Pinocchio aus der Zukunft...
10.06.2002
Pro:
Überraschende Wendungen, weckt und mahnt das Mitgefühl . Überzeugender Jungdarsteller .
Kontra:
Es ging doch um künstliche Intelligenz? War das ein echter Spielberg? Langatmig, verwirrend .
Empfehlenswert:
Ja
 JuergenGolz
Über sich:
Mitglied seit:05.07.2001
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Vertrauende:88
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 100 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vorwort: Im allgemeinen schreibe ich nicht über Filme, da es mir nicht in die Wiege gelegt zu sein scheint, aber der letzte von mir gekaufte DVD-Film A.I. = Artifical Intelligence, was übersetzt künstliche Intelligenz bedeutet, hat mich auf eine besondere Art und Weise in seinen Bann gezogen, wenngleich dabei keine Begeisterungsstürme aufkamen und ich die teilweise undurchsichtige Story nicht auf Anhieb begriff und lernte, daß man den Kommentaren des Sprechers, der zwischen den Chronologien in Erscheinung tritt, genau lauschen muß, um den ohnehin dünnen Faden den Steven Spielberg gelegt hat, nicht gleich wieder zu verlieren. Auf der Zusatz DVD bekam man immerhin (englischsprachig) Aufschluß darüber, warum Steven Spielberg Stanley Kubrick´s Idee aufnahm und produzierte.
Der Film: Wie zumeist, wenn ich einen Film beginne anzuschauen, scheitere ich an der Diskrepanz zwischen meiner eigenen Vorstellung und Erwartungshaltung gegenüber dem Film und ich erwarte sehnlichst Schlüsselszenen. Aber was kommt, ist dasselbe, wie Ungereimtheiten, welche in einer geheimnisvollen, sachlichen Art und Weise kommentiert werden, wie z.B. bei Terminator und irgendwann ermüdet das Ohr, weiß man doch längst, was der Kommenator herüberbringen wollte. So beginnt der Film mit eindrucksvollen Bildern eines stark aufgewühlten Meeres, denn die Polkappen des Planeten sind abgetaut und küstennahe Städte, wie Amsterdam und New York sind versunken. Wir befinden uns unvermittelt in einer Zukunft wieder, in der Kinder nur auf Lizenz erlaubt sind und trifft auf verschiedene Generationen von Robotern, die im Gegensatz zu den echten Menschen (Orgas, weil organisch) mechanisch sind und daher Mecha´s genannt werden. Vorteil ist, daß, wenn sie einmal konstruiert sind, keine Resourcen mehr verbrauchen. Sie essen nicht, sie trinken nicht, sie schlafen nicht. Liebesroboter, die ihren Dienst besser versehen als menschliche Liebhaber, sind hier gang und gebe und solange sie funktionieren, haben sie ihren festen Platz an der Seite des Menschen.
Nun geht es hoppla-hopp und der Zuschauer lernt nach einer Sequenz des roboterbauenden Dr. Hobby (gespielt von William Hurt) der Firma Cybertronics, ein künstlich geschaffenes Kind (David, gespielt von Haley Joel Osment) kennen, welches dem Ehepaar Henry und Monica Swinton (gespielt von Frances O´Connor und Sam Robards) als Sohnersatz in´s Haus kam, denn der eigene Sohn Martin liegt im Koma und es besteht keine Aussicht, daß sich an seinem Zusand etwas ändert. Dem Nervenzusammenbruch nahe, scheint sich Monica nicht an den Sohnersatz gewöhnen zu wollen, aber Davids kindlisch strahlendes Gesicht zieht sie mehr und mehr in den Bann zumal diese Maschine sie nun "Mami" nennt und tatsächlich nach und nach mehr eigene Meinung zu entwickeln scheint. Er ist nicht nur auf die Mutter programmiert, sondern er liebt und misst sie wirklich. Oft ist man ob der glaubwürdigen Schauspielleistung Haley Joel Osment´s den Tränen nahe und findet sich in uralte Klischees und Moralvorstellungen und sehr viel Mitgefühl wieder. War es nun die geheimnisvolle Wortfolge, die ihm die Mutter einflüsterte und umprogrammierte, oder entwickelt sich hier gerade ein Individium? Diese Frage wird dem Zuseher zur Antwort überlassen.
Es kommt, wie es kommen mußte, der leibliche Sohn Martin erwacht wieder aus dem Koma und kommt nach Hause. Getrieben vom Neid gegenüber den neuen Widersacher in Sachen "Liebe zur Mama", wird der naive David zu viel Unsinn getrieben, der ihn bei der Mutter Liebesverlust erfahren lassen soll. David versucht alles recht zu machen und versucht sich angespitzt von Martin auch Spinat hinter die Luke zu schieben, was natürlich der nicht vorhandene Magen-Darm-Trakt nicht erledigen kann und er muß zur Reparatur. In David´s Gedanken geht es nur noch um die Geschichte des hölzernen Pinocchio, der durch die blaue Fee zum echten Jungen gemacht wird, eine Geschichte, die Monica Martin als Nachtgeschichte vorliest und die Augen des kleinen David´s zum Leuchten bringt. Man fühlt richtig mit, bei der naiven Offenheit und Aufgeschlossenheit, die immer wieder herb enttäuscht wird.
