A Brush with the Blutzapfanlage!
08.09.2009
Pro:
Der Film ist irgendwann zuende
Kontra:
Darsteller, Kamera, Schnitte, Story, Killer, Spannungskurve . . .
Empfehlenswert:
Nein
 das-christian
Über sich:
Must See(s): 2 Headed Shark (ab April), Piranha 3DD (???)
Mitglied seit:12.06.2003
Erfahrungsberichte:234
Vertrauende:42
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 74 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Story Fünf pimmelgeile Nutten fahren auf einen einsamen Landsitz am Analkanal der Welt. Doof nur, dass ihr Nachbar, der noch dazu in einem berüchtigten Spukhaus wohnt (*ho ho ho*), nebenbei Killer ist und es scheinbar auf die fünf kessen Bienen abgesehen hat. Aber ein flotter Feger aus Nachbars Garten inklusive eigens gezüchtetem Six Pack ist sofort zur Stelle, um unsere fünf holden Frauenzimmer vor dem Bösewicht zu beschützen…oder will er die fünf Ischen doch nur pimpern??? Fragen über Fragen, die niemanden interessieren, aber trotzdem geklärt werden.
Kritik Genau so stellt man sich einen typisch hohlen Slasher vor, mit dummen Gören und einem brutalen Killer. Was Regiehorst Brad Wiebe hier jedoch zusammengeschustert hat, entpuppt sich bis zum Schluss als ein unblutiger, unnackter und zum Großteil vorhersehbarer Versuch, mit A Brush with Death keinen typischen Slasher abzuliefern, sondern etwas anderes…wenn dabei „anderes“ für nix steht, dann hat Brad „Einstein“ Wiebe sein Ziel mit Bravur erreicht. Herausgekommen ist, dass die ersten 60 Minuten nur aus rumplanschen im Wasser und blödsinnigen Wahrheit oder Pflicht-Spielen bestehen, nur um einen dahergelaufenen Beau zu imponieren und zu zeigen, dass man geistig immerhin schon den Stand einer Amöbe erreicht hat. Immerhin wird uns gleich ein Killer (inklusive geistig debilen Handlanger) vorgestellt, der dann mittels Rückblende zeigt, was er von motzenden Teenie-Pärchen hält. Aber die Drehbuchautoren Brad und Jordan Wiebe hatten scheinbar noch zwei Asse in den Kniekehlen und haben einen Plot Twist hervorgerotzt, der einem die Zehennägel gefrieren lässt. Dieser Plot Twist setzt sich zur Abwechslung aus Rückblenden zusammen und enttarnt dann unseren „echten“ Killer. Ansonsten gibt es noch eine schlecht gefilmte Traumsequenz einer Akteurin, die vorher kaum aufgefallen ist und dies auch später kaum tut, da sie ziemlich früh wegstirbt. Da muss unser Sujet-Gott Brad Wiebe noch so einiges lernen, denn die Story auf bedeutungslosen Charakteren aufzubauen, ist nicht immer das gelbe vom Ei.
Die fünf Quallen agieren genauso schwammig wie die Bilder der Kamera sind und halten sich den ganzen Film über bedeckt. Sicherlich auch eine glorreiche Idee unseres Glühlampenerfinders von Regisseur, der sich wohl dachte, hier wieder eine deutliche Abgrenzung zu Slashern zu ziehen, indem einfach mal keine Titten zu sehen sind. Das schlimmste daran ist, dass sich eine Liebesszene minutenlang hinzieht, die, wie sich später herausstellt, sowieso nur ein Traum war. Und es ist grauenhaft zwei Personen beim Knutschen zuzusehen, die a.) einem scheißegal sind und b.) völlig deplaziert in ihren Rollen wirken. Und wie gesagt, Klamotten bleiben beim Sex eh an. Eine mögliche Identifikationsfigur macht sich erst in den letzten Minuten bemerkbar, aber auch nur, weil die anderen da schon tot sind und somit mögliche Verwechslungen unter den fünf farblosen Kissen nicht mehr auftreten. Und gegen Ende darf man dann sogar die Talentfreiheit einer Akteurin in Großaufnahme sehen, sie soll schockierend gucken, guckt aber so, als ob sie grad nicht weiß, dass die Kamera läuft; ganz großes Kino. Und ein Kameramann befindet sich dann auch mal in einer Szene zufällig im Bild und darf seinen Verwandten winken. Aber auch die Nebenrollen bekleckern sich nicht mit Ruhm. Killer Nummer 1 ist ein klein wenig notgeil und zögert nicht, wenn ihm einer dumm kommt, der Taugenichts wird aber ziemlich schnell verheizt. Killer 2 ist dann ein fein gestriegelter Psycho, der zu wenig Screentime hat, um auch nur ansatzweise Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das ganze ist eine vom Arsch bis zum Hals miserabel heruntergekurbelte Amateurproduktion, deren Produktionskosten wohl irgendwo im unteren vierstelligen Bereich liegen, und sicherlich ist mindestens die Hälfte von dem Geld für das deutsche DVD-Cover draufgegangen. Denn CGI-Effekte gab’s keine (Schnitttechniker wohl auch nicht), zu Bruch gegangen ist nix, die Kamera stammt aus dem Ramschverkauf und die Akteure aus dem Bahnhofsklo. Die Absteige des Killers bietet durchaus Potential für gruselige Stimmung, aber Brad “Kubrick“ Wiebe zeigt, dass er nicht einmal das kann.
