeder Organisation vorkommt; wenn so viel Freiwilligkeit im Spiel ist (und auch so viele verschiedene Menschen… deutsche Ayusa Mitarbeiter, die in San Francisco, die vor Ort, die Gastfamilien, der Austauschschueler und nicht zu letzt dessen Familie oder sogar Schulfreunde vor Ort, die ihn oder sie beeinflussen koennen), kann es immer zu ungluecklichen Situationen kommen. Ich hatte Glueck.
=Der Preis= Wie Sie sicher wissen, und wie ich schon angedeutet habe, ist ein high school year teuer. Ich glaube wir haben fuer das Paketprogramm fuer 10 Monate USA (und dann bin ja laenger geblieben) EUR 6.900 oder so bezahlt. Ausserdem hatten meine Eltern EUR 2000 als Taschengeld auf ein Konto geladen. Ayusa (Deutschland) bietet einige Stipendien an. Ich war fuer keins qualifiziert. Es geht immer um das Einkommen der Eltern. Zumindest die Amerikanische Seite von Ayusa ist Partner des PPP Stipendiums. Dieses ist ein gemeinsames Programm von den beiden Parlamenten fuer engagierte deutsche Schueler. Es gibt einen Stipendianten pro Wahlkreis. Leider wurde ich nur Nachrueckkandidatin. Sonst haette es mich wo ganz anders hin verschlagen. =Fazit= Der wertvollste Erfahrungsbericht wuerde von jemandem kommen, der Erfahrungen mit Ayusa und einer anderen Organisation hat. Alles andere mit dem ich bieten kann ist eine Sprachreise in 2006 nach England (mit albion). Lest meinen Bericht darueber, wenn ihr wollt. Jetzt endlich war die Reise viel teurer da sie ja viel kuerzer war. Ayusa in Deutschland macht auf mich einen jugendlichen Eindruck. Es gibt immer wieder Angebote, die eben genau zur Zielgruppe, den jugendlichen passen. Bald werde ich zu einem Returneetreffen in Berlin fahren. Jetzt nach dem Jahr ist der Stress weg; das Treffen ist kein Pflichtprogramm mehr, jeder kann schlafen wo er will, wenn auch eine Jugendherberge angeboten wird. Es gefaellt mir, dass Ayusa versteht, dass wir alle aelter geworden sind und nicht mehr unbedingt Lust haben uns zu verpflichten wie im Zeltlager anzutreten, sondern wir unabhaengig sein duerfen. Auch werden eine Reihe interessanter Moeglichkeiten fuer uns angeboten, neue Austauschschueler zu werben und zu beraten und dafuer Punkte zu sammeln. Ich plane diese fuer einen Flug (zu einem meiner Austauschschuelerfreunde) einzusetzen. Dauert noch ein bisschen… Vor Ort waren meine Austauschschuelerfreunde und ich manchmal etwas veraergert ueber die Organisation in den USA, aber alles in allem hat Ayusa viel fuer mich getan. Ich bin gluecklich den Auslandsaufenthalt gemacht zu haben. Dadurch habe ich neun sehr gute Freunde in Brasilien, Frankreich, Hong Kong, Ukraine, Pakistan, den Niederlanden und der Schweiz gefunden. Ich habe eine Menge ueber die Welt gelernt und mich weiter entwickelt. Nicht zuletzt verstaerkte sich sogar das Englischinteresse meines 13-jaehrigen Bruders, als er mich mit meinen Eltern besuchen kam und jeden Hundebesitzer ansprach "Excuse me, can I pet your dog?"
Es ist verstaendlich, dass Sie sicher gehen wollen, bei dieser grossen Entscheidung keine Fehler zu machen. Jedoch beinhaltet ein Austauschjahr immer ein Risiko. Auch mit Ayusa koennte es ein ungluecklicher Aufenthalt werden, da gibt es keine Garantie. In der grossen Mehrzahl, jedoch, berichten alle, dass es das "beste Jahr des Lebens" war. Es ist natuerlich davon abhaengig, was man daraus macht. Auf jeden Fall ist Ayusa fuer mich eine sehr serioese Organisation. Vielen Dank fuer's Lesen und Bewerten! (Ich hab auch noch weitere neue Berichte;) Und wenn es Fragen gibt, speziell zum USA Jahr, melden Sie sich!
Decemberflower Juli 2008
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03.08.2008 23:43
Mitunter recht anstrengend zu lesen, gar nicht mal wegen der wahrscheinlich nicht-deutschen Tastatur, sondern eher wegen dem ständigen stilistischen Wechsel zwischen Ansprache ("Sie") und eigenen Erfahrungen. Mich bzw. meine Eltern hätte ein Auslandsjahr damals etwa 10000 DM gekostet, daher bin ich nicht gegangen, weil es eben zu teuer war. Und Stipendien waren damals nur für die USA bekannt, wo ich nun gerade nicht hinwollte ...
29.07.2008 23:55
das ist schon recht teuer. Ich hab ziemlich gute erfahrungen mit Youth For Understanding gemacht, mein bruder eher weniger gute mit EF. Ich hab so 4000 euro bezahlt, war "nur" in holland, aber der preis wär eh fast der gleiche gewesen, auch wieder das einkommen, schulden zählen da irgendwie nicht...