Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Gut ausgebaut, annehmbare Verkehrsdichte |
| Kontra: |
Tempolimits bei Nässe |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Es macht einfach keinen Spass, die Autobahnen rund um die Bayernmetropole München zu befahren. München ist leider ein Verkehrsknotenpunkt. Und sieht man mal von denen ab, die südlich von München wohnen, so müssen die meisten durch München, die mit dem Auto in den sonnigen Süden wollen.
Alltägliche Völkerwanderungen in Sachen Beruf, Privatvergnügen und Reise sind via Staumeldung im Radio täglich ab 7.00 Uhr Morgens zu verfolgen auf der Autobahn Berlin-Nürnberg-München, Stuttgart-München sowie Salzburg-München. Doch da war doch noch was…?
Klar! Die Autobahn München-Garmisch, die A95. Zu Berufsverkehrzeiten staut sich auch hier die Blechlawine vor der Bayerischen Landeshauptstadt. Trotzdem ist diese Route, die die bayerische Alpensüdseite mit der Landeshauptstadt Bayerns verbindet die Autobahn rund um München, auf der man dem Autofahren noch am ehesten Freuden abgewinnen kann.
Stellen wir aber zunächst klar. Die A95 führt keineswegs von München bis nach Garmisch-Partenkirchen, bzw. umgekehrt. Die A95 führt bis ins Werdenfelser Land, bis an den Rand einer 3000 Seelen Gemeinde Namens Eschenlohe. Von dort aus sind noch 15 km (mittlerweile) gut ausgebauter Landstrasse (B2) zurückzulegen, bis man schliesslich in dem Ausflugs- und Erholungsort Garmisch-Partenkirchen angelangt ist.
Für Erholungssuchende, die an die Adria möchten, wäre die Fortführung nach Italien bis Innsbruck über Landstrassen und von dort aus über den Brennerpass nach Italien eher ein Umweg. Darum ist diese Strecke von den brutalen Touristenströmen rund um die Ferienzeit nicht ganz so belastet wie z.B. die Autobahnen Nürnberg-München, sowie München-Salzburg. Trotzdem kommt es am Autobahnende bei Eschenlohe regelmässig zu langen Wartezeiten, da die Autobahn in einem Nadelöhr endet. Das Nadelöhr ist die B2. Ab dem Autobahnende ist sie über eine Strecke von etwa 10 km nur zweispurig ausgebaut. Erschwerend hinzu kommt, dass nach 6 km der kleine Ort Oberau durchquert werden muss, in dem es zwei Fussgängerampeln sowie eine grosse Kreuzung gibt, die die Touristenrouten zu den Märchenschlössern König Ludwigs mit Garmisch-Partenkirchen verbinden soll. *Eine Anmerkung in eigener Sache. Ich stamme aus Oberau. Wenn ihr in Oberau irgendwann mal im Stau steht, denkt an mich und lasst das Hupen bleiben. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir auf hupende Saupreissen mit dem Luftgewehr schiessen... *.
Kurz nach Oberau bis Garmisch-Partenkirchen ist die B2 vierspurig ausgebaut worden. Spätestens dort löst sich dann immer der Stau auf.
Doch nicht nur zu den Ferienzeiten steht man am Autobahnende bei Eschenlohe und im weiteren Verlauf bis Oberau im Stau. Das gleiche Bild bietet sich jedes Wochenende, wenn das Wetter zu einem Tagesausflug ins Werdenfelser Land rund um Garmisch-Partenkirchen einlädt. Vor allem im Winter, wenn wintersportbegeisterte die Skigebiete in Garmisch, Ehrwald, Seefeld und Mittenwald ansteuern. Hier gilt die Faustregel: nach 8.00 Uhr in der Früh gibt’s Stau vor dem Nadelöhr. Manche Autofahrer versuchen dem Stau zu entgehen, dass sie bei der letzten Ausfahrt Eschenlohe abfahren und schon von dort aus die B2 fahren. Ein Trugschluss! Denn 2 km nach der Ausfahrt mündet die A95 in die B2. Und dann steht man wieder im Stau. Es gibt keine weiteren Schleichwege nach Garmisch-Partenkirchen. Es führt nur eine direkte Route von der Autobahn nach Garmisch. Und das ist eben die B2. Die einzig mögliche Umfahrung ist, bei Murnau auszufahren, und ab Murnau über Saulgrub und Oberammergau zu fahren, um dann bei Oberau wieder auf die B2 nach Garmisch-Partenkirchen zu gelangen. Nur ist das ein Umweg von ca. 35 km…
Kommen Tages- und Wochenendeausflügler erstmal ins Werdenfelser Land, müssen diese auch wieder zurück. Richtung München ist der Stau allerdings nicht ganz so heftig wie auf dem Hinweg. Im Extremfall fliesst der Verkehr in Richtung München ab Seeshaupt recht zäh. Ab dem Autobahnkreuz Starnberg löst sich der zähflüssige Verkehr spätestens auf, da ab hier die letzten 15 km nach München sechsspurig ausgebaut sind. Wenn’s gar kein Vorankommen mehr gibt, dann hat dies zumeist einen Unfall als Grund. Lediglich am Autobahnende in München kommt es vor einer etwas ungünstig geschaltenen Ampel öfter zu Wartezeiten. Die Lichtzeichen dieser Ampel empfehle ich unbedingt, penibel zu beachten. Es handelt sich nämlich um eine Blitzampel.