Es gibt durchaus gelungene Amateurproduktionen aus dem Horrorbereich, die nicht ins komische oder trashige übergehen, dazu benötigt man nur eine interessante Story und Spannungsmomente, das alles gibt es hier aber nicht. Was richtig nervt, ist, dass ständig versucht wird die Szene so spannend wie möglich zu gestalten, indem einfach weggeblendet wird, wenn grad eines der Mädels weggeschnappt wird oder ein Hammer im Anflug ist. Wenn man das ein- oder zweimal macht, ist es okay, aber hier wird das bei allen Opfern bis zum Erbrechen ausgereizt. Sicher wieder eine glorreiche Idee unseres Prof. Dr. Wiebe. Wer jetzt trotzdem noch auf etwas Blut hofft, der sollte spenden gehen. Denn genau so sehen die einzig blutigen Szenen im Film aus, die so manch sensiblen Romantiker hinterm Ofen hervorlocken könnten. Was machen wir nun mit UNS-Wiebe!? Leute wie Ittenbach haben es irgendwann kapiert, dass sie nix auf dem Regiestuhl zu suchen haben. Leute wie Boll, Wimmer oder Lommel werden es wohl nie kapieren. Die Meinungen der Kritiker und verschiedener Internet-Foren stimmen da (größtenteils) überein, dass A Brush with Dead kein Film ist, den man anderen weiterempfehlen kann. Nicht einmal die Trash-Fans bekommen hier etwas geboten, da sich der gesamte Film viel zu ernst nimmt und sich das auch auf den Zuschauer überträgt. Daher wäre ein Jobwechsel für Wiebie-Striebie angebracht, ein Fußballer mit X-Beinen wird halt auch nie Torschützenkönig.
DVD Das Cover ist wirklich anspruchsvoll und gelungen. Eine „fast“ nackte und gut aussehende Frau befindet sich in einem Keller, in dem ihr grad Blut mittels Schlauch abgezapft wird. Das deutet alles auf einen besseren Film hin, als er dann wirklich ist. Aber die Dame auf dem Cover ist dann leider auch das hübscheste und nackteste was man zu sehen bekommt. Als Sprachen gibt es Deutsch und Englisch. Bild und Ton erinnern eher an VHS-Qualität, auf DVD’s sollte man so etwas eigentlich nicht mehr vorfinden. Extras gibt es keine.
Fazit Kein Splädda, keine nackten Provinzelfen, die sich die Bierrutsche runterjagen und eine Story, die zum Einschlafen animiert. Ein stinkenlangweiliger Film, der versucht etwas Anderes zu sein, letztendlich aber weniger Unterhaltung bietet, als mein antiker Schaukelstuhl. Die Idee war durchaus gut den Zuschauer in die Irre zu führen, nur mit der Umsetzung ist es dann mal kräftig in die Hose gegangen. Aber es gibt auch etwas positives zu berichten, A Brush with Dead ist dermaßen unspektakulär und belanglos, dass man ihn schnell wieder vergisst, irgendwelche Nerven im Gehirn sind dafür verantwortlich, ich glaube die heißen Strombozyten oder so.
Filminfos Originaltitel: A Brush with Dead Herstellungsland: USA Laufzeit: 83 Minuten Erscheinungsjahr: 2007 Regie: Brad Wiebe Drehbuch: Brad Wiebe, Jordan Wiebe, Nick Soares Schauspieler: Seanna McDonald (Amber), Missy Sturges (Megan), Lily Vu (Samantha), Ali Thurlow (Candice), Nicholls Melancon (Ranken), Charles Hoyes (Ronnie Rue), Anna Kalkowski (Zara)
Bilder von A Brush with Death
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15.03.2010 22:22
hach ja, soviel aufwand hab ich mir gar nicht gemacht beim film-zerlegen. natürlich ganz große kacke das teil .. :D
13.10.2009 02:21
Nicht das Meine, aber Dein Schreibstil ist doch echt super. BH. LG
11.09.2009 21:53
Ja, Ja! Für Ciao und deren Community schaut man sich sogar langweilige Filme an. Echt bewundernswert