Des Königs History of Violence
15.06.2007 (18.06.2007)
Pro:
Schauspieler, Konsequente(r) Gewalt/ Storyverlauf
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 FutziMcFlipp
Über sich:
Neuste DVD-Käufe: Big Lebowski (Special Edition), Schloss des Schreckens, Wolf, Eine Frage der Ehre ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 93 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hi, da ich mich seit kurzem wieder häufiger auf Ciao umgesehen habe, musste ich leider feststellen, dass die Anzahl der Film und DVD Berichte, zu meinem Bedauern, deutlich zurückgegangen ist. Wie es der Zufall so will, habe ich vergangene Woche mal wieder einen Film gesehen, der meiner Meinung nach nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient hat und wie immer hoffe ich, dass ich durch meine Rezension vielleicht den ein, oder anderen Zuschauer für den Film begeistern kann.
Der heutige Bericht dreht sich um David Cronenbergs - A HISTORY OF VIOLENCE ||||>Einleitung: David Cronenberg besitzt eine recht große Fangemeinde, die trotz seiner wenigen (und meiner Meinung nach, überbewerteten) Filme ständig anwächst und auch heute noch jedem neuen Film entgegenfiebert. Ich war nie ein großer Cronenberg-Fan. Zwar finde ich sein Remake von DIE FLIEGE sehr gelungen und auch SPIDER kann sich sehen lassen, aber in meinen Augen reicht das nicht aus um einen Regisseur derartig in den Himmel zu loben, wie es viele seiner Fans tun. Hauptgrund, den Film zu schauen, war für mich Viggo Mortensen, den die meisten wohl als Aragon aus den Herr der Ringe Filmen kennen dürften.
||||>Story: Tom Stall (Viggo Mortensen) ist eine bescheidener Restaurantbesitzer in einer US-Kleinstadt. Er führt ein gutbürgerliches Leben und lebt mit seiner Frau Edie (Maria Bello) und seinen zwei Kindern, Jack und Sarah, in einem gemütlichen Haus auf dem Land. Sein ruhiges Leben wird jedoch aus der Bahn geworfen, als zwei gewalttätige Männer seinen Laden überfallen. Tom gelingt es die beiden zu überwältigen und zu töten. Als großer Held gefeiert, macht Toms Geschichte Schlagzeilen und das nicht nur in der lokalen Zeitung, sondern auch im nationalen Fernsehen. Wenig später taucht der entstellte Mafiaboss Carl Fogarty (Ed Harris) in Toms Laden auf und behauptet ihn aus früheren Zeiten unter dem Namen Joey Cusack kennt. Tom macht ihn darauf aufmerksam, dass Carl einem Irrtum unterliegen muss, doch Fogarty lässt nicht nach und beginnt Toms Frau und Kindern aufzulauern. Irrt er sich wirklich, oder hat Tom eine längst verdrängte Vergangenheit der Gewalt?
||||>Darsteller: Viggo Mortensen: Bekannt durch seine Rolle in HERR DER RINGE, oder HIDALGO. Mortsensen liefert eine beeindruckende Leistung ab und hebt damit den Film auf ein überdurchschnittliches Niveau. Die Bezeichnung Idealbesetzung war wohl selten so treffend wie in diesem Fall. Mortensen spielt seinen Charakter mehrschichtig genug, um die Geschichte glaubhaft zu übermitteln.
Maria Bello: Bekannt durch ihre Rolle in E.R., THE DARK, oder auch WORLD TRADE CENTER. Bello spielt den überzeugenden Gegenpart zu Mortensens Rolle des Tom. Ihre Interpretation der Edie ist glaubwürdig und ihre Darstellung erstklassig, so dass der Charakter nicht untergeht. Ed Harris: Bekannt durch unzählige Rollen wie die in APOLLO 13, oder THE TRUMAN SHOW. Harris hat seit seiner Rolle in TRUMAN SHOW ein Stein bei mir im Brett und auch in A HISTORY OF VIOLENCE hat er mich nicht enttäuscht. Als Mafiaboss Fogarty lebt er seine dunkle Seite aus und vermittelt die Kaltblütigkeit seines Charakters erschreckend glaubwürdig.
William Hurt: Bekannt durch SYRIANA, THE VILLAGE, oder auch A.I. Über seine Rolle möchte ich an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten, da ich sonst zu viel über den Storyverlauf preisgeben würde, aber so viel sei gesagt: Es ist sehr interessant ihn mal in einer solchen Rolle zu sehen. Seine Darstellung ist wie immer sehr gut. OSCAR-Nominierung als bester Nebendarsteller. ||||>Gewalt: Ein Film, der da Wort "Gewalt" bereits im Titel trägt, kommt meist nicht ohne selbige aus. Die Gewalt in A HISTORY OF VIOLENCE ist sehr explizit und realistisch, dafür jedoch eher selten zu sehen. Der Film hat von der FSK "Keine Jugendfreigabe" bescheinigt bekommen, was auf Grund der wenigen, dafür überaus harten, Szenen völlig gerechtfertig ist. Die bedrückende Wirkung der Gewalt entfaltet sich durch ihre konsequente und realistische Darstellung, die vor allem in einigen Zweikämpfen besonders zur Geltung kommt. Zartbesaitete sollen an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt sein: Es sind insgesamt nicht viele Szenen, aber das Motto könnte sein: Wenn, dann richtig.