Eben vor dieser Ampel am Autobahnende in München staut sich der Verkehr gerne auch werktags zur Rush Hour. Am Autobahnende Richtung Garmisch ist werktags hingegen tote Hose.
Im Großen und Ganzen ist die Autobahn über ihre gesamte Länge von etwas mehr als 60 km sehr gut ausgebaut. Sieht man mal von den erwähnten Stosszeiten ab, ist auf der A95 nie wirklich viel los. Wer also ein schnelles Auto hat, der hat hier gute Möglichkeiten, es hier auch mal auszufahren. Zumal ist die Strecke nicht kurvig ist. Solange die Fahrbahn trocken ist, gibt’s auch keine Tempolimits – sieht man mal vom üblichen Geschwindigkeitstrichter am Autobahnende ab.
Bei Nässe ist allerdings Vorsicht geboten. In Richtung Garmisch herrscht bei Nässe über weite Strecken eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h. In Richtung München gibt es derzeit nur eine kurze Geschwindigkeitsbegrenzung, nämlich ebenfalls 80 km/h bei Nässe. Wenn es ordentlich schüttet, sind die Kollegen mit ihren Blitzapperaten in der Regel zur Stelle. Auch ich durfte wegen 37 Stundenkilometer zu schnell an einem Regentag schonmal einen Monat meien Führerschein abgeben.
Zwei wissenswerte wetter- und landschaftsbedingte Umstände gibt’s noch auf dieser Autobahn:
Zum einen wären da die heftigen Windböen auf den teilweise recht langen und hohen Brücken, zum anderen wäre da die extreme Nebelbildung vor allem nachts.
Landschaftlich macht die Autobahn teilweise ordentlich was her. Ab der Raststätte Höhenrain fährt man direkt auf die Alpensüdseite zu. So hat man die ganze Zeit ein wunderschönes Panorama vor der Windschutzscheibe, bzw. im Rückspiegel.
Auf den 60 km der Autobahn gibt es nur eine Raststätte / Tankstelle. Und zwar die Tankstelle Höhenrain, welche ca. 20 km südlich von München gelegen ist. Diese Raststätte bietet zahlreiche beleuchtete Parkplätze, eine überteuerte Tankstelle sowie ein kleines nicht ganz billiges Restaurant. Dieses Raststätte muss man also nicht ansteuern. Wem das pipi machen im Freien nichts ausmacht, dem bieten sich zahlreiche Parkplätze ohne Toilette an. Die einzig weitere Toilette dieser Autobahn befindet sich nur in Richtung München, kurz vor dem Autobahnende, unmittelbar bei Beginn der 80er Geschwindigkeitsbegrenzung.
Zum Schluss möchte ich auf zwei Unfallschwerpunkte hinweisen: In Richtung München wenn es nach der Raststätte Höhenrain bergab geht. Dort krachen zu rasante und unvorsichtige Fahrer aus welchen Gründen auch immer regelmässig in die Leitplanke. Ebenso Vorsicht ist am Autobahnkreuz Starnberg geboten. Zwar gibt’s ab da in Richtung München eine zusätzliche Spur, doch scheinbar bereitet gerade eben dieser Spurwechsel vielen Autofahrern Probleme. Regelmässig scheppert es dort beim Spurwechsel.
Mein Auto fährt diese Strecke fast schon von alleine. Mindestens einmal in der Woche fahre die Autobahn komplett hin und komplett wieder zurück. Da ich stets zu günstigen Zeiten fahre, macht mir das Fahren nichts aus, manchmal sogar Spass. Zu entdecken gibt’s für mich kaum mehr was. Das was ich entdeckt habe, habe ich mit diesem Bericht geschildert.
Fahrt nie schneller als euer Schutzengel fliegen kann! Und wenn ihr durch Oberau kommt, seid ihr herzlich willkommen – solange ihr das Hupen bleiben lasst. Danke!
Nachtrag: Der User Jabadoo hat mich darauf hingewiesen, dass auf dieser Autobahn der Abstand von den Brücken gemessen wird. Jene Brücken sind durch die Abstandsfahrbahnmarkierungen zu erkennen. Gerne erwähne ich das ergänzend und Danke hiermit dem aufmerksamen Leser für den Hinweis.
Dazu weiss ich zu sagen "Schwein gehabt". Wenn's mal wieder schneller gehen muss mutiere ich auf dieser Autobahn zur Rennsau - sofern mein koreanisches Importschmalspurschiff eine Rennsau hergibt - und halte demnach nicht immer den vorgeschriebenen Abstand bei notorischen Linksfahrern ein. Ein Glück, dass ich bei einer solchen Aktion noch nie von der Brücke herab fotografiert worden bin...
Veröffentlicht auf ciao.com und yopi.de. Dort vom "AltenPlunder". Und das bin ich.