A History of Violence (DVD)

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A History of Violence (DVD)

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Eine Geschichte der Gewalt, die nicht enden will

5  14.01.2012

Pro:
Ein anspruchsvoller Film mit Tiefgang

Kontra:
Nichts

Empfehlenswert: Ja 

XXLALF58

Über sich: Der Sinn des Lebens besteht in dem Unsinn des Lebens, und der Unsinn des Lebens besteht darin, neuen...

Mitglied seit:26.06.2007

Erfahrungsberichte:411

Vertrauende:112

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 159 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nicht nur ich habe geniale Filme in meinem Hinterkopf, sondern auch mein Mann, der beim durchstöbern der Filmlisten auf einen aufmerksam wurde, den er schon einmal im Fernsehen und auf DVD gesehen hat. Und da er weiß, was für Art von Filmen ich mir gerne ansehe, schauten wir uns zusammen den Film „History of Violence“ an, in welcher es sich um einen Mann handelt, der als Held gefeiert wird, jedoch von seiner recht dunklen Vergangenheit, so allmählich wieder einholt wird.

Doch zunächst mal kurz zum Filminhalt

Tom Stall (Viggo Mortensen) lebt seit 20 Jahren etwas abseits des kleinen Örtchens Millbrook, in einem Häuschen im Grünen, glücklich verheiratet mit seiner Frau Edie (Maria Bello) die Anwältin ist, und seinen zwei Kindern. Unweit entfernt, in der Stadt, betreibt er einen Coffee-Shop, welcher bis spät in die Nacht immer gut besucht ist. Eines Abends jedoch, bekommt er unliebsamen Besuch. Zwei, bis dato Unbekannte Männer, in dunklen Anzügen und Sonnenbrillen, verlangen zunächst Kaffee, überfallen diesen Laden und nehmen dann eine Angestellte als Geisel. Tom, der die Gefahr sofort erkennt, greift ohne langes Zögern sofort ein, und erschießt in Notwehr die beiden gesuchten, kaltblütigen Killer. Und weil Tom so schnell reagiert hat, und seine Kunden und Angestellten, vor dem Schlimmsten bewahrt hat, wird er woraufhin als Held gefeiert, auf was er überhaupt keinen großen Wert legt. Der ganze Medienrummel ist ihm ein Aber, zumal er nichts als nur seine Ruhe haben will, um sein ganz normales Leben weiterführen zu können, und sonst gar nichts. Aber dem ist nicht so, dann eines Tages taucht in diesem kleinen Örtchen der geheimnisvolle Carl Fogarty (Ed Harris) auf, welcher behauptet, dass Tom, nicht Tom heißt, sondern in Wirklichkeit Joey, mit welchem er schon lange ein Hühnchen zu rupfen hat. Ja, und jetzt gerät Toms Welt mit einem mal total aus den Fugen, sodass die ganze Familie, einer bis an die Grenzen gehenden Zerreißprobe ausgesetzt wird, welche es zu bestehen heißt, oder auch nicht.

Mehr wird nicht verraten.

Jetzt gleich zur eigenen Meinung

Na ja, wenn ich ganz ehrlich bin, erinnert mich dieser Film „History of Violence“ ein bisschen an Alfred Hitchcocks Film „ Im Schatten des Zweifels“, aus dem Jahre
Bilder von A History of Violence (DVD)
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A History of Violence (DVD)
1942, zumal auch in ihr eine, ohne Fehl und Tadel, heile Kleinstadtwelt vorgeführt wird, in welcher keiner Verfall und Verderben vermutet, jedoch hinter deren Fassade ein Ort der verlogenen Doppelmoral schlummert. Hitchcock z.B. brachten einen gesuchten Mörder ins Bild, der sich unerkannt bei der Familie seiner Schwester einquartiert, und den braven, unschuldigen Onkel simuliert, welcher dann zum Liebling der spießbürgerlich Dorfgemeinschaft wird.