||||> Die DVD ist inzwischen für 7-10€ in vielen Läden zu haben (Online ist der Preis unlängst wieder ein wenig gestiegen). und liegt technisch im Mittelfeld der heutigen Produktionen. Da der Film keinen Blockbuster-Erfolg vorweisen kann und auch auf DVD kein allzu großes Publikum anspricht, ist die Umsetzung entsprechend ausgefallen. Beim Bild überzeugen die Farben und der Kontrast, die Schärfe ist jedoch nicht das Maß aller Dinge. Der Sound ist unspektakulär und ruhig, so wie der Film selbst. In den wenigen actionreichen Sequenzen wird der Sound ein wenig dynamischer, bleibt aber im Großen und Ganzen eher zurückhaltend. Das Bonusmaterial ist in erster Linie unglaublich informativ, bekommt dafür leichte Abstriche beim Unterhaltungsfaktor, wodurch die Features eher für Filmbegeisterte interessant sein dürften. Das Bonusmaterial umfasst: Einen Audiokommentar von Regisseur Cronenberg Das Marking of "Gewaltakte" mit 66 Minuten Laufzeit Eine Nichtverwendete Szene mit zuschaltbarem Regiekommentar und eigenem Making of Ein Vergleich zwischen US und Internationaler Fassung Ein Special über das Filmfestival in Cannes Und ein original Trailer 3 Easter Eggs (Wer nicht von alleine drauf kommt, kann unter dem Bericht nachlesen wo diese zu finden sind)
||||>Meine Meinung: A History of Violence hat einen ganz großen Vorteil gegenüber seiner Genrekollegen: Er ist konsequent. Konsequent nicht nur in der Darstellung der Gewalt, sondern ebenfalls im Verlauf der Story. Vielleicht macht sich bei diesem Punkt auch die Regiearbeit von Cronenberg am meisten bemerkbar. Tatsächlich muss ich gestehen, dass Cronenberg seit A History of Violence auch bei mir einige Ränge heraufgeklettert ist. Der Film ist brutal, das möchte ich gar nicht schön reden, aber Tatsache ist, dass dieser Film ohne diese vereinzelten Szenen extrem an Glaubwürdigkeit eingebüßt hätte. Diese extremen Gewaltakte stellen zudem das krasse Gegenteil zur eigentlichen Erzählstruktur des Films dar. A History of Violence ist für einen Thriller extrem langsam erzählt, ohne sich dabei in zu vielen Details zu verlieren. Die vereinzelten dramaturgischen Spitzen halten den Zuschauer dabei bei Laune und fesseln über die komplette Laufzeit von durchschnittlichen 92 Minuten. Es ist natürlich nicht so, dass die Gewalt der Hauptdarsteller des Films ist, oder diesen in irgendeiner Form retten müsste. Die hervorragenden Schauspieler reichen aus um den Film weit über das Mittelmaß des durchschnittlichen Thrillers hinwegzuheben und damit meine ich nicht nur die Hauptakteure, sondern den gesamten Cast bis in die Nebenrollen. Die DVD ist glatter Durchschnitt. Bild und Ton sind akzeptabel, ohne vom Hocker zu reißen und das Bonusmaterial ist vor allem für Filmfreunde wie mich sehr interessant. Mein Fazit fällt wie folgt aus: -A History of Violence ist ein gemächlich erzählter, dafür extrem konsequenter Film mit exzellenten Darstellern-
Und damit bekommt der Film 5 Sterne von mir (Höchstens eine unterdurchschnittliche DVD hätte einen Punktabzug zur Folge gehabt) Film-facts: OT: A History of Violence Laufzeit: 92 Minuten Regie: David Cronenberg Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt Bildformat: 1.85:1 (Widescreen) Tonspuren: Englisch und Deutsch, jeweils DD5.1, Audiokommentar 2.0 Untertitel: Deutsch (Für Hörgeschädigte), Englisch, Deutsch für den Audiokommentar FSK: Keine Jugendfreigabe Im Internet zu finden unter: http://www.ahistoryofviolence.com (englischsprachige Filmseite)
Und für alle die es noch interessiert, hier die versteckten Easter Eggs: 1. Nicht verwendete Szene makieren -> nach rechts -> Enter 2. "Gewaltakte" -> Akt 1 -> nach rechts -> Enter 3. "Gewaltakte" -> Akt 1 -> nach links -> Enter
Vielen Dank fürs lesen, bewerten und kommentieren!
Bilder von A History Of Violence (DVD)
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16.07.2007 20:57
Bis eben habe ich noch überlegt, was ich heute Abend gucke, ich glaube, jetzt weiß ich es - die DVD liegt schon länger bei mir im Schrank. LG
19.06.2007 18:00
Finde den Film super! Aragorn ist eh der coolste :>
18.06.2007 13:52
zu viel Gewalt benötige ich nicht. Geht uch ohne. Gruß Edgar