Bei einem Kindergeburtstag am Pool, sieht man mal wieder, wie grausam Kinder sind und die anderen Jungs hänseln David, z.B. wie ein Roboter und mit was er seine irdische Notdurft verrichten kann. Ein Oberschlauer testet Davids Schmerzsensoren und dieser klammert sich in seine Angst ausgerechnet an Martin, der ihn halbwegs in Schutz nimmt und beide fallen in den Pool. Martin wird noch gerettet, zumindest soll dieses das Fußwackeln am Ende der Rettungssequenz dem Zuschauer vermitteln, denn Martin taucht im Rest der Geschichte nicht mehr auf und genausogut könnte man ihn für tot halten. Wie auch immer, diesem Vorfall hat es zur Folge, daß David nun zur Vernichtung zu Cybertronics zurückgegeben weren soll. Die Mutter wendet auf dem Weg dorthin und beschließt David mit dem sprechenden Supertoy Teddy im Wald auszusetzen mit der Instruktion, nicht in die Richtung Cybertronics zu laufen.
Eine herzzerreisende Szene, wieder glaubhaft gespielt von Haley Joel Osment läßt keinAuge trocken. Mit Teddy irrt er durch den Wald und lernt dort aus einem Schrottauto abgeladenen Liebesroboter Joe (Jede Law) kennen, mit dem er später auf die Suche nach seiner blauen Fee gehen wird um endlich ein echter Junge zu werden und damit von Monica wieder geliebt zu werden. Zunächst erleben sie aber etliche Gefahren und werden beinahe bei einem Flesh-Markt zur Belsutigung der Zuschauer demontiert, aber die Zuschauer haben Zweifel, denn David fleht um sein Leben, was aber Mecha´s normalerweise nie tun.
Der Liebesroboter weiß Rat und sucht mit David Rouge City auf, wo ein holographischer Dr. Know Antwort auf so ziemlich alle Fragen hat, sofern man genug Neudollars hat. Zum Glück hat ihm die Mutter einige im Wald überlassen, obwohl zu essen brauchte er sich ja nichts kaufen. Sie erhalten einen wichtigen Hinweis, der ihre Suche in dias versunkene Manhattan führt, wo David seinen Erbauer, Dr. Hobby wieder trifft. Dieser hatte den Hinweis versteckt weitergegeben und ist sichtlich erfreut über das Widersehen. Aber David erkennt, daß er gar nicht einzigartig ist, sondern in Verkaufpackungen sind zahlreiche weitere Davids und einem quasselndem David, der ihm an seine gerade gewonnen geglaubte Identität und Einzigartigkeit zweifeln läßt, haut er die Elektroden aus den Ohren.
Traumatisiert sitzt David am Rande eines aus dem Wasser herausragenden Wolkenkratzers aud em überfluteten Manhattan und stürzt sich in das Meer. Nun habe ich ein Problem und man kann meinen Bericht wegen mangelndem Ende abwerten, aber das Ende zu verraten oder anzudeuten wäre nicht fair und würde sicherlich den Überraschungseffekt und den in der Mitte verlorenen Sinn und Chronoligität nicht nachempfinden und wiederfinden lassen.
Lasst Euch überraschen, von Farben und Formen berauschen und von als selbständig vorausgesetzter Abstraktionsfähigkeit leiten. Ich weiß nicht, dieses unvermittelt kommende zweite Drittel des Filmes holt mit seiner eigentümlichen Atmosphäre die Schwächen aus der Mitte des Filmes wieder heraus. Ich bin gespannt, wie Ihr es findet, aber verraten, daß werde ich es Euch nicht.... Fazit:
Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben. Nicht wegen gewaltsamer Handlungen oder gar fließenden Blutes, sondern wohl eher, daß man diesen Film auch nur ansatweise folgen kann, denn dem Betrachter bleibt dieses technische Wunderwerk noch immer Kind und so ist man z.B. in der Swimming-Pool Szene verblüfft, daß David einfach nach Rettung von Martin auf dem Boden des Pools liegen gelassen wird. Farben und Soundeffekte waren sehr gut, sofern an Heimkinoboxen angeschlossen. Einige Szenen sind zwar überlichtet, war aber dem dramaturgischen Effekt dienlich.
Wer mag, der kann sich den Film auch noch orginalsprachlich, nämlich in englisch anschauen und natürlich auch untertiteln lassen. Desgleichen auch für die Sprachen spanisch, portugiesisch, tschechisch, dänisch, französisch, isländisch, arabisch, griechisch, italiniesch, norwegisch, polnisch, finnisch, schwedisch, türkisch und kroatisch anschauen und hat dabei die Möglichkeit die DVD in Widescreen anzuschauen und Dolby Surround Effekt zu genießen, sofern Decoder vorhanden ist. Die EUR 24,99 bei Mediamarkt waren für 140 Minuten Film noch recht preiswert, zudem der Film noch unlängst in unseren Kinos lief.
Die Zusatz DVD befasst sich mit der Entstehung des Filmes, bzw. orginalsprachlische Hintergrundinformationen, sowie die Schuspielleistungen des jungen Nachwuchstalentes Haley Joel Osment. Desweiteren werden die verwandten Effekte erleutert, wie sie zusande kamen und welche Schwierigkeiten es zu beachten galt. Der Umfang der Zusatz-DVD ist riesig und bietet eine Vielzahl von weiteren Informationen, die einem in den Glauben versetzen, diesen Fil aktiv mitgestaltet zu haben, aber eines muß ich dabei noch bemänglend und das ist die Tatsachen daß trotz üppiger Computer- und Tricktechnik der Aspket der künstlichen Intelligenz zu kurz kam und so manch einer wirde daher enttäuscht sein, gerade die, die seit der Commodore 64 Generation um künstliche Intelligenz spekulierten. Dennoch: Prädikat wertvoll!
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07.08.2003 11:04
Bis auf Haley Joel Osmond und Jude Law und Teddy war der film doch blöd. =(
25.01.2003 14:44
guter filmbericht, doch für ein SH reichts mir nicht... es sind einfach zu viele andere berichte in dieser kategorie die mir viel besser gefallen haben.... darum > H
19.10.2002 20:38
Hi Jürgen du hast mal wieder einen genialen bericht geschrieben!!!mfg Filip