In „History of Violence“ verbirgt sich hinter dem unscheinbaren „Helden“ ein ehemaliger Mafioso, welcher von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Wie in Hitchcocks Film, in welchem die Nichte ihren so geliebten Onkel als Einzige durchschaut, zeigt auch dieser Film, dass das Böse und Gewalttätige nicht unbedingt in der Ferne liegt und von Unbekannten begangen wird, sondern oftmals in der eigenen Familie ihren Ursprung hat, ja sogar zur eigenen Person gehören. Ohne Kompromisse zu machen, geht der Film hierbei vor, indem er gleich zu Beginn eine Szene zeigt, in welche zwei Unbekannten, an einem Sonntagmorgen, skrupellos, kaltblütig und ohne Vorwarnung das gesamte Personal des Motels erschießen, in welchem sie übernachtet haben.

Ja, und nach diesem blutigen Szenario macht dieser Film nur filmisch gesehen einen riesen Satz, und landet in einem Häuschen einer glücklichen Familie. Das, was zuvor geschehen ist, wirft jedoch lange, dunkle Schatten voraus, was in einer recht grausigen Szene gezeigt wird, wie die Gewalt, das Böse, so langsam sich in der Familiengeschichte ein- und festfrisst. Mit dickem, dunklen Blut, wird die zunehmende Gewalt und das Böse dargestellt, welches im dämmerigen, düsteren Licht schmierig an Tischen und Wänden haftet, und sich in Tapeten und Holz hochsaugt und einfrisst. Man sieht wie sich dicke dunkle Blutpfützen auf dem Boden bilden, die sich dort ausweiten. Eine recht schauerliche Szene wie ich finde, wenn man sieht, wie das erschossene Motel-Personal in ihrem eigenen Blut badet und man sieht, wie das Blut sich kraftvoll in den Holzbalken hoch- und festfrisst.

Dass Blut Gewalt darstellt, die sich nun so langsam in dieser Familiengeschichte festfrisst, kommt meiner Meinung hier ganz deutlich zum Ausdruck, als ein kleines Mädchen aus dem Hinterzimmer des Motels auftaucht, welches vor Angst und Schrecken den Mund wohl weit aufmacht, aber nicht Schreien kann, als es die Erschossenen in ihrem eigenen Blut und den Killer sieht. Kaltblütig wird auch das Mädchen erschossen, wobei diese Szene mit einem fürchterlichen Aufschrei des kleinen Mädchens der Familie Stall, fortgesetzt wird, welches einen Albtraum hatte, in welchem Monster drin vorkommen.

Gewalt geht hier nicht allein von Mord aus, sondern auch von Sex, was wiederum in einer Szene verdeutlicht wird, als Tom sich von seiner Frau im Cheerleader-Outfit verführen lässt quellen ihm nicht die Augen über, wie bei einem kleinen Jungen, sondern es geht auch ziemlich wild und stürmisch zur Sache, was man schon mit Vergewaltigung betiteln kann. Aber das ist nicht die einzige Szene, zumal sich ihr letztes sexuelles Abenteuer auf den Holzstufen im Haus abspielt, als seine Frau bereits erkannt hat, dass er eine ganz andere Identität hat, bzw. ihre Ehe nur auf einer einzigen Lüge aufgebaut ist. Wie wilde, ausgelassene Tiere fallen sie im Liebesrausch übereinander her, was eher von Geilheit und Brutalität herrührt. Sie lassen erst voneinander, gehen getrennte Wege, als das Blut rinnt.

Und dass Toms wahre Identität aufgedeckt wird und ans Licht kommt, kann man Zufall aber auch schlichtweg Schicksal nennen. Auf jeden Fall besuchen ihn die zwei Killer, die zuvor das Motel-Personal erschossen haben, ihn in seinem Coffee-Shop. Tom, den man von den vorherigen Szenen als besonnen und überlegt ruhig handelnd kennt, reagiert für mich zumindest entschlossen und verdammt schnell, als er einem den Kaffee ins Gesicht schüttete, die Pistole aus der Hand reißt, und sie dann noch beide erschießt. Das hätte niemand gedacht, dass Tom, den viele für spießig halten, so etwas fertig bringt. Und deshalb wird er als Held gefeiert. In Presse und Fernsehen erscheint sein Bild, was ihm überhaupt nicht recht ist. Warum? Das fragt sich der Zuschauer, wobei es doch heißt: „Ehre dem, dem es gebührt“. Ist Tom wirklich so Medienscheu? Oder denkt er in diesem Moment schon weiter? Auf jeden Fall spielt er vor seiner Familien den, dem der ganze Medienrummel zuwider ist.

Ja, und jetzt kommt die Story so richtig in Fahrt, als ihn drei Mafiosi, die auf ihn in den Medien aufmerksam geworden sind aufsuchen, um mit ihm abzurechnen. Vor seiner Familie, spielt er noch immer den Ahnungslosen, den, dem alle Gewalt ein „Aber“ ist, wobei er seinem Sohn predigt, welcher täglich von seinen Schulkameraden gehänselt wird, dass man Konflikte nicht mit Fäusten begegnet und löst, sondern mit Worten.

Bis zu jenem Tag hält seine Familie noch zu ihm und sieht zu ihm hoch, bis er vor ihren Augen zwei Mafiosi erschießt, wobei sein Sohn ihm sein Leben rettet, indem auch er auf einen Mafiosi zielt, und ihn trifft. Niemand weiß von seiner dunklen Vergangenheit, welcher im Film auch nicht weiter nachgegangen wird, wobei niemand nach dem wieso und warum fragt. Nicht mal seine Familie.

Man müsste doch meinen, dass sie ihren Mann nach 20jähriger Ehe so gut kennt, dass es keine Geheimnisse mehr aus der Vergangenheit gibt. Müsste man, aber muss es nicht. Und schon gar nicht, wenn es keine Anzeichen dafür gibt, dass er in früheren Jahren auch dem Mafiosi-Clan angehört hat. Im Gewissen Sinn, hat er, bevor er eine Familie gründete, mit seiner Vergangenheit abgeschlossen. Nur holt ihn die Vergangenheit wieder ein, sodass ihm im Grunde gar nichts anderes übrig blieb, als den ganzen Clan auszulöschen, um endgültig unter seiner dunklen Vergangenheit den Schlussstrich ziehen zu können. Als Zeichen dafür, wirft er die Waffe in den nahegelegenen See, und wäscht das klebrige Blut von seinen Händen ab.

Das Schöne an dieser Geschichte finde ich, dass er nach verrichteter „Arbeit“ zwar schweigend an den Familientisch zurückkehrt, aber dennoch, wenn auch zögerlich von seiner Familie wieder an- und aufgenommen wird.
Daten zur DVD “A History of Violence”

Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, William Hurt, Ed Harris
Regisseur(e): David Cronenberg
Format: PAL, Widescreen, Farbe
Sprache: deutsch (Dolby Digital 5.1) englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Studio: Warner Home Video - DVD
Erscheinungstermin: 24. März 2006
Produktionsjahr: 2005


Anzahl DVD: 1
Freigegeben ab: Ab 18 Jahren

Meiner Meinung nach ist „History of Violence“ ein wunderschöner Film, in welchem die Spannung und beklemmende Atmosphäre nicht abreißt. Klar, haben Brutalität und Gewalt in diesem Film die Oberhand, zumal der Filmtitel übersetzt „ Eine Geschichte der Gewalt“ heißt. Die Namen der Schauspieler, sowie des Regisseur sagen mir wohl nicht gar so viel, aber sie sagen mir was. David Cronenberg, der Regisseur hat z.B. in „Die Fliege“ Regie geführt, wobei er viele Horror, Thriller und Dramen in ein Paket gepackt hat, um daraus einen Film zu drehen. Ja, und wenn ich nochmals zu den Schauspielern zurückkomme, so muss ich sagen, dass nicht nur Viggo Mortensen, den man von „Der einzige Zeuge“ und „Herr der Ringe“ als „Aragorn“ kennt, seine Rollen des Familienvaters, braven Spießers bis zum kaltblütigen Killers wirklich überzeugend spielt, sondern auch Maria Bello seine Frau, welcher so wie ihm Tränen in den Augen stehen, als er wieder nach Hause kommt. Es sind jedoch keine Freudentränen, sondern mehr Tränen der Enttäuschung. Enttäuschung darüber, dass es ihm, der großen Wert auf friedfertige Konfliktlösung legt, vor seiner Familie nicht gelungen ist, einen Konflikt ohne blutige Gewalt zu lösen.

Fazit: Ein kluger wie auch böser Film über Mord und Totschlag und einen unerwarteten Einbruch der Gewalt


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
t.schlumpf

t.schlumpf

19.04.2012 09:49

Hat etwas gedauert, sorry ;o)

pidimaus

pidimaus

03.02.2012 10:59

Bh und lg pidi

Mel.E

Mel.E

30.01.2012 07:01

BH!